Pansonic DMP-BDT 175 (Test)

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Der DMP-BDT 175 kostet 110 Euro und ist Panasonics günstigster und kompaktester Blu-ray-Player mit 4K-Upscaling-Funktion. Ob er mit den ausgewachsenen Modellen mithalten kann, zeigt unser Test.

Während Fernseher immer größer werden, ist bei den Blu-ray-Playern Schrumpfen angesagt. Nach dem Samsung BD-J 5500E (Test in audiovision 6-2015) und Sony BD-S5500 (Test in audiovision 8-2015) steckt auch Panasonics DMP-BDT 175 in einem schlanken Gehäuse ohne Display – nur eine rote LED verrät, ob er in Betrieb ist. Von den günstigeren Modellen hebt sich der im Netz schon für 90 Euro erhältliche Scheibendreher durch die 4K-Ausgabe von 24p-Blu-rays ab; im Vergleich zu den großen Brüdern, wie dem DMP-BDT 374 (Ausgabe 3-2015), fehlen ihm WLAN und ein S/PDIF-Ausgang.

Ausstattung und Bedienung

Netflix bevorzugt: Die vergleichsweise große und prominent platzierte Taste für den Streaming-Dienst ist Geschmackssache.

Netflix bevorzugt: Die vergleichsweise große und prominent platzierte Taste für den Streaming-Dienst ist Geschmackssache.

Obwohl das Kunststoff-Gehäuse beim Drauf­klopfen keinen sonderlich soliden Eindruck macht und an der Rückseite durch nicht ganz saubere Lackierung und Entgratung auffällt, überzeugt der Player mit ansprechender Optik: Die Designer verblendeten die Laufwerksschublade mit einer hochglänzend schwarzen und an den Ecken abgerundeten Front und veredelten den mit Tasten für Auswurf, Stop, Play sowie an/aus versehenen silbernen Deckel mit einer strukturierten Oberfläche. Wer einen völlig schwarzen Player bevorzugt, kann zum gleich teuren DMP-BDT 174 greifen.

Das Einlesen von Blu-rays dauert mit unserem Disc-Portfolio im Schnitt 21 Sekunden – ein passabler Wert. Wer den 19 Sekunden dauernden Startvorgang als zu lahm empfindet, kann im System-Menü den „Schnellstart“ aktivieren, der den Scheibendreher unverzüglich aufwachen lässt. Dafür muss man aber den erhöhten Standby-Verbrauch von 5,5 Watt in Kauf nehmen, der hochgerechnet aufs Jahr rund 15 Euro an zusätzlichen Stromkosten verursacht. Meist reagiert der Panasonic flott, nur das Starten und Beenden des Internet-Portals strapaziert mit 20 respektive 6 Sekunden die Geduld des Nutzers. Mit der Fernbedienung kamen wir dank fühlbarer Tastengruppierung beinah blind zurecht, wobei es etwas dauerte, bis wir uns an die kleinen und engstehenden Tasten gewöhnt hatten. Mit fünfstufiger Vorwärts-Zeitlupe sowie -Einzelbildweiterschaltung hält der Panasonic die wichtigsten Abspielfunktionen bereit. Das Menü lässt sich mit einem eigenen Hintergrundbild verschönern.

Kreuz und quer: Die Kacheln, mit denen man die Funktionen aufruft, verzweigen sich waag- und senkrecht.

Kreuz und quer: Die Kacheln, mit denen man die Funktionen aufruft, verzweigen sich waag- und senkrecht.

