Sony BDP-S 7200 (Test)

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Wem das pyramidenähnliche Design des BDP-S 6200 (Test in audiovision 10-2014) nicht zusagt, für den hat Sony den BDP-S 7200 im Programm. Das aus unserer Sicht elegantere Design kostet allerdings 70 Euro Aufpreis. Technisch ist das 270 Euro teure Topmodell aber weitgehend mit dem kleinen Bruder identisch. 

Ausstattung und Bedienung

Statt Pyramiden-Dach und schrägen Wangen setzt Sony wieder auf klassische Optik. Die flache Oberseite ist frei von Tasten, so dass man darauf weitere Komponenten abstellen und den Player im Regal platzieren kann. Wie beim BDP-S 6200 besteht das Gehäuse aber aus einem kratzempfindlichen Kunststoff und das fest montierte Netzkabel misst nur knapp 1,3 Meter. Bis der Player betriebsbereit ist, vergehen vergleichsweise lange 23 Sekunden. Wer nicht so viel Geduld aufbringt, sollte den Schnellstart-Modus nutzen: Der lässt den Stromverbrauch im Bereitschafts-Betrieb zwar auf 5,6 Watt wachsen, dafür startet der Player unverzüglich. Für das Einlesen einer Blu-ray braucht er je nach Scheibe zwischen 16 bis 23 Sekunden, womit der BDP-S 7200 zu den flotteren Playern zählt.

Die Fernbedienung wartet mit einer sinnvollen Tasten-Gruppierung auf, die Tasten sind allerdings ziemlich klein und stehen eng beieinander.

Die Fernbedienung wartet mit einer sinnvollen Tasten-Gruppierung auf, die Tasten sind allerdings ziemlich klein und stehen eng beieinander.

Von der fehlenden Intervall-Wiederholung (A/B-Replay) abgesehen, ist der Sony mit allen Abspiel-Funktionen ausgerüstet: Einzelbilder lassen sich per Pause und Suchlauf-Taste vorwärts und rückwärts ansehen. Zeitlupe und der dreistufige Suchlauf stehen ebenfalls für beide Richtungen zur Verfügung. Betätigt man die Display-Taste, erscheinen diverse Statusdaten zum Film: Neben Auflösung, Bildwiederholrate, Kapitel, Spielzeit und Videocodec informiert der BDP-S 7200 über die Datenraten von Bild und Ton. Infos zum Inhalt steuert Gracenote per Internet bei. Das flott reagierende Menü lässt sich meist komfortabel handhaben.

Bewährt: Das Menü mit waagrecht und senkrecht angeordneten Symbolen lässt sich bequem bedienen.

Bewährt: Das Menü mit waagrecht und senkrecht angeordneten Symbolen lässt sich bequem bedienen.

Einige Einstellregister wie die „4K-Ausgabe“ mit den Auswahloptionen „Aus“, „Auto 1“ und „Auto 2“ sollten für eine intuitive Bedienung aber auch im Menü und nicht nur in der Anleitung erläutert werden. Zudem sind einige Vorein-stellungen nicht Heimkino-konform  gewählt. Zum Beispiel steht die Dynamik-Kompression DRC auf „Auto“ statt „Aus“ und hochauflösenden Blu-ray-Ton gibt es erst, nachdem man die „BD-Audio-MIX-Einstellung“ auf „Aus“ gestellt hat. An der Fernbedienung gefällt uns die sinnvolle Tastenanordnung – nur etwas größer dürften ihre Knöpfe ausfallen.   

Das Anschlussfeld ist um zwei Zentimeter nach innen versetzt, was den Platzbedarf bei der Aufstellung reduziert. Die hintere USB-Buchse (vorne ist auch eine) bietet sich zum Anschluss eines Speicherstifts für BD-Live-Inhalte an.

Das Anschlussfeld ist um zwei Zentimeter nach innen versetzt, was den Platzbedarf bei der Aufstellung reduziert. Die hintere USB-Buchse (vorne ist auch eine) bietet sich zum Anschluss eines Speicherstifts für BD-Live-Inhalte an.

