LG 43 UF 6909 (Test)

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Der 43 UF 6909 aus dem Hause LG ist mit einem unverbindlichen Verkaufspreis von 900 Euro der günstigste Fernseher im Testfeld. Gewiefte Schnäppchenjäger konnten ihn im Rahmen eines Online-Blitzangebots sogar für schlappe 600 Euro abstauben. Auch wir haben ein Gerät ergattert, sind von diesem aber nicht gerade begeistert.

Ausstattung und Praxis

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Im Gegensatz zur Magic Remote der teureren Modelle erkennt die klassische Fernbedienung des UF 6909 keine Handbewegungen. Dennoch navigiert sie ohne Probleme über die webOS-Oberfläche.

lg-pcWer harte Fakten einer schonenden Einführung vorzieht, findet unten im Kasten den Hauptkritikpunkt ausführlich erklärt. Fairerweise empfehlen wir jedoch, ihn erst am Ende zu lesen. Schließlich hat der 43 UF 6909 auch seine Stärken. So wirkt er dank der champagnerfarbenen Front in Alu-Optik sehr edel und besticht außerdem durch eine solide Verarbeitung. Die Rückseite sieht ebenfalls sehr ansprechend und aufgeräumt aus, wobei das Anschlussfeld eher spärlich bestückt ist. 

Auf 3D muss man wohl oder übel verzichten, dafür steht das ganze Bouquet an Smart-TV-Funk-tionen zur Verfügung.  Anders als bei den bisherigen LG-Modellen können YouTube-Fans viele Videos sogar in annähernder UHD-Auflösung begutachten. Darüber hinaus spielt der Mediaplayer die wichtigsten Dateiformate ab, wenn auch kurze UHD-Clips trotz USB 3.0 ruckeln. Umso flüssiger läuft das bewährte webOS-Betriebssystem: Zum einen reagiert der UF 6909 ohne nennenswerte Verzögerungen auf Befehle, zum anderen ist die Benutzeroberfläche mit der Task-leiste am unteren Bildrand selbst für Laien einfach verständlich. Die Magic Remote gehört nicht zum Lieferumfang, wird jedoch als Zubehör angeboten.

Gerade einmal zehn Watt leisten die nach unten gerichteten Lautsprecher. Leider klingen sie entsprechend schmal und verzerren bei steigendem Schallpegel hörbar – kein Vergleich zu den großen LG-Brüdern mit Harman-Kardon-Sound.

Es gibt sie tatsächlich: UHD-Fernseher mit reduzierter Subpixel-Anzahl. Selbst LG schreckt nicht davor zurück, Ultra HD-TVs wie den 43 UF 6909 mit eingeschränktem Auflösungsvermögen auf den Markt zu bringen. Da dies nicht kommuniziert wird, ist Aufklärung vonnöten.

Üblich ist, dass ein Bildpunkt nicht nur entsprechend seiner Helligkeit leuchtet, sondern auch die vom Signal definierte Farbe über das Prinzip der additiven Farbmischung erzeugt. Jeder Pixel erhält einen Wert (wie bei Bildpunkten einer Foto-Datei) für die Grundfarben Rot, Grün und Blau. Displays mit RGB-Subpixeln bauen jede Bildzeile aus 3.840 x 3, also 11.520 Subpixel auf.

Reduzierte Subpixel: Jeder zweite Bildpunkt besteht aus einem weißen Subpixel statt RGB-Subpixeln. Deshalb scheinen hier einzelne Pixel in die Länge gezogen.

Reduzierte Subpixel: Jeder zweite Bildpunkt besteht aus einem weißen Subpixel statt RGB-Subpixeln. Deshalb scheinen hier einzelne Pixel in die Länge gezogen.

Kritisch: Oben rechts neben der Referenzstruktur löst ein Panel mit RGB-Subpixeln die grünen Linien auf, unten rechts zeigt LGs RGBW LCD kaum noch Strukturen.

Kritisch: Oben rechts neben der Referenzstruktur löst ein Panel mit RGB-Subpixeln die grünen Linien auf, unten rechts zeigt LGs RGBW LCD kaum noch Strukturen.

Während Sharp bei seinen Quattron-Displays zusätzliche gelbe Subpixel einsetzt, lässt LG andere weg – ohne Warnhinweise. Man vertritt wohl die Meinung, dass die Auflösung dadurch nicht beeinträchtigt wird. Per Makrolupe ist aber erkennbar, dass der LG 43 UF 6909 als RGBW-LCD mit weißen Subpixeln arbeitet und diese abwechselnd zu RGB-Subpixeln bei jedem zweiten Bildpunkt einsetzt. Eine Videozeile besteht dann aus 1.920 x 3 Subpixeln plus 1.920 x 1 Subpixeln, also zusammen 7.680 Subpixeln – ein Drittel weniger als bei normaler RGB-Struktur. Selbst wenn der LG einfache Auflösungstests besteht, entlarven neue Paneltests wie der „Quality.TV advanced UHD resolution und panel test“ die Probleme der reduzierten Subpixelzahl (Screenshot links). Nicht nur 1-Pixel-Karomuster, sondern auch ein Pixel breite Linien in Grün sind kaum erkennbar. Computerschriften und selbst Muster in Full-HD-Auflösung fransen aus oder wirken kontrastschwach.

