Samsung UE55KS9090 (Test)

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Samsung läutet den Start der neuen 2016er-SUHD-Fernseher nicht nur mit modernsten Technologien inklusive Ultra-HD-Premium-Unterstützung und einer vereinfachten Bedienung ein, sondern auch mit einem aufgefrischten, stylishen Äußeren. Den Anfang macht der UE55KS9090.

Ausstattung und Praxis

Samsung_UE55KS9090_PCEgal, aus welchem Winkel man ihn betrachtet: Der KS 9090 präsentiert sich minimalistisch und modern – vorne begeistert er mit einem dünnen, silbergrau ummantelten Rahmen, seitlich stechen der schlanke wie gebogene Bildschirm (Radius: 4,2 Meter) ins Auge und die aufgeräumte Rückseite erlaubt eine freie Aufstellung im Raum. Jedoch hätte man das Anschlussfeld (CI+, USB, Ethernet, Service, One Connect) etwas unauffälliger platzieren oder zumindest eine Kabelführung à la Sony spendieren  können. Der Standfuß erinnert an einen Galgen, wobei der Fernseher dank des langen, filigranen Arms fast zu schweben scheint. Gewinde für eine optionale Vesa-Wandhalterung sind vorhanden (400 x 400 Millimeter).

Da war es nur noch eine: Lagen den bisherigen Samsung-TVs immer zwei Fernbedienungen bei, werden die 2016er-Modelle einzig über die neue, minimalistische „Premium Smart Remote“ gesteuert. Sie lässt aber wichtige Direkttasten und einen Ziffernblock vermissen.

Da war es nur noch eine: Lagen den bisherigen Samsung-TVs immer zwei Fernbedienungen bei, werden die 2016er-Modelle einzig über die neue, minimalistische „Premium Smart Remote“ gesteuert. Sie lässt aber wichtige Direkttasten und einen Ziffernblock vermissen.

Wie bei den Spitzenmodellen der Südkoreaner üblich, wurden die AV-Schnittstellen in die One-Connect-Box ausgelagert. Zusätzlich befinden sich dort der Twin-Tuner sowie zwei USB-Ports. Ihr niedriges Gewicht von 200 Gramm und die geringe Wärmeentwicklung im Betrieb lassen aber darauf schließen, dass die Signalverarbeitung im TV-Gerät erfolgt. Als Eckdaten nennt der Hersteller unter anderem den im Vergleich zum Vorgänger JS 9090 (Test in audiovision 6-2015) von 2.000 auf 2.400 gesteigerten „Picture Quality Index“ sowie die altbekannten Bildoptimierungsschaltungen „Peak Illuminator Pro“, „Precision Black“ und „Auto Depth Enhancer“. Diese versprechen eine stärkere Leuchtkraft, eine bessere Differenzierung dunkler Bereiche, ein brillantes Schwarz sowie eine höhere Bildtiefe. Dem Edge-LED-Backlight steht eine Local-Dimming-Schaltung zur Seite

Das Display basiert nach wie vor auf der Quantum-Dot- beziehungsweise SUHD-Technologie und kann größere Farbräume darstellen. Unter dem Strich erfüllt der KS 9090 als erster Samsung-TV die „Ultra HD Premium“-Spezifikationen; dazu gehören die Ansteuerung des Panels mit mindestens 10-Bit sowie ein Schwarzwert von maximal 0,05 Candela. Bislang durfte sich nur der in audiovision 3-2016 getestete Panasonic TX-65DXW904 mit dem Logo schmücken.

Samsung_UE55KS9090_Ideal

Die Tonwiedergabe übernimmt das 60 Watt starke 4.1-Boxensystem. Dieses holt aus dem im unteren Bereich vier bis fünf Zentimeter dicken Gehäuse eine eindrucksvolle Dynamik und einen satten Brustton heraus, obgleich bei höherer Lautstärke leichte Verzerrungen auftreten. Eine Kopfhörerbuchse gibt es nicht, jedoch unterstützt das Gerät die Funkübertragung via Bluetooth.

Gürtellinie: Der Standfuß reicht etwa bis zur Mitte der TV-Rückseite, wo eine silberfarbene Kunststoffleiste das Design fortsetzt. Das Anschlussfeld lässt sich abdecken.

Gürtellinie: Der Standfuß reicht etwa bis zur Mitte der TV-Rückseite, wo eine silberfarbene Kunststoffleiste das Design fortsetzt. Das Anschlussfeld lässt sich abdecken.

Einfach drauf los: Auf Knopfdruck blendet der KS 9090 im Tuner-Betrieb eine Programminfo ein, über welche sich die Sendung auch direkt aufnehmen oder pausieren lässt.

