Marantz SR 6007 (Test)

0

Marantz SR 6007 – AV-Receiver für 1.000 Euro

Marantz SR 6007 - AV-Receiver für 1.000 €Er ist die kleinere Variante von Marantz edelstem Receiver: Der SR 6007 punktet durch reichhaltige Ausstattung, Leistung satt und guten Klang zum fairen Preis. 

Mit dem SR 6007 stellt Marantz den sanft überarbeiteten Erben des SR 6006 vor. Das unverkennbare Erscheinungsbild mit zentralem Bullaugen-Display und geschwungener Front bleibt erhalten, ebenso der Preis von 1.000 Euro. Mit neuer, übersichtlicherer Fernbedienung, aktueller Multi­media-Ausstattung und 4K-Video­verarbeitung ist der 7.1-Receiver am Puls der Zeit.

Ausstattung und Technik

Im Vergleich zum Vorgänger fiel ein HDMI-Eingang dem Rotstift zum Opfer. Nichtsdestotrotz gibt es genügend Anschlüsse fürs gut bestückte Privatkino, darunter einen Phono-Eingang sowie einen vollwertigen Satz Vorverstärkerausgänge und ana­loge Mehrkanaleingänge. Für die Signalverstärkung sorgen sieben diskret aufgebaute, passiv gekühlte Endstufen, die sich für verschiedenste Lautsprecher-Konfigurationen einsetzen lassen: etwa zur unabhängigen Beschallung eines zweiten Raums (Zone 2), für ein zweites Stereo-Boxenpaar, zur Versorgung der Frontlautsprecher in Bi-Amping-Technik oder für zusätzliche Effektkanäle hinten, vorne oder an der Decke. Bei der Einmess­-Automatik vertraut der Hersteller auf den US-Spezialisten Audyssey, der mit der Variante MultEQ XT Pro sein zweitbestes Produkt beisteuert. Es analysiert die Akustik anhand von acht Messpositionen im Raum, sodass Dellen und Buckel im Frequenzgang, die nur an einem Ort auftreten, nicht als Lautsprecherfehler interpretiert werden. Ambitionierte Heimkinofans können ferner eine Händler-Einmessung buchen, die noch bessere Klangkorrekturen ermöglichen soll (weitere Details dazu finden sich im Denon-Test auf Seite 26). Die Klangregler sind mit einem Neun-Band-Grafik-EQ (siehe Kasten rechts) und diversen Filtern vollständig vertreten: M-DAX verhilft dumpfen MP3-Tracks zu mehr Höhen, der Heimkino-EQ dämpft dagegen überschüssige Höhen in Filmsoundtracks, während die Loudness-Schaltung Dynamic EQ für ausgewogene Bässe und Höhen bei niedrigen Lautstärken sorgt.  

Marantz SR 6007 - AV-Receiver für 1.000 € 
  Die Fernbedienung besticht durch riesige Tasten. 

 

Video und Multimedia

Der Receiver leitet Videosignale wahlweise unbearbeitet oder mit Skalierung an die beiden HDMI-Ausgänge. Die Ausgangsauflösung lässt sich für Analog-Video und HDMI getrennt einstellen, und zwar von 576p bis 4K (3.840 x 2.160 Pixel). Laut Hersteller verstehen sich alle HDMI-Eingänge auf 4K-Signale, sogar das transparente Overlay-Bildschirmmenü soll erhalten bleiben; nur die Bild­regler sind dann inaktiv. Für die Musikwiedergabe aus der digitalen Welt stehen USB-, DLNA- und AirPlay-Audioplayer bereit. Mit MP3, WMA, AAC, WAV, FLAC und Apple Lossless Codec ALAC unterstützt der Receiver alle wichtigen Formate; Live-Alben in FLAC-Codierung spielt er ohne Unterbrechung ab. Rund 130 Euro kostet der Blueetooth-Adapter RX-101, mit dem man Musik vom Smartphone oder Laptop drahtlos in den Receiver transferiert. Ein gut bedienbares Internetradio stellt die globale Radiovielfalt inklusive Podcasts bereit. Musikfans können sich über die kostenpflichtigen Internet-Dienste Last.fm und spotify mit frischen Songs versorgen. Die Fernbedienung steuert – untypisch für AV-Receiver – keine Fremdgeräte, lässt sich dafür aber dank weniger und großer Tasten treffsicher bedienen. Das hübsche, aber spartanische Display bietet nur Platz für AV-Quelle und Lautstärke; für viele Einstellungen ist man aufs Bildschirmmenü angewiesen, das zumindest übersichtlich ausfällt.

Marantz SR 6007 - AV-Receiver für 1.000 € 
  Vergoldete Buchsen: Für einen Receiver dieser Preisklasse
bietet der Marantz eine hervorragende Anschlussvielfalt.

 


Marantz SR 6007 - AV-Receiver für 1.000 €
Prall gefüllt: Trotz des geräumigen Gehäuses beanspruchen AV- und Leistungselektronik,
Kühlkörper und Trafo fast den ganzen zur Verfügung stehenden Platz.


