Panasonic PT-AT 6000 (Test)

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Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 Euro

Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 €Hier entscheiden Sie: Je nach eingestelltem Bildmodus bietet der neue Projektor von Panasonic entweder beste Farben oder mehr Licht im 3D-Betrieb.

Schon der Vorgänger PT-AT 5000 (Test in audiovision 11-2011) lockte mit seiner großzügigen Ausstattung. Nun hat Panasonic beim neuen PT-AT 6000 in vieler Hinsicht nachgelegt (siehe Kasten rechte Seite). Für gesteigerte Helligkeit sorgt eine stärkere Lampe, wobei man die Wahl zwischen besonders natürlich wirkenden Bildmodi mit eingeschwenktem "Pure Color"-Filter oder einer besonders hellen Projektion hat. Zum Optimieren der Bildqualität in 2D und 3D stehen professionelle Bildwerkzeuge bereit. Die passende 3D-Brille TY-EW3D3M kostet allerdings 99 Euro extra.

Ausstattung und Bedienung

Aufstellen lässt sich der Projektor dank seiner zweifachen Zoomoptik und seines großzügig einstell­baren Bildversatzes sehr flexibel. Hinter der Frontklappe schiebt ein Joystick das Bild um ein Viertel zur Seite beziehungsweise um eine Bildhöhe nach oben oder unten. Fokus und Zoom lassen sich motorisch in zwei Geschwindigkeiten justieren. Besonders praktisch sind die sechs Objektiv-Speicher des LCD-Projektors, denn sie merken sich neben den Zoom- und Fokus-Einstellungen auch die elektronische Bildlage. Das vereinfacht Setups für eine Cine­mascope-Leinwand im 21:9-Format ebenso wie Installationen mit einseitig verstellbarem Cache: Dann schiebt der Projektor ein 21:9-Kinobild nach unten an die schwarze Leinwandbegrenzung, während oben ein schwarzes, ausziehbares Rollo den Rand markiert. Für einen schnellen Zugriff auf diese flexiblen Objektivspeicher kann man auch die frei programmierbare Taste "Funktion" nutzen. Zur Perfektion fehlt hier nur noch eine weitere frei belegbare Taste, etwa um auch die Bildformate oder die Bewegungsverbesserung "Frame Creation" direkt aufrufen zu können.

Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 €

Flexibel: Die beleuchtete Fernbedienung ist übersichtlich.
Die Taste unten rechts lässt sich mit einer beliebigen Funktion belegen,
etwa der Bildformatumschaltung.

Bereits vorhanden sind Direkttasten für die Bildmodi, die 3D-Einstellungen und die Benutzerspeicher sowie für den Waveform-Monitor, der eine professionelle Bildanalyse ermöglicht. Praktische Funktionen finden sich im Menü "Objektiv-Einstellungen", etwa die feinstufige Overscan-Anpassung, die nur für HDTV-Formate verfügbar ist, oder eine Bildmaskierung. Im Gamma-Menü lassen sich 15 Graustufen und ihre Farbtemperatur nachregeln und auf acht Speicherplätzen sichern. Auch das Farbmanagement, das für je drei Grund- und Mischfarben Sättigung, Farbton und Helligkeit anpasst, speichert sechs Farbprofile. Für beliebige Kombinationen stehen 16 Benutzerspeicher zur Verfügung, denen man per Softkey-Tastatur Namen geben kann. Je nach Bild- und Lampenmodus schwanken die Verbrauchswerte zwischen 204 und 300 Watt im Dynamik-Modus. Das Lüftergeräusch kann von 24 auf 32 Dezibel anschwellen.

Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 €

 

Komfortabel: Der Panasonic PT-AT 6000 speichert verschiedene
Positionen seines motorischen Zweifach-Zooms. Unter der lichtdurchlässigen
Frontklappe sitzen ein Joystick für den manuellen Lens-Shift und zwölf IR-Dioden zur
Steuerung der 3D-Brillen.

Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 €
Komplette Anschlüsse: Neben vollständigen analogen Bildeingängen
stehen auch Schnittstellen für drei HDMI-Quellen zur Verfügung.

Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 €

 

 

 

Licht und Farbe

Die sieben Bildmodi des Panasonic unterscheiden sich in der Lichtausbeute deutlich. Im Dynamik-Modus schafft der Projektor knapp 2.000 Lumen. Graustufen erscheinen zwar grünlich gefärbt, Grund- und Mischfarben wirken aber erstaunlich gut gesättigt. Sofern man den Kontrast um elf Punkte absenkt, ist diese Einstellung in heller Umgebung oder bei 3D durchaus ein interessanter Kompromiss. Bessere, aber immer noch keine originalgetreuen Farben liefert der Bildmodus Kino 2. Senkt man die viel zu kühle Farbtemperatur von 8.100 Kelvin mit dem Regler Farbton um zwei Punkte, bleiben satte 1.150 Lumen bei 7.000 Kelvin übrig. Für noch bessere Farben schwenken die Modi Kino1, REC 709 und D-Cinema das "Pure Color"-Filter ein, was jedoch viel Licht kostet.

Den größten Farbraum mit intensiven Rot- und Grüntönen deckt der dunkelste Modus D-Cinema ab. Bei Kino 1 ist der Farbraum kaum erweitert; Rec 709 liefert ein leicht erweitertes Grün und gefällt uns aufgrund der natürlichen Mischfarben am besten. Die Werte in unserer Tabelle wurden entsprechend in diesem Modus gemessen, der auch im hellen Lampenmodus mit 27,6 Dezibel erfreulich leise bleibt.
Der Preis ist allerdings eine auf 650 Lumen reduzierte Lichtstärke. Der Kontrast erreicht dennoch Topwerte von 440:1 im ANSI-Testbild und 3.220:1 mit einprozentigem Weißfeld auf Schwarz. Auch der Ein-Aus-Kontrast von 3.800:1 ohne und 6.200:1 mit dynamischer Iris liegt im LCD-Spitzenfeld. Nur wenige D-ILA- oder SXRD-Projektoren sind besser. Panasonics Iris arbeitet außerdem gut, nämlich leise sowie ohne störendes Bildpumpen. Noch mehr Kontrast und Licht sind drin, wenn man im Bild­modus Kino 2 die Farben und das Gamma optimiert. Bildtüftler können die leicht verschobenen Mischfarben und Graustufen recht neutral einstellen und dann die 1.000 Lumen in diesem Modus nutzen, was sich im 3D-Betrieb bezahlt macht.

Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 €
Ordentliche Schärfe: Der Drei-Chip-Projektor löst
feinste Muster minimal weicher auf und färbt sie gelegentlich leicht ein.


Schärfe und Videoverarbeitung

Wie bei Drei-Chip-Projektoren üblich, zeichnet der Panasonic besonders feine Muster in Testbildern etwas weich und gelegentlich auch leicht gefärbt, was sich verstärken kann, wenn man den Regler "Detail Clarity" einsetzt. Die beiden kleinen Fehler sieht man jedoch nur mit Testscheiben, in normalen Filmszenen fällt beides nicht auf. Halbbilder im Format 576i wirft der Projektor stets mit leichtem Beschnitt auf die Leinwand, zudem erscheinen sie nicht immer völlig flimmerfrei. Daher sollte man DVD-Filme nach Möglichkeit hoch­skaliert zuspielen oder das Up­scaling des angeschlossenen HDMI-Receivers verwenden.

Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 €
Komplettes Farbmanagement: Alle sechs Grund- und Mischfarben
lassen sich im Kontrollfenster gut nachregeln.
Die sechs Farbprofile wirken auch bei 3D-Filmen,
zusätzlich analysiert ein Waveform-Monitor den Bildinhalt.

Kinofilme im Format 1080i wandelt der Panasonic dagegen in perfekte Vollbilder um. Der im 24p-Format zugespielte Bond-Klassiker "Casino Royale", den wir wegen seiner vielen technisch anspruchsvollen Szenen häufig zum Praxistest heranziehen, überzeugt vor allem in den beiden Farbmodi Kino 1 und Rec 709. Sowohl in Gesichtern als auch in Landschaftsaufnahmen gelingen in diesen Modi natürliche, fein nuancierte Farbabstufungen. Der Modus Kino 2 reizt zwar mit purer Helligkeit und satten Kontrasten, zeichnet aber beispielsweise in der Casino-Szene die glänzenden Gesichter der Pokerspieler am Tisch eine Spur plakativer. Insgesamt gaben die Tester jedoch wiederum dem Modus Rec 709 mit seinen schöneren Mischfarben den Vorzug. So eingestellt, differenziert der Panasonic souverän zwischen frischen dunkelgrünen Grasflächen und welken gelblichen Pflanzen vor dem Hotel. Gesichter erscheinen ohne jeden Gelbstich, und die Lippen der Bond-Gespielin wirken so rot wie im Original. Die dunkle Montenegro-Szene profitiert zudem von der kontraststeigernden Wirkung der Iris, denn in den schwarzen Letterboxstreifen ist fast kein Restlicht mehr zu sehen. In der Schluss­einstellung des Bond-Abenteuers präsentiert der Panasonic schließlich die Landschaft um den Comer See in prächtiger Farbenfülle, was insbesondere für grüne und türkise Mischfarben gilt.

