Panasonic TX-P 55 VT 30 E (Test)

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Panasonic TX-P 55 VT 30 E – 3D-Plasma-TV für 3.000  Euro

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €Die Fernseher der VT30-Reihe sind die Spitzenmodelle von Panasonic. Der edle 55-Zöller bietet für 3.000 Euro starke Ausstattung, bequeme Bedienung und erstklassige Bildqualität.


Ausstattung

Trotz seiner Bilddiagonale von 140 Zentimetern wirkt der Plasma elegant. Der massive Tisch-sockel sorgt für bombensicheren Stand, ist aber nicht schwenkbar. Der TV-Tuner kommt mit allen Empfangswegen zurecht und unterstützt HD+ sowie Einkabel-Sat-Installationen. Digitale TV-Programme lassen sich auf USB-Festplatte oder SD-Speicherkarte aufzeichnen. Neu ist die zweistufige Komprimierung für Aufzeichnungen; so passen auf eine 500 Gigabyte-Festplatte statt 200 über 500 Stunden Fernsehen. Anders als bei früheren Panasonic-Modellen mit USB-Aufnahme gibt es keinen permanenten Time-Shift, für temporäre Aufnahme muss man jetzt die Pause-Taste drücken. Für Multimedia sorgt das Viera-Cast-Internetportal, das aktuell rund 30 Webseiten bereitstellt, darunter YouTube und Skype sowie Spiele, Webradio und Online-Videotheken. An kostenlosen Web-TV-Angeboten stechen Arte+7 und verschiedene Nachrichtenbeiträge hervor. Mit HbbTV oder den umfangreichen Mediatheken von ARD und ZDF kann der Panasonic nicht dienen – schade. Der Mediaplayer spielt via USB, SD und Netzwerk-Stream (DLNA-Funktion) zahlreiche Videodateien ab. Sehr flexibel fallen die Werkzeuge zur Bildjustage aus: Neben einer zehnstufigen Farbtemperatur- und einer neunstufigen Farbraum-Korrektur lassen sich für Spezialanwendungen wie PC-Games individuelle Gamma-Kennlinien definieren. Die innovative Auto-Kalibrierung mittels CalMAN-Software rundet das tolle Farbmanagement ab.

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €
Edel: Die teilbeleuchtete Fernbedienung zeichnet sich durch eine gelungene
Tastengruppierung aus.

 

Bedienung

Trotz der vielen Funktionen ist der TV ein Vorbild für intuitive, bequeme Bedienung. Das Menü sieht schick aus und ist bestens gruppiert, so dass man alle Funktionen einfach erreicht. Die vollständige Bedienungsanleitung, erhältlich über Panasonics Webseite, erläutert umfassend und klar sämtliche Details. Lob verdient die Sendernavigation: Die Listen sind praxisgerecht vorsortiert, lassen sich flott durchsuchen und bieten dank verschiedener Sortierfilter optimale Übersicht. Die Fernbedienung punktet mit vernünftiger Tastengruppierung, beleuchtetem Zahlenblock, Programm- und Laut­stärke-Wippen, ist mit 209 Gramm aber etwas schwer. Ein Manko ist das kurzzeitige Umschalten auf den TV-Tuner, wenn bei Blu-ray-Wiedergabe die HDMI-Auflösung geändert wird.

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

 

Abgespeckt: Wie üblich bei aktuellen TVs sterben
direkte S-Video und Anschlüsse im Cinch-Format aus. Die
notwendigen Adapter liegen aber bei.

 

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

 

Optimal: übersichtliche Senderliste mit zahlreichen
Sortierfunktionen und flotter Bedienbarkeit.

 

Bildqualität Fernsehen

Im Bildmenü finden sich mehrere gute Voreinstellungen. Der in dunkler Umgebung ideale AV-Modus "Professional" zeichnet sich durch das natürlichste Bild aus. Allerdings lässt die niedrige Spitzenhelligkeit (100 Candela pro Quadratmeter) das Bild bei Tageslicht etwas kraftlos wirken. Im Modus "Normal" liefert der Panasonic ein fast doppelt so helles Bild, das sich bei Tageslicht durchsetzt; die Farben sind hier passabel, der Kontrast leicht überspitzt. Einen guten Kompromiss aus Farbtreue und Hellig­keit liefert der THX-Modus, der dem Nutzer aber einige Bildregler vorenthält. Bei lichtstarker Einstellung flackert das Bild recht deutlich, was manche Zuschauer als unangenehm empfinden dürften.

