Heco Celan GT-Set (Test)

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Die Celan-Serie ist – sieht man von den Sondermodellen „Concerto Grosso“ und „The New Statement“ ab – in der Hierarchie des in Pulheim bei Köln ansässigen Herstellers Heco ganz oben angesiedelt. Bei der Einführung der neuesten Generation im Jahr 2012 ließen die Entwickler ihr eine eindrucksvolle Palette an High-Tech-Lösungen angedeihen.

Brandneu sind dagegen die zum Test angetretenen Mitglieder dieser Serie, die Standbox Celan GT 602, der Center Celan GT Center 32 und die Surround-Regalboxen Celan GT 202. Sie fallen erheblich schlanker aus als ihre älteren Geschwister. Geblieben sind die hervorragend verarbeiteten Gehäuse aus hochdämpfendem MDF, die sich nach hinten seitlich verjüngen. Ebenfalls beibehalten hat Heco die stabil wirkenden Biwiring-Anschluss-terminals, die zudem durch eine versetzbare Brücke eine Pegelanpassung im Hochtonbereich erlauben.

Technik

Heco_CelanGT_PCDie Chassis-Technologie der Tieftöner hat man in Pulheim wegen der geringeren Gehäusebreite ein wenig angepasst. Zwar verlässt man sich weiterhin auf das sogenannte Kraftpapier als Membranmaterial – ein Papier, dass aus langfaserigen nordischen Nadelhölzern und Wollfäden hergestellt wird und durch Steifigkeit und eine hohe innere Dämpfung besonders resistent gegen Membranresonanzen sein soll. Als Mitteltöner für die Standbox kommt jedoch kein eigens entwickeltes Chassis mit Textilsicke zum Einsatz, sondern das gleiche 13-Zentimeter-Modell wie in Center und Surrounds als Tieftöner. In Sachen Schwingspule wählt Heco hier den heutzutage ungewöhnlich kleinen Durchmesser von 25 Millimetern, dem ein positiver Einfluss auf die Mittelton-Wiedergabe nachgesagt wird, aber in Sachen Hitze-Abfuhr – und somit Belastbarkeit – gegenüber größeren Durchmessern Nachteile hat.Deshalb sind die Schwingspulen der beiden Tieftöner der Standboxen – ebenfalls 13 Zentimeter durchmessende Chassis – eine Nummer größer und können die gerade in ihrem Arbeitsbereich vermehrt anfallende Wärme besser an die Umgebung abführen. Als Hochtöner kommt der schon bekannte High Energy Tweeter zum Einsatz, dessen ausgeklügelte Bauweise hohe Dynamik, eine homogene Abstrahlung und einen Übertragungsbereich bis nahezu 50 Kilohertz gewährleisten soll.

Ebenfalls neu ist der Subwoofer New Phalanx 302A. Von seinen beiden an den Seiten montierten 30-Zentimeter-Chassis ist nur eines angetrieben, das zweite fungiert als Passivmembran (siehe Kasten „Bassreflex und Passivmembran“). Als Energiequelle für den Sub dient eine Class-D-Endstufe mit 250 Watt.

Am Terminal von Fronts, Center und Surround lässt sich mit dem Versetzen einer Brücke der Hochtonbereich um 2 Dezibel anheben.

Am Terminal von Fronts, Center und Surround lässt sich mit dem Versetzen einer Brücke der Hochtonbereich um 2 Dezibel anheben.

Tonqualität Surround

Das reicht aus, um einen Pegel von 106 Dezibel zu erzeugen, was ebenso überzeugt wie die untere Grenzfrequenz des Subwoofers von 33 Hertz. Mit geringer Welligkeit verlaufen die Frequenzgänge von Front-, Center- und Surroundboxen. Alle sind recht linear, weisen aber einen sanften Anstieg zu hohen Frequenzen auf, der bei vier Kilohertz beginnt und bei 20 Kilohertz etwa drei Dezibel mehr Pegel zeigt. Bei Fronts, Center und Surrounds beließen die Tester die Pegelanpassung auf „0 dB“.

So präsentiert sich das Heco-Set vorbildlich neutral, ohne merkliche Bevorzugung oder Vernachlässigung einzelner Frequenzbereiche. Die gemessene leichte Höhenanhebung lässt Pat Metheneys „Overture“ von der DVD „The Way Up“ allenfalls um Nuancen luftiger und durchsichtiger wirken, was keineswegs unangenehm ist und einen weiträumigen, dreidimensionalen Eindruck hinterlässt. Die Dynamiksprünge in diesem anspruchsvollen Stück gehen die Hecos mit Begeisterung mit und lassen Snare- und Beckenschläge mit Wucht in den Raum schnellen.

