Teufel THEATER 500 MK2 5.1-SET CINEMA (Test)

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Nur 1.400 Euro kostet das Heimkino-Boxenset vom Direktversender Teufel, 70 Euro kommen für den Transport hinzu. Es besteht aus dem Center T 230 C, dem Subwoofer T 2300 und den umschaltbaren Dipolboxen T 130 D; diese Komponenten kennt man schon vom Theater 200 Mk3 Set. Neu sind die 105 Zentimeter hohen Standboxen T 500 Mk2, die für ein erwachsenes Klangvolumen der Stereokanäle stehen.

Technik

Bei Center und Standboxen sitzen die Hochtöner weiter hinten, damit ihre Position zum leicht nach innen versetzten Mitteltonkonus passt. Dadurch strahlen die Kalotten des Mittel- und Hochtöners zeit- und phasengleich zum Hörer hin, was Teufels Entwickler unter dem Kürzel AGD-Technologie (Adjusted Group Delay) zusammenfassen. Anders als bei der frei abstrahlenden Kalotte des Centers nutzen die Standboxen einen Hochtöner mit hornähnlicher Schalllinse, die Teufel „Waveguide“ nennt. Der optimierte Hochtöner lässt sich dank einer größeren Volumenkammer tiefer ankoppeln, was das Rundstrahlverhalten verbessert, zudem wurden harte Kantenreflexionen entschärft. Der Mitteltöner mit beschichteter Papiermembran sitzt in einer geschlossenen Kammer und wird von der Drei-Wege-Weiche im Bereich zwischen 150 und 2.500 Hertz eingesetzt. Die beiden 17er-Tieftöner mit Kevlar-Fiberglasmembran arbeiten auf das unten sitzende Reflexrohr. Es verstärkt Bassfrequenzen um 46 Hertz maximal und strahlt den Bass über die Bodenplatte zu allen Seiten ab. Die Verarbeitung der 26 Kilo schweren Frontboxen mit Titan-Lackierung, Bi-Wiring-Terminal und separaten Magnet-Stoffgittern überzeugt.

Auch der geschlossene Center stellt seinem 17er-Tiefmitteltöner ein großzügiges Volumen zur Verfügung, weshalb die Einbauresonanz tiefe 69 Hertz erreicht. Die Hochtonkalotte wurde einen Tick weiter nach hinten versetzt, wodurch sich eine ganz leicht nach oben zielende Abstrahlcharakteristik ergibt – ideal, wenn der Center unter dem Display steht. Dank der vertikalen Anordnung löschen sich die beiden Chassis des Centers zur Seite nicht aus, was sich in einem besonders guten Rundstrahlverhalten niederschlägt (siehe Diagramm).

Recht beengt geht es dagegen in den Dipolen zu: In der netto sechs Liter großen Kompaktbox sitzen auf beiden Schallwänden eine 25-Milli-meter-Gewebekalotte und ein 13er-Tief-/Mitteltöner. Tiefer als bis 110 Hertz reicht der Frequenzgang deshalb nicht. In Dipolstellung strahlt die Box den Schall nach vorn und hinten gegenphasig ab, wobei die Impedanz im Hochtonbereich mit 2,6 Ohm sehr niederohmig gerät. Bei einer seitlichen Montage löschen sich die zum Hörer gerichteten Schallanteile weitgehend aus, während nach vorn und hinten viel Schall das Ohr zeitlich verzögert über Reflexionen erreicht. Alternativ strahlt in Monopol-Stellung nur eine Seite den Schall direkt zum Publikum ab; hier sinkt die Impedanz nicht unter 3,5 Ohm. In dem Fall sollten die Surroundboxen weiter hinten stehen.

Alle vier Chassis bringen magnetische Stoffgitter mit, nur beim Subwoofer wird der Stoffrahmen aufgesteckt. Der potente Subwoofer hat ein Nettovolumen von 68 Litern und erreicht mit Bassreflextechnik eine untere Grenzfrequenz von 29 Hertz. Pegel, Phase und Tiefpassfrequenz lassen sich in weitem Bereich stufenlos einstellen.

Tonqualität Surround

Die kräftigen Standboxen klingen sehr voll und ausgewogen. Sie harmonieren im Bassbereich außergewöhnlich gut mit dem Subwoofer. In Null-Grad-Stellung des Phasenreglers addieren sich die Bässe des Subs und der als groß definierten Frontboxen überzeugend. Einen kleinen Kompromiss muss man bei der Wahl der Tiefpass-Frequenz eingehen: Für den großen Center wären 80 Hertz ideal, für die kleinen Dipolboxen eher 120 Hertz – mit 100 Hertz trifft man sich in der Mitte. Beim Pegelabgleich mit Rosa Rauschen macht sich bemerkbar, dass die Surroundboxen im Grundton schlanker und im Hochtonbereich etwas heller als die großen Standlautsprecher klingen. Der Center betont hohe Töne nur minimal und klingt deshalb sehr ausgewogen, offen und rund. In „Werner 3“ gibt er Stimmen auch auf den seitlichen Plätzen fein artikuliert und mit bester Sprachverständlichkeit wieder und übertrifft in puncto Auflösungsvermögen fast die Standbox.