Unabhängig vom AV-Modus beeindruckt die hohe Qualität des Tunerbilds, insbesondere mit Standard-TV-Sendern und abgeschaltetem Bildbeschnitt (16:9 Overscan). Eine weitere Stärke ist die organische Anmutung: Durch feines Rauschen kaschiert der Plasma Digitalartefakte im TV-Bild. Aus schrägem Blickwinkel bleibt die Bildqualität erhalten, anders als bei den meisten LCD-Fernsehern. Börsenticker und schnelle Kameraschwenks in Spielfilmen erscheinen scharf und unverschmiert. Leichte Schwächen zeigt der Panasonic bei digitaler TV-Zuspielung über HDMI, hier könnte die Schärfe bei den Standard-Auflösungen 576i/p noch besser sein. Dank vollständiger Bildformate und sauberer Darstellung macht die Zuspielung im 1080-Format aber keine Probleme. Der Ton gelingt ordentlich, wenn auch nicht so gut wie beim Toshiba: Die maximale unverzerrte Lautstärke liegt für TV-Verhältnisse hoch, der Klang lässt sich per Sieben-Band-Equalizer gut anpassen. Lüftergeräusche und Elektroniksirren lassen sich in stiller Umgebung wahrnehmen, stören im Alltag aber nicht weiter.

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

 

Profi-Equipment: Mess-Sensor und CalMAN-Software für Panasonic-Fernseher.
Erhältlich unter www.avtop.eu für rund 890 Euro.

 

Zusatzinformation: Automatische Farbkalibrierung

Für Panasonic-Fernseher der Modellreihen VT30, GT30 und GW30 sowie DT35, D35 und E3 gibt es eine maßgeschneiderte Aufrüstoption zur perfekten Farbwiedergabe. Das Kalibrierset CalMan in der Panasonic-Edition kostet 890 Euro und besteht aus der PC-Software CalMAN und einem USB-Farbsensor (M2). Außer einem Windows-PC werden keine weiteren Geräte, Kabel, Adapter oder Testdiscs benötigt. Erhältlich ist das Tuning-Set unter www.avtop.eu. Wie beim Kalibriersystem von Toshiba vereinfacht ein automatisierter Ablauf die zeitaufwändige Einstellung der konstanten Farbtemperatur/Farbbalance über verschiedene Helligkeits­nuancen hinweg. Die Software analysiert die Farben vor der Kalibrierung und ändert anschließend via Netzwerk-Kommunikation selbstständig die Einstellungen des Fernsehers. Gewünschte Ziel-Farbtemperatur und Gamma-Kurve kann der Nutzer frei einstellen. Weitere Farbgüte-Merkmale wie Farbumfang und Farbpegel können dank zahlreicher Mess­diagramme anschaulich analysiert und mit den Bildreglern des Fernsehers manuell optimiert werden.

Wie der Vergleich der CIE-Diagramme vor und nach Einmessung zeigt, lassen sich Graustufen und gesättigte Farben näher ans Soll bringen, was die Farbqualität trotz guter Werkseinstellung spürbar verbessert. Die Befestigung des Farbsensors mit Saugnäpfen und einem Gegengewicht klappt einfach und sicher.

Die Vorteile der Panasonic-Kalibrieroption liegen in der enormen Flexibilität: Mit der Software lassen sich verschiedenste Displays optimieren, unterstützt werden zudem verschiedene Farbsensoren, optionale Testdiscs und Videogeneratoren. Nachteilig im Vergleich zur Toshiba-Lösung sind der höhere Preis und das wegen der vielen Optionen naturgemäß kompliziertere Handling. Fazit: Für Heimkino-Enthusiasten stellt das Panasonic-CalMAN-Aufrüstkit eine lohnende Inves­tition in die Bildqualität dar.


Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €
Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €
  Aufrüst-Option: Die Software CalMAN sorgt für eine automatische Farbkalibrierung.
Vor der Optimierung weichen Graustufen und Farbraum zwar nur leicht,
aber doch durchaus sichtbar vom Soll ab (Bild unten).

 

Bildqualität Blu-ray

TV-Kost am Nachmittag sieht auf dem Panasonic gut aus, doch erst bei der abendlichen Blu-ray-Vorführung zeigt der Fernseher sein ganzes Können: Authentisch, organisch und mit feiner Schärfe stellt er feinste Details wie Filmkorn dar. In Kamera­schwenks geht dank der kantenscharfen und originalen 24p-Darstellung keine Zeichnung verloren. Bei eingeschalteter 24p Smooth Film-Option glättet der TV Judder vergleichsweise artefaktarm zu fließenden Bewegungen. Die Farbwiedergabe überzeugt schon ab Werk und zwar sowohl bei Schwarz-Weiß-Klassikern als auch bei farbenfrohen Animationsfilmen wie "Cars". Nur im Direktvergleich zu einem neutralen Monitor fällt ein minimaler Grünstich auf, der nach der automatischen Farbkalibrierung per CalMAN verschwindet. Das im Vergleich zum Original etwas zu farbreine Rot, Gelb und Grün stört die natürliche Bildwirkung nicht, Perfektionisten können mit den bordeigenen Farbreglern aber wirksam korrigieren. Nichts ändern kann man an der minimal schwankenden Farbbalance, abhängig vom Ort, die in der Praxis aber selten auffallen dürfte. Sichtbar wird sie in vollflächig weißen Bildern, wo bei genauem Hinsehen leichte grünliche und rötliche Bereiche zu Tage treten.

