KEF KHT 3005 SE (Test)

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Kef HTS 3005 SE – 5.1-Boxenset für 1.400 Euro

Kef HTS 3005 SE - 5.1-Boxenset für 1.400 EuroIm kompakten Heimkinoset KHT 3005 SE setzen die englischen Lautsprecher-Experten von Kef fünf Satelliten und einen Subwoofer mit pfiffiger Form ein. Alle Satelliten verfügen über Koaxialtreiber mit Uni-Q Technologie, die Kef bereits 1988 entwickelte und für die zeitrichtige Schallabstrahlung sorgen. Als Extra bietet der Hersteller das universelle Drahtlos-Set SP 3752 mit digitaler Funkübertragung. 

Technik

Die eiförmigen Gehäuse der Satelliten HTS 3001 und des Centers HTC 3001 sind aus massivem Aluminium gegossen und sollen bessere akustische Eigenschaften als eckige Boxen aufweisen. Die oval geformte Frontschallwand produziert auf jeden Fall geringe Kantenreflexionen. Die beste Klangqualität ergibt sich, wenn man das magnetisch haftende Stoffverdeck entfernt. Der Standfuß der Satelliten HTS 3001 verfügt über ein fixierbares Kugelgelenk, das gleichzeitig als Wandhalterung fungiert. Man muss lediglich eine Inbusschraube lösen und den Fuß auf der Rückseite der Box montieren. Sollen die Boxen frei aufgestellt werden, gibt es bei Kef auch einen höheren Standfuß. Der Center HTC 3001 lagert auf einem Gummiformteil, kann aber ebenfalls an der Wand montiert werden. Die Kabel werden nicht verdeckt geführt, sondern am externen Schraubterminal angeschlossen.

Alle fünf Satelliten nutzen ein zwölf Zentimeter großes Uni-Q-Chassis mit einer 19 Millimeter-Kalotte aus Aluminium, die schon ab 2,2 Kilohertz übernimmt. Deshalb und aufgrund der "Tangerine Waveguide" getauften Schalllinse bieten alle Satelliten des Sets ein fantastisches Rundstrahlverhalten – eine derart neutrale und weiträumige Abstrahlcharakteristik findet man selten. Hinzu kommt die ideale zeitrichtige Wiedergabe des Uni-Q-Treibers von hohen und tiefen Frequenzen gleichzeitig, was eine unverfälschte und stressfreie Impulsdarstellung ermöglicht.

Kef HTS 3005 SE - 5.1-Boxenset für 1.400 Euro
Einfach und gut: Der Subwoofer kommt mit einem Cinch-Eingang und
Schaltern für Phase und Bassboost aus. Die Übernahmefrequenz sollte
im Setup des AV-Receivers auf 100 Hertz eingestellt werden.

 

Die Basswiedergabe reicht bis rund 100 Hertz hinab, wobei die Satelliten präziser spielen, wenn man die Stopfen der hinteren Bassreflexöffnung an ihrem Ort belässt. Beim Center unterstützen zwei kleine Passivmembranen die Basswiedergabe. Auf die gleiche Technik setzt auch der Subwoofer, der eine zweite 25er-Membran auf der Rückseite passiv ansteuert. Der Sub ist einfach zu bedienen und bietet drei Bassboost-Stellungen, einen Phasenschalter und eine 250 Watt starke Aktivelektronik mit Softclipping-Technologie, die sicher vor Übersteuerung schützt.

Kef HTS 3005 SE - 5.1-Boxenset für 1.400 Euro
Besser gehts nicht: Von der tollen Abstrahlcharakteristik, die vertikal
sogar noch weiter ausfällt, profitiert die Klangqualität des
Centers und der vier Satelliten.

 

 

Tonqualität Surround

Das beste Setup für das Kef-Set gelingt bei einer Übernahmefrequenz von 100 Hertz und invertierter Subwooferphase. Dann addieren sich die Schallanteile von Subwoofer und den Satellitenboxen auf ideale Weise und spielen acht Dezibel lauter als in Null-Grad-Stellung. Nach dem Pegelabgleich steuerten wir zum Einspielen alle Treiber gleichzeitig mit Rosa Rauschen an. Dabei wird sogleich das äußerst homogene Zusammenspiel des 5.1-Sets deutlich.

Das zeigt auch der Hörtest mit"Werner 3". Frauen- und Männerstimmen ertönen gleichermaßen stimmig, ob sie nun vom Center oder von der Seite kommen, auch die Artikulation und die Sprachverständlichkeit überzeugen auf verschie­denen Hörplätzen. Die Balance zwischen hoher Auflösung im Hochtonbereich und festem Grundton gelingt perfekt. Als weiterer Pluspunkt kommt der stressfreie Klang des Sets hinzu. Die Hintergrundmusik auf der DVD "Natur 2" ertönt aus allen Richtungen natürlich und mit reichen Klangfarben. Kefs Koaxial­treiber gefallen hier durch ihre fein gestaffelte Raumabbildung, die Schallereig­nisse präzise von Box zu Box wandern lässt. Für die Hörer verschwinden die fünf einzelnen Boxen und der Subwoofer regelrecht, sie tauchen voll in den Soundtrack des Films ein. In der Flughafenszene von "Casino Royale" präsentiert das Set die gesamte Kulisse aus Filmmusik, leisen Geräuschen und explosiven Actionszenen souverän und stressfrei. Bis rund 30 Hertz hinab liefert der Subwoofer eine Glanzvorstellung: Er lässt Druckwellen von Explosionen knackiger ertönen und heftiger in die Glieder fahren als die Konkurrenten. Die Gitarren von Dave Matthews und Tim Reynolds klingen bei "Lie In Our Graves" trotz der spektakulären Dynamik der Aufnahme nie aufdringlich oder vorlaut, sondern ehrlich und authentisch. So lässig und überzeugend klingt kein anderes Set im Testfeld.

