Marantz SR 6006 (Test)

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Marantz SR 6006 – AV-Receiver für 1.000 Euro

Marantz SR 6006 - AV-Receiver für 1.000 €Marantz versteht es, sich von den Modellen der Konzern-Schwester Denon abzusetzen. In Klang und Design wirken beide Hersteller weitgehend eigenständig. Erst bei genauem Hinsehen fallen Ähnlichkeiten auf: So entsprechen sich die Abmessungen der Gehäuse unser beiden Test­modelle, auch das Gewicht fällt ähnlich aus

 

Ausstattung und Technik

Die Bildschirmmenüs gleichen sich bis auf eine etwas andere Farbe ebenfalls. Die Ähnlichkeit ist aber positiv zu bewerten, denn beide Menüs sind logisch aufgebaut und reaktionsschnell. Wie beim Denon fehlt beim Marantz ein ausführliches Handbuch in gedruckter Form.

In Sachen Optik versucht Marantz seit langem, an frühere, erfolgreiche HiFi-Tage anzuschließen, was man an der seitlich gerundeten, massiv wirkenden Frontplatten-Optik und der kreisförmigen Anzeige sieht. Letztere allerdings ist für einen hochkomplexen AV-Receiver keine optimale Wahl, denn sie ist zu klein und kann wichtige Informationen gar nicht oder nur im Mini-Format darstellen. Der Benutzer ist also stark auf das Bildschirmmenü angewiesen.

Marantz SR 6006 - AV-Receiver für 1.000 € 

  Die übersichtlich gestaltete Fern­bedienung des Marantz weist eine Taste
zur direkten Einstellung der Lautsprecher-Pegel und sogar eine fürs
Internet-Radio auf.

Prima funktioniert beim Marantz die Videoverarbeitung. SD-Signale wandelt er, ob sie nun über einen der sieben HDMI-Eingänge oder analog ins Gerät kommen, zuverlässig in 1080p-Vollbilder und erlaubt sich dabei keine gravierenden Fehler. Beim Ton gibt sich der Marantz ebenfalls penibel und stellt Entfernungen zu den Lautsprechern auf bis zu einen Zentimeter genau ein, sowohl manuell als auch mit Hilfe des Einmess-Systems Audyssey MultEQ XT. Es erlaubt bis zu acht Messpositionen im Raum und stellt zwei unterschiedliche Ziel­kurven für die Korrektur der Raumakustik mit jeweils anderer Hochton-Abstimmung bereit. Ein Equalizer mit neun Bändern für jeden Kanal außer dem Subwoofer erlaubt eine manuelle Justage.

Mit AirPlay, einer USB-Buchse und einem Netzwerk-Anschluss ist der Marantz in Sachen Multimedia auf der Höhe der Zeit. Per Netzwerk ist das Streaming von einem DLNA-Server möglich, außerdem Internet-Radio und der Zugriff auf die anmeldepflichtigen Dienste Flickr und LastFM sowie auf den Bezahldienst Napster. 


Marantz SR 6006 - AV-Receiver für 1.000 €
Dank aufgeräumtem Anschlussfeld bereitet die Rückseite des Marantz keinerlei
Orientierungsprobleme. Er bietet über seinen Phono-Eingang sogar einem
Schallplattenspieler Anschluss.

 

 

Tonqualität

Im Messlabor glänzt der Marantz mit guten Werten und steht dem Testprimus in Sachen Verstärkerleis­tung, dem Denon, kaum nach: Satte 70 Watt pro Kanal im Siebenkanal-Betrieb an sechs Ohm sorgen für eine adäquate Beschallung auch größerer Heimkinos.

Das stellt er im Hörraum eindrucksvoll unter Beweis, indem er bei der Szene mit dem Abschleppwagen aus "Terminator – die Erlösung" (DTS-HD) die Motorrad-Roboter mit Wucht in die Autos krachen lässt. Das tieffrequente Triebwerksgeräusch des Flugroboters setzt die Membranen der Frontboxen – und die Magenwände der Tes­ter – mit Nachdruck in Bewegung, selbst bei weit überdurchschnittlichen Abhörpegeln. Dabei bleiben der Gesamtklang immer luftig, Dialoge gut verständlich.

Marantz SR 6006 - AV-Receiver für 1.000 €

Nicht selbstverständlich: Der Ton lässt sich nach der
Einmessung noch per Neunband-Equalizer einstellen.

Dieser Grundcharakter wird bei Musikwiedergabe noch deutlicher, "Lie In Our Graves" von Dave Matthews und Tim Reynolds (Dolby Digital Plus) ertönt fein aufgelöst, schön räumlich und völlig unverfärbt, allerdings auch ein wenig schlank. Der Verdacht, dass auch der Marantz den bekannten Fehler im Bass-Management bei einem Setup ohne Subwoofer und auf "Large" gestellten Frontboxen aufweist, erhärtet sich bei "Away From the Sun" von 3 Doors Down (DTS): Bass und Kickdrum klingen undynamisch und dünn. Erst mit einem Subwoofer läuft die Basswiedergabe wieder zu Hochform auf.

Auf die Qualität von Musik in Stereo achten die Marantz-Entwickler traditionsgemäß besonders. Deshalb schaltet die Pure-Direct-Funktion des SR 6006 alle überfüssigen Schaltungsteile des Receivers, wie das Display und die Video-Elektronik, ab. Das entschlackt den Klang merklich und zaubert mehr Details aus dem Tonsignal, wie der Marantz etwa mit "Tiden Bara Gar" demonstriert.

 

Marantz SR 6006 - AV-Receiver für 1.000 €
1.000 Euro: Das viel zu kleine Display des Marantz SR 6006 lässt sich abschalten.
Der Receiver bietet hier einen HDMI- und einen USB-Eingang sowie – unter eine Plastikkappe –
einen Front-AV-Eingang.

 

Fazit

Eine überzeugende Vorstellung liefert der Marantz SR 6006 durch seinen sehr angenehm luftigen und trotzdem dynamischen Klang sowie seine umfangreiche Multimedia Ausstattung. Für 1.000 Euro wird man kaum einen besseren Receiver finden. Dafür hat er sich von uns ein Highlight verdient. Lediglich das kleine Geräte-Display sollten man bei zukünftigen Modellen nochmal überdenken. 

 

Marantz SR 6006 - AV-Receiver für 1.000 €

Marantz SR 6006 - AV-Receiver für 1.000 €

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Marantz SR 6006 - AV-Receiver für 1.000 €

 

 

Der Testbericht Marantz SR 6006 (Gesamtwertung: 86, Preis/UVP: 1000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 10-2011 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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