Beeindruckend schlägt sich der Panasonic in düsteren Szenen: Die heiklen Innenraumaufnahmen im dritten Kapitel von "Krabat" meistert er mit bester Durchzeichnung, Differenzierung, sattem Schwarz und hoher Tiefenwirkung, obwohl er wegen der limitierten Helligkeit von Spitzlichtern im Professional-Modus nicht den vollen Im-Bild-Kontrast zeigt (ca. 10.000:1 im Normal-Modus). Das früher bemängelte Schwanken des Restlichts im Schwarz ist nicht mehr zu sehen. Im Direktvergleich zum Toshiba liefert der Panasonic eine nicht ganz so spektakuläre Kontrast­dynamik, gleicht das aber dadurch aus, dass er besonders wenig Artefakte produziert: Wo der Toshiba Details wie die Kerze ("Krabat", Spielzeit 18:36) wegen der dynamischen Regelung des Hintergrundlichts nicht perfekt differenziert und gelegentlich leichte Aufhellungswolken produziert, erstrahlt am Panasonic ein sauberes Bild.

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

Beeindruckend: Plane Front und gut geschwärzter Bildschirm lassen den Panasonic edel wirken.
 

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

Zwei Shutter-Brillen gehören zur Serienausstattung.

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

Farb-Menü: Der Plasma-TV bietet ein übersichtliches Menü mit vielen Bildreglern. Es dient zur
Einstellung benutzerdefinierter Farbräume.   

Die 3D-Bildqualität

Zur Erzeugung von 3D-Bildern setzt Panasonic auf per Infrarot synchronisierte Shutter-Brillen und mithin auf bewährte Technik. Die zwei mitgelieferten Brillen des Typs TY-EW3D2MA lassen sich im Unterschied zu anderen Panasonic-Brillen (TY-EW3D10E) am TV aufladen. Wegen ihres geringeren Gewichts und strafferen Sitzes bieten sie zudem besseren Trage­komfort. Mit der Imax-Doku "Mumien 3D" überzeugt das 3D-Bild durch gute Räumlichkeit und hohen Kontrast, Flackern und Übersprechen halten sich in Grenzen. Positiv fällt zudem die saubere und klare Bewegungsdarstellung auf: Im Unterschied zum Toshiba ist bei 3D-Blu-ray-Wiedergabe kein zusätzliches Stottern erkennbar. Wahlweise erzeugt der Panasonic bei eingeschaltetem "24p Smooth Film" fließende Bewegungen. Heikel ist allerdings die niedrige Helligkeit, die das Bild in der farbneutralsten Voreinstellung "Professional" kraftlos wirken lässt: Selbst für dunkle Umgebungen sind Leuchtdichten von 15 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) zu wenig. Akzeptiert man plakativere Farben und einen leicht überspitzten Kontrast, lässt sich die Lichtstärke verdoppeln, was für einen ausreichend satten Bildeindruck genügt. Hierfür wählt man den AV-Modus Dynamik mit Farbtemperatur Normal, erhöht den Kontrast auf Maximum und reduziert Schärfe und Farbsättigung auf 1 respektive 20.

Neben der 3D-Blu-ray unterstützt der Panasonic die 3D-Formate Side by Side (Nebeneinander) und Top/Bottom (Untereinander). Videos im Side-by-Side-Verfahren kommen bei Versuchsausstrahlungen via Astra oder auch einigen YouTube-Videos zum Einsatz. Anders als beim Toshiba steht der 3D-Modus auch bei Internet-Videos und beim Abspielen von Videos aus dem Mediaplayer zur Verfügung. Eine Besonderheit ist ferner die Möglichkeit, 3D-Fotos selbst zu erstellen: Der TV kombiniert dabei zwei nacheinander aufgenommene Digitalfotos zu einem 3D-Bild (3D-Fotomontage). Zwar lassen sich auf diese Art nur statische Motive dreidimensional darstellen, aber immerhin. Ob das Ergebnis überzeugt, hängt davon ab, wie sauber der notwendige perspektivische Versatz vom Fotografen eingefangen wurde (kein Verwackeln, kein Winkelversatz, richtige Versatzbreite etc.). Gewöhnlichen TV-Programmen lässt sich per 3D-Konvertierung künstliche Räumlichkeit einhauchen, was je nach Szene mal besser, mal schlechter gelingt. Die Effektstärke ist dreistufig regelbar.

 

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

3D-Menü: Der Panasonic unterstützt die 3D-Varianten
3D-Blu-ray, Side by Side, Top/ Bottom und 3D-Konvertierung.
 

 

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

 

 

 

 

Fazit:

Der Plasma verwöhnt im Alltag mit vielen Komfort-Funktionen und bequemster Bedienung. Für die anspruchsvolle Blu-ray-Wiedergabe in dunkler Umgebung ist er dank hervorragender Bildqualität wie geschaffen. Zur Perfektion und einem noch höheren Punktestand fehlt ihm nur mehr Helligkeit, was für große Plasmas im Hinblick auf den Stromverbrauch aber nur schwer zu machen ist.                                


Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

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Technische Ausstattung und Bewertung 

Panasonic TX-P 55 VT 30 E - 3D-Plasma-TV für 3.000 €

 

 

Der Testbericht Panasonic TX-P 55 VT 30 E (Gesamtwertung: 81, Preis/UVP: 3000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 9-2011 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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