Samsung HW-J8500 (Test)

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Mit gebogenen Fernsehern, sogenannten Curved-TVs, setzte Samsung 2013 einen Design-Trend, dem mittlerweile fast alle Hersteller folgen. Im Gegensatz zu den TV-Mitbewerbern haben die Koreaner auch die passenden Curved-Soundbars im Programm. Ihr größter Klangriegel ist die 950 Euro teure HW-J8500, die sich in den Fuß der 65 und 78 Zoll großen Curved-TVs der aktuellen 8er- und 9er-Serie integrieren lässt. Krümmung und Materialien wurden so gewählt, dass Soundbar und Fernseher wie eine Einheit wirken. Das ist clever wie stylisch.

Extravagante Kurven

Die Klangleiste lässt sich natürlich auch mit anderen TVs verwenden. Dank ihrer flachen Bauart verdeckt sie nicht das Bild, jedoch sollte das TV-Möbel mindestens 145 Zentimeter breit sein. Eine Wandmontage ist bei der HW-J8500 nämlich nicht vorgesehen. Die in Anthrazit oder Silber schimmernde Aluminium-Oberfläche wirkt edel. Auch der zugehörige Subwoofer im Desktoprechner-Format glänzt, die Oberfläche dürfte nach unserem Klopftest zu urteilen aber aus Kunststoff sein. 

In Sachen Anschlüsse lässt die Samsung-Kombi mit zweimal HDMI sowie analogem und digitalem Audioeingang keine Wünsche offen; Musik vom Smartphone oder Laptop nimmt sie per WLAN, LAN, Bluetooth und USB entgegen. Mit acht unterstützten Dateiformaten steht ihr USB-Musikplayer denen von AV-Receivern nicht nach. 

Das gut bestückte Anschlussfeld sitzt in einer Aussparung, so dass die Kabel nicht abknicken.

Das gut bestückte Anschlussfeld sitzt in einer
Aussparung, so dass die Kabel nicht abknicken.

In Sachen Alltagstauglichkeit gibt es dank der narrensicheren Fernbedienung und dem großen, sich automatisch abschaltenden Display nichts zu kritisieren. Besonderes Lob verdienen die mitgelieferten Kabel und die Steuermöglichkeit per App (siehe Kasten „Musik im ganzen Haus“). Einziges Manko ist der trotz abgeschalteter Bluetooth-/WLAN-Funktionen hohe Standby-Verbrauch von knapp sieben Watt, der jährliche Stromkosten von rund 20 Euro verursacht. 

Überraschend starker Bass

„9.1-Kanal Surround Sound“ und „350 Watt Verstärkerleistung“ verheißen satten Sound – und den liefert die HW-J8500 auch: Die mit einem 20-Zentimeter großen Chassis und Reflexport bestückte Basskiste legt in den Actionszenen von „Iron Man“ einen erstaunlich druckvollen Auftritt hin. Bis zu 104 Dezibel laut spielt sie auf und leistet sich dabei keinerlei Rappelgeräusche. Nur leichte Tiefbass-Defizite fallen bei extremen Pegeln auf, während bei moderaten Lautstärken mit einem Übertragungsbereich ab etwa 45 Hertz ein volles Klangfundament entsteht. Der Übergang zwischen Sub und Soundbar gelingt nahtlos, sofern der Woofer in der Nähe zur Soundbar platziert wird.

Die klangliche Abstimmung ist Samsung gut gelungen – Stimmen klingen kräftig, aber nicht brummig. Die Sprachverständlichkeit ist sowohl frontal als auch seitlich und leicht ober- bzw. unterhalb der Soundbar einwandfrei. Neben dem kräftigen Bass und sauberen Sprachklang gefällt uns die Räumlichkeit: Dank ihrer großen Breite kommen Stereoeffekte gut zur Geltung, zudem simuliert die zuschaltbare Surround-Schaltung bei Dolby Digital- und DTS-Soundtracks hintere Lautsprecher ordentlich. Bei leiser Wiedergabe sorgt der „Night-Modus“ für eine reduzierte Dynamik.

Die US-Firma Sonos hat es vorgemacht: Sie kombinierte Aktiv-Lautsprecher mit Netzwerk-Empfängern, die über das Smartphone oder Tablet gesteuert werden können. So lässt sich die Musik an Boxen im ganzen Haus senden. Auch Samsung bietet verschiedene Mehrraum-kompatible Produkte an, darunter diese Soundbar. Gesteuert wird sie mit der „Wireless Audio Multiroom App 2.0“, die es für iOS- und Android-Smartphones gibt.

Die App ermöglicht das Abspielen von auf dem Telefon bzw. Tablet gespeicherten Musikstücken. Hier überzeugt die hübsche Darstellung der Albumbilder, nur einen Suchlauf für lange Stücke vermissen wir. Auch kann man auf das Internet-Radio TuneIn sowie neun kostenpflichtige Streaming-Dienste (u.a. Spotify, Deezer) zugreifen. Pfiffig: Verschiedene Samsung-Speaker lassen sich mit der App zu Surround-Sets kombinieren – die Soundbar gibt dann etwa die Frontkanäle wieder, während für die Rears Funkboxen vom Typ M5 oder M7 zuständig sind.

Die Streaming-App ist hübsch aufgemacht und lässt sich kinderleicht bedienen.

Die Streaming-App ist hübsch aufgemacht und lässt sich kinderleicht bedienen.

Mit Musik hinterlässt der Klangstrahler einen guten, aber nicht wie bei Film sehr guten Eindruck: Rauscharmut, satte Dynamik, erwachsene Bässe, eine breite Bühne sowie eine im mittleren Frequenzbereich ausgewogene Tonalität sind die Stärken. Lob verdient zudem der 7-Band-EQ, mit dem man den Sound anpassen kann. In Sachen Feinzeichnung, Auflösung und Brillanz haben jedoch Soundbars von Boxenherstellern wie Dalis Kubik One (audiovision 1-2015) oder Focals Dimension (audiovision 9-2014) die Nase vorn. Die Höhen der Samsung-Soundbar wirken speziell bei gehobenen Lautstärken etwas harsch, weshalb sie knapp an einem „sehr gut“ vorbeischrammt.  (fg)

Samsung_HW-J8500

Die 145 Zentimeter breite, mit einem Krümmungsradius von 4,2 Metern versehene Soundbar ist maßgeschneidert für Samsungs 65 und 78 Zoll große Curved-TVs der Serien 8 und 9. Als HW-J8501 ist sie auch in Silber erhältlich. Der kabellose Aktiv-Subwoofer erinnert mit seinem Metallic-Design fast an einen edlen Desktop-PC.

samsung-wertung

Der Testbericht Samsung HW-J8500 (Gesamtwertung: , Preis/UVP: 950 Euro) ist in audiovision Ausgabe 6-2015 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

gut

Neben ihrem einzigartigen Curved-Design punktet Samsungs Soundbar mit pegelfesten Bässen und reichhaltiger Ausstattung. Der perfekte Partner für gebogene Fernseher.

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