Philips 55 PUS 9109 (Test)

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Wem das ausschließlich in 65 Zoll erhältliche Philips-Flaggschiff PUS 9809 (audiovision 4-2014) zu wuchtig ist, sollte einen Blick auf den kleineren 55 PUS 9109 mit 139 Zentimetern Bilddiagonale sowie ähnlich üppiger Ausstattung inklusive Ambilight und Android werfen.

Ausstattung und Praxis

philips-pcOptisch setzt der 9100er noch stärker auf moderne, beinahe futuristische Linien als sein großer Bruder. Das 55-Zoll-Display thront auf einem schwungvollen Standsockel, der aber aus ungewöhnlich vielen zu verschraubenden Einzelteilen besteht. Die balkonartige Empore am unteren Gehäuserahmen entpuppt sich dabei als besonders pfiffiges Design-Element: Sie dient nicht nur als Träger für den Markennamen, sondern beherbergt zudem eine Kamera, die beim Öffnen der Skype-App oder der „Distance Adaptive Sharpness“-Schärfeanpassung elektrisch herausfährt (siehe Bild unten) und bei Nichtgebrauch wieder im Gerät verschwindet.

Kuck mal, wer da sitzt: Per „Distance Adaptive Sharpness“ ermittelt die Kamera die Entfernung zum Zuschauer, eine Schärfeverbesserung beim Bild konnten wir allerdings nicht feststellen.

Kuck mal, wer da sitzt: Per „Distance Adaptive Sharpness“ ermittelt die Kamera die Entfernung zum Zuschauer, eine Schärfeverbesserung beim Bild konnten wir allerdings nicht feststellen.

Das Innenleben ist bis auf die Edge- statt Full-LED-Hintergrundbeleuchtung mit „Micro Dimming Pro“ sowie die 200 Hertz niedrigere „Perfect Motion Rate“ identisch mit dem des 65 PUS 9809. So verfügt das kleinere Modell ebenfalls über die „Perfect Pixel Ultra HD“-Engine, einen Twin-Tuner samt DVB-T2, Multiview und zwei CI+ Einschüben sowie den Hex-Core-Prozessor. Diese Recheneinheit sorgt im Zusammenspiel mit dem Android-Betriebssystem für eine flüssige Bedienung, wenn auch die verschachtelten Menüs nach wie vor eine gewisse Eingewöhnung erfordern. Umso schneller lernt man die QWERTY-Tastatur auf der Rückseite der Fernbedienung zu schätzen, gelingen dank ihr selbst längere Texteingaben relativ komfortabel. Angesichts der schier unzähligen Apps im Google Play Store kommen Smart-TV-Freunde voll auf ihre Kosten. Der interne Mediaplayer kommt mit allen wichtigen Videodateien zurecht, verweigert aber 4K-Clips, weshalb Käufer den externen Zuspieler UHD 880 bis zum 30. Juni kostenlos anfordern sollten (www.philips.de/uhd880).

philips-ideal

Klingen die zwei Breitband-Lautsprecher alleine recht flach, erhöht der mitgelieferte Funk-Subwoofer den Druck merklich. Nichtsdestotrotz neigt das Audiosystem zu Intermodulations-Verzerrungen.

Tipptopp: Die rückseitige QWERTY-Tastatur der Philips-Fernbedienung gestattet eine besonders einfache Texteingabe. Zudem sind ein Mikrofon und ein Bewegungssensor an Bord.

Tipptopp: Die rückseitige QWERTY-Tastatur der Philips-Fernbedienung gestattet eine besonders einfache Texteingabe. Zudem sind ein Mikrofon und ein Bewegungssensor an Bord.

Bildqualität

Die gute Nachricht vorab: Ungeachtet der Einsparungen hinsichtlich des Backlights liegt der 55 PUS 9109 in puncto Kontrast auf Augenhöhe mit dem Flaggschiff, schwächelt im Direktvergleich jedoch bei der Differenzierung dunkler Bildbereiche. Das lichtdurchflutete Wohnzimmer stellt ihn insofern vor eine Herausforderung, als der Hellraumkon-trast trotz einer Leuchtkraft von 360 Candela pro Quadratmeter auf 518:1 beschränkt ist. Erfreulich finden wir, dass sich Philips langsam an die optimale Farbtemperatur herantastet: Mit rund 6.100 Kelvin erzeugt das am neutralsten abgestimmte Preset „isf Tag“ ein angenehm warmes Bild, das obendrein durch geringe Delta-E-Abweichungen besticht. Zur Feinjustage muss man das isf-Menü mittels Zahlencode „473473“ freischalten. Bei bewegten 24p-Bildern mit vielen Details zeigt der Philips gleich zwei Probleme: Zum einen flimmern besonders fein aufgelöste Strukturen gelegentlich, zum anderen ergeben sich bei ausgeschalteter Bewegungsglättung leichte, unregelmäßige Ruckler.

Im dunkelgrauen Kasten auf der Rückseite steckt die gesamte Technik des Philips PUS 9109, darunter auch das Ambilight und die „Ambi wOOx“-Breitband-Lautsprecher.

Im dunkelgrauen Kasten auf der Rückseite steckt die gesamte Technik des Philips PUS 9109, darunter auch das Ambilight und die „Ambi wOOx“-Breitband-Lautsprecher.

Im 3D-Betrieb macht der 55-Zöller eine tolle Figur. Lob verdienen vor allem seine naturgetreuen Farben, das geringe Übersprechen sowie die saubere Tiefenstaffelung.

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2.500 Euro: Der Philips 55 PUS 9109 markiert die obere Preisgrenze des Testfelds, bietet dafür auch die beste Ausstattung mit dem beliebten Ambilight auf allen vier Seiten. Das Display selbst ist nur anderthalb Zentimeter dick.

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Der Testbericht Philips 55 PUS 9109 (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 2500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 5-2015 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

80 sehr gut

Der neue Philips 55 PUS 9109 sorgt nicht nur hinter seinem Rücken dank des vierseitigen Ambilights für ein prächtiges Lichtspiel, sondern beeindruckt auch das Publikum mit einem ausgewogenen Bild sowie toller Smart-TV-Funktionalität. Nur in Sachen Blickwinkel und 4K-Wiedergabe schwächelt er.

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