Blu-ray-Test: Everest

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everest„Bitte nicht schauspielern“ – im Making-of der Leinwand-Adaption des Bergsteigerdramas  verrät Regisseur Baltasar Kormákur seine wichtigste Anweisung während des strapaziösen Drehs. Das dürfte den Akteuren nicht allzuschwer gefallen sein, denn ein Teil der Aufnahmen fand am Fuß des Mount Everest auf rund 4.900 Höhenmetern statt und forderte den Akteuren körperlich einiges ab. So litt Josh Brolin unter Symptonen der Höhenkrankheit wie Atemnot und Verwirrung.

Für noch mehr Glaubwürdigkeit sorgte die in „Das Streben nach Echtheit“ gezeigte Mitarbeit von Überlebenden der echten Katastrophe. Unglaublich: Beck Weathers gibt hier zu Protokoll, den Trip jederzeit wieder zu machen – trotz des Verlustes beider Hände und seiner Nase aufgrund von Erfrierungen.

1996 ist Weathers (Josh Brolin) einer von mehreren Hobby-Kletterern, die sich für viel Geld vom erfahrenen Bergsteiger Rob Hall (Jason Clarke) auf den Gipfel des Mount Everest führen lassen. Doch ein Gewitter und technische Probleme machen aus dem vermeintlichen Touri-Trip einen Überlebenskampf. Fast noch imposanter als die auf Wunsch dreidimensionale Berglandschaft ist die Dolby-Atmos-Klangkulisse, die in den Extras leider nicht behandelt wird. Die visuelle Komponente greift hingegen der Beitrag „Ein Berg an Arbeit“ auf: Dort erfährt man unter anderem, dass viele Außenaufnahmen im Südtiroler Schnalstal entstanden und die dramatischen Szenen am Gipfel auf der legendären Bond-Soundstage in Pinewood gedreht wurden. Hier sieht das Eis mitunter leider auch etwas nach Plastik aus. sg

Film: Audiovisuell überwältigende und hochkarätig besetzte Verfilmung der Mount-Everest-Gipfel-tragödie von 1996. 

Bild 2D: Die eindrucksvollen Gletscher-Panoramen gibt der Cinemascope-Transfer mit feiner Schärfe und Auflösung wieder. Die Feinzeichnung der Berg-steiger-Ausrüstung überzeugt selbst im dichten Schneetreiben. 

Bild 3D: Die 3D-Konvertierung liefert eine atemberaubende Tiefenwirkung der gewaltigen Bergkulisse, die für Schwindelgefühle sorgen kann. Die nicht immer ganz natürliche Anmutung mit leichten Abstufungseffekten (11:58) kostet die Höchstwertung.

Ton: Die Atmos-Abmischung versetzt den Zuschauer mitten in die wütenden Naturgewalten, die einhüllende Geräuschkulisse sowie der majestätische Score klingen schlicht spektakulär. Als in der zweiten Filmhälfte eine Gewitterfront aufzieht (76:10), bricht auch akustisch ein Weltuntergang los: Der Schneesturm fegt so realistisch und druckvoll durchs Heimkino, dass man sich auf dem Sofa zusammenkauert.

Extras: Audiokommentar, Making-of (10:59), „Klettern lernen“ (4:42), „Ein Berg an Arbeit“ (5:13), „Die wahre Geschichte“ (6:47), Ultraviolet-Kopie.

Die Wertung 
Film 4 von 6 Punkten
Bildqualität 2D 5 von 6 Punkten
Bildqualität 3D 5 von 6 Punkten
Tonqualität 6 von 6 Punkten
Bonusmaterial 3 von 6 Punkten
Die technischen Daten
Anbieter Universal
Bildformat 2,40:1 (1080/24p)
Ton Deutsch Dolby Digital Plus 7.1 / Atmos
Ton Englisch Dolby TrueHD 7.1 / Atmos
Untertitel deutsch, englisch

 

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