Leserfrage: Atmos für Fortgeschrittene

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dolby atmosHallo liebe AV-Redakteure, ich habe mich intensiv in das Thema Dolby Atmos eingearbeitet. Ich halte es für so komplex und beratungsintensiv, dass sich die audio­vision hoffentlich dieses Themas ausgiebig annehmen wird. Wenn ich alles richtig verstanden habe, sind verschiedene neue Receiver bereits mit dem Prozessor ausgestattet, der mit dem „Dolby Surround Upmixer“ das bisherige „ProLogic IIz“ ersetzt und eine Verbesserung darstellen soll. Irgendwie stellt „Dolby Atmos“ den auf abseh­bare Zeit eher verwendungsfähigen „Dolby Surround Upmixer“ (DSU) so in den Schatten, dass dieser etwas untergeht, aber hoffentlich auf Herz und Nieren von Euch geprüft wird.

Wie ich glaube zwischen den Zeilen gelesen zu haben, empfiehlt Dolby für High-End-Heimkinos die Variante 7.1.4, allerdings tut sich die AV-Industrie schwer, dies für unsere Bedürfnisse angemessen anzubieten. Der Pioneer SC-LX 88 hat neun interne Endstufen an Bord, in der jetzigen Bedienungsanleitung ist aber weder ein Hinweis noch eine Empfehlung, ob sich beispielsweise wenigstens mit einer externen Endstufe an einem der Pre Outs eine 7.1.4 Dolby Atmos-Variante realisieren lässt. Die Produktwerbung des „Elite“ LX 89 in den USA lässt nichts Gutes ahnen, denn der wird beispielhaft lediglich mit einer 5.1.4-Variante illustriert, also ohne Surround Backs. Beim 9-Kanal-Receiver Denon AVR-X5200W besteht die Möglichkeit, für Dolby Atmos 7.1.4 am Pre Out eine externe Stereo-Endstufe anzuschließen, aber nur für die hinteren Atmos-Deckenlautsprecher.

Nutzer einer höherwertigen Endstufe würden es vielleicht vorziehen, stattdessen die beiden Front-Lautsprecher mit externer Endstufe zu betreiben, das scheint aber nicht vorgesehen. Laut Denon verfügen zwar sowohl der AVR-X5200W als auch der AVR-X4100W über einen 13.2-Vorverstärker-Ausgang, aber der 4100er hat maximal die 7.1.2-Lautsprecher-Option (mit externer Stereo-Endstufe), kann also anscheinend nicht vorrangig als Dolby Atmos-Vorstufe betrieben werden.
Frank Bitter, per E-Mail

audiovision: Den Pioneer SC-LX 88 testen wir in der nächsten Ausgabe und können dann fundierte Aussagen bezüglich der Atmos-Fähigkeit treffen. In Bezug auf die beiden Denon-Modelle haben wir mit Product Marketing Manger Heiko Panzer Rücksprache gehalten und können Ihnen Folgendes mitteilen: Der Denon 5200 verfügt über einen vollwertig ausgebauten Vorverstärkerausgang mit allen Kanälen. Die Menüabbildungen (siehe Bild) legen den Schluss nahe, dass an den Pre Outs nur die hinteren Surround-Boxen angeschlossen werden können. Erfreulicherweise handelt es sich dabei aber nur um eine zweideutig interpretierbare Menügrafik: Im Modus „Dolby Surround“ liegen in der gezeigten Einstellung auch an den Front-Pre Outs Signale an, obwohl die Kanäle nicht mit „Pre“-Symbolen gekennzeichnet sind. Beim AVR-X 4100W interpretieren wir die Herstellerangaben so, dass die Gesamtanzahl der gleichzeitig nutzbaren Kanäle auf 9 begrenzt ist. Man kann also mit externer Endstufe eine Anordnung mit vier Höhenkanälen aber ohne Surround Back (5.1.4.), oder im „7.1.2“-Schema mit zwei Höhenkanälen aufbauen.

Den Dolby Surround Upmixer haben wir schon ersten Hörtests unterzogen: Wir haben den Eindruck, dass er in den Surrounds und Höhenkanälen etwas räumlicher klingt als Pro Logic IIz. Wir meinen, dass sich der Dolby Surround Upmixer und das bei allen bislang getesteten Atmos Receivern vorhandene DTS Neo:X ideal ergänzen. Hier kommt es auf den eigenen Geschmack, die Boxenanordnung und das Film-/Musikmaterial an. 

Wir wissen nicht, was Dolby für High-End-Heimkinos empfiehlt, aber alle Atmos-Vorführungen, an denen wir teilgenommen haben, wurden mit vier Atmos-Lautsprechern durchgeführt. Ein Atmos-System mit vier Deckenlautsprechern kann in Bezug auf die vorhandene Verstärkerleistung problematisch werden, vor allen wenn man ein 7.1-Boxen-Setup verwendet. In diesem Fall eignet sich derzeit nur der Onkyo TX-NR 3030 als All-in-One-Lösung. Aber wie Sie richtig bemerkt haben, lassen sich 9.2-Verstärker wie der Denon AVR-X 5200 W entsprechend aufrüsten.   

 

 

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