Libratone Diva (Test)

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Wer sagt, dass Soundbars nüchtern-technisch aussehen müssen? Wie es anders geht, zeigt der 2009 gegründete Hersteller Libratone, der sich auf Aktiv-Lautsprecher spezialisiert hat.

Aktuell hat die dänische Firma mit Sitz in Skive sieben Soundsysteme im Angebot. Optisch stechen ihre 300 bis 1.200 Euro teuren Boxen vor allem durch rundliche Formen und abnehmbare Bezüge aus Wollfilz hervor. Mit 800 Euro gehört ihre Soundbar Diva zu den teuersten am Markt und konkurriert mit der ebenfalls aus Dänemark stammenden Dali Kubik One (Test in Ausgabe 1-2015).

Mit ihrer extravaganten Optik soll die Diva nicht nur beim Klang, sondern auch beim Design Akzente setzen.

Mit ihrer extravaganten Optik soll die Diva nicht nur beim Klang, sondern auch beim Design Akzente setzen.

Ausgefallene Optik

Ab Werk steckt Libratones Operngöttin in einem pfefferschwarzen Kleid. Wer sich auf der Webseite des Herstellers registriert, darf sich eine weitere Hülle gratis aussuchen, die sonst 79 Euro kostet – 14 Farben stehen zur Auswahl.

Soundbar einmal anders: Der Klangriegel aus Dänemark zieht dank plüschigem Woll-Design die Blicke auf sich. Der abnehmbare Bezug ist in 14 Farben erhältlich.

Mit knapp einem Meter Breite und 16 Zentimetern Höhe ist die Diva vergleichsweise groß und verdeckt bei der Platzierung auf einem Sideboard unter Umständen einen Teil des Fernsehers. Wie gut, dass eine Wandhalterung beiliegt. Das ausgefallene Design ist ein Hingucker, Details wie ein gewebeummanteltes Netzkabel unterstreichen die hochwertige Verarbeitung. Die Anschlüsse sind aller­dings zu weit unten platziert, wodurch dickere Kabel gequetscht werden. Positiv fallen die vielen Vernetzungsmöglichkeiten per WLAN, AirPlay, DLNA sowie Bluetooth mit NFC und aptX-Unterstützung auf. Zwischen den Eingängen schaltet die Soundbar automatisch um. Der optische Eingang verarbeitet hochauflösenden PCM-Ton mit 96 Kilohertz und 24 Bit, nicht aber Dolby Digital und DTS.

Libratone verzichtet auf eine eigene Fernbedienung. Der Kunde soll den Klangriegel ent­weder direkt über eine Smartphone-App (für Apple- und Android-Geräte) steuern oder mittels derselben App der TV-Fernbedienung die entsprechenden Steuerungsfunktionen beibringen. Letzteres funktionierte bei unserem Testaufbau allerdings nicht zuverlässig. Windows-Phone- und Blackberry-Nutzer (oder Leute ohne Smartphone) müssen die Lautstärke an der Soundbar einstellen und auf eine Klangregelung ganz verzichten. Für dieses selektive Bedien­konzept gibt es von uns nur ein „befrie­digend“. Zudem liegt der Diva nur eine englischsprachige Kurzanleitung bei.

Suboptimale Platzierung: Die Anschlussbuchsen (USB, Optik, Miniklinke) sind so weit unten angebracht, dass dickere Stecker bei der Platzierung auf einem Sideboard abknicken.

Suboptimale Platzierung: Die Anschlussbuchsen (USB, Optik, Miniklinke) sind so weit unten angebracht, dass dickere Stecker bei der Platzierung auf einem Sideboard abknicken.

Erstklassiger Sound

Wir waren skeptisch, ob unter dem flauschigen Bezug nicht die klangliche Durchzeichnung leidet, doch der Hörtest belehrte uns schnell eines Besseren: Die Diva zeichnet Obertöne derart feinauf­lösend durch, wie man es nur von einem hochwertigen Studiomonitor erwarten würde. Der Grund liegt in den zwei 1 Zoll großen Bändchen-Hoch­tönern, die mit ihrer relativ großen Oberfläche bei minimalem Gewicht selbst lauten Impulsen klar und verzerrungsarm folgen. Die bei dynamischem Filmton fast schon zu forschen Höhen lassen sich mit den Klangreglern in der App optimal entschärfen. Die zwei 3 Zoll großen Konus-Mitteltöner sorgen für einen verfärbungsarmen Grundsound und spielen gut mit dem mittig platzierten 5-Zoll-Tieftöner zusammen. Nur bei Abständen von unter einem Meter fällt auf, dass der Bass- und Grundtonbereich monophon tönt.

Die Bässe erklingen sonor, trocken und reichen bis etwa 50 Hertz. Rappelgeräusche des Kunststofffgehäuses treten erst beim Erreichen des maximalen Basspegels von rund 84 Dezibel in den Vordergrund. Der per DSP verbreiterte Raumklang überzeugt durch einen natürlichen, nicht zu diffusen Klang, auch wenn bei Filmen kein Surround-Feeling aufkommt. Alles in allem überzeugt die Diva durch einen perfekt ausgewogenen Klang.

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Der Testbericht Libratone Diva (Gesamtwertung: , Preis/UVP: 800 Euro) ist in audiovision Ausgabe 5-2015 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

Sehr gut

Die Libratone-Soundbar macht ihrem Namen alle Ehre: Sie klingt fantastisch. Doch das Smartphone-Bedienkonzept sollten die Dänen überdenken.
Florian Goisl

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