Yamaha Sound Projector YSP-1400 (Test)

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Mit der YSP-1 offerierte Yamaha vor knapp zwölf Jahren nicht nur die erste Sound-Bar, sondern brachte auch die Virtual-Surround-Technik  auf Basis der sogenannten Wellenfeldsynthese ins Wohnzimmer. Hierbei werden mehrere Einzellautsprecher so angesteuert, dass sich der Schall zu einem lenkbaren Strahl bündelt. Projiziert man einen solchen am Zuhörer vorbei auf eine Wand, entsteht durch Reflexionen der Eindruck, als käme das Geräusch von dort. Mit 400 Euro ist der YSP-1400 Yamahas preisgünstigster Sound-Projektor mit dieser Technik. Für die Richtwirkung sind acht mittig angeordnete 2,8 Zentimeter große Lautsprecherchassis zuständig. Frequenzen tiefer als 500 Hertz liefern zwei 8,5-Zentimeter-Treiber, die im Fuß der Sound-Bar sitzen.

Der Anschluss an Fernseher und Settop-Box gelingt über je zwei analoge und digitale Eingänge. Smartphones docken per Bluetooth-Funk an. Ein optisches Kabel liegt bei, ebenso eine detaillierte Bedienungsanleitung, die erläutert, wie man die optimale Surround-Wirkung erzielt. Obwohl die Sound-Bar statt einem Display nur über LEDs zur Anzeige aller Einstellungen verfügt, gelingt eine komfortable Bedienung. Denn für fast jede Funktion steht eine eigene Taste (insgesamt 27) auf der Fernbedienung zur Verfügung. Ein praktisches Extra ist die Lernfunktion, mit der man die Grundfunktionen (An/Aus, Lauter/Leiser…) mit der TV-Fernbedienung ausführen kann. Der IR-Sender an der Rückseite leitet Fernbedienungsbefehle an den Fernseher weiter, falls die Sound-Bar dessen Sensor blockiert. Den YSP-1400 gibt es in Hochglanz Schwarz und Weiß. Schade nur, dass auch an der weißen Ausführung ein schwarzes, fixes Netzkabel baumelt, das mit 1,8 Metern zudem länger sein könnte.

Klasse Surround-Sound

Mit den drei Tastern auf der Fernbedienung wählt man, ob die Sound-Bar in der Mitte des Raumes, links oder rechts steht – schon ist sie spielbereit. Feinkorrekturen lassen sich bei Bedarf durch eine Pegeleinstellung der virtuellen Audiokanäle vornehmen. Ansonsten gibt es einen Bassregler, eine einstufige Mittenanhebung sowie sechs Klangprogramme, die sich in der Art der Klangabstrahlung unterscheiden. Der Höreindruck hebt sich von herkömmlichen Sound-Bars ab: Sitzt man mittig, so kommt Sprache sehr deutlich und bei Bedarf enorm laut (105 Dezibel mit 400 Hertz) beim Hörer an. Seitlich sitzende Zuschauer nehmen Dialoge durch Bündelung aber deutlich leiser wahr. Tipp: Im Stereo-Modus strahlt die Soundbar besonders zu den Seiten hin ab, während sich der frontal abgestrahlte Schall eher auslöscht. Den besten Klang entfaltet die Sound-Bar ab etwa zwei Meter Abstand, dann verschmelzen die insgesamt zehn Treiber zu einer Schallquelle.

Bei Musik fallen eine diffuse, gelegentlich etwas unpräzise Stereo-Abbildung sowie leichte Verfärbungen auf, wobei die Klangbalance aus Bässen, Mitten und Höhen stimmig ist – längeres Hören stresst nicht. Die Bässe, gemessen mit Bassrumpeln, erreichen mit 84 Dezibel zwar keine Rekordwerte und rappeln dann schon deutlich, klingen bei moderaten Lautstärken aber sauber und ausgewogen. Druckvoll und ohne Lieblingsfrequenzen spielt die Sound-Bar ab etwa 50 Hertz auf, obgleich das optisch solide wirkende Kunststoffgehäuse bei einzelnen Frequenzen mitdröhnt. Wer will, kann der Sound-Bar über den Sub-Ausgang einen Aktivbass zur Seite stellen. Zur Höchstform läuft sie bei  Surround-Filmen auf: Die verblüffend gut funktionierende und viel weniger als bei herkömmlichen Sound-Bars vom Hörplatz abhängige Surround-Wirkung macht einfach Spaß. 

Außergewöhnliches Konzept: Mittig sitzen hinter einer Lochblende acht Mittelhochtöner, die den Schall in verschiedene Richtungen lenken. Den Sound-Projektor gibt es in Hochglanz Schwarz und Hochglanz Weiß.

Außergewöhnliches Konzept: Mittig sitzen hinter einer Lochblende acht Mittelhochtöner, die den Schall in verschiedene Richtungen lenken. Den Sound-Projektor gibt es in Hochglanz Schwarz und Hochglanz Weiß.

Yamaha_YSP-1400_Wertung

AV-Fazit

75 gut

Das Sound-Bar-Konzept von Yamaha überzeugt uns mit seinem druckvollen und vor allem räumlichen Sound, den herkömmliche Sound-Bars nicht erreichen. Da verzeiht man die
etwas unpräzise Stereodarstellung und leichten Verfärbungen gerne.

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