Samsung UE 48 JU 6550 (Test)

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Den Überblick in Samsungs TV-Dschungel haben wir schon lange verloren. Schließlich sind alleine von der 6er-Serie insgesamt 47 Ultra-HD-Fernseher auf der Webseite gelistet, darunter der UE 48 JU 6550 im Curved-Design. Ob er sich von seinen Geschwistern abhebt, verrät unser Test.

Ausstattung und Praxis

samsung-pcDie 6er-Serie markiert den Einstieg in Samsungs UHD-Klasse und spricht vor allem Sparfüchse an. Dass man trotz des niedrigen Preises von unter 1.000 Euro im Handel nicht auf einen gewissen Komfort sowie eine überzeugende Bildqualität verzichten muss, hat bereits der UE 50 HU 6900 eindrucksvoll in Ausgabe 10-2014 bewiesen. Der neue JU 6550 setzt auf ein ähnliches Konzept: Er verfügt mit HDMI 2.0 samt HDCP 2.2, dem Universal-Tuner samt Smart-TV-Funktionen über die grundlegende Ausstattung, kommt allerdings ohne weitere Extras wie 3D oder Local Dimming daher. Schade finden wir die Streichung der One-Connect-Schnittstelle, über die sich beim Vorgänger oder bei den teureren Geräten künftige Standards und Features per Evolution Kit nachrüsten lassen. Immerhin ist der UE 48 JU 6550 seiner Zeit voraus, unterstützt er doch als einziger im Testfeld HDR-Inhalte (siehe Kasten). Ungeachtet dessen bleiben erweiterte Farbräume à la Quantum Dot beziehungsweise Nano Crystal Color den SUHD-Fernsehern und dem kürzlich vorgestellten JU 6850 vorbehalten.

SUHD-TVs der JS9- und JS8-Serie waren die ersten Samsung-Fernseher, die Videos mit erweitertem Dynamikumfang, auf Englisch High Dynamic Range (HDR), wiedergeben konnten. Der UE 48 JU 6550 wartet nun erstmals auch in der preisgünstigen UHD-Einsteigerklasse mit einem HDR-kompatiblen Mediaplayer auf. Der wertet die Metadaten unserer auf USB-Stick gespeicherten HDR-Testsequenzen von Quality-TV korrekt aus und zeigt entsprechende Videos kontrastreich, farb­intensiv und dynamisch. Den für die notwendige Komprimierung benutzten HEVC- beziehungsweise H.265-Codec beherrscht Samsungs Mediaplayer.

Im Unterschied zum 4.600 Euro teuren UE 65 JS 8590 (audiovision 10-2015) fehlen dem kleineren UE 48 JU 6550 Hardware-Optionen wie Local Dimming („Smart LED“) und die Quantum-Dot- respektive „Nano Crystal Color“-Technologie. Die abgespeckte „PurColor“-Technologie des Curved-UHD-TVs bringt im Vergleich zum großen Bruder wenig: Wechselt man auf den Farbraum „Nativ“, so zeigt der TV nur minimal erweiterte Farben auf Kosten von zu bläulichem Cyan und leicht rötlich eingefärbtem Gelb (siehe CIE-Farbsegel oben). Mit künftigen UHD-Blu-ray-Playern vorgesehene Farbstandards wie DCI oder BT.2020 deckt er nicht ab, zeigt aber auch ohne Local Dimming einen zum UE 65 JS 8590 vergleichbaren ANSI- und EBU-Kontrast. Nur in Testbildern mit kleinem Weißfeld auf Schwarz übertrifft der Im-Bild-Kontrast des großen Bruders mit Local Dimming (2.830:1) den UE 48 JU 6550 (2.550:1) leicht.

Lebensechter Sonnenuntergang: Dank der HDR-kompatiblen Software zeigt Samsungs Mediaplayer in dieser Szene satte Kontraste und intensive Rottöne.

Lebensechter Sonnenuntergang: Dank der HDR-kompatiblen Software zeigt Samsungs Mediaplayer in dieser Szene satte Kontraste und intensive Rottöne.

