Optoma HD50 (Test)

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Optoma HD 50 – DLP-Projektor für 1.200 Euro

Optoma HD 50 – DLP-Projektor für 1.200 EuroFür gerade mal 1.200 Euro bringt Optomas HD 50 alles mit, was Heimkino-Herzen höher schlagen lässt – selbst Top-Features wie 3D, Lens-Shift und PureMotion.

Beim 1.400 Euro teuren Bruder Optoma HD 300 X (Test in audiovision 1-2013) lobten wir bereits die tolle Ausstattung, die der 200 Euro günstigere HD 50 mit Lens-Shift-Optik, flexiblem Zoom und verbesserter Videoverarbeitung sogar noch toppen kann. Allerdings muss man auch beim HD 50 für 3D nachzahlen. So fallen für das 3D-Startset ZF 2100 mit Synchronsender und Brille 129 Euro extra an, 109 Euro kostet jede weitere Brille.

Optoma HD 50 – DLP-Projektor für 1.200 Euro

 

Installation und Bedienung

Der Optoma HD 300 X kam noch mit bescheidenem 1,2-fach-Zoom und ohne Lens-Shift daher, der 200 Euro günstigere HD 50 bringt nun ein 1,5-fach-Zoom mit vertikaler Lens-Shift-Funktion mit. Der Regelbereich von +/- 15 Prozent ist zwar kleiner als bei LCD-Projektoren, reicht aber aus, um ein 21:9-Bild mit Letterbox-Streifen bis an den unteren Rand einer 16:9-Leinwand zu schieben. Das Objektiv ist weitwinklig und liefert optional einen großen vertikalen Bildversatz. Selbst professionelle Installationen mit Vorsatzlinse sind dank des starken Zoomfaktors möglich.

Positiv überrascht sind wir von der scharfen Optik, die selbst in voller Telestellung lediglich 20 Prozent an Lichtstärke einbüßt. Mit seiner 240 Watt starken Lampe leuchtet der Optoma bis zu 3,3 Meter breite Leinwände in Kinolichtstärke aus und deklassiert in diesem Punkt DLP-Mitbewerber mit LED-Leuchtmitteln wie den LG PF 80 G (Test auf Seite 64). Allerdings verbraucht der HD 50 rund 300 Watt und spätestens nach 3.500 bis 5.000 Stunden (Eco) wird eine 400 Euro teure Austauschlampe fällig.

In seiner Preisklasse lässt die vielseitige Bildverarbeitung des Optoma HD 50 aufhorchen. Praktisch ist die feinstufige Overscan-Schaltung, die optional auch SD-Vollbilder (HDMI 576p) ohne Bild­beschnitt zeigt. Auch eine elektronische Bildverschiebung und eine vierseitige Maskierung sind an Bord. Alle benötigten Bildformate lassen sich mit vier Direkttasten umschalten. Dazu zählen sowohl Experten-Funktionen, wie das CMS-Farbmanagement, vier fein adaptierbare Gamma-Presets sowie RGB- und Schärferegler, als auch die neu hinzugekommene 2D/3D-Konvertierung (siehe Kasten). Leider blendet die in grellem Blau aufleuchtende Tastenbeleuchtung die Augen – eine dezente rötliche Beleuchtung wäre besser ablesbar und unauffälliger im dunklen Heimkino. Der Lüfter des Optoma kann in leisen Passagen stören und auch sein Farbrad gibt leicht pfeifende Geräusche von sich.

Optoma HD 50 – DLP-Projektor für 1.200 Euro

Blendet leicht: Die blau beleuchtete Fernbedienung bietet
viele Direkttasten, blendet aber mit zu grellem blauem
Licht die Augen im dunklen Heimkino.

