Teufel LT4 5.1L-SET (Test)

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Teufel LT4 5.1L-Set – 5.1-Boxenset für 1.100 € Euro

Teufel  LT4  5.1L-Set - 5.1-Boxenset für 1.100 €Satter Sound aus schicken Schallwandlern – das können viele. Doch nur bei Teufel kostet das Resultat gerade mal 1.100 Euro.

Das stylisch aussehende LT4-L-Set schlägt mit gerade mal 1.100 Euro zu Buche und straft die alte Heimkino-Weisheit „Gutes Design ist meist alles, nur nicht preisgünstig“ Lügen. Stellt sich nur die Frage, ob die neue Teufel-Kombi genauso gut klingt, wie sie aussieht. 

Technik

Für Front und Surrounds lieferte der Berliner Direktversender die schlanken Stand-Säulen L 430 FR an, dazu den Center L 430 C und den Subwoofer US 4110/1 SW. Wer hinten keine Standlautsprecher unterbringen kann oder möchte, wählt die 100 Euro günstigere LT4-M-Variante mit halb so großen Rear-Boxen.

Die Bestückung ist die gleiche, in die schlanken Profile aus gebürstetem Aluminium integrierten die Teufel-Ingenieure eine Gewebe-Hochtonkalotte mit 19 Millimetern Durchmesser, die von vier Tieftönern in die Mitte genommen wird. Die haben einen Durchmesser von 80 Millimetern und eine Membran aus Papier. Teufel legte die Bass-Treiber besonders langhubig aus, da die Gesamt-Membranfläche nicht übermäßig üppig für eine saubere, pegelstarke Basswiedergabe ausfällt.

Teufel  LT4  5.1L-Set - 5.1-Boxenset für 1.100 €
Das Terminal des Subwoofers bietet die üblichen Standardanschlüsse
und eine 180 Watt starke Aktiv-Elektronik.

 

Sinnvollerweise steuert die Frequenzweiche nicht alle vier Tieftöner mit dem gleichen Signal an, sondern nimmt die beiden äußeren Chassis bei 450 Hertz aus dem Geschehen. Die Übertragung bis hin zur Übergabe an den Hochtöner bei 2.800 Hertz übernehmen nur die beiden inneren Treiber. So vermeiden die Lautsprecher eine zu ausgeprägte Richtwirkung beim Mitteltonbereich in Längsrichtung. Die würde besonders beim Center störend wirken, da dieser doch meist quergelegt betrieben wird.

Für ein 1.100-Euro-Set ist die Verarbeitung erstaunlich wertig; die Alu-Oberflächen wirken sauber, die Schnittstellen und Fugen gleichmäßig. Einzig am Übergang zum fest montierten Schutzgitter ist die Kante des Alu-Profils etwas spitz, daher muss man beim Tragen der Lautsprecher vorsichtig sein.

Center und Standsäulen sind als geschlossene Gehäuse aufgebaut und nutzen den ins Innenvolumen gerichteten Schall nicht zur Abstrahlung. Anders der Subwoofer, der über zwei schlitzförmige Bassreflexöffnungen im Boden verfügt, die links und rechts angeordnet sind. Damit die genügend Platz zur Abstrahlung haben, steht der Sub auf vier stabilen Füßen mit integrierten Gummi-Dämpfern, die zudem für ein definiertes Volumen unter dem Gehäuse sorgen. Dieses hat einen leichten Druckkammer-Effekt, der bei der Basswiedergabe unterstützend wirkt.

Den aktiven Part bei der Schallerzeugung spielt ein 25-Zentimeter-Chassis mit schwerer Papiermembran. Das wurde mit Hilfe des Klippel-Systems (siehe nächste Seite) entwickelt und auf großen Maximalhub und somit auf hohe unverzerrte Lautstärken optimiert. Für den nötigen elektrischen Antrieb sorgt der integrierte Verstärker mit 180 Watt Leistung. Dessen Anschlussfeld ist kompromisslos auf Heimkino ausgelegt und lässt alles dafür Überflüssige wie Hochpegel-Eingänge und Stereo-Buchsen weg. Selbst den Regler für die Trennfrequenz sucht man vergeblich, was in Anbetracht von modernen Heimkino-Receivern mit einem Bassmanagement aber kein Problem ist. Stattdessen baute der Hersteller ein bis 70 Hertz stufenlos einstellbares Hochpassfilter ein, das auf Wunsch die tiefsten Frequenzen ausfiltert. So lässt sich vor allem bei kleinen Räumen unerwünschtes Dröhnen minimieren.

