Denon AVR-2113 (Test)

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Denon AVR-2113 – AV-Receiver für 600 Euro

Denon AVR-2113 - AV-Receiver für 600 EuroBeim brandneuen AVR-2113 handelt es sich um Denons günstigsten 7-Kanal-Heimkinoverstärker. Er bietet für 600 Euro ein pralles Ausstattungspaket mit leistungsstarker Einmessautomatik und modernster Videoverarbeitung: Der Receiver nimmt 4k-Signale entgegen und skaliert geringere Auflösungen.

 

Ausstattung und Technik

Mit MultEQ XT packt Denon die zweitaufwändigste Einmessung von Audyssey in den Receiver, was für diese Preisklasse bemerkenswert ist. Schließlich optimiert sie den Klang dank engmaschiger Filter sehr genau und berücksichtigt acht Hörpositionen. Beim Setup von Hand erfreuen die feinen Schrittweiten für Pegel und Distanz von 0,5 Dezibel res­pektive einem Zentimeter. Für individuelle Klangkorrekturen gibt es je Lautsprecherkanal einen Grafik-EQ mit neun Frequenzbändern. Die sieben diskret aufgebauten Endstufen lassen sich wahlweise zur Zweitraumbeschallung, für Bi-Amping, zur Ausgabe von Höhenkanälen oder für separate Stereo-Boxen verwenden.

Die HDMI-Videoverarbeitung präsentiert sich mit der Entgegennahme und Skalierung von 4k-Signalen sowie entsprechenden Bildreglern auf neuestem Stand. Eine Besonderheit ist die für Analogvideo und HDMI getrennt wählbare Ausgangsauflösung, die von 480/576p bis 4k reicht. Wie bei der Konkurrenz büßen zu HDMI gewandelte analoge Videosignale leicht an Schärfe ein.

Denon AVR-2113 - AV-Receiver für 600 Euro 
  Gut gemacht: Die neue Fernbedienung ist sehr übersichtlich
und bietet dennoch die wichtigsten Tasten.

 

Der Receiver bringt ein gut sortiertes Internetradio mit Podcast-Unterstützung und Datenratenanzeige mit. Weitere populäre Musikdienste, die zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbar waren, sollen im Lauf des Jahres per Update nachgereicht werden. iPhone & Co. docken am Receiver via USB oder drahtlos per AirPlay an. Der USB/DLNA-Player unterstützt mit MP3, WAV, AAC, FLAC und WMA alle wichtigen Audioformate, kommt laut Hersteller in naher Zukunft aber auch mit Apples ALAC-Format sowie der Gapless-Wiedergabe zurecht (neue Firmware).

Mittels Einrichtungsdialog und entschlackter Fernbedienung lässt sich der Denon unkompliziert bedienen. Im Vergleich zu früheren Modellen zeigt das Display nun weniger Infos, dafür ist es mit größerer Schrift besser lesbar. Manko: Die Lautsprecher-Pegel lassen sich nur im Menü mit aktiviertem Rauschgenerator einstellen. Alternativ kann man den Receiver per Web-Browser oder Smartphone (App für Apple iOS und Android) steuern.


Denon AVR-2113 - AV-Receiver für 600 Euro
Abgespeckt: Im Vergleich zur Konkurrenz hat der Denon weniger S/P-DIF-Buchsen,
keine Steuerbuchsen und nur ieben Boxenanschlüsse.


 

 

Tonqualität

Aus messtechnischer Sicht zeigt der Receiver keine Auffälligkeiten: Leistungs-, Rausch- und Klirrwerte liegen auf klassenüblichem Niveau. Im Hörtest spielt der Denon mit verschiedenstem Material spritzig und präzise auf. Die Funk-Stücke von Steely Dan zum Beispiel bildet er rund und mit neutraler Tonalität ab. Das Slap-Bass-Solo im Jazz-Stück "The Panther" (Dolby TrueHD) schiebt er schnell und mit gehörigem Druck in den Hörraum, auch wenn er bei Boxen-Sets ohne Subwoofer nicht an die Bassleistung des Pioneer heranreicht. Kraftvollen Klang bei hohen Lautstärken stellt der Receiver im Konzertmitschnitt von Three Doors Down (dts 5.1) und in der Atombombenexplosion im dritten Kapitel vom jüngsten "Indiana Jones"-Abenteuer unter Beweis. Die Einmessautomatik benötigt zur Messung aller acht Hörpositionen knapp zehn Minuten, wobei sich das Warten lohnt: Mit stimmiger Einstellung von Bassfilter und Pegel sowie zentimetergenauer Distanz-Korrektur wird der Raumklang perfektioniert. Surround-Atmos wie in der Imax-Doku "Everest – Gipfel ohne Gnade" hüllen den Hörer förmlich ein, während sich bei Musik die Tiefenstaffelung und Ortungsschärfe verbessern. Die Auto-EQs (Audyssey, Audyssey Flat) sind Geschmackssache, zumal die sanfte Variante in unserem Hörraum ein eher analytisches Klangbild mit zu dominantem Präsenzbereich lieferte. Entschärfen lässt sich der Klang mit dem sanft einsetzenden Höhenregler, der auf alle Kanäle wirkt, oder mit dem manuellen Equalizer, der mit neun statt 63 Bändern aber weniger fein regelt.

Denon AVR-2113 - AV-Receiver für 600 €

MultEQ XT: Der Auto-EQ erzielt mit 63 Filterbändern sehr genaue Klangkorrekturen.

Positiv wirkt sich der Audyssey-EQ auf die Dialogverständlichkeit aus und die Basswiedergabe gelingt deutlich präziser. Dynamic-EQ und Dynamic Volume optimieren den Klang bei niedrigen Lautstärken. Bei der Stereowiedergabe überzeugt der Denon auf ganzer Linie durch ein ausgewogenes, neutrales und präzises Klangbild. Speziell für den Filmgenuss mit Kopfhörer steht ein DSP-Programm bereit, das den Klang gegenüber dem trockenen Stereo-Downmix verbessert.

 

Denon AVR-2113 - AV-Receiver für 600 €
600 Euro: Den Denon gibt es nur in Schwarz, die Kunststoff-Front ist gut verarbeitet,
verzichtet aber auf  Metall-Look.


 

Fazit

Denons AVR-2113 punktet mit präzisem, sauberem Klang, einer hochwertigen Einmessautomatik sowie vielen Video- und Multimedia-Extras. Den Testsieg muss er dennoch an den Pioneer abgeben – wenn auch denkbar knapp. Florian Goisl

Denon AVR-2113 - AV-Receiver für 600 €

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Denon AVR-2113 - AV-Receiver für 600 €

 

 

 

 

 

Der Testbericht Denon AVR-2113 (Gesamtwertung: 76, Preis/UVP: 600 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2012 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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