 

Licht und Farbe

Die Wahl des optimalen Bildmodus gerät leider zum Versteckspiel. Denn neben den sechs Bildmodi (Vivid, Kino, Bezug, Hell, Spiel und Benutzer) beeinflussen auch die Einstellungen im Menü „Farbskala“ (Native, DLP-C, HDTV, EBU, SMPTE-C) sowie die Menüs „BrilliantColor“, „PureColor“ und „Dynamic Black“ die Bildqualität mitunter massiv. Die letztgenannte Schaltung steigert nur scheinbar den Kontrast in dunklen Szenen durch das dynamische Absenken der Lampe auf nur noch 110 Watt. Das bewirkt aber eine starke Verschiebung der Farbtemperatur in Richtung Blau und auch die elektronische Kontrastspreizung lässt das Bild unnatürlich wirken. Wir wählten schließlich den Bildmodus „Bezug“ mit vorprogrammierter Farbskala „HDTV“ für den Messdurchgang. Er liefert ordentliche Farben, betont jedoch Rot und Magenta im Vergleich zu den weniger intensiven Grüntönen. Auch die Farbtemperatur in der Grautreppe ist nicht ganz perfekt, weil etwas grünlich. Bildtüftler finden nach dem Wechsel auf die Farbskala „EBU“ natürlicher wirkende Graustufen und können dem HD 50 im Farbmanagement schnell ausgewogenere Farben beibringen. Für den Test nützt das aber nichts, da wir nur die beste Werkseinstellung bewerten.
Ansonsten überzeugt die gut 1.000 Lumen helle sowie mit sattem Rot und natürlichen Hautfarben ausgestattete DLP-Projektion. Der Kontrast von 740:1 im EBU-Testbild respektive 390:1 im Schachbrett-Muster erzielt gute Resultate in dynamikreichen Szenen. Doch beim nativen On-Off-Kontrast schafft der Optoma nur rund 1.500:1 und leistet sich unten im Bild zunehmend blaugrün eingefärbtes Schwarz. Zudem erscheint das Bild links deutlich heller; die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung ist speziell in düsteren Szenen auffallend schlecht.

Optoma HD 50 – DLP-Projektor für 1.200 Euro
Doppelte HDMI-Eingänge: Der Optoma HD 50 bietet genügend Anschlüsse
für zwei analoge und zwei HDMI-Bildquellen. Über USB stellt der Projektor
nur eine Versorgungsspannung bereit und lässt sich über die
RS-232-Buchse fernsteuern. Der 3D-Funksender wird
an der Mini-DIN-Buchse angeschlossen.

Optoma HD 50 – DLP-Projektor für 1.200 Euro

 

 

 

Schärfe und Videoverarbeitung

Im Vergleich zum Bruder HD 300 X zeigt sich der HD 50 verbessert: Er stellt auch für HDMI-Quellen im Farbmodus RGB einen Sättigungsregler bereit und reproduziert Grau- sowie Farbabstufungen feiner. Ebenso gut funktioniert die HDTV-Vollbildwandlung von Kinofilmen, nur mit TV-Material sind leicht unruhige Kanten erkennbar. Halbbild-Videos im Format 576i nimmt der Optoma via HDMI nicht mehr entgegen, obwohl er entsprechende analoge FBAS- und YUV-Signale in saubere Vollbilder umwandeln kann. Seltsam: Verschiedene HDMI-Bildquellen im RGB-Farbmodus zeigt der HD 50 häufig mit viel zu hellem Schwarzwert.

Eine große Stärke des Geräts ist die ausgezeichnete Detailschärfe. Sie lässt Naheinstellungen mit plakativer Tiefenschärfe zur Geltung kommen oder Kamerafahrten geradezu dreidimensional wirken. Feine Muster lassen sich im Menü „UltraDetail“ in der Benutzereinstellung mit 40 Prozent ohne grobe Übertreibung weiter steigern, was sich sogar auf die Schärfe der Menüs auswirkt.

