Rückblick: CES-Messe 2014

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Rückblick: CES-Messe 2014Biegbare Fernseher waren der Hingucker auf der diesjährigen CES. Doch die Consumer Electronics Show in Las Vegas hatte noch weitere Highlights zu bieten. audiovision-Mitarbeiter Florian Friedrich hat sich vor Ort umgesehen. 

Keine CES ohne PR-Panne. Als Sony letztes Jahr einen OLED-Fernseher vorführte, setzte das Prototypen-Showstück aus und die organischen Leucht­dioden zeigten nur eine blaue Störungsmeldung. 2014 sollte Blockbuster-Filmemacher Michael Bay bei Samsung für die neuen Ultra-HD-Fernseher ein paar nette Worte finden. Doch die blieben ihm buchstäblich im Halse stecken als der Tele­prompter ausfiel. Panisch floh der „Transformers“-Regisseur von der Bühne.

Rückblick: CES-Messe 2014
Regisseur Michael Bay (links) sollte Samsungs neue Ultra-HD-Fernseher bewerben,
doch der Teleprompter fiel aus und Bay verließ vorzeitig die Bühne.

Biegbare Fernseher
Trotz dieser publikumswirksamen Panne kann Samsung mit der CES mehr als zufrieden sein, präsen­tierte man doch zusammen mit LG die innovativsten Produkte. Dabei stellten die Korea-Konzerne im Spieler­paradies erstaunlich ähnliche Geräte vor. Der Hingucker schlechthin waren Fern­seher, bei denen der Zuschauer über die Fernbedienung die Biegung einstellen kann. Und im Gegensatz zum Teleprompter klappte dies auch ohne Probleme. Aller­dings handelt es sich hier um Prototypen, eine Markteinführung steht noch in den Sternen. Samsung bezeichnet die neue Geräte­gattung als „Bendable TV”, während die LG-Geräte auf den Namen „Flexible TV“ hören. Nicht nur bei den biegbaren, auch bei gebogenen Fernsehern bilden Samsung und LG die technologische Speerspitze. Erstmals zeigten die Koreaner die sogenannten „Curved Displays“ mit Ultra-HD-Auflösung.    

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Flach war gestern: Auf der CES dominierten Fernseher mit gebogenen
Bildschirmen die Szenerie. Entsprechend schwungvoll vielen die TV-Aufbauten aus.

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Die auf Knopfdruck biegbaren Fernseher wie hier am
Samsung-Stand waren der Hingucker, entsprechend groß das Gedränge.

OLED in Ultra-HD
Womit wir bei dem dominierenden Thema der diesjährigen CES wären: die 4K- bzw. Ultra-HD-Auflösung. Bei Fernsehern über 55 Zoll spielt Full-HD kaum eine Rolle mehr, zumindest den Produkt-Ankündigungen auf der CES nach zu urteilen. Auch bei den erst letztes Jahr von LG und Samsung auf den Markt gebrachten OLED-Fern­sehern hält die Ultra-HD-Auflösung Einzug. Die Bildqualität der Ausstellungsstücke in Las Vegas war phänomenal. Insbesondere das 77-Zoll-Modell von LG glänzte durch eine enorm hohe Bilddynamik und fantastische Detailzeichnung, die auch bei Bewegung nicht an Qualität einbüßt. Von Sony, die letztes Jahr noch einen 4K-OLED-Prototypen vorgestellt hatten, sah man bezüglich OLED hingegen nichts Neues.

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AV-Mitarbeiter Florian Friedrich posiert mit einer Messehostess
vor den ersten gebogenen Fernsehern („Curved TVs“) mit Ultra-HD-Auflösung.
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LG präsentierte den größten OLED-Fernseher mit Ultra-HD-Auflösung.
Wann der 77-Zoll-Koloss auf den Markt kommt und was er kosten wird, steht noch nicht fest.

Dafür verpasst Sony den BRAVIA TV-Modellen des Jahres 2014 ein neues Designkonzept. Die Serien X9, W95 und W85 überraschen mit neuer „Wedge“-Optik. Neben visuellen Vorzügen, über die man stets streiten kann, birgt die Keilform auch technische Vorteile. Den durch das Design gewonnenen Raum nutzen die Japaner für den Einbau leistungsstarker Lautsprecher. Ein integrierter Subwoofer soll einen satten Bass liefern. In der X9-Serie sorgen die nur von Sony verbauten und aus NASA-Weltraumtechnologien abgeleiteten Ferrofluid-Lautsprecher für eine klare und satte Klangqualität.

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Stylishes Duo: Florian Friedrich und ein Sony-TV im neuem „Wedge“-Design.

Ansonsten gab es Ultra-HD in allen Größen und Preisklassen – angefangen vom 1.000 Dollar günstigen 50-Zöller von Polaroid bis hin zum 110 Zoll großen und über 100.000 Dollar teuren TV-Monster UHD TV S9 von Samsung. Im Gegensatz zu den 2013er-Modellen können praktisch alle neuen Fernseher Ultra-HD-Inhalte mit 60 Hz via HDMI 2.0 abspielen.  

Toshiba, Samsung und LG setzten in Sachen Auflösung sogar noch einen drauf und zeigten 5K-Ultra-HD-Fernseher mit 5.120 x 2.160 Bildpunkten. Im Grunde handelt es sich aber nur um 4K-TVs mit horizontaler Erweiterung zur Darstellung von Breitbild­filmen im 21:9-Format. Unklar ist allerdings, wie entsprechend aufgelöste Inhalte zugespielt werden können. Auf Full-HD-Basis kennen wir das Konzept und die Vorzüge und Nachteile eines 21:9-TVs ja bereits von Philips. Wie sinnvoll allerdings die Skalierungsmöglichkeiten und Bildformate sein werden, bleibt abzuwarten. Am Stand von LG lief es schon mal schief: „Life of Pi“ wurde mit schwarzen Balken oben und unten präsentiert und war deshalb gehörig in die Breite verzerrt.

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Toshiba bewarb seine superbreiten 21:9-Fernseher als 5K-Modelle.

Mehr Subpixel bei Sharp
Aller Ultra-HD-Euphorie zum Trotz versucht Sharp die Detaildefinition bei Full HD-TVs zu verbessern, indem man die Zahl der Subpixel erhöht. Durch die für Sharp typische vierte Farbe („Quattron-Technologie“) und eine Teilung der vorhandenen Subpixel kommt man auf 16 Millionen Subpixel. Eine ausgeklügelte Skalierungstechnologie soll die zusätzlich geschaffenen Subpixel optimal nutzen. Was sich auf der Presse­konferenz noch schlüssig anhörte, bringt beim genauen Blick auf den Schirm aber aus unserer Sicht keinen nennenswerten Vorteil. Zwischen den Subpixeln sind noch immer Lücken, das Pixelraster ist störender als bei Fernsehern mit Ultra-HD-Auflösung. 

Der Rest vom Fest
Bis auf einen Ultrakurzdistanz-Projektor mit 4K-Auflösung von Sony für 35.000 Dollar sah es an der Beamer-Front bescheiden aus – das war in den letzten Jahren aber nicht anders.
Zwar wurden etliche neue Blu-ray-Player von Sony, Samsung & Co. gezeigt, vom Ultra-HD-fähigen Blu-ray-Nachfolgeformat fehlte hingegen jede Spur. Das Highlight der nächsten CES dürfte damit schon feststehen. 

 

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