Bose ACOUSTIMASS 10 SERIES IV (Test)

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Bose Acoustimass 10 Series IV – 5.1-Boxenset für 1.280 Euro

Bose Acoustimass 10 Series IV - 5.1-Boxenset für 1.280 €Bose ist seit Jahren mit ultrakompakten Sub-Sat-Systemen erfolgreich und setzt auf ungewöhnlichen Aufbau. Von den fünf winzigen Satelliten des Sets Acoustimass 10 sind vier zweigeteilt und lassen sich gegeneinander verdrehen.

So strahlen sie den Schall auf Wunsch teils direkt, teils indirekt ab. Der Subwoofer sitzt in der Komponente namens Acoustimass, die auch den Grundton übernimmt. Ein umfangreiches Kabelsortiment liegt bei; als Extra gibt es für 300 Euro das Set SL2, das die hinteren Boxen drahtlos verbindet.
 

Technik

In die winzigen Satelliten passen zwei 6,35 Zentimeter große "Twiddler"-Breitbänder, nicht aber die Frequenzweiche. Sie wurde in den Subwoofer ausgelagert, weshalb die Signale für die Boxen erst dorthin müssen. Eine passive Weiche filtert sie, um eine Präsenzbetonung der Breitbänder bei drei Kilohertz zu linearisieren. Danach erst werden sie  zu den Satelliten geführt. So viele schwarz isolierte Kabel sehen angesichts ihrer Menge auf hellen Böden oder weißen Wänden nicht unbedingt gut aus. Die passende Wandhalterung UB-20 kostet 30 Euro, das Bodenstativ UFS-20 130 Euro.

Die Module der vier Cube Speaker lassen sich um fast 180 Grad in jede Richtung drehen. Ein Modul kann dann beispielsweise direkt zum Hörer abstrahlen, während das andere den Schall über eine Seitenwand reflektiert. Der acht Zentimeter hohe Center strahlt immer direkt ab. Weil auch er so winzig ist, verdeckt er den Flachbildschirm dabei nicht. Da beide Breitbänder bis in den Hochtonbereich aktiv sind, ergeben sich für seitlich sitzende Zuhörer aber deutliche Interferenzen (siehe Rundstrahldiagramm). Die Mini-Satelliten spielen nur bis 350 Hertz hinab, daher muss der nach unten abstrahlende Subwoofer den gesamten Grundtonbereich mit abdecken, was seine beiden 13er-Langhub-Treiber aber locker schaffen. Die große Bass­reflexöffnung verstärkt den Tiefbass bei 36 Hertz. Getrennte Regler mischen den LFE-Kanal und die per Lautsprecherlitzen übertragenen Tieftonanteile.

Bose Acoustimass 10 Series IV - 5.1-Boxenset für 1.280 €
Der große Subwoofer sorgt für die Bässe und kümmert sich
außerdem um den Grundton. Die Lautsprecherkabel müssen
daher erst zu ihm und dann erst zu den Boxen.
 
Bose Acoustimass 10 Series IV - 5.1-Boxenset für 1.280 €
Center-Abstrahlung: Wegen der überlappenden Wiedergabe von
Konus und Kalotte entstehen Hochton-Interferenzen,
die auf Achse und seitlich auftreten können.

 

 

Tonqualität Surround

Direkt ausgerichtet, klingen die Cube-Satelliten beim Pegelabgleich mit Rosa Rauschen sehr spitz und im Vergleich zum Center deutlich heller. Dreht man ein Modul zur Seite, ertönt das Rauschsignal diffuser und weniger prägnant im Mittel-/Hochtonbereich. Je nach Geschmack lässt sich so der Anteil von direkten und diffusen Schall dosieren, auch die tonale Homogenität zum etwas voller klingenden Center gelingt so besser. Eine hörbare Grundtonschwäche bleibt aber: Im Bereich um 200 Hertz kann der Subwoofer die schmächtig klingenden Satelliten nicht ausreichend unterfüttern. Er sollte außerdem nicht seitlich, sondern in der Mitte stehen, sonst ist er herauszuhören.

Im Streifen "Werner 3" versteht man jedes Wort, so klar löst das Set Konsonanten und Zischlaute auf. Frauenstimmen klingen jedoch glaubwürdiger als die zu dünnen Männerstimmen, und die Hintergrundmusik wirkt eher diffus. Tiefe Bässe sorgen für einen kraftvollen Motorensound und für druckvolle Explosionen der fehlgeleiteten Rakete. Die Verbindung zum trockenem Oberbass oder zum warmen Grundton fehlt aber, weshalb der heulende Wind und das tobende Meer in der DVD-Dokumentation "Arktis Nordost" ungewohnt dünn klingen. Beim Titel "The Hand That Feeds" der amerikanischen Rockband Nine Inch Nails wirkt der Gesang fast metallisch und zu scharf. Hier hilft nur die Flucht nach vorn, nämlich eine Anhebung des Pegels für die Bässe. Tiefe Töne werden so zwar etwas überbetont, dafür gewinnt auch der Grundton an Kraft. Soundtracks von Filmen hören sich wegen der diffusen Charakteristik auf allen Plätzen sehr räumlich an. Positiv überrascht die Dynamik und Pegelfestigkeit, weshalb das Set auch große Räume beschallen kann.

Bose Acoustimass 10 Series IV - 5.1-Boxenset für 1.280 €
1.280 Euro: Bose steuert die mit
Abstand kleinsten Satelliten im Testfeld bei.

Tonqualität Stereo

Tugenden in Einzeldisziplinen wie die feste und dynamische Mittel-/Hochton-Wiedergabe können die Schwächen im Grundton nicht wettmachen. Deshalb klingt Diana Kralls samtige Stimme beim Titel "I’m an Errand Girl for Rhythm" etwas kehlig und zu hell. Auch den Korpus eines Klaviers kann das Set nicht in voller Größe und mit allen Klangfarben abbilden. Spaß bei der Party ist dagegen garantiert, da das Ensemble jeden Winkel im Wohnzimmer erreicht und auch bei gehobener Lautstärke kraftvollen Tiefbass produziert. Längeres Einspielen und eine wandnahe Montage der Satelliten helfen, um das Set etwas wärmer klingen zu lassen.

 

Fazit

Boses äußerst kompaktes 5.1-System Acoustimass 10 Series IV spielt in Relation zu seiner Größe sehr dynamisch, klingt räumlich und gefällt mit sattem Tiefbass. Die Gesetze der Akustik kann es aber nicht überlisten. Im Vergleich zu den größeren Satelliten der Konkurrenz klingen die Cube Speaker etwas spitz und tonal nicht ganz so ausgewogen. Udo Ratai

       

Bose Acoustimass 10 Series IV - 5.1-Boxenset für 1.280 € 
 

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Bose Acoustimass 10 Series IV - 5.1-Boxenset für 1.280 €

 

 

 

 

 

 

Der Testbericht Bose ACOUSTIMASS 10 SERIES IV (Gesamtwertung: 74, Preis/UVP: 1300 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2012 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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