CIE-Segel im Farbraum „Nativ“: Man muss schon genau hinsehen, um eine winzige Erweiterung bei grünen Farben zu erkennen – von DCI ist er weit entfernt.

CIE-Segel im Farbraum „Nativ“: Man muss schon genau hinsehen, um eine winzige Erweiterung bei grünen Farben zu erkennen – von DCI ist er weit entfernt.

Komfortabler Einstieg: Samsung legt selbst den günstigen Modellen sowohl den klassischen Signalgeber als auch die komfortable Smart Control bei. Die Fernbedienungen ergänzen sich in der Praxis perfekt.

Komfortabler Einstieg: Samsung legt selbst den günstigen Modellen sowohl den klassischen Signalgeber als auch die komfortable Smart Control bei. Die Fernbedienungen ergänzen sich in der Praxis perfekt.

Gründlich modernisiert wurde der Fernseher im Hinblick auf die Bedienung. So liegt ihm die verbesserte Smart Control bei, die dank ergonomischerer Form sowie berührungsempfindlicher Pointer-Taste in Verbindung mit dem eingebauten Gyro-Sensor noch einfacher zu handhaben ist. Das neue Tizen-Betriebssystem besticht nicht nur durch eine aufgeräumte Benutzeroberfläche, sondern verlangt dem Quad-Core-Prozessor anscheinend auch weniger Leistung ab als die bisherige Plattform, was sich in einer angenehm flüssigen Navigation zeigt. Einzig das Smart-Hub- respektive „Meine TV-Apps“-Portal benötigt zum Laden der Grafiken einen kurzen Moment; angesichts der zahlreichen Internet-Dienste kann man ihm das jedoch nicht verübeln. Bemerkenswert sind dabei die 4K-Fähigkeiten: Neben dem Mediaplayer eröffnen Amazon Instant Video, Netflix und YouTube den Zugang zu ultrahochaufgelösten Inhalten.

Durch die rückseitige Ausbuchtung unten im Gehäuse (größerer Resonanzraum) erzeugen die Lautsprecher einen dynamischen und vollmundigen Klang, der allerdings nicht sonderlich pegelfest ist.

Die Taskleiste am unteren Bildrand gehört zu den Highlights des Tizen-Betriebssystem, erlaubt sie doch einen schnellen Zugriff auf zahlreiche Anwendungen.

Die Taskleiste am unteren Bildrand gehört zu den Highlights des Tizen-Betriebssystem, erlaubt sie doch einen schnellen Zugriff auf zahlreiche Anwendungen.

Völlig verkachelt: Der Mediaplayer besticht zwar durch eine breite Formatunterstützung, die Ordneransicht ist unserer Meinung nach aber eine optische Katastrophe.

Völlig verkachelt: Der Mediaplayer besticht zwar durch eine breite Formatunterstützung, die Ordneransicht ist unserer Meinung nach aber eine optische Katastrophe.

Gesucht und gefunden: Wer bei der Vielzahl an Apps den Überblick verliert, kann den gewünschten Dienst per Suchfunktion schnell auffinden und direkt öffnen.

Gesucht und gefunden: Wer bei der Vielzahl an Apps den Überblick verliert, kann den gewünschten Dienst per Suchfunktion schnell auffinden und direkt öffnen.