Einfach drauf los: Auf Knopfdruck blendet der KS 9090 im Tuner-Betrieb eine Programminfo ein, über welche sich die Sendung auch direkt aufnehmen oder pausieren lässt.

Perfekt vernetzt: Wer Haushaltsgeräte von Samsung wie eine Waschmaschine oder einen Staubsaugerroboter besitzt, kann diese über die „Smart Home“-App steuern.

Perfekt vernetzt: Wer Haushaltsgeräte von Samsung wie eine Waschmaschine oder einen Staubsaugerroboter besitzt, kann diese über die „Smart Home“-App steuern.

Für jedermann verständlich: Im Anschlussplan erklärt Samsung Schritt für Schritt, wie man zum Beispiel eine Spielekonsole korrekt mit dem Fernseher verbindet.

Für jedermann verständlich: Im Anschlussplan erklärt Samsung Schritt für Schritt, wie man zum Beispiel eine Spielekonsole korrekt mit dem Fernseher verbindet.

­Die größten Änderungen im Rahmen der Modellpflege hat vermutlich die Fernbedienung beziehungsweise das Bedienkonzept allgemein erfahren. Samsung ersetzt die bisherige Smart Remote nämlich durch ein neues, besonders kompaktes Modell mit gerade einmal elf Tasten. Dank der durchdachten Mehrfachbelegung gelingt die Navigation nach kurzer Eingewöhnung recht einfach: Mit einem Druck auf „123“ blendet das TV-Gerät ein (virtuelles) Ziffernfeld ein, während die „Extra“- und Play/Pause-Taste auf weitere Funktionen verzweigen. Zudem sind der Lautstärkeregler sowie die Senderumschaltung als Drei-Wege-Wippen konzipiert. Über diese kann man auch den Ton stummschalten oder den elek­tronischen Programmführer aufrufen. Bis auf das Ein/Aus-Signal werden alle Befehle via Bluetooth übermittelt, so dass keine direkte Sichtverbindung nötig ist. Ein paar Direkttasten hätten dennoch nicht geschadet. Zudem fiel der Bewegungssensor dem Rotstift zum Opfer.

Auch das Tizen-Betriebssystem erhielt eine Frischzellenkur. Die neue Benutzeroberfläche präsentiert sich moderner, jedoch nicht unbedingt optimal strukturiert. Zwar sind die Smart-TV-Apps ohne Umwege erreichbar, dafür muss man aber zehnmal klicken, nur um in das Gerätemenü zu gelangen. Dort stehen unter anderem alle wichtigen Bild- und Tonregler zur Verfügung. Für eine weitgehend flüssige Navigation sorgt der Quad-Core-Prozessor. Einzig der Aufbau der Vorschaubilder im Mediaplayer dauert eine kurze Zeit, worüber die umfassende Formatunterstützung hinwegtröstet.

Farbenfroher und moderner: Die neue Tizen-Version wirkt optisch ansprechend. Der Bedienfluss hat sich mit der neuen Fernbedienung nicht wirklich verbessert.

Farbenfroher und moderner: Die neue Tizen-Version wirkt optisch ansprechend. Der Bedienfluss hat sich mit der neuen Fernbedienung nicht wirklich verbessert.

Mehrfach belegt: Die verschiedenen Funktionen der Lautstärke- und Programmwippe werden in einer Info­einblendung am oberen Bildschirmrand kurz erklärt.

Mehrfach belegt: Die verschiedenen Funktionen der Lautstärke- und Programmwippe werden in einer Info­einblendung am oberen Bildschirmrand kurz erklärt.

Universalfernbedienung: Auserwählte Quellen wie etwa die Xbox erkennt der UE 55 KS 9090 automatisch und ermöglicht deren Steuerung über die Smart Remote.

Universalfernbedienung: Auserwählte Quellen wie etwa die Xbox erkennt der UE 55 KS 9090 automatisch und ermöglicht deren Steuerung über die Smart Remote.

Bildqualität

Nicht nur beim Design des TV-Geräts und der Fernbedienung, auch bei den Bildmodi folgt Samsung dem Motto „Weniger ist mehr“: Zur Auswahl stehen bloß vier Stück, was in der Praxis vollkommen ausreicht. Als bestes Preset geht wieder einmal „Film“ hervor. Lob verdienen hier vor allem die sauberen und mit rund 6.300 Kelvin angenehm warm abgestimmten Farben, obgleich mittlere Blau- sowie dunkle Hauttöne leicht aus der Reihe tanzen. In der Farbraum-Einstellung „Nativ“ wird das Spektrum deutlich in Richtung Rot und Grün erweitert. Diese ist bei den übrigen drei Bildmodi (Dynamisch, Standard, Natürlich) bereits ab Werk aktiv, allerdings liegt deren Farbtemperatur jenseits der viel zu kühlen 10.000-Kelvin-Grenze. Leider schrumpft der Farbraum aus seitlicher Perspektive zusammen; hinzu kommen Farbverschiebungen.

