Onkyo TX-NR 515 (Test)

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Onkyo TX-NR 515 – AV-Receiver für 600 €

Onkyo TX-NR 515 - AV-Receiver für 600 €Der Onkyo brilliert zum Preis von 600 Euro mit umfangreichen Anschlussmöglichkeiten, leistungsfähiger Videoverarbeitung inklusive 4k-Upscaling und vielen Möglichkeiten für den Musikgenuss aus dem Web.

 

Ausstattung und Technik

Als Verstärker fungieren sieben "WRAT"-Endstufen, die sich durch besondere Rauscharmut auszeichnen und flexibel zuweisen lassen – Bi-Amping oder zwei Räume mit unterschiedlichen Signalen zu versorgen, ist für den TX-NR 515 kein Problem. Beim Boxen-Setup überzeugt der Receiver nicht vollends: Zwar bietet er ein flexibles Bassmanagement, doch lassen sich die Lautsprecher-Pegel und -Entfernungen mit einer Schrittweite von einem Dezibel bzw. 30 Zentimetern nur grob einstellen. Dies führt trotz Einmessautomatik zu Nachteilen beim Raumklang, sofern die Boxen nicht optimal im Heimkino aufgestellt wurden. Bei der Einmessung kommt mit 2EQ die kleinste Variante von Audyssey zum Einsatz, die aber immerhin drei Messpositionen berücksichtigt und so das Risiko für falsche Einstellungen bei ungünstiger Akustik minimiert. Die Klangregler fallen mit Bass-/Höhenreglern für die Front und einem einstufigen Präsenz-Dämpfungsfilter ziemlich dürftig aus.

Onkyo TX-NR 515 - AV-Receiver für 600 € 
  Kompakt: Die Fernbedienung ist gut gruppiert,
allerdings gibt es keine Tasten für den Kanalpegel.

 

Beim Wandeln analoger Video­signale zu HDMI bleibt etwas Schärfe auf der Strecke. Ansonsten gibt es an der Videoqualität nichts auszusetzen. Dank zweier HDMI-Ausgänge – unüblich für die Preisklasse – lassen sich TV und Projektor gleichzeitig versorgen, wobei das Bildschirmmenü nur am Hauptausgang anliegt. Die Ausgangsauflösung ist von 480/576p bis 4k (4.096 x 2.160 Pixel) einstellbar, etwa um adäquate Signale an Sonys Super-Projektor VPL-VW 1000 (Test in audiovision 4-2012) auszugeben. Abgerundet werden die Videofunktionen durch diverse Bildregler. Ein Highlight im Musikportal ist das vTuner-Radio, das mit vielen Lokalsendern, Pod­casts und einem Webinterface zum Sortieren der Lieblingssender aufwartet. Der flexible Musikplayer (USB, Netzwerkstream) spielt ein ganzes Bündel an Audioformaten. Er akzeptiert neben MP3, WMA Lossless, WAV, FLAC, AAC und OGG auch Apples ALAC-Format. Nur AirPlay ist nicht an Bord. Der Front-HDMI-Eingang unterstützt MHL, wodurch sich HD-Videos vom Handy via Receiver zum TV schicken lassen.

Die Bedienung gelingt dank des aufgeräumten Bildschirmmenüs und der kompakten Fernbedienung einfach. Mit der Remote-App lässt sich der Onkyo sogar per Smartphone kommandieren. Bedien­schwächen: Die Lautsprecher-Pegel können nur via Menü eingestellt werden. Zudem ist der Testtongenerator nicht abschaltbar.


Onkyo TX-NR 515 - AV-Receiver für 600 €
600 Euro: Die fast über die ganze Breite reichende Display-Blende
harmoniert gut mit dem silbernen Gehäuse.


 

 

Tonqualität

Punkte lässt der Onkyo bei der Sieben-Kanal-Prüfung liegen, bei der alle Endstufen unter Volllast stehen (siehe Diagramm in der Tabelle). Das Leis­tungsdefizit ist zwar unschön, bemerkbar dürfte es sich aber nur machen, wenn auf sieben Boxen gleichzeitig maximale Lautstärke gefragt ist, was eher selten vorkommt. Im Hörtest musiziert der Onkyo jedenfalls kraftvoll: Sowohl das Live-Konzert der US-Rocker Three Doors Down (Dolby Digital 5.1) als auch Steely Dans akribisch gemischte Funkstücke (DTS 5.1) überzeugen mit guter Dynamik und rundem, neutralem Sound. Die Atombombenexplosion in "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" bringt der Onkyo mit mächtigem Druck zu Gehör, wobei der Tiefbass auf unserem Boxenset ohne Subwoofer weniger anschiebt als beim Pioneer. Klangcollagen wie die Gebetsmühlen und der tibetische Obertongesang zu Anfang von "Everest – Gipfel ohne Gnade" bauen bei richtiger Lautsprecher-Platzierung eine gute Räumlichkeit auf. Die Einmessautomatik erledigt die Einstellung von Pegel, Distanz sowie Bassfilter flott und präzise. Ihre zwei Equalizer-Presets sind Geschmacks­sache: Sowohl im Movie-, vor allem aber im Music-Modus klingen die oberen Mitten (Präsenz) etwas zu dominant. Dialoge werden dadurch zwar klarer reproduziert, doch wirkt der Klang bei hoher Lautstärke analytischer und stressiger. Bei niedriger Lautstärke sorgt die adaptive Loudness-Schaltung Audyssey Dynamic EQ für einen ausgewogenen, kräftigen Sound.

Onkyo TX-NR 515 - AV-Receiver für 600 €

Musik-Portal: Neben klassischem Internet-Radio
verfügt der Onkyo über diverse, teils kostenpflichtige Musikportale.

Stereomaterial von CD klingt über HDMI genauso präzise wie über den optischen Eingang. In Morcheebas Downtempo-Stück "Undress Me Now" zum Beispiel lösen sich die Gitarren­begleitung und die hauchige Stimme von Skye Edwards gleichermaßen perfekt.

 

Onkyo TX-NR 515 - AV-Receiver für 600 €
600 Euro: Die fast über die ganze Breite reichende
Display-Blende harmoniert gut mit dem silbernen Gehäuse.


 

Fazit

Der Onkyo bietet sauberen Klang und viele Multi­media-Extras. Schwächen zeigen sich im Vergleich bei der Siebenkanal-Leistung, den wenigen Klangreglern und dem groben Lautsprecher-Setup. Florian Goisl

Onkyo TX-NR 515 - AV-Receiver für 600 €

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Onkyo TX-NR 515 - AV-Receiver für 600 €

 

 

 

 

 

Der Testbericht Onkyo TX-NR 515 (Gesamtwertung: 71, Preis/UVP: 600 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2012 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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