Bildqualität

Viele dürften sich fragen, ob ein gebogener Bildschirm bei 121 Zentimetern Diagonale überhaupt Sinn macht. Das hängt stark vom Einsatzbereich ab. In der Praxis, insbesondere im lichtdurch-fluteten Wohnzimmer offenbart der UE 48 JU 6550 nämlich einige Schwächen, welche das kleine Cuved-Display deutlicher zum Vorschein bringt als ein 55- oder 65-Zöller: Je weiter außen man sitzt, desto mehr Spiegelungen treten auf. Das hängt nicht zuletzt auch damit zusammen, dass der Samsung aus seitlicher Perspektive (45 Grad) fast 40 Prozent seiner Helligkeitsreserven verliert. Diese fallen mit maximal 237 Candela im neutralsten Bildmodus „Film“ ohnehin recht mager aus, wofür aber die nahezu perfekt abgestimmten Farben entschädigen. Selbst schwierige Nuancen werden originalgetreu reproduziert, während die Farbtemperatur von 6.300 Kelvin für eine wohlig warme Atmosphäre sorgt. Im Vergleich dazu erscheint das Preset „Dynamisch“ eiskalt und lässt Schwarz-Weiß-Filme blaustichig wirken, jedoch entlockt es der Edge-LED-Backlight immerhin 335 Candela pro Quadratmeter.

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Obwohl der Fernseher keine Local-Dimming-Schaltung besitzt, gaukeln dem Zuschauer alle Modi außer „Film“ durch (globales) Abdunkeln der Hintergrundbeleuchtung einen höheren Kontrast vor. Tatsächlich wird in finsteren Szenen à la „Gravity“ oder zu Beginn des Montenegro-Kapitels von „Casino Royale“ genau das Gegenteil erreicht; bei schwarzen Bildern schaltet sich das Display sogar komplett ab. Nichtsdestotrotz liegen die Kontrastwerte mit 937:1 (EBU) und 427:1 (ANSI) auf sehr gutem Niveau.

An HDMI-Eingängen mangelt es beim UE 48 JU 6550 nicht, allerdings verzichtet Samsung auf die One-Connect-Buchse. Den Twin-Tuner findet man ebenfalls nur bei den teureren Modellen.

An HDMI-Eingängen mangelt es beim UE 48 JU 6550 nicht, allerdings verzichtet Samsung auf die One-Connect-Buchse. Den Twin-Tuner findet man ebenfalls nur bei den teureren Modellen.

Am Schärfeeindruck gibt es kaum etwas auszusetzen: Der 48-Zöller bringt dank seiner immensen Pixeldichte selbst feinste Details perfekt zur Geltung und erzeugt so ein ähnlich plastisches Bild wie die Flaggschiffe aus gleichem Hause. In puncto Bewegungsdarstellung kann der JU 6550 aber nicht ganz mithalten. Leider beeinträchtigt im Tuner-Betrieb der Overscan die Feinzeichnung von SDTV-Programmen, so dass Motive recht weich wirken; der Beschnitt lässt sich nur bei HDTV deaktivieren.

1.250 Euro: Die 6er-Modelle von Samsung sind mangels 3D vergleichsweise günstig, der UE 48 JU 6550 im Curved-Design kann bildtechnisch dennoch auf ganzer Linie überzeugen. Die verfügbaren Größen reichen von 40 bis 65 Zoll.

1.250 Euro: Die 6er-Modelle von Samsung sind mangels 3D vergleichsweise günstig, der UE 48 JU 6550 im Curved-Design kann bildtechnisch dennoch auf ganzer Linie überzeugen. Die verfügbaren Größen reichen von 40 bis 65 Zoll.

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Der Testbericht Samsung UE48JU6550 (Gesamtwertung: 75, Preis/UVP: 1250 Euro) ist in audiovision Ausgabe 11-2015 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

75 gut

Der Samsung UE 48 JU 6550 brilliert mit einer erstklassigen Bildqualität, lässt in dunklen Szenen mangels Local Dimming jedoch etwas Kontrast vermissen. Die abgespeckte Ausstattung ohne 3D kostet etliche Punkte – deshalb nur Platz drei.

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1 Kommentar

  1. Hallo!
    Habe den Fernseher seit 7 Monaten und lese jetzt das erste mal, dass er HDR haben soll.
    Auf meiner Schachtel stand nichts- und auch nicht auf der Samsung HP.
    Ist HDR durch ein Update eingespielt worden? Tausche demnächst meine Xbox One gegen eine One S. Werde ich jetzt also den Unterschied merken? Kann Samsung auch HDMI 2.0 auf 2.0a updaten?

Antworten

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