Dali Ikon MK 2 (Test)

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Dali Ikon MK 2 – 5.1-Boxenset für 4.300 Euro

Dali Ikon MK 2 - 5.1-Boxenset für 4.300 €Der dänische Boxenspezialist Dali stellt musikalische Werte in den Vordergrund. Sein Set Ikon MK 2 mit eigener Bändchen-Hochtontechnik legt in unserem Test eine tolle Vorstellung hin.  

In modernen, hellen Räumen kommen Dalis schlanke, weiße Lautsprecher mit Hochglanzlackierung gut an. Die Frontboxen lassen sich auch in glänzendem Schwarz ordern, was besser in dunk­le Heimkinos passt. Zudem gibt es die komplette Serie auch in Mattschwarz oder Walnuss. Metallfüße sorgen bei Front- und Surroundboxen für Standsicherheit, Spikes und Gummifüße liegen bei. Alle Boxen inklusive des Centers setzen zusätzliche Bändchentreiber für eine luftige Hochtonwieder­gabe ein, während sich der robuste Subwoofer MK 2 um das Tiefbassfundament kümmert.

Technik

Kennzeichen der Ikon-Serie von Dali sind die Hybrid-Hochtonmodule aus eigener Fertigung, bei der sowohl eine Hochtonkalotte als auch ein Bändchentreiber zum Einsatz kommen. Der Wirkungsgrad des schmalen Bändchens ist bei den großen Frontboxen etwas niedriger, dafür strahlt die Schallenergie zur Seite wesentlich breiter ab und trägt so zu einer weiträumigen und luftigen Hochtonwiedergabe bei. Den Bass- und Mitteltonbereich teilen sich die beiden 17er-Tief-/Mitteltöner: Die Vier-Wege-Weiche trennt den unteren flach bei rund 700 Hertz ab, während der obere bis rund 2.600 Hertz und somit bis in den Hochtonbereich spielt. Die Weiche sitzt bei Dali-Lautsprechen direkt hinter dem massiven Bi-Wiring-Terminal, um Verluste durch Kabelleitungen zu minimieren. Für die Bassunterstützung kommen bei der Frontbox zwei fest verschraubte Bassreflexrohre zum Einsatz, eines vorne und eines hinten.

Dali Ikon MK 2 - 5.1-Boxenset für 4.300 €
Einfach, aber gut: Die Aktivelektronik des Subwoofers Sub MK 2 verzichtet auf raffinierte
Einstellmöglichkeiten, bietet aber einen separaten LFE-Eingang und eine
Endstufe mit satten Leistungsreserven.

 

Die kleine Standbox Ikon 5 verfügt über ähnliche Vier-Wege-Technik, wobei die 13er-Treiber im Bassbereich bis 60 Hertz munter mitspielen. Da die Box nur 81 Zentimeter hoch ist, sollte man sie mit Hilfe der Spikes ein wenig nach oben ausrichten. Beim Center sitzen das kompakte Hybridmodul und die beiden 13er-Tief-/Mitteltöner dicht zusammen, was auf Achse für eine homogene Klangqualität sorgt. Trotzdem löschen sich die oberen Mitteltonanteile für seitlich versetzt sitzende Hörer aus – ein Problem, das sich mit einer senkrechten Aufstellung lösen lässt. Der Center ist für eine wandnahe Aufstellung optimiert und liefert eine Spur stärker betonte Mitten sowie einen recht hohen Wirkungsgrad. Den Tiefbass des 5.1-Sets übernimmt der Ikon Sub MK 2 mit seinem 31 Zentimeter großen Langhubtreiber. Dessen brettsteife Pappmembran pumpt über eine 100 Millimeter große nach unten gerichtete Bassreflexröhre mächtig tiefe Bässe in den Raum. Die Aktivelektronik bietet zwar nur Standard-Funktionen wie einen Phasenschalter oder eine bis 40 Hertz einstellbare Tiefpass­frequenz, liefert aber satte 325 Watt Spitzenleistung.

Dali Ikon MK 2 - 5.1-Boxenset für 4.300 €
Solides Terminal: Die Front- und Surroundboxen des Sets bieten
große isolierte Schraubklemmen und massive Signalbrücken.

Zusatzinfo: Hybrid-Hochtonmodul von Dali

Der Hybrid-Hochtöner von Dali verbindet die Vorteile von Bändchen- und Kalottenhochtönern und teilt den Frequenzbereich unter den beiden Treibern auf. In der Ikon 6, der zweitgrößten Standbox der Serie, kommt eine etwas größere Variante des Hybridmoduls zum Einsatz. Dort fallen die Abstände der beiden Hochtöner aufgrund des kräftigeren Magnet­systems der Kalotte größer aus als bei den kompakteren Hybridmodulen der Center- und Surroundboxen.

Der Bändchen-Hochtöner nutzt eine hauchdünne, elektrisch leitfähige Folie, die sich zwischen den Polen eines Magneten befindet. Die extrem geringe Masse des leitenden Bändchens sorgt für einen luftigen Klang und einen linearen Übertragungsbereich bis weit über die Hörgrenze. Allerdings besitzt das Bändchen einen etwas niedrigeren Wirkungsgrad. Deshalb trägt in der Standbox Ikon 6 die 28 Millimeter große und deutlich lautere Textilkalotte stärker zum Frequenzverlauf bei, der gemessene Frequenzgang auf Achse fällt oberhalb von 17 Kilohertz leicht ab. Unsere Nahfeldmessung des Bändchens belegt die lineare Charakteristik des Bändchenhochtöners, der anders als die Kalotte auch oberhalb von 17 Kilohertz nicht abfällt. Das leisere Bändchen dominiert die Hochtonabstrahlung allerdings erst im Frequenzbereich oberhalb von rund 20 Kilohertz sowie unter seitlichen Abstrahlwinkeln. Die vertikale Abstrahlung des Hybrid-Hochtonmoduls ist allerdings komplexer als bei einer Konstruktion mit nur einem Hochtöner. Beide Treiber addieren sich nur auf Achse an genau einem Punkt zeitrichtig und phasenrichtig, unter anderen Winkeln können sie sich auch auslöschen.