Das annähernd schwarz-weiß produzierte Intro von „Casino Royale“ erscheint angenehm hell sowie plakativ scharf mit deutlich sichtbarem Filmkorn-Grießeln – bewegt man den Kopf, können allerdings leichte RGB-Blitzer vom Farbrad stören. In der darauf folgenden bunten Animationssequenz senkt sich der Vorhang in sattem Rot über das Bild, was beeindruckt und nicht unnatürlich wirkt. Die fliegenden Spielkarten und Roulettekessel drehen sich entweder original im 24p-Modus mit leicht verschmierter Doppelkante oder werden von der PureMotion-Schaltung glattgebügelt. Auf TV-Sendungen wirkt sie sich leider nicht aus, weshalb ein Fußballspiel nicht in optimaler Bewegungsschärfe erscheint. In den hellen Strandaufnahmen des Bond-Abenteuers überzeugt der Optoma mit leuchtenden Farben, schwächelt aber in der düsteren Montenegro-Szene: Sie wirkt etwas fahl und enthält zu viel bläulich eingefärbtes Restlicht in den schwarzen Letterbox-Streifen. 

Optoma HD 50 – DLP-Projektor für 1.200 Euro
Optimiert die Farben: Im CMS-Menü lassen sich Farbort und Helligkeit
für die RGB- sowie Mischfarben nachregeln. Die Werte lassen sich separat für alle
fünf Presets des Farbskala-Menüs abspeichern.

Die 3D-Bildqualität

Optomas aufladbare 3D-RF-Brille wiegt nur noch 38 Gramm und bietet ein weites Gesichtsfeld, kann aber auf schmalen Köpfen leicht nach vorne rutschen. Die Synchronisierung über den Funksender gelingt auch aus großer Entfernung sicher und zuverlässig.

In der dritten Dimension verliert der Optoma etwas mehr Licht als andere Projektoren, bringt allerdings dank der starken Lampe mit rund 140 Lumen immer noch ausreichend helle 3D-Bilder auf die Leinwand. Farben wirken ausgewogen und kräftig, wenn man die Sättigung anhebt oder alternativ „PureColor 1“ aktiviert. Mit seiner 2D/3D-Konvertierung kann der Optoma HD 50 nun dreidimensionale Bilder simulieren. Im Modus „Frame Sequential“ bewahrt er dabei die volle Bildauflösung, generiert aber auch unnatürlich wirkende Verzerrungen und Perspektiven. Das Übersprechen reicht für eine zufriedenstellende Bildtrennung zwischen linkem und rechtem Auge aus.

Auch in echten 3D-Streifen wie „Avatar“ lässt sich die PureMotion-Schaltung aktivieren. Dann gleitet das Raumschiff auf Wunsch traumhaft gleichmäßig über die Leinwand. Ohne die Schaltung ist leichtes 3:2-Pulldown-Ruckeln zu sehen, da der Optoma 3D-Kinofilme von Blu-ray-Discs nicht mit 48, sondern mit 60 Hertz wiedergibt. Im Gegensatz zu einer Bildwiedergabe mit 48 Hertz flackern die hellen Wolken am Hubschrauber-Landeplatz nicht. Besser wäre aber eine 3D-Wiedergabe mit 72 Bildern pro Sekunde und Auge, die der Optoma HD 50 allerdings nicht beherrscht.

Optoma HD 50 – DLP-Projektor für 1.200 Euro

Volles 3D-Programm: Der Optoma verarbeitet alle wichtigen 3D-Formate
und wandelt auf Wunsch normale Filme in ein simuliertes 3D-Video um.

 

 

 

 

Fazit

In seiner Preisklasse verdient sich der Optoma HD 50 dank guter Optik und Ausstattung einen Preis-tipp. Die Farben sind ordentlich und lassen sich weiter verbessern; die Lichtstärke reicht für große Leinwände aus. Kontrast und Ausleuchtung bleiben jedoch auf Einsteiger-Niveau.    Udo Ratai

Optoma HD 50 – DLP-Projektor für 1.200 Euro

 

Technische Ausstattung und Bewertung

 
Optoma HD 50 – DLP-Projektor für 1.200 Euro

 

 

 

Der Testbericht Optoma HD50 (Gesamtwertung: 72, Preis/UVP: 1200 Euro) ist in audiovision Ausgabe 11-2014 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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