Die Bewegungsschärfe überzeugt sowohl mit als auch ohne die Bewegungsverbesserung Frame Creation: 24p-Kinofilme zeigt der Panasonic entweder im Original, also wie im Lichtspielhaus, mit leicht verwischter Doppelkante und etwas stotternd, oder je nach Geschmack dezent bis stark geglättet. Rasante TV-Sportübertragungen wie Fußball oder Basketball wirken mit aktivierter Frame Creation deutlich schärfer, besonders in Stufe 3. Nur deutlich teureren Projektoren, wie der Sony VPL-VW 95 ES für 5.500 Euro (Test in audiovision 9-2012), gelingen schnell bewegte Motive noch eine Spur knackiger.


Die 3D-Bildqualität

Panasonics Shutterbrille TY-EW3D3M hat ein großes Gesichtsfeld, ist mit 58 Gramm aber etwas schwerer als andere und muss über eine Knopfzelle mit Energie versorgt werden. Die Leistung der zwölf LEDs unter dem Joystick des Projektors lässt sich dreifach umschalten und synchronisiert die Brille bis maximal sieben Meter Abstand, optional gibt es einen externen IR-Sender. Im 3D-Bildmenü kann man die 3D-Helligkeit in drei Stufen zwischen rund sechs und zehn Prozent der 2D-Helligkeit anheben, allerdings sinkt dann das Übersprechen von 125:1 auf durchschnittliche Werte von 70:1. Im 3D-Betrieb empfielt sich der helle Modus "Kino 2", der mit maximal 115 Lumen rechnerisch gut einen Meter breite Leinwände ausleuchtet. Die Farbtemperatur von rund 6.000 Kelvin überzeugt ebenso wie die intensiven und ausgewogenen Farben, wobei die Profile des Farbmanagements auch bei 3D wirken. Im Menü "3D Bildabgleich" stehen RGB-Regler für Helligkeit und Kontrast bereit, die sogar den Grünstich des hellsten Bildmodus "Dynamik" ein wenig kompensiern. Dann sind gut 200 Lumen helle 3D-Bilder bei etwas schwächeren Farben möglich. Für die 2D/3D-Simulation gibt es fünf Effektmodi, von denen aber auch der dezente Modus 1 kaum überzeugt. Feine Muster in Testbildern erscheinen im 3D-Betrieb scharf, sind aber teilweise rötlich eingefärbt.

In 3D-Produktionen wie "Avatar" sorgt der tolle Bildkontrast in den Weltallszenen zu Beginn für eine ausgezeichnete Plastizität und Bildtiefe. Das Raumschiff schwebt schon ohne Bewegungsglättung gleichförmig mit scharfer Dreifach-Kante im 72-Hertz-Modus über die Leinwand. Dank der hohen Bildwechselfrequenz ist auch in den hellen Wolken am Flugplatz kein Flackern erkennbar, und bei Schwenks tritt kein 60-Hertz-Pull-Down-Ruckeln auf. Mit aktiver Bewegungstechnologie (Frame Creation) werden Bewegungen wahlweise leicht oder stark geglättet. Aktiviert man die neue Schaltung "3D Motion Remaster", erscheinen bewegte Motive schon in Stufe 1 der Frame Creation sichtbar flüssiger. In den nächtlichen Urwaldszenen von "Avatar" gefallen die intensiven Farben, die prächtig leuchtende Fabeltierchen auf der Leinwand entstehen lassen.

Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 €

 

 

 

 

Fazit

Der neue Panasonic PT-AT 6000 übertrifft den Vorgänger sowohl bei der 2D- als auch bei der 3D-Bildqualität. Für diese starke Performance in Kombination mit seiner Flexibilität und Vielseitigkeit verdient er sich von uns ein Highlight. Dass er insgesamt einen Punkt weniger bekommt als der PT-AE 5000 liegt daran, dass seit Anfang des Jahres auch die 3D-Bildqualität in die Gesamtwertung einfließt – und hier tun sich derzeit noch alle Projektoren recht schwer. Udo Ratai

Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 €
Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 €

 

Technische Ausstattung und Bewertung

 
Panasonic PT-AT 6000 – LCD-Projektor für 2.800 €

 

 

 

Der Testbericht Panasonic PT-AT 6000 (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 2800 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2012 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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