Kef HTS 3005 SE - 5.1-Boxenset für 1.400 €
1.400 Euro: Das Abstrahlverhalten und die Impulsgenauigkeit der Satelliten profitieren
hörbar von den Uni-Q-Treibern, einer Eigenentwicklung von Kef.
Die runden Gehäuse von Subwoofer und Satelliten bestehen aus massivem Aluminium.
Es gibt das Set auch in mattem Silber.

Tonqualität Stereo

Die im Vergleich zu den Wettbewerbern etwas größere Membranfläche der Uni-Q-Treiber und des Subwoofers sorgt für eine erstaunliche Festigkeit im Bass und im Grundton. Deshalb klingen Kefs Wandler beim CD-Klassiker "Wishing Well" mit Michael Ruff ungemein druckvoll und bringen die fantastische Dynamik von Bass und Schlagzeug ähnlich souverän wie ein ausgewachsenes 5.1-Lautsprechersystem in jeden Raum. Gleichzeitig begeistern die weiträumige Abbildung und die exakte Impulsdarstellung der Uni-Q-Treiber. Sie klingen selbst bei höheren Pegeln ausgesprochen entspannt. Das liegt schlicht daran, dass sie weniger Artefakte produzieren als viele konventionellen Mehrwege-Lautsprecher.

Kef HTS 3005 SE - 5.1-Boxenset für 1.400 €

Fuß und Wandhalterung zugleich: Mit nur einer Schraube lässt sich der Standfuß
lösen und für die Wandmontage hinten auf die Box montieren.
Das flexible Kugelgelenk kann man über zwei Inbusschrauben fixieren.

Zusatzinformation: Das Drahtlos-Set Kef SP 3752

Beim Wireless System SP 3752 nutzt Kef das 2,4-GHz-Band für eine digitale Signalübertragung, die je nach Baumaterialien im Haus Distanzen bis 25 Meter überbrückt. Das Ganze funktioniert mittels der Codierung HFADPCM (High Fidelity Adaptive Differentiel Pulse Code Modulation). Sie überträgt Tonsignale zwischen 20 Hertz und 20 Kilohertz mit bis zu 80 Dezibel Dynamik. Der Sender wird über ein kleines Steckernetzteil versorgt und bietet zwei Eingangsvarianten inklusive der passenden Adapterkabel, um entweder die Cinch-Vorstufenausgänge oder die Lautsprechersignale am AV-Receiver anzuzapfen. Bei der Übertragung entsteht eine Verzögerung, die sich per Schalter von 15 auf 20 Millisekunden umstellen lässt (5,15 oder 6,85 Meter). Entsprechend muss man die Distanz im Setup des AV-Receivers korrigieren. Die beiden kompakten Empfangsmodule synchronisieren sich automatisch mit dem Sender und leisten mit effizienten Digitalendstufen maximal 50 Watt an vier Ohm.

Im Praxistest mit dem AV-Receiver Pioneer SC-LX 85 mussten wir bei der Signalübertragung via Cinch den Pegel der Surroundkanäle um zwölf Dezibel anheben. Die Leistungsreserven der Endstufenausgänge reichen auch für hohe Pegel. Legt man das Ohr direkt an die Surroundboxen, ist allerdings ein leises Rauschen sowie ein Pfeifton zu hören – aber wer außer uns Testern macht das schon? Bei normalem Sitzabstand nimmt man das Störsignal fast nicht mehr wahr. Insgesamt waren wir mit der Leistung und Übertragungsqualität sehr zufrieden. Negativ fanden wir lediglich den hohen Preis von 600 Euro.

Kef HTS 3005 SE - 5.1-Boxenset für 1.400 €

Drahtlos: Die handbreiten Aktivmodule und Sender brauchen kaum Platz und reichen 25 Meter weit.
Sie sind mit 600 Euro aber nicht gerade billig.   

 

 

Fazit

Beim Heimkinot-System KHT 3005 kommen die Qualitäten der Uni-Q-Treiber von Kef besonders gut zur Geltung. Selten hat ein derart kompaktes Sub-Sat-System in unserem Testraum so ausgewogen und souverän aufgespielt. Musik und Filmsoundtracks klingen mit dem pfiffigen Kef-Set natürlich und wunderbar räumlich, sogar in komplexen Passagen. Mit seiner Impulsgenauigkeit punktet das Set vom Tiefbass bis in die Höhen und ist nicht zu schlagen: unser Testsieger. Udo Ratai

       

Kef HTS 3005 SE - 5.1-Boxenset für 1.400 € 
 

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Kef HTS 3005 SE - 5.1-Boxenset für 1.400 €

 

 

 

 

 

 

Der Testbericht KEF KHT 3005 SE (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 1400 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2012 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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