Ganz schön klein geworden: Die One-Connect-Box kommt im Mini-Format daher, beherbergt aber alle AV-Anschlüsse samt Twin-Tuner. Verbunden wird sie über ein 1,8 Meter langes Spiezialkabel.

Ganz schön klein geworden: Die One-Connect-Box kommt im Mini-Format daher, beherbergt aber alle AV-Anschlüsse samt Twin-Tuner. Verbunden wird sie über ein 1,8 Meter langes Spiezialkabel.

Integrierter Virenschutz: Im Setup-Menü stellt der KS 9090 Experteneinstellungen zur Verfügung, über die man den Fernseher auf schädliche Software überprüfen kann.

Integrierter Virenschutz: Im Setup-Menü stellt der KS 9090 Experteneinstellungen zur Verfügung, über die man den Fernseher auf schädliche Software überprüfen kann.

Ab einem Blickwinkel von etwa 40 Grad flauen die Farben sichtbar ab; Weiß zeigt einen leichten Braunstich. Ferner verliert der KS 9090 fast drei Viertel des Kontrasts.

Ab einem Blickwinkel von etwa 40 Grad flauen die Farben sichtbar ab; Weiß zeigt einen leichten Braunstich. Ferner verliert der KS 9090 fast drei Viertel des Kontrasts.

Ebenso hängen die Helligkeit und der Kontrast vom Blickwinkel ab, wobei Samsungs Top-55-Zöller mit bis zu 1.246 Candela beziehungsweise einem ANSI-Verhältnis von 1.776 ausreichende Reserven besitzt. Diese extreme Leuchtdichte erzielt er jedoch einzig im Zehn-Prozent-Weißfeld und mithilfe der Smart-LED-Schaltung auf „Hoch“; auf Stufe „Gering“ oder im vollflächigen Weiß geht die Ausbeute auf 580 Candela zurück. Nichtsdestotrotz setzt sich der UE 55 KS 9090 sogar in sonnigen Räumen durch. Möglich macht das die spezielle Display-Beschichtung mit „mikroskopisch kleinen Kegeln“ (Mottenaugen-Struktur), welche das auftreffende Licht zerstreuen und so Spiegelungen reduzieren. Daraus resultiert auch ein guter Schwarzwert von 0,0365 Candela, wobei der Panasonic TX-58 DXW 904 noch tiefer geht – allerdings kostet das gute Stück auch fast 50 Prozent mehr. Ungeachtet dessen kommen etwa die dunklen Weltraum-Szenen aus „Gravity“ hervorragend zur Geltung, ohne dass die Sterne absaufen. Die Ausleuchtung gelingt bis auf minimale Aufhellungen in der Mitte sehr gleichmäßig.

Entlang feiner bewegter Konturen treten ab Werk leichte Artefakte auf, was sich aber im „Auto Motion Plus“-Menü korrigieren lässt: Stellt man die Unschärfeminderung auf „10“ und die Judder-Minderung auf „0“, werden Motive knackscharf durchgezeichnet; der 24p-Look in Kinofilmen bleibt dabei erhalten. Der Spezialmodus „Sport“ ist aufgrund des extremen Blaustichs nicht zu empfehlen.

2.800 Euro: Der UE 55 KS 9090 ist in diesem Größenbereich das Top-Modell von Samsung. Er hat drei Brüder mit 49, 65 und 78 Zoll Bilddiagonale. Eine vollflächige LED-Hintergrundbeleuchtung gibt es erst in der teureren KS9590-Serie.

2.800 Euro: Der UE55KS9090 ist in diesem Größenbereich das Top-Modell von Samsung. Er hat drei Brüder mit 49, 65 und 78 Zoll Bilddiagonale. Eine vollflächige LED-Hintergrundbeleuchtung gibt es erst in der teureren KS9590-Serie.

Samsung_UE55KS9090_Wertung

AuVi_AWARD-Highlight

Stromsparer-2016

Der Testbericht Samsung UE 55 KS 9090 (Gesamtwertung: 83, Preis/UVP: 2800 Euro) ist in audiovision Ausgabe 5-2016 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

83 sehr gut

Samsung heftet sich mit dem UE 55 KS 9090 dicht an Panasonics Fersen, verliert bei Maximalhelligkeit, Schwarzwert und Hellraumkontrast aber wertvolle Punkte. Dafür kostet der Südkoreaner ganze 1.200 Euro weniger, was ihn für sparsame Cineasten deutlich interessanter macht.

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