A-Cinema: Klein, aber digital

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A-Cinema: Klein, aber digitalDer Standard für digitale Kinos kommt von der Digital Cinema Initiatives (DCI) und ist ausgerichtet an den Anforderungen, die von den großen Hollywood-Studios definiert wurden. Unabhängige Filmemacher und kleine Kinos dagegen wurden nicht gefragt. Sie bleiben von der Belieferung mit Filmen im DCI-Standard ausgeschlossen, denn sie können sich weder teure Spezialprojektoren noch Hochsicherheitsserver leisten. Eine Initiative aus Leipzig will das jetzt ändern.

Das Konzept nennt sich A-Cinema und stammt von den Betreibern der Cinémathèque Leipzig. Es soll einerseits unabhängigen Filmemachern entgegenkommen, die einen sicheren Filmvertrieb suchen, aber die Kosten und die Bürokratie der DCI-Vorschriften scheuen. Zudem sind nach aktueller Praxis die Schlüssel für die Abspielberechtigung gar nicht Eigentum des Vertriebs, müssen also selbst für den Eigenbedarf immer wieder neu beantragt und bezahlt werden.

Auf der anderen Seite soll A-Cinema eine kostengünstige Plattform für die Wiedergabe bieten, ohne auf Kompatibilität mit großen Kinos und Sicherheit vor Raubkopien verzichten zu müssen. Für beide Seiten ist eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts in Erlangen zuständig, der Easy-DCP-Creator und Player. Diese Software erstellt die bei DCI vorgeschriebenen Packages (DCP) im Format Motion-JPEG2000, der zugehörige Player erlaubt die Wiedergabe auf handelsüblichen Computern. Damit werden teure Spezialserver überflüssig.

Ein geeigneter Rechner muss natürlich entsprechend leistungsfähig sein, also mindestens ein Dualcore mit 1,5 GHz, dazu kommt eine Grafikkarte neuester Bauart sowie Onboard-Sound. Dann lassen sich anders als bei normalen DCI-Kinos gängige Projektoren mit DVI- oder HDMI-Eingang verwenden. Auch eine 5.1- oder 7.1-Anlage aus dem Home Cinema ist einsetzbar. Dass sich die großen Studios auf A-Cinema einlassen, ist erstmal unwahrscheinlich, das wissen die Initiatoren. Aber unabhängige Filmproduzenten gewinnen eine neue Plattform für ihre Werke.

A-Cinema: Klein, aber digital

Kommunale Kinos, hier in Ginsheim-Gustavburg, und andere kleine Spielstätten
sind bisher von der Belieferung durch digitale Kinofilme ausgeschlossen.

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