Multimedia und Internet

An multimedialen Extras bietet der Panasonic neben seinem Internet-Portal einen Foto-, Musik- und Videoplayer, der sich per Datendisc (CD, DVD, BD), Netzwerkstream und USB füttern lässt. Neben FAT16/32 und NTFS unterstützt er das ExFAT-Dateiformat, das nur wenige Player beherrschen. Etwas schade ist, dass die USB-Buchse maximal ein halbes Ampere liefert, was zur Stromversorgung einiger Festplatten nicht ausreicht.
Bei der Fotowiedergabe gefällt uns, dass der Player 2D- und 3D-Fotos nacheinander zeigt, wodurch der TV nicht laufend zwischen 2D und 3D wechselt. Bei Videodateien schaltet er automatisch zwischen der Bildausgabe mit 50 und 60 Hertz um; 24p-Videos spielt der Panasonic leider im 3:2-Pulldown-Verfahren ab – also leicht stotternd und mit 60 Hertz. Bei den Internet-Apps muss man die Bildrate von Hand umschalten, indem man im Menü System/TV System „PAL“ (50 Hz) oder „NTSC“ (60 Hz) wählt. Der Mediaplayer unterstützt die wichtigsten Dateitypen (siehe Bewertungs-Tabelle), im Test verweigerte er sich 4K-Videos im MOV und MP4-Format sowie HEVC, DivX und VP8 codierten MKV-Dateien. Schön wäre eine Bildformat-Umschaltung, um verzerrte Videos korrekt darstellen zu können. Außergewöhnlich: Der Musikplayer versteht sich auf fünfkanalige DSD, FLAC und WAV-Dateien.

Sparsam bestückt: Bild und Ton liefert der BDT 175 ausschließlich über einen HDMI-Ausgang. Die Rückseite wirkt wegen der unsauberen Lackierung sowie Entgratung der Seitenblenden und des Deckels nicht besonders hochwertig.

Sparsam bestückt: Bild und Ton liefert der BDT 175 ausschließlich über einen HDMI-Ausgang. Die Rückseite wirkt wegen der unsauberen Lackierung sowie Entgratung der Seitenblenden und des Deckels nicht besonders hochwertig.

Bild- und Tonqualität

Bei der Blu-ray- und DVD-Wiedergabe überzeugt der Panasonic mit sauberer Darstellung: Schärfe, Farben und Differenzierung ultraheller und ultraweißer Bereiche gelingen ihm einwandfrei. Mit der 32-stufigen Helligkeits- und Kontrastregelung lassen sich zu dunkle und helle Videos gut an den TV anpassen. Der Schärferegler arbeitet dezent und liefert in Nullstellung ein neutrales Bild, wobei von den fünf Stufen nur drei einen sichtbaren Einfluss aufs Bild haben. Das Deinterlacing-Filter verwebt bereits in „Auto“-Einstellung schwierige Filmszenen wie im zehnten Kapitel von „Sechs Tage, sieben Nächte“ sowie schwierige 1080/50i-Videos wie die Tabellen aus der Doku „FIFA WM 2014“ zu sägezahn- und zeilenflimmerfreien Bildern.

Nicht unbedingt logisch: 24p-Ausgabe und das 4K-Upscaling befinden sich in einem gemeinsamen Menü.

Nicht unbedingt logisch: 24p-Ausgabe und das 4K-Upscaling befinden sich in einem gemeinsamen Menü.

Den Ton stellt der Panasonic ausschließlich per HDMI bereit. Sein Audiodecoder setzt Bitstream-Tonformate inklusive DSD-Dateien auf Wunsch zu Mehrkanal-PCM um, wovon Receiver der ersten HDMI-Generation profitieren. Die Tonqualität an sich überzeugt, wobei der Motor beim Einlesen von Discs mit kernigen Geräuschen auf sich aufmerksam macht. Bei der Wiedergabe ist das Laufwerk meist nur leise wahrnehmbar. Wie beim DMP-BDT374 vermissen wir ein manuelles Lip-Sync-Delay, um einen etwaigen Bild- und Tonversatz korrigieren zu können.

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Der Testbericht Pansonic DMP-BDT 175 (Gesamtwertung: 81, Preis/UVP: 110 Euro) ist in audiovision Ausgabe 10-2015 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

81 sehr gut

AV-Fazit: Der DMP-BDT 175 ist zwar nicht der Schnellste, punktet aber mit erstklassiger Bild- und Tonqualität sowie einem flexiblen Mediaplayer und großzügigem Internet-Portal. In Sachen Ausstattung haben wir nur den WLAN-Empfang wirklich vermisst.
Florian Goisl

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