Panasonic DMP-BDT 374 (Test)

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So schnell war Panasonic noch nie. Bereits Mitte Februar traf mit dem 150 Euro teuren DMP-BDT 374 ein Blu-ray-Player des aktuellen Jahrgangs in unserem Testlabor ein. Der im März bei uns auf den Markt kommende Scheibendreher ist nicht nur zehn Euro günstiger als sein Vorgänger DMP-BDT 364 (Test in audiovision 10-2014), sondern auch schneller in der Navigation. Doch da hören die Vorzüge nicht auf.    

Ausstattung und Bedienung

panasonic-pcEin Metallgehäuse oder XXL-Display darf man in dieser Preisklasse freilich nicht erwarten, trotzdem fasst sich die strukturierte Kunststoff-Oberfläche angenehm an. Die Klappe an der Front sorgt für eine schöne Optik, da sie die Disc-Lade und beide USB-Anschlüsse verdeckt. Zugleich verdunkelt sie das dimmbare, fünfstellige Display, so dass es im düsteren Heimkino nicht stört. Die auf der Oberseite angebrachten Tasten für Auswurf, Stop, Play und An/Aus lassen sich gut erreichen, wenn der Player frei steht. Im Rack stören sie dagegen, hier fällt zudem auf, dass der BDT 374 rund zwei Zentimeter schmäler als ein typischer AV-Receiver ist.

Die 4K-Ausgabe ist im 24p-Menü zu finden. Sie lässt sich nur schalten, wenn der TV die Auflösung bestätigt.

Die 4K-Ausgabe ist im 24p-Menü zu finden. Sie lässt sich nur schalten, wenn der TV die Auflösung bestätigt.

Erfreulich wie bemerkenswert ist die im Vergleich zum Vorgänger flottere Gangart: Der BDT 374 startet in 14 statt 25 Sekunden und das Einlesen von Blu-rays dauert im Durchschnitt 19 statt 25 Sekunden, womit er sich mehr Praxis-Punkte sichert. Ungeduldige Naturen können den Schnellstart-Modus nutzen, der den Player auf Kosten eines Standby-Verbrauchs von 5,7 Watt in einer Sekunde aufwachen lässt. Trotz flottem Start und hoher Einlese-/Navigationsgeschwindigkeit, perfekt ist der Neue in Sachen Tempo aber nicht, so dauert das Starten einer App im Internet-Portal bis zu 20 Sekunden.

Wie die meisten neuen Blu-ray-Player verfügt der Panasonic nur über HDMI und einen optischen Ausgang. Immerhin hat er integriertes WLAN und ein abziehbares Netzkabel.

Wie die meisten neuen Blu-ray-Player verfügt der Panasonic nur über HDMI und einen optischen Ausgang. Immerhin hat er integriertes WLAN und ein abziehbares Netzkabel.

Die Fernbedienung lässt sich dank guter Tastengruppierung blind handhaben, sobald man sich an die etwas kleinen und engstehenden Tasten gewöhnt hat. Mit fünfstufiger Vorwärts-Zeitlupe und -Einzelbildweiterschaltung verfügt der Panasonic über die wichtigsten Abspielfunktionen. Unpraktisch ist, dass er erst nach zweimaligem Betätigen der Status-Taste über Kapitel und Spielzeit informiert: Im Idealfall erscheinen die Informationen bei Pause oder Suchlauf von selbst.

Gegenüber der Fernbedienung des Vorgängers fällt die rot-weiße Taste für den Streaming-Dienst Netflix auf. Dafür musste die Taste für das Pop-Up-Menü an die Seite ausweichen.

Gegenüber der Fernbedienung des
Vorgängers fällt die rot-weiße Taste für den Streaming-Dienst Netflix auf. Dafür musste die Taste für das Pop-Up-Menü an die Seite ausweichen.

Multimedia und Internet

Filme, Fotos und Musik kann man dem Blu-ray-Spieler per Miracast, DLNA und WiFi-Direct zuspielen. Der Netzwerk-Zugang erfolgt dabei per Kabel oder WLAN. Leider fiel die Unterstützung für das 5-GHz-WLAN-Band, die der Vorgänger noch hatte, dem Rotstift zum Opfer: Wer auf sie angewiesen ist, weil das 2,4-GHz-WLAN wegen vieler Nachbarn nicht ordentlich funktioniert, muss wohl oder übel zu einem teureren Modell greifen.

Der Mediaplayer spielt viele Dateivarianten mit korrekter Bildrate ab, hübscht Filme und Fotos per Bildregler auf und unterstützt NTFS-formatierte USB-Speicher. Auf unserer Wunschliste stehen nur eine Bildformatumschaltung und mehr Infos zur Datei. Besitzer von UHD-Fernsehern erfreut der Panasonic mit einer Fotodarstellung in echtem 4K (das konnte der Vorgänger nicht). Sinnvollerweise gibt er 2D- und 3D-Fotos automatisch nacheinander wieder, wechselt also nicht zwischen beiden Typen. Details zu den Internet-Extras haben wir im Kasten für Sie zusammengefasst.

Bild- und Tonqualität

Der Panasonic bietet keine 576i-Ausgabe an, was angesichts der hervorragenden Halbbild-Verwebung aber nichts macht: Schon in der Automatik-Einstellung gelingen die meisten Szenen inklusive 1080/50i-Dokumentationen tadellos, während der manuelle Filmmode selbst schwierige DVD-Sequenzen wie im zehnten Kapitel von „Sechs Tage, sieben Nächte“ meistert. Bei 24p-Blu-rays bietet der BDT 374 eine 4K-Skalierung an. Die umschaltbaren Farbcodierungen helfen, wenn der TV oder Projektor nicht mit allen HDMI-Modi klarkommt und zum Beispiel Falschfarben zeigt.

Im Progressiv-Menü kann man unter drei Methoden wählen, wie Zeilensprung-Video verarbeitet wird.

Im Progressiv-Menü kann man unter drei Methoden wählen, wie Zeilensprung-Video verarbeitet wird.

DVDs wie Blu-rays reproduziert der Panasonic mit stimmigen Helligkeits-Verhältnissen, neutralen Farben und in der Grundeinstellung leicht erhöhter Schärfe: Nutzt man die Voreinstellung „Soft“ oder stellt alternativ den Schärfe-Regler auf Stufe -1 statt 0, erscheint aber ein perfekt ausgewogenes Bild – daher gibt es hier keinen Punktabzug. Der Video-Equalizer mit 32 Schritten für die Helligkeits- und Kontrast-Justage gefällt, die teureren Modelle bieten hier aber mehr Optimierungsmöglichkeiten.   

Die Audioqualität überzeugt via HDMI und am optischen Ausgang, auch das Laufwerk ist meist leise. Einzig beim Einlesen mancher Blu-rays macht der lüfterlose Player mit erhöhter Motor-Drehzahl und Positioniergeräuschen der Abtasteinheit auf sich aufmerksam. Falls Bild und Ton auseinanderdriften, wäre ein (manuelles) Lip-Sync-Delay wünschenswert – so ist man auf die Regelung im AV-Receiver angewiesen. (fg)

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Der Testbericht Panasonic DMP-BDT 374 (Gesamtwertung: 86, Preis/UVP: 150 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2015 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

sehr gut

86 Punkte für 150 Euro – das ist mal eine Ansage und uns einen Preistipp wert. Panasonics schneller und gut ausgestatteter BDT 374 legt die 2015er-Messlatte für Einstiegs-Player hoch.

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