Multimedia und Internet

Videos vom Heimnetzwerk und dem Smartphone nimmt der Sony per DLNA und Miracast in Empfang. Das Internet-Angebot umfasst neben Sonys kostenpflichtigem Video Unlimited viele Gratis-Angebote, darunter die Tagesschau, Sendungen diverser Privatsender und YouTube. Viele Apps sind ins Menü integriert und lassen sich komfortabel bedienen. Der Mediaplayer unterstützt NTFS-formatierte USB-Speicher und versteht sich auf 5.1-Audio, wenn man ihn mit AC3-, DFF- und FLAC-Dateien füttert. Größtes Manko im Multimedia-Betrieb ist die auf 60 Hertz fixierte Videoausgabe, wodurch 50-Hertz-Material stottert.      

Den Weg zur Videothek können sich Käufer des SonyPlayers sparen, sofern man eine Breitband-Internetverbindung sein Eigen nennt. Denn der Blu-ray-Player verfügt neben dem hauseigenen Video-Unlimited-Dienst über weitere Video-On-Demand-Portale. Je nach Anbieter bezahlt man einen monatlichen Flatrate-Betrag oder pro Film. Bei Letzterem unterscheiden die Anbieter nach Bild­qualität (SD/HD) und ob der Film dauerhaft („Kauf“) oder für einen Zeitraum von 48 Stunden angesehen werden kann („leihen“).

Netflix ist das größte Streaming-Portal. Schon die Startseite verrät, was der Spaß kostet. Im Angebot stöbern kann man erst nach der Registrierung.

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Watchever lockt mit einem kostenlosen Probemonat und verrät den 30-Tage-Preis. Zum Einloggen muss man vorher ein Konto am PC erstellen.

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Amazon Instant Video gestattet das Ansehen von Trailern ohne Anmeldung. Neben einer Flatrate kann man einzelne Filme zeitweise oder dauerhaft ansehen.

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Maxdome wartet mit einem ähnlichen Angebot wie der Amazon-Konkurrent auf. Neben einer Flatrate lassen sich einzelne Filme leihen oder kaufen.

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Bild- und Tonqualität

Im Gegensatz zu den meisten Playern des aktuellen Jahrgangs gibt der Sony das Bild auch im 576i-Format aus, so dass man das De-Interlacing dem Fernseher überlassen kann. Davon dürften die Besitzer aber selten Gebrauch machen, da wir nur im zehnten Kapitel von „Sechs Tage, sieben Nächte“ eine Szene finden konnten, wo die Verwebung der Halbbilder nicht perfekt gelingt. NTSC-Scheiben gibt der BDP-S 7200 auf Wunsch mit 24 statt 60 Hertz aus, womit der zu stockenden Bildern führende 3:2-Pulldown entfällt. Die Bildregler, die zum Beispiel mehr Detailschärfe aus Filmen kitzeln, haben uns bei Blu-ray und DVD gleichermaßen gefallen. Weiteres Tuning-Potenzial offenbaren die diversen HDMI-Modi wie YCbCr 4:4:4, -4:2:2, RGB, SBM und Deep Color. In Einstellung „RGB“ spreizt der Sony den Kontrast, so dass auf PC-Monitoren ein kontrastreiches und sauber ausgesteuertes Bild entsteht, während er im YCbCr-Modus die normalerweise ungenutzten Ultraschwarz- und Ultraweiß-Bereiche sauber differenziert. Das Bild erstrahlt fein aufgelöst, sauber und farbenfroh. Die 4K-Fähigkeiten umfassen eine saubere Skalierung von 24p-Filmen sowie die Fotowiedergabe in nativer UHD-Qualität.

Informativ: Der Sony verrät per Display-Taste die Datenraten für die Audio- und 3D/2D-Videospur.

Informativ: Der Sony verrät per Display-Taste die Datenraten für die Audio- und 3D/2D-Videospur.

An der Tonqualität gibt es nichts auszusetzen. Das Laufwerk des lüfterlosen Players ist nur bei erhöhter Drehzahl leise rauschend wahrnehmbar. Audiophile Akzente setzt der Sony mit der SACD-Wiedergabe, deren Ton er als Bitstream oder hochauflösendes PCM-Signal dem Receiver serviert. (fg)

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Der Testbericht Sony BDP-S 7200 (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 270 Euro) ist in audiovision Ausgabe 1-2015 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

84 sehr gut

Mit dem BDP-S 7200 kehrt Sony zu zeitlos-elegantem Design zurück: Der Kombi-Player für Blu-ray, DVD, CD und SACD überzeugt durch reichhaltige Ausstattung und erstklassige Bild- und Tonqualität. Mit 270 Euro gehört er allerdings nicht zu den billigen Vertretern seiner Zunft.

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