Dali Ikon MK 2 - 5.1-Boxenset für 4.300 €
Eingeschränkte Mitten: Seitlich versetzt sitzende Zuhörer bekommen vom
Center Einschnürungen im Mitteltonbereich zu hören.

 

 

Tonqualität Surround

Bei der Messung aus nur einem Meter Abstand zeigt die Frontbox eine kleine Delle bei 3 Kilohertz, sonst aber eine sehr ausgewogene Charakteristik. In normaler Hördistanz füllt sich die Senke weitgehend auf – ein bekannter Effekt bei Vier-Wege-Lautsprechern, deren weiter auseinanderliegende Chassis sich erst aus größerer Distanz optimal addieren. Im Vergleich zum Center und den Frontboxen zeigen die kleinen Surroundboxen einen leichten Hochtonanstieg, was geschickt die Tatsache kompensiert, dass hinter dem Zuhörer postierte Boxen dumpfer klingen. In unserem 40 Quadrat­meter großen Hörraum spielten beim Test mit Rosa Rauschen alle Boxen des Sets stimmig zusammen. Aufgrund der besseren Pegelfestigkeit wählten wir ein Setup mit "großen" Front- sowie "kleinen" Center- und Surroundboxen. Beim Phasentest mit Bassrumpeln löschten sich Front und Subwoofer allerdings in Phasenstellung "Null" aus, tiefe Töne addierten sich erst bei "180 Grad" kraftvoll.

Dali Ikon MK 2 - 5.1-Boxenset für 4.300 €

Doppelt gemoppelt: Das bis circa 30 Kilohertz reichende Bändchen unterstützt die
wirkungsgradstarke Kalotte nur im Hochtonbereich oberhalb von 14 Kilohertz.

Mit dem DTS-Soundtrack des Science-Fiction-Klassikers "Titan A.E." beeindruckt das Dali-Set durch seidenweiche Auflösung und facettenreiche Stimmwiedergabe. Beim gefährlichen Versteckspiel im Kristallfeld klingen Aufregung oder Gelassenheit in den Stimmen spürbar durch. Das Set kennt hier weder Aggressivität noch unnatürliche Härte, sondern intoniert den Soundtrack gelassen und mit klar ortbaren Surroundeffekten. Wenn beim Bersten der Kristalle derbere Töne gefragt sind, schlägt die Stunde des Subwoofers: Er lässt selbst unseren großen Hörraum vibrieren und entfacht krachende Basssalven ebenso souverän wie bedrohlich wabernden Tiefbass. Die Kombination aus elfenhafter Auflösung im Mittel-/Hochtonbereich und mühelosem Bassfundament sorgt dafür, dass selbst längere und lautere Kinoabende zum Genuss werden. Das liegt nicht zuletzt an der enormen Pegel­festigkeit des Subwoofers, der sagenhafte 110 Dezibel schafft. Er hält sich im untersten Tiefbass minimal zurück, steckt dafür aber oberhalb von 26 Hertz selbst heftigste Explosionen in "Iron Man" locker weg.

Beim Livekonzert "Rising in the East" von Judas Priest klingen die klangvoll verzerrten Gitarren vorn allerdings etwas zu brav, während Rob Hallfords obertonreiche Schreie schaurig schön aus dem Center tönen. Beim Titel "Metal Gods" trägt der Sub gehörig zum treibenden Sound der Bassdrum bei, weshalb das Ensemble nicht nur Jazz- und Klassikfreunde überzeugt.

Dali Ikon MK 2 - 5.1-Boxenset für 4.300 €
Glänzend: Die weiß lackierten Boxen passen gut in helle Wohnzimmer.
Kennzeichen der Ikon-Serie von Dali sind Hybrid-Hochtöner mit
Kalotten- und Bändchentreibern.

Tonqualität Stereo

Ohne Sub wirft das "Dallas Wind Symphony"-Blas­orchester den Titel "Fandango" zwar schmissig in den Hörraum, doch spätestens beim Einsetzen der tiefen Paukenschläge fehlt es an Wucht. Mit Sub entwickeln die tiefen Trommelschläge dagegen nicht nur viel Druck, sondern vermitteln mit nachhallendem Tiefbass einen lebhaften Eindruck von der Größe des Konzertsaals. Auch bei "Route 66" ertönt der satte Sound von Toschos Blues Company überzeugend. Selbst sehr laut gespielt schwimmen die Bässe nicht auf, sondern vermitteln erdigen Groove. Die Hybridmodule tragen zu einem wunderbar feinen und präzisen Hochtonklang bei, der in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht.

 

Fazit

Das elegante Boxenset Ikon MK 2 von Dali überzeugt mit toller Auflösung und klirrfreier Präzision. Der pegelfeste und dynamische Subwoofer untermauert den stressfreien Klang mit verblüffender Urgewalt. Sowohl im Heimkino als auch mit Musik ist das Set die helle Freude.
       

Dali Ikon MK 2 - 5.1-Boxenset für 4.300 € 

Dali Ikon MK 2 - 5.1-Boxenset für 4.300 €

 

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Dali Ikon MK 2 - 5.1-Boxenset für 4.300 €

 

 

Der Testbericht Dali Ikon MK 2 (Gesamtwertung: 85, Preis/UVP: 4300 Euro) ist in audiovision Ausgabe 10-2011 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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