Magnat QUANTUM 800 SET (Test)

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Magnat Quantum 800 Set – 5.1-Lautsprecherset für 5.150 Euro

Magnat Quantum 800 Set - 5.1-Lautsprecherset für 5.150 €Magnats elegante Quantum 800-Serie besticht mit edler Verarbeitung. Ihre neuen, keramikbeschichteten Treiber für besonders hochauflösenden Klang sind ein Glanzlicht.

Im üppigen Boxenangebot von Magnat deckt die neue Quantum 800-Serie das High-End-Segment ab. Das Set besteht aus der größten Standbox des Hauses, der Quantum 807, dem Center 816, der Surroundbox Quantum 803 und dem Subwoofer Omega Sub 250 A LTD. Optische Kennzeichen sind perfekte Hochglanzoberflächen und schmale Fronten im klassischen Bauhaus-Stil.

Technik

In den Boxen sitzen identische Chassis, nämlich ein neuer Hochtöner mit 25-Millimeter-Gewebemembran und ein Aluminium-Tieftöner, der dank seiner Breitbandigkeit in der Frontbox als Mitteltöner arbeitet. Das Besondere an beiden Chassis ist eine Beschichtung aus Keramikpartikeln. Sie geben der Gewebekalotte die nötige Steifigkeit, um höchste Frequenzen bis weit über den Hörbereich hinaus abzustrahlen, laut Magnat bis zu 60.000 Hertz.

Das Prinzip funktioniert: Unsere Messungen dokumentieren eindrucksvoll, dass alle Boxen des Sets mühelos bis zur Messgrenze von 20 Kilohertz hinaufziehen. Die mit einer besonders breiten Sicke bestückte Kalotte verkraftet auch tiefere Frequenzen bis drei Kilohertz, selbst bei hohen Pegeln. Ebenfalls problemlos meistert der von Magnat entwickelte Tief-/Mitteltöner den Spagat zwischen sattem Tiefbass und unverfärbtem Mittel-/Hochton. Aufwändig optimierte Magnetsysteme, strömungsoptimierte Körbe aus Aluminium-Druckguss sowie hinterlüftete Schwingspulen für unkomprimierte Bassdynamik komplettieren die Technik. Die Qualitäten beider Chassis sorgen bei den Zwei-Wege-Surroundboxen und beim Center für ausgewogene Mitten und glatte Frequenzgänge bis 20 Kilohertz. Wegen der kompakten Maße kommt es zu einer kleinen Betonung um 120 Hertz, während die hohe Drei-Wege-Frontbox im Bass linearer und tiefer abgestimmt ist. Ihr strömungsoptimiertes Bassreflexsystem unterstützt bei einer Tuning-Frequenz von 32 Hertz sehr tiefe Bässe und verkraftet klaglos hohe Belastungen. Das extrem steife und nahezu akus­tisch tote Gehäuse wiegt eindrucksvolle 28 Kilo­gramm und trägt viel zur trockenen Basswiedergabe bei. Auch bei den inneren Werten der 800er-Serie lässt Magnat nichts anbrennen und investiert in selektierte Frequenzweichenbauteile und eine hochwertige Oehlbach-Innenverkabelung.

Magnat Quantum 800 Set - 5.1-Lautsprecherset für 5.150 €
Magnat Quantum 800 Set - 5.1-Lautsprecherset für 5.150 €

Hochwertig: Das Bi-Wiring-Terminal (links) nimmt auch große Kabelquerschnitte auf.
Der mit Keramikpartikeln beschichtete Hochtöner (rechts) spielt bis weit über den
Hörbereich hinauf, verkraftet aber auch die für ein Zwei-Wege-Konzept erforderlichen
tieferen Frequenzlagen.  

Im Subwoofer strahlen der 26-Zentimeter-Langhubtreiber und die Bassreflexöffnung nach unten zur massiven Bodenplatte ab. Sie steht wie die anderen Boxen der Serie auf gummigepufferten Metallfüßen, Spikes liegen bei. Für eine impulsgenaue Basswiedergabe setzen die Entwickler auf eine beschichtete und gehärtete Papiermembran und ein vom Spezialisten Klippel optimiertes Magnetsystem, das Verzerrungen minimiert. Die mit Toshiba-Transistoren diskret aufgebaute 200-Watt-Endstufe verfügt über einen Echtzeit-Begrenzer, der vor harten Verzerrungen schützt.