 

 

Tonqualität Surround

Treibt man fünf oder sieben Endstufen an die Leistungsgrenzen, so befeuert der Marantz die angeschlossenen Lautsprecher mit einer Gesamtleistung von knapp 500 Watt – mehr als genug selbst für große Heimkinos. Entsprechend markerschütternd geht es im Hörtest mit bassgewaltigen THX- und Dolby-Trailern zu. Bei einem DolbyTrueHD-Konzert­ausschnitt der Industrial-Ikonen Nine Inch Nails zeigt der Marantz sein großes musikalisches Gespür: Er reproduziert den Track "The Hand That Feeds" aufgeräumt und rund. Dabei lässt er selbst bei hohen Pegeln nicht die geringste Aggressivität aufkommen. Der Bass steht satt im Hörraum, obwohl unser B&W-Boxenset wie bei allen Receiver-Tests ohne Subwoofer aufspielen muss. Im zweiten Hördurchgang darf sich die Einmess-Automatik beweisen. Audyssey sorgt für einen präzisen Abgleich von Pegel und Distanz und schafft so die Voraussetzungen für einen homogenen Raumklang. Der Auto-Equalizer mit Zielkurve Audyssey beschert ein gutes Resultat: Der Vortrag gewinnt an Druck und Transparenz, die leichten Timbre-Unterschiede zwischen den Boxen verschwinden nahezu, der Bass wirkt strukturierter und satter. Bei hohen Pegeln stresst der dominantere Hochton auf Dauer aber etwas. Hier ist der Heimkino-EQ eine gute Wahl, er lässt Front und Center weniger schneidend klingen. Die Auto-EQ-Variante Audyssey Flat klingt für unseren Geschmack zu höhenreich, sie empfiehlt sich aber als Ausgangsbasis für eigene Klangeinstellungen mit dem Grafik-EQ.

Marantz SR 6007 - AV-Receiver für 1.000 €

Unverkennbar Marantz: Der auch in Schwarz erhältliche Receiver fällt durch das
Drei-Augen-Design mit kreisrundem Display auf.

 

Tonqualität Stereo

Mit Audio-CDs musiziert der Marantz so stimmig, als wäre er ein reinrassiger Stereoverstärker. Ob schiebende Beats, unterlegt mit unterkühltem Gesang wie in "The Girl and the Robot" der norwegischen Elektroniker Röyksopp, oder gefühlsbetonter Pop von Lene Marlin: Der Marantz bildet feinste Nuancen sauber ab und klingt stets musikalisch – vor allem im Pure Direct-Modus. Der Audyssey-EQ holt Feinheiten wie ausklingendes Schlagzeugblech überdeutlich hervor; Geschmackssache ist aber der beim Umschalten hörbare Eigenklang, der weib­lichen Stimmen eine leicht künstliche Note verleiht.

 

Tipps zu Einmessung und Equalizer

Der Marantz verfügt mit "Klangregelung" und "Grafik-Equalizer" über zwei manuell einstellbare Equalizer-Arten: Mit den Klangreglern kann man die Bässe und Höhen lauter beziehungsweise leiser machen. Sie wirken sich nur auf die Stereo-Hauptlautsprecher und den Kopfhörer aus. Für tiefer gehende Klanganpassungen ist der Neun-Band-Grafik-EQ zuständig, der sich nicht auf den Kopfhörer auswirkt, dafür aber individuelle Einstellungen für jeden Lautsprecher außer dem Subwoofer erlaubt. Er empfiehlt sich, wenn man weder mit dem Klang ohne EQ noch mit der aktiven Audyssey-Entzerrung zufrieden ist. Weil die optimale Einstellung nur nach Gehör ziemlich schwierig ist, bietet sich als Basis die Klangeinstellung an, die sich nach der Einmessung ergibt. Mit dem Befehl ‚Kurvenkopie‘ kann man die Zielkurve Audyssey Flat auf den manuellen EQ übertragen. Durch schnelles Hin- und Herschalten mittels Soundmode-Tasten lässt sich der Klang mit/ohne EQ gut vergleichen. Häufig dürfte der an sich transparente Audyssey-Sound als etwas zu direkt und harsch empfunden werden. Leiser eingestellte 2k, 4k- und 8k-Regler sorgen dann für einen sanfteren Klang, ohne dabei die Dialogverständlichkeit zu verschlechtern. Nachteile des Equalizers: Klangregler und EQ rauschen auch in neutraler Einstellung – wenn man sie nicht braucht, sollte man sie abschalten. Die automatische Klangkorrektur durch Audyssey wird bei Verwendung des Grafik-EQs zudem hörbar ungenauer, weil Letzterer keine so präzise Frequenzgangglättung erzielt wie der Audyssey-EQ.  

 

 

Marantz SR 6007 - AV-Receiver für 1.000 €
Grafik-EQ: Oktavband-Entzerrer mit großem Regelbereich und individuell je Lautsprecher einstellbar.

 


 

Fazit

Der Marantz legt mit seinem tollen Preis/Leistungsverhältnis eine glänzende Vorstellung hin: Er ist reichhaltig ausgestattet und klingt jederzeit so hervorragend, dass wir ihn als Highlight auszeichnen. Einziges Manko ist wie beim Vorgänger das kleine Display, das die Bedienung erschwert.  Florian Goisl

Marantz SR 6007 - AV-Receiver für 1.000 €

Marantz SR 6007 - AV-Receiver für 1.000 €

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Marantz SR 6007 - AV-Receiver für 1.000 €

 

 

 

 

 

Der Testbericht Marantz SR 6007 (Gesamtwertung: 87, Preis/UVP: 1000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2013 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

Diesen Artikel teilen

Antworten

[pro_ad_display_adzone id=25883]