Volles 4K erst in drei Jahren

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toshiba sascha lange florian goislUnter dem Motto „The Future is bright“ lud Toshiba nach Prag, um Journalisten und Händlern ihre neue TV-Strategie und -Technik zu erläutern. audiovision-Redakteur Florian Goisl war vor Ort.

„Wer guckt denn noch 3D“- bemerkte Marcel Gonska, Chef der Technik-Beratungsfirma WLC, süffisant auf eine kritische Anmerkung bezüglich der 3D-Darstellung der neuen Fernseher. Nein, das räumliche Film­erlebnis steht bei Toshibas neuer TV-Generation nicht im Fokus.
Am Thema 4K bzw. Ultra-HD kommt dagegen kein TV-Hersteller vorbei: Zu groß ist der Marketing-Effekt und das Faszinationspotenzial von acht Millionen Pixeln. Letzteres erschließt sich laut Toshiba-Vertriebsleiter Sascha Lange allerdings nur den Zuschauern, die sich echte 4K-Videos auf einem Display über 55 Zoll ansehen. Denn erst dann führt die Vervierfachung der Pixelzahl gegenüber Full-HD zu einer signifikanten Steigerung der Bildqualität. Weil Ultra-HD-TVs über 55 Zoll aber teuer bleiben, und laut Toshiba-Studien neun von zehn Deutschen weniger als 2.000 Euro für ihren neuen Fernseher ausgeben, will man dem Segment preisgünstiger Full-HD-TVs mit drei neuen Modellen der M74-Serie besondere Beachtung schenken (siehe auch 5-2014, Seite 10).

Zur besseren Bildqualität soll das eigens entwickelte Full-LED-Backlight ProLED 700 beitragen. Es leuchtet besonders hell und ist zonal regelbar, obgleich gröber als beim ehemaligen Flagschiff ZL1 (Test in audiovision 9-2011). Trotzdem sollen strahlende Spitzlichter, tiefes Schwarz und ein vergrößerter Farbraum ein in der Preisklasse bestes Bild ermöglichen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung macht Gastredner Marcel Gonska deutlich, das selbst moderne Blu-ray-Video­standards an historischen Beschränkungen kränkeln. Als Beispiele nennt er die nichtlineare Gamma-Kennlinie, die auf der Charakteristik der Braunschen Röhre aufbaut und den Blu-ray-Farbraum BT.709, der nicht übermäßig groß ist, weil in den 1960ern keine farb­reineren Röhrenphosphore mit ausreichend kurzer Nachleuchtdauer zur Verfügung standen.
   
Die aktuelle Display- und Kino­kamera-Technik ermöglicht durch ihren größeren Kontrast- und Farbumfang sowie Bildraten bis 120 Hz dagegen das Potenzial zu bisher nie gesehenen Bildern. Doch bis sich die technischen Möglichkeiten in einem neuen 4K-Standard für das Heimkino niederschlagen, vergehen nach Gonskas Einschätzung noch drei bis vier Jahre. Nicht zuletzt, weil daran über ein halbes Dutzend Gremien wie die ITU, EBU, SMPTE, DVB, MPEG, CEA, HDMI und BDA beteiligt sind – und die haben in vielen Detailfragen oft unterschiedliche Standpunkte.       

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