Sony KDL-65 HX 925 (Test)

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Sony KDL-65 HX 925 – 3D-LED-TV für 5.300 Euro

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €Der größte Fernseher von Sony besticht mit feinster Technik und stattlichen 165 Zentimetern Bilddiagonale. Dafür werden aber auch satte 5.300 Euro fällig.

Er ist das Flaggschiff in Sonys TV-Aufgebot: Der KDL-65 HX 925 trumpft mit 165 Zentimetern Bilddiagonale und Top-Ausstattung auf. Zu seinen Highlights zählt die Local-Dimming-Steuerung, die Kontrast und Stromverbrauch verbessert.

Ausstattung

Als Gratis-Dreingaben gibt es eine USB-Kamera für Bildtelefonate via Skype (100 Euro) und zwei Shutterbrillen (100 Euro). Wer den TV bis zum 15. Januar 2012 bei bestimmten Händlern erwirbt, bekommt obendrein einen Tablet-PC im Wert von 480 Euro, mit dem sich der TV elegant fernbedienen lässt (siehe Kasten Seite 66). Ein Anwesenheitssensor schaltet auf Wunsch Bild und/oder Ton ab, wenn sich niemand in der Nähe aufhält, oder warnt Kinder, wenn sie zu nah vor dem TV sitzen. Ein weiteres Extra ist die Gracenote-Musikdatenbank: Der TV analysiert Daten, egal ob sie als TV-Signal, Sat-Radio, per USB oder als Webradio kommen, mit einem Druck auf die "Track ID"-Taste. Anschließend informiert der Sony über Titel und Interpret. An Webfernsehen gibt es HbbTV, das vor allem wegen der umfangreichen Mediatheken von ARD und ZDF interessant ist. Ergänzend liefert Sonys Bravia-Portal zahlreiche Eigenproduktionen von Pro7, Sat 1, Kabel 1, sixx und Deutsche Welle TV. Außerdem gibt es einen Web-Browser, mehrere Bezahlangebote (Lovefilm, Qriocity) und mit "3D-Experience" Futter für die Shutter-Brillen. YouTube macht etwas weniger Spaß, weil HD-Clips nur in grober Auflösung zu sehen sind. Der Media­player versteht sich auf viele Formate und spielt Fotos, Musik und Videos per USB und Netzwerkstream ab. Seine Spezialität liegt in der Fotowieder­gabe inklusive 3D  (MPO-Dateien) und der Anzeige von Kameradaten mit GPS-Darstellung auf einer Landkarte. Viele Bildregler, unter anderem für Farbtemperatur (RGB-Gain/-Offset), Gamma und HDMI-Farbdecoder-Umschaltung, runden die Ausstattung ab.

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €
Bewährt: Die Fernbedienung lässt sich gut handhaben,
schön wäre allerdings eine Beleuchtung.

 

Bedienung

Trotz des komplexen Menüaufbaus ist die Grundbedienung einfach. Das liegt an der übersichtlichen Fernbedienung mit vielen Direkttasten und der im Vergleich zu früheren Sony-Modellen schnelleren Reaktion des Menüs. Die Senderliste präsentiert sich praxisgerecht sortiert, lässt sich flott durchsuchen und informiert über die aktuelle Sendung. Mangels ABC-Sortierung auf Knopfdruck ist aber keine gezielte Suche nach Sendern möglich. Zudem überdeckt die Liste – immerhin transparent – das gesamte Bild. Die USB-Aufzeichnung ließe sich durch eine bequemere Time-Shift-Funktion verbessern: Um TV-Sendungen zeitversetzt zu sehen, muss man ins TV-Archiv; erst dann stehen Pause und Suchlauf zur Verfügung. Das Aufnahmemenü ist dafür vorbildlich: Alle Aufnahmefunktionen wie Archiv (Titelliste), Programmführer (Guide), Timer und Timerliste sind übersichtlich in einem Menü zusammengeführt und nicht, wie bei Philips, in verschachtelten Untermenüs versteckt.

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €

 

Vorbildliche Anschlüsse: keine fummeligen Adapter,
kontrastreiche Beschriftung und gute Zugänglichkeit.

 

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €

 

Der kostenpflichtige Video-on-Demand-Service Video Unlimited ist Teil
des Sony-Internet-Angebots und hat aktuelle Blockbuster im Progrramm.