In dieses Klangbild fügt sich der Subwoofer nahtlos hinein, auch bei ihm ist von Trägheit keine Spur: Bei „Terminator – Die Erlösung“ verleiht er den Schlägen und Explosionen bei der Verfolgungsjagd mit dem Abschleppwagen temperamentvoll und impulsiv Nachdruck, drückt aber auch, wenn der Flugdroide die Brücke kreuzt, magenerschütternden Tiefbasspegel in den Raum. Bei seitlich sitzenden Zuschauern nimmt die Sprachverständlichkeit geringfügig ab.

Wenn es feinsinniger zugeht, beispielsweise mit Jane Monheit und John Pizarelli bei „They Can‘t Take that Away From Me“, beweist die erschlankte Heco-Kombo, dass sie Stimmen und Instrumente präzise in den Raum stellen und dabei die Raumtiefe mehr als nur erahnen lassen kann. Zudem verleiht sie dem Gesamtklang hohe Präzision, bleibt dabei aber angenehm leichtfüßig und driftet keineswegs ins unangenehm Analytische ab.

Per „Bass Extension“-Regler lässt sich beim Heco-Sub der Tiefbass bei etwa 35 Hertz um bis zu sechs Dezibel anheben.

Per „Bass Extension“-Regler lässt sich beim Heco-Sub der Tiefbass bei etwa 35 Hertz um bis zu sechs Dezibel anheben.

Um eine tiefreichende und pegelstarke Basswieder­gabe zu erreichen, setzen Lautsprecher-Entwickler häufig eine sogenannte Bassreflexöffnung ein. Dabei wird ein Rohr ins Boxeninnere so abgestimmt, dass es zusammen mit dem Innenvolumen des Lautsprechers und dem Tieftöner eine Resonanz ausbildet, die das Chassis in der Schallabstrahlung zu tiefen Frequenzen hin unterstützt.

Eines der beiden an den Seiten des Heco-Subs montierten 30-Zentimeter-Chassis verfügt nicht über einen eigenen Antrieb, sondern ist als Passivmembran ausgelegt.

Eines der beiden an den Seiten des Heco-Subs montierten 30-Zentimeter-Chassis verfügt nicht über einen eigenen Antrieb, sondern ist als Passivmembran ausgelegt.

Etwas Ähnliches erreicht man, wenn statt eines Rohres ein weiteres, nicht selbst angetriebenes Chassis eingebaut wird, die sogenannte Passivmembran. Diese baut nun selbst eine Resonanz mit Volumen und dem angetriebenen Kollegen auf und strahlt Tiefton-Schall ab. Dabei vermeidet man den Hauptnachteil einer Bassreflexöffnung, die bei hohen Pegeln nahezu unvermeidbaren Strömungsgeräusche, die durch die Reibung zwischen den Rohrwänden und der sich schnell hin und her bewegenden Luft verursacht werden.

Der Grund, warum Passivmembranen nicht häufiger eingesetzt werden, ist in dem höheren Aufwand zu suchen – ein einfaches Plastikrohr ist erheblich preiswerter als ein weiteres Chassis, selbst ohne Magnet und Schwingspule. Dies muss zudem nicht nur gefertigt, sondern zunächst einmal für den speziellen Einsatzzweck entwickelt werden. Dieser erhöhte Aufwand wird allerdings durch eine auch bei höheren Pegeln verzerrungsärmere Wiedergabe belohnt.

Tonqualität Stereo

Es ist immer wieder erstaunlich, was für einen Bass moderne 13-Zentimeter-Chassis produzieren können. Supertramps Klassiker „The Crime of the Century“ (als Original Master Recording von Mobile Fidelity Sound Labs) beispielsweise lässt es über die Hecos richtig krachen, der Bass steht felsenfest und drückt sogar ordentlich aufs Zwerchfell. Die dynamische Spielweise und die faszinierend leichtfüßige Präzision behalten die 602er auch hier bei und überzeugen zudem mit fest umrissender, dreidimensionaler räumlicher Abbildung. mino

Heco verarbeitet die Celan GT-Serie hervorragend und bietet sie in Pianolack Schwarz und Weiß sowie mit einer „Espresso“ genannten Furnieroberfläche an.

Heco verarbeitet die Celan GT-Serie hervorragend und bietet sie in Pianolack Schwarz und Weiß sowie mit einer „Espresso“ genannten Furnieroberfläche an.

Heco_CelanGT_Wertung

AuVi_AWARD-Highlight

Der Testbericht Heco Celan GT-SET (Gesamtwertung: 87, Preis/UVP: 3800 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2014 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

87 sehr gut

Voller Klang trotz graziler Optik. Das erschlankte Celan GT-Set überzeugt mit seinem dynamischen, basskräftigen und leichtfüßigen Auftritt – im Surround- wie Stereo-Betrieb. Ein echtes Highlight.

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