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Bildqualität

Jetzt die Hiobsbotschaft: Der 43 UF 6909 ist streng genommen kein echter Ultra-HD-Fernseher. Zwar löst er offiziell 3.840 x 2.160 Bildpunkte auf, doch hat LG die Anzahl an Subpixeln aus unerklärlichen Gründen reduziert. Darunter leidet vor allem der Schärfeeindruck detailreicher Motive; mehr zu den Auswirkungen erfahren Sie im Kasten auf Seite 32. Problematisch sind auch die relativ geringen Helligkeitsreserven. Leuchtet das Edge-LED-Backlight in den (kühl abgestimmten) Bildmodi „Lebhaft“ und „Sport“ immerhin mit bis zu 362 Candela, schaffen die farbneutraleren isf-Presets nur maximal 171 Candela pro Quadratmeter. Folglich entsteht unter Umgebungslicht ein eher flaues Bild, was der dürftige Hellraumkontrast von 340:1 unterstreicht. Im EBU-Testbild und ANSI-Schachbrett erzielt der 43-Zöller mittelmäßige Werte von 657:1 beziehungsweise 363:1.

Alle Wege offen: Die webOS-Taskleiste kann aus jeder Anwendung heraus aufgerufen werden und gestattet Zugriff auf Lieblingssender und Smart-TV-Dienste.

Alle Wege offen: Die webOS-Taskleiste kann aus jeder Anwendung heraus aufgerufen werden und gestattet Zugriff auf Lieblingssender und Smart-TV-Dienste.

Surfen leicht gemacht: LGs Web-Browser stellt Internetseiten übersichtlich dar und reagiert relativ flott auf Eingaben. Der Mauszeiger wird über den Cursor gelenkt.

Surfen leicht gemacht: LGs Web-Browser stellt Internetseiten übersichtlich dar und reagiert relativ flott auf Eingaben. Der Mauszeiger wird über den Cursor gelenkt.

Überschaubar: Der 43 UF 6909 verfügt bloß über zwei HDMI-Eingänge, die aber Videosignale bis 4K/60p entgegennehmen. Analoge Anschlüsse sind ebenfalls an Bord.

Überschaubar: Der 43 UF 6909 verfügt bloß über zwei HDMI-Eingänge, die aber Videosignale bis 4K/60p entgegennehmen. Analoge Anschlüsse sind ebenfalls an Bord.

Farben werden im Großen und Ganzen originalgetreu reproduziert, obgleich ein paar Ausreißer dabei sind. Legt man im Bildmenü den Farb-umfang auf „Breit“ fest, wandern Gelbtöne in Richtung Grün – ein erweiterter Farbraum ist, anders als bei den Color-Prime-Modellen, nicht zu erkennen. Wer noch etwas höhere Delta-E-Abweichungen in Kauf nimmt, kann auf den 40 Candela helleren Bildmodus „Foto“ zurückgreifen. An sich ist das kein schlechter Kompromiss, zumal das Display ab einem Blickwinkel von etwa 45 Grad sichtbar abdunkelt; der Kontrast bleibt mit 78 Prozent weitgehend stabil. Ferner spendiert LG dem UF 6909 ein detailliertes Farbmanagement.

900 Euro: Der günstigste Testkandidat LG 43 UF 6909 zeichnet sich durch ein elegantes und hochwertig anmutendes Design aus – technisch macht er keine ganz so gute Figur. Wer es etwas größer mag, kann auch zum 49-Zöller greifen.

900 Euro: Der günstigste Testkandidat LG 43 UF 6909 zeichnet sich durch ein elegantes und hochwertig anmutendes Design aus – technisch macht er keine ganz so gute Figur. Wer es etwas größer mag, kann auch zum 49-Zöller greifen.

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Der Testbericht LG 43UF6909 (Gesamtwertung: 63, Preis/UVP: 900 Euro) ist in audiovision Ausgabe 11-2015 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

AV-Fazit

63 befriedigend

Den LG 43 UF 6909 als Mogelpackung zu bezeichnen wäre trotz reduzierter Subpixel-Anzahl unfair. Zwar stellt er feine Details nicht so scharf dar wie die Konkurrenz, erzeugt aber ein angenehm warmes und homogenes Bild. Zudem gelingt die Bedienung dank webOS kinderleicht.

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