 

Bildqualität Fernsehen

Von den AV-Modi, die man am besten über die Scene-Taste erreicht, empfehlen wir "Kino". Für optimale Feinzeichnung sollte man im Anzeige-Menü den Bildbeschnitt abschalten, und zwar getrennt für SD- und HDTV-Programme. Durch das Abschalten des Lichtbegrenzers im Bild-Menü strahlt das Bild auch tagsüber kräftig. Sonys tiefschwarzes Panel schluckt Auflicht bestens, bietet einen brillanten Glanzlook und spiegelt kaum. Die gute Feinzeichnung überzeugt bei SD- und HDTV-Sendern gleicher­maßen, auch wenn wegen der enormen Größe Bildfehler stärker auffallen als bei kleineren TVs. Angenehm warm und natürlich wirken die Farben, wobei im Vergleich zu unserem kalibrierten Plasma-TV von Pioneer (KRP-500) ein leichter Rosastich auftritt. Die Bewegungsschärfe bei Sport und Börsentickern ist im Motionflow-Modus "Klar Plus" bestens. Im Vergleich zu früheren Sony-TVs hat sich die Helligkeit mit 220 Candela pro Quadratmeter glatt verdoppelt. Dank der effektiven Backlight-Regelung liegt der Stromverbrauch in Relation zur Bildgröße sehr niedrig: Im Grau­balkenbild sinkt er bei eingeschaltetem dynamischen Hintergrundlicht von 240 auf 140 Watt. Leichte Schwächen treten bei der Videozuspielung via HDMI auf. Zwar stimmt bereits bei 576i-Auflösung die Schärfe, die Volldbild-Verarbeitung (De-Interlacing) könnte aber besser sein. In beiden Filmmodes (Auto1/2) flimmern beim Schwenk im fünften Kapitel von "Sechs Tage, sieben Nächte" die Liegestühle. Für hochskalierte 4:3-Signale fehlt ein Letterbox-Zoom, was zu Abstrichen in der Ausstattungsnote führt. Kräftig ist der Ton: Bei Zimmerlautstärke verwöhnt der Sony mit gutem Bass und dank breiter Stereobasis luftigem Klang. Bei höheren Pegeln zerren die Tiefen aber schnell.

Zusatzinformation: Das Sony-Tablet als Fernbedienung

Das Sony-Tablet Modell S mit 9,4 Zoll großem Bildschirm hat zwei Fernbedienungs-Apps an Bord. Eine arbeitet mit Infrarot und steuert neben Sony-Fernsehern auch andere Komponenten, etwa AV-Receiver verschiedener Marken. Die TV-Bedienung funktioniert ordentlich: Die Befehle lassen sich bereits durch leichtes Antippen auslösen, die Tasten sind schön groß und auf nur zwei Menüseiten verteilt. Die Bedienung gelingt intuitiv, weil die Tastenbelegung weitgehend mit der Handfernbedienung übereinstimmt. Die wenigen fehlenden Direktfunktionen, etwa für Track-ID, lassen sich vom Originalgeber anlernen, die Bezeichnung kann man editieren. Die Reich­weite ist mit der Handfernbedienung vergleichbar und klappt bestens, wenn das Pad flach auf dem Tisch liegt. Die zweite App heißt "Media Remote" und arbeitet per Funk (WLAN). Sie bietet den Vorteil, dass sich Texteingaben, etwa im Browser oder YouTube-Suchfenster, bequem per "Tastatur" vornehmen lassen. Ansonsten überzeugt ihr Bedienkomfort nicht so recht: Die Funktionstasten verteilen sich unübersichtlich auf fünf Menüseiten, elementare Befehle wie Ein-/Ausschalten fehlen und können nicht nachgelernt werden. Als Heimkino-Steuerzentrale sind beide Fernbedienungs-Apps ungeeignet, da sich keine Befehls­ketten (Makros) erstellen lassen. Eine nette Zusatzfunktion sind die Mediaplayer-Apps: Auf dem Tablet gespeicherte Fotos, Musikstücke und Videos lassen sich damit bequem am TV wiedergeben.


Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €

Praktisch im Web: Die Fernbedienungs-Apps auf dem Tablet-PC
von Sony erleichtern die Texteingabe.

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €

 

 