 

Tonqualität Surround

Mit diesem Filter auf „Minimum“ reicht der Frequenzgang des Subwoofers nur bis 48 Hertz herunter, da spielen andere Woofer deutlich tiefer. Im Zusammenhang mit den bis 150 Hertz spielenden Säulen ist er dennoch eine wertvolle Ergänzung. Center und Fronts/Surrounds glänzen mit guten Frequenz-Verläufen, allenfalls eine leichte Mittenbetonung und eine erkennbare Resonanzstelle bei 14 Kilohertz lassen sich kritisieren.
Mit einer Subwoofer-Trennfrequenz von 150 Hertz spielt das Set wie aus einem Guss, die Bässe integrieren sich trotz der hohen Abkopplung nahtlos ins Klanggeschehen. Das gelingt bei Filmton wie bei Musik, beispielsweise mit „Away From The Sun“: Hier wirkt die Kombo bemerkenswert geschlossen und schiebt die „Wall of Sound“, mit der die US-Rockband aufspielt, erstaunlich gelassen und mit genügend Dampf in den Hörraum. Natürlich geht in Sachen Dynamik und Präzision noch mehr, doch dafür muss man deutlich tiefer in die Tasche greifen – auch bei Teufel.

Trotzdem geht das Set lautstark zu Werke, ohne dass Kompression oder Verzerrungen hörbar werden. So bringt in „Terminator – die Erlösung“ die Abschleppwagenszene die Bauchdecke der Zuhörer kräftig in Bewegung. Dialoge bleiben dabei zudem immer verständlich, allenfalls wirken Stimmen manchmal einen Tick rau. Ursache ist der nicht immer hunderprozentig präzise Hochtonbereich, was man angesichts des günstigen Preises aber leicht verschmerzen kann.   

Teufel  LT4  5.1L-Set - 5.1-Boxenset für 1.100 €
Optisch schlank, doch im Klang erwachsen präsentiert
sich das Set LT 4 L aus der Säulen-Lautsprecherbaureihe von Teufel mit Schallwandlern aus
gebürstetem Aluminium.

Tonqualität Stereo

Auch Stereo geht mit den Teufels nur mit Subwoofer, dafür aber mit homogenem, nur im Hochtonbereich minimal unpräzisem Klangbild. Michael Ruffs „Speaking in Melodies“ sortiert das Set säuberlich und stabil im Raum, an die geringen etwas nasalen Verfäbungen gewöhnt man sich schnell.   

Zusatzinformation: Das Klippel-Mess-System

Das Verhalten von Lautsprechern in Einzelheiten zu messen ist schon lange möglich. Frequenzgänge, Impedanzen, Verzerrungen, Abstrahl-Charakteristika – all das lässt sich seit Jahrzehnten aussagekräftig und nachvollziehbar ermitteln.

Das half bei der Entwicklung von Lautsprecher-Chassis aber nur begrenzt. Denn zwar ließ sich messen, dass ein bestimmtes Chassis ab einem bestimmten Pegel Verzerrungen produziert, nicht aber, wo genau im Chassis diese Unlinearitäten entstehen und wie sie sich vermeiden respektive verringern lassen. 1992 kam Professor Wolfgang Klippel von der Universität Dresden mit einem Mess-System auf den Markt, das nicht nur genau ermitteln kann, wie linear das Chassis über seinen Hub auf das Eingangssignal reagierte, sondern auch zeigt, durch welche Fehler im Aufbau des Chassis – oft im Antrieb mit Magnet und Eisenteilen, aber immer wieder auch in der Aufhängung der Membran – diese Verzerrungen verursacht werden. Durch dieses System wurde es erheblich leichter, Tieftöner zu bauen, die einen großen linearen Hub aufweisen und somit tiefe Frequenzen auch mit kleiner Membranfläche sauber wiedergeben können. Es misst die Membranbewegung mit Hilfe eines Lasersensors hochgenau und ermittelt den dazugehörigen Pegel mit einem Mikrofon.

Das Klippel-System hat die Chassis-Entwicklung revolutioniert und trägt weltweit zur Qualität bei Lautsprechern bei. Mittlerweile hat Wolfgang Klippel sein System noch weiter ausgebaut und kann nun unter anderem auch das exakte Schwingverhalten von Membranen inklusiver aller Resonanzen ermitteln.

Teufel  LT4  5.1L-Set - 5.1-Boxenset für 1.100 €

Ein Chassis wird gerade vom Klippel-System per Laser-Sensor vermessen.

 

 

Fazit

Teufels neues 5.1-Säulen-Set LT4-L sieht nicht nur edel aus, sondern klingt auch richtig gut – und ist mit 1.100 Euro fast konkurrenzlos günstig. Das verdient einen Preistipp und ein Highlight.  Michael Nothnagel

       

Teufel LT4 5.1L-Set - 5.1-Boxenset für 1.100 €  
Teufel LT4 5.1L-Set - 5.1-Boxenset für 1.100 €

Teufel LT4 5.1L-Set - 5.1-Boxenset für 1.100 €

 

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Teufel LT4 5.1L-Set - 5.1-Boxenset für 1.100 €

 

 

 

 

 

 

Der Testbericht Teufel LT4 5.1L-SET (Gesamtwertung: 81, Preis/UVP: 1100 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2015 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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