T+A K8 (Test)

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T+A K8 – Blu-ray-Receiver für 5.900 Euro

T+A K8 - Blu-ray-Receiver für 5.900 €Er kann fast alles: Der K8 vom deutschen Hersteller T+A vereint AV-Receiver, Blu-ray-Player und Netzwerk-Streamer in einem Gerät – und zwar in hoher Qualität.

AV-Receiver mit eingebautem DVD- oder Blu-ray-Player haben beim harten Kern der Heim-Cineasten keinen guten Ruf, denn sie sind meist auf Sparkurs ausgerichtet. Hohe Bild- und Tonqualität bieten sie in der Regel genauso wenig wie eine umfangreiche Ausstattung. Doch es gibt rühmliche Ausnahmen: Der Herforder Hersteller T+A steckt AV-Receiver, Blu-ray-Player und Netzwerk-Streamer in den 5.900 Euro teuren K8 und will damit beweisen, dass man auch hochwertige Kombigeräte bauen kann.  

 

Ausstattung und Technik

Das gelingt auf Anhieb. Schon äußerlich besticht der Blu-ray-Receiver durch eine bis ins Detail präzise Verarbeitung. Die Alu-Oberflächen wirken dank einer speziellen Glasstrahl-Behandlung besonders edel und sind zudem von technischem Nutzen, denn sie tragen zur Unterdrückung von Gehäuseschwingungen bei. Das Bedienfeld gestaltete T+A wie gewohnt übersichtlich und sachlich – und orientiert sich erkennbar am preisgekrönten Design von Braun aus den achtziger Jahren.

Der Blick auf das rückseitige Anschlussfeld zeigt, dass es der Hersteller nicht beim schicken Design belässt, sondern dem Gerät alles mitgibt, was heutzutage für Bild- und Tonwiedergabe nötig ist oder es in naher Zukunft werden könnte. Selbst so manchem Platzhirsch unter den Receiver-Spezialisten kann der K8 hier Paroli bieten. Bei der schieren Anzahl der Anschlüsse liegen  zwar viele Geräte aus Japan vorn, doch bezogen auf unterschiedliche Anschluss-Typen muss sich der K8 nicht verstecken. So ist Multimedia-Technik in Hülle und Fülle an Bord. Der Netzwerk-Anschluss erlaubt dem Nutzer per vTuner-Dienst, sich tausende von Internet-Radiostationen ins Heimkino zu holen. Dank DLNA- und UPnP-Kompatibilität greift der K8 auch auf Musik-Server im heimischen Netz zu und saugt Dateien sämtlicher wichtigen Formate – inklusive dem unkomprimierten FLAC – aus dem Netz. Über den integrierten Ethernet-Switch können sogar zwei weitere Geräte auf das Heimnetzwerk zugreifen, wodurch sich deren Verkabelung erheblich vereinfacht.

Mit USB-Anschlüssen ist der Blu-ray-Receiver reichlich bestückt. Auf der Vorderseite gibt es einen, auf der Rückseite gleich fünf. Davon sind allerdings nur zwei für die Übertragung von Musikdaten gedacht, die anderen drei dienen als Stromversorgungs-Buchsen für Funkmodule, die Audio-Signale zu Surround- oder Surround Back-Boxen mit entsprechender Empfangsmöglichkeit schicken. Auch die drei Nebenzonen – zwei davon alternativ zu den beiden Surroundkanal-Paaren – lassen sich so auf Wunsch mit Tönen versorgen.

Auch iPad, iPhone oder iPod kann man am K8 anstecken, und zwar auf zwei unterschiedliche Arten. Per mitgeliefertem Kabel, das mit knapp einem Meter Länge aber etwas kurz ausfällt, findet die Apple-Familie am entsprechend gekennzeichneten Anschluss Kontakt und gibt dort Bild und Ton wieder, beides aber nur analog. Wer digitalen Ton vorzieht, schließt die Apples besser über die USB-A2-Buchse auf der Rückseite an. Die Bedienung des Players/Smartphones klappt in beiden Fällen über die Fernbedienung des T+A-Receivers. Für das Auswahlmenü bleibt aber der Blick aufs mobile Gerät notwendig, denn ein nachgebildetes Menü zur Ausgabe am Fernseher, wie es manche Mitbewerber bereits in der 500-Euro-Klasse bieten, gibt es leider nicht. Über den USB-A1-Anschluss lassen sich Speichersticks oder Festplatten verbinden.