Bildqualität Blu-ray

Mit Testbildern gelingt eine hervorragende Feinzeichnung, pixelgroße Details zeigen weder Kontrastverlust noch Einfärbung. Entsprechend klar erscheinen die Ornamente im Intro von "Casino Royale", die man wegen der Bildgröße besonders deutlich und entspannt wahrnimmt. Die Bewegungsdarstellung im Modus "Klar Plus" überzeugt auch bei 24p: Die Fächer des Roulette-Kessels rotieren wie bei guten Plasma-TVs mit einer klaren Dreifachkante durchs Bild. Langsame Bewegungen werden leicht geglättet, aus der Nähe fallen gelegentlich leichte Säume um Objekte auf, dennoch bleibt der Bildeindruck dank des typischen Judder-Effekts filmisch. Nur in Kameraschwenks über helle Motive entstehen leichte Schlieren. In den Nacht­szenen im dritten Kapitel von "Krabat" verwöhnt der Sony dafür mit fantastischer Bildtiefe und arbeitet dunkle Details wie die Holzmaserung im Inneren der Mühle sauber heraus. Allerdings hat die Szene einen leichten Blaustich, während sie der Philips (Test auf Seiten 59) und unser Referenz-TV von Pioneer original petrolfarben zeigen. Nebenwirkungen von Local Dimming treten weniger stark als beim Philips in Erscheinung: Schwierige Motive wie das Bond-Intro mit hellen Schrifteinblendungen oder die Fackeln in "Krabat" bei Spielzeit 13:56 erscheinen sauber differenziert und übersteuern nicht, lästige Farbwolken zeigen sich erst aus seitlicher Perspektive. Die Graustufen liegen mustergültig am D65-Punkt, dennoch wirken Schwarzweiß-Klassiker wie "Casablanca" etwas steril und lilastichig. Satte Grüntöne könnten noch mehr Strahlkraft und Brillanz entfalten.

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €

Sonys Riesen-TV dominiert jedes Wohnzimmer. Der Sockel ist leider nicht drehbar.

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €

Die Senderliste lässt sich flott durchsuchen, verdeckt aber das gesamte Bild.   

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €

Internet-Video: Das übersichtliche Sony-Portal bietet unter
anderem die Mediatheken der Privatsender.

Die 3D-Bildqualität des Sony

Mit rund 100 Candela pro Quadratmeter ist der Sony der derzeit hellste uns bekannte 3D-Fernseher mit Shutter-Technik. Weil Fenster und Lampen durch die Brille kaum flackern, muss man das Zimmer nicht komplett abdunkeln. Die Helligkeit sollte man auf 32 senken, dann begeistern 3D-Blu-rays. Einmal schon wegen der ausladenden Bildgröße, aber auch weil natürliche Farben, viel Licht und Kontrast sowie gute Feinzeichnung beispielsweise die Imax-Doku "Mumien 3D" klasse aussehen lassen. Frei von Schwächen ist das Bild aber nicht. So stört die drastische Erhöhung des Übersprechens bei schräger Kopfhaltung. Die Doppelkonturen gehen zurück, wenn man den Regler "Helligkeit 3D-Brille" auf Mittel oder Niedrig stellt, allerdings leidet dann die Helligkeit.
Bei der Bewegungsdarstellung kann man zwischen verschiedenen Motionflow-Einstellungen wählen: In Stellung "aus" zeigt der Sony die 24p-Doku mit höchster Bewegungsschärfe und originalem Judder, das Bild flackert stark. Bei "Standard" flackert das Bild nur leicht, dafür wirken Bewegungen ruckeliger; im Modus "weich" werden Bewegungen geglättet.

Künstlich generierte 3D-Bilder wirken nicht optimal scharf, dennoch sind mehr Details als mit dem Philips zu erkennen: Mit Full-HD-Testbildern schafft der Sony eine Auflösung von rund 1.280 x 1.080 Bildpunkten, beim Philips sind es 640 x 1.080. Die mitgelieferten Shutter-Brillen vom Typ TDG-BR 250 sind wiederaufladbar und sitzen stabil. Allerdings wiegen sie relativ viel, zudem spiegeln sich Teile des Bildes in der oberen Einfassung. Die Empfangsstabilität fällt gut aus: Nur wenn man den Kopf deutlich vom Bild abwendet, geht der Synchron-Impuls verloren. Bei Side by Side-3D-Videos auf YouTube schaltet der Sony automatisch auf 3D um, mangels HD-Auflösung kommt aber nur ein grobes Bild zustande.

 

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €

3D-Menü: Neben 3D-Fotos, 3D-Blu-ray und 2D zu 3D Konvertierung
beherrscht der TV Side by Side- und Top/Bottom-3D.
 

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €


 

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €

 

 

 

 

Fazit:

Der Spitzen-TV von Sony kombiniert Luxus-Ausstattung mit einem riesigen Bild und geringem Stromverbrauch. Er begeistert mit höchstem Kontrast, wenig Artefakten bei Local Dimming und hoher Bewegungsschärfe. Zur Perfektion fehlen gefälligere Farben, wie sie Toshibas Luxus-TV 55 ZL 1G (audio­vision 9-2011) zeigt, aber auch Sony selbst in der legendären X-Reihe gelangen.                                 


Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €

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Technische Ausstattung und Bewertung 

Sony KDL-65 HX 925 - 3D-LED-TV für 5.300 €

 

 

Der Testbericht Sony KDL-65 HX 925 (Gesamtwertung: 87, Preis/UVP: 5300 Euro) ist in audiovision Ausgabe 1-2012 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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