Teufels AGD-Design (Adjusted Group Delay) sorgt mit zurück versetzten Hochtönern bei den Standboxen T 500 MK2 und beim Center T 230 C für eine zeitrichtige Impulsdarstellung im Hochtonbereich. Die Drei-Wege-Weiche der Standbox T 500 Mk2 dreht jedoch technisch bedingt die Phase des Mitteltöners stärker als die Zwei-Wege-Weiche des Centers. Das ist ein Effekt, der viele 5.1-Sets betrifft. Deshalb läuft die Phase zwischen Standbox und Center auseinander und wird bei mittleren Frequenzen schließlich gegenphasig, was man mit speziellen Rausch­signalen auf Testdiscs nachvollziehen kann. In den meis­ten Fällen wirkt sich dieser Phasenunterschied jedoch nicht hörbar aus, etwa wenn der Center den deutschen Synchronton wiedergibt und die Frontlautsprecher nur Stereo-Effekte übertragen. Gelegentlich wandern in Filmen aber Dialoge von links nach rechts oder werden zwischen den Frontboxen platziert. Und einige Musikaufnahmen wie „They Can’t Take That Away from Me“ von der Blu-ray „Legends of Jazz with Ramsey Lewis“ mischen den Gesang oder einzelne Instrumente gleichzeitig auf alle drei Frontlautsprecher. Dann löschen sich gegenphasige Schallanteile aus, die Fokussierung einer Stimme in der Mitte lässt nach, und wandernde Schallquellen werden nicht ganz korrekt abgebildet. Ein echtes Heilmittel gibt es nicht: Vertauscht man am Teufel-Center den Plus- und den Minuspol, klingen Stimmlagen fester und besser fokussiert. Allerdings passt nun die Phasenlage zum Subwoofer nicht mehr, weshalb der Center im Brusttonbereich dünner tönt.

Vermeiden lassen sich Probleme dieser Art mit 5.1-Sets, bei denen Center und Frontboxen weitgehend identisch aufgebaut sind. Ein Beispiel dafür ist das kleinere Teufel-Set Theater 200 Mk3. Hier verläuft der Phasengang der Zweiwege-Frontboxen T 200 Mk3 praktisch genauso wie beim Zweiwege-Center T 230 C.

Die überzeugt mit ihrer Stabilität und Kraft im Grundton und im Bass: So fährt Werners Motorrad mit tiefem Grollen von links nach rechts durch das Wohnzimmer. Der Subwoofer steuert zwar keinen extrem trockenen, aber grundsoliden Tiefbass bei und versorgt auch große Räume souverän mit bis zu 107 Dezibel Schalldruck. Hinten spannen die Surroundboxen in Dipolstellung eine besonders weiträumige und entspannte Klangkulisse auf; die Monopol-Variante lässt weniger Atmosphäre aufkommen. Beim Tanz der Diva in „Das fünfte Element“ überzeugt die diffuse und weiter aufgespannte Surroundkulisse des Opernsaals im Dipol-Modus, während der fabelhafte Gesang begleitet von sattem Bassfundament ausdrucksstark und glockenklar aus der Mitte kommt. Beim Jazz-Titel „They Can’t Take That Away from Me“ scheint Jane Monheits Stimme allerdings nicht so präzise von vorn zu kommen wie sonst (technische Erklärungen zu diesem Phänomen im  Kasten).

Tonqualität Stereo

Die hohen Standboxen liefern schon ohne Subwoofer satte Bässe und erwachsenen Klang. Wenn man sie leicht zum Hörer anwinkelt, gelingen eine klare Durchzeichnung und eine präzise Raumabbildung, wie man sie in dieser Preisklasse selten findet. Schaltet man den Subwoofer zu, gewinnt der Tiefbass nochmals an Druck und Impulsivität, was beim Titel „Wishing Well“ von Michael Ruff geradezu körperlich spürbar wird. Die festen Tieftonattacken von Bassgitarre und den Drums animieren zu lauteren Pegeln, die bei dieser Nummer richtig Spaß machen. Auch dann gelingt Teufels Set ein entspannter Hörgenuss ohne einen Anflug von Härte. Schließlich beweist das Set bei der Instrumentalfassung des Otis-Redding-Titels „The Dock Of The Bay“ mit Pianist Lincoln Mayorga aus dem Jahr 1973 große Klasse. Die ungemein lässig gesetzte Bassdrum klingt tief und druckvoll, die Orgel und die akustischen Gitarren ertönen natürlich und farbig – ein toller Stereo-Auftritt des Sets. ur

Der Testbericht Teufel THEATER 500 MK2 5.1-SET CINEMA (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 1400 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2013 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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