Magnat Quantum 800 Set - 5.1-Lautsprecherset für 5.150 €
Flexibel: Am Terminal des Omega Sub 250 A kann man Lautsprechersignale in Stereo einspeisen
oder den monauralen Line-Eingang mit Weiterleitung nutzen. Die Phasen- und Tiefpassregelung
lässt sich per LFE-Schalter überbrücken.

Magnat Quantum 800 Set - 5.1-Lautsprecherset für 5.150 €
Mitteneinbruch: Bei Winkeln ab 20 Grad brechen die Mitten des Centers 816
zunehmend ein. Der Abfall bei den obersten Höhen ist dagegen
unkritisch und kaum hörbar.

Zusatzinfo: Phaseneinstellung am Subwoofer Omega Sub 250 A LTD

Definiert man im Receiver-Setup "kleine Frontlautsprecher" mit einer Subwoofer-Tiefpassfrequenz von 80 Hertz, muss man die Phasenlage nur bei der Übernahmefrequenz mit einem 80 Hertz-Ton überprüfen. In dieser Einstellung addieren sich Mag­nats Frontboxen und Subwoofer in der Schalterstellung LFE und bei normaler Phase perfekt. Allerdings verzichtet man mit diesem Setup auf die Basswiedergabe von vier Tieftönern der kraftvollen 807-Lautsprecher.

Im Setup "große Frontlautsprecher" ist die Einstellung der Phase komplizierter, denn die Frontboxen und der Subwoofer müssen im gesamten Bassbereich möglichst "in Phase" zusammenspielen. Bei 80 Hertz klappt das noch gut, tiefere Bässe um 50 Hertz klingen dagegen weniger kraftvoll und undynamisch (rote Kurve im Diagramm). Sie löschen sich gegenseitig aus, spielen also gegenphasig zusammen, was nicht gut klingt. Zum Gegensteuern muss man zunächst den Line-Eingang von Stellung "LFE" auf "SUB" umstellen. Dann wird neben dem Tiefpass-Regler (Stellung Max) auch der Phasenregler des Subwoofers aktiviert. Mit invertierter Phase (180 Grad) addieren sich jetzt die Bassanteile der Frontboxen und des Subwoofers bei 50-Hertz-Bässen deutlich besser (grüne Kurve im Diagramm). Das bringt am Hörplatz rund sechs Dezibel mehr Schalldruck sowie einen satten Bassdrum-Sound mit hörbar gesteigerter Dynamik. An den Rändern des Übertragungsbereichs bei 80 Hertz und im Tiefbass verringert sich der Schalldruck dagegen. Das liegt am unterschiedlichen Phasenverlauf über die Frequenz: Subwoofer und Frontboxen können aufgrund der unterschiedlichen Chassis-Technik und Tiefpass-Filterung nicht über alle Bassfrequenzen zwischen 20 und 80 Hertz perfekt zusammenwirken. Eine klangstarke Alternative liefert die Herabsetzung der Tiefpassfrequenz im Setup des AV-Receivers von 80 auf 50 Hertz bei invertierter Phase (schwarze Kurve im Diagramm): Die Welligkeit ist geringer und es stellt sich ein guter Kompromiss aus Linearität und Tiefbass ein. Natürlich spielen auch raumakustische Effekte sowie Aufstellung und Abstände aller Bassquellen voneinander eine bedeutende Rolle. Deshalb können in anderen Räumen andere Einstellungen besser klingen. Hier hilft nur, die verschiedenen Optionen auszuprobieren.

Magnat Quantum 800 Set - 5.1-Lautsprecherset für 5.150 €
Raummessung normal und invertiert: Misst man Magnats Subwoofer und die Frontbox 807
aus kurzer Distanz im Raum, wirken sich die Stellung des Phasenreglers und die Frequenz
des Tiefpassfilters deutlich auf die Basswiedergabe aus.

 

Tonqualität Surround

Vor dem Hörtest muss zunächst im AV-Receiver das beste Setup für Subwoofer und Lautsprecher gefunden werden. Da nicht nur der Subwoofer, sondern auch die Frontboxen kraftvoll zur Basswiedergabe beitragen, ist eine korrekte Subwoofer-Phasenlage wichtig. Sie trägt erheblich zur Qualität der Bass­reproduktion bei. Die für eine stimmige Surroundwiedergabe nötige tonale Homogenität erfüllen alle fünf Boxen. Sie klingen schon beim Einpegeln mit Rosa Rauschen im gesamten Mittel-/Hochtonbereich wunderbar unverfärbt und hochauflösend. Einzig der leichte Anstieg im Grundtonbereich gibt dem Center und der Surroundbox einen tonal etwas volleren Charakter. Mit Mehrkanalmusik auf der DVD "Faszination Natur 2" punktet Magnats Ensemble durch die aus allen Richtungen präzise Auflösung und die punktgenaue Abbildung. Der Sprecherton der Dokumentation "Arktis Nordost" tönt sonor und mit klarer Artikulation aus dem Center. Die Mitten können für seitlich weiter versetzt sitzende Hörer allerdings minimal belegt klingen, was für Center dieser Chassis-Anordnung typisch ist. Die Gesamtwirkung des Ensembles besticht, etwa beim Auftritt der Operndiva in "Das fünfte Element". Magnats Set zelebriert die Dynamik souverän, von der leise beginnenden Orchestermusik im voll besetzten Opernsaal über die Sopranstimme der Sängerin bis zum opulenten Finale. Die Stimme der Diva erklingt in den lauten Passagen ohne jede Härte in vollkommener Klarheit und Geschmeidigkeit, gleichzeitig knallen die Schüsse beim dazwischen geschnittenen Überfall erschreckend echt. Der Beifallssturm am Schluss des Auftritts wandert von vorn nach hinten und legt dabei an räumlichem Ambiente zu – genau, wie es der Tonmeister abgemischt hat. Magnats Lautsprecher klingen präzise und trocken, wenn kein Raum hinzugemischt wurde, aber sogleich räumlich und plastisch, wenn es im Soundtrack so angelegt ist.

Die fantastischen dynamischen Qualitäten kommen beim Livekonzert mit Dave Matthews und Tim Reynolds auf Dolbys Demo-Blu-ray Disc "The Sound of High Definition" zur Geltung. Selten haben wir die akustischen Gitarren kraftvoller und die Präsenz des Publikums so mitreißend erlebt. Bei live gespielten Rocktiteln wie "The Hand That Feeds" der US-Rockband "Nine Inch Nails" mutiert das schlanke Set fast zu einer PA-Anlage, was den druckvollen Bässen des pegelfesten Subwoofers zu verdanken ist. Nur mit subsonischen Schockwellen der explodierenden Waffensysteme aus "Iron Man" hat der vergleichsweise kompakte Tieftöner weniger am Hut, da er unterhalb der Minus-3-dB-Frequenz von 33 Hertz recht steil abfällt.

	Magnat Quantum 800 Set - 5.1-Lautsprecherset für 5.150 €
Edel und gut: Das Hochglanzfinish der schlanken Quantum 800-Serie gibt es in Palisander,
in Piano Schwarz und in Weiß. Technisch beeindruckt der weite
Über­tragungsbereich der neuen Treiber.

Tonqualität Stereo

Je komplexer und anspruchsvoller die Kost, desto besser schlägt sich das Quantum 800-Set. Bei "I Can See Clearly Now" des Holly Cole Trios beeindrucken die dynamischen und doch perlend weich gesetzten Klavieranschläge, in die sich weder falsche Obertöne noch unnatürliche Härten einschleichen. Auch feine Modulationen im Bass bringt das Terzett aus Subwoofer und 807-Front­boxen beim Titel "Travel" von Marla Glenn überzeugend zu Gehör. Stimme und Mundharmonika klingen stressfrei und werden mit fein aufgefächerten Klangfarben intoniert, während das Fingerschnippen bis in oberste Höhen ungemein dynamisch erklingt. Wiederum unterscheiden Magnats Boxen präzise zwischen impulsivem Direktschall und vom Raum zeitlich verzögerten Hallanteilen. Deshalb präsentieren die Frontboxen nicht nur tonal fein balancierte Klangfarben, sondern auch eine Fülle an Rauminformationen, die selbst lange Hör-
sitzungen zum spannenden Erlebnis machen.

 

Fazit

Für 5.000-Euro muss man viel bieten, und das tut Magnat. Die Verarbeitung des Quantum 800-Sets, die Güte der Komponenten und der Klang sind ein Traum für anspruchsvolle Musikliebhaber. Auch beim Ausflug ins Heimkino begeistert das elegante Ensemble durch mühelose Dynamik, feine Details und präzise Raumdarstellung. Dafür hat es sich eine Highlight-Auszeichnung verdient.

       

Magnat Quantum 800 Set - 5.1-Lautsprecherset für 5.150 € 

Magnat Quantum 800 Set - 5.1-Lautsprecherset für 5.150 €

 

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Magnat Quantum 800 Set - 5.1-Lautsprecherset für 5.150 €

 

 

Der Testbericht Magnat QUANTUM 800 SET (Gesamtwertung: 85, Preis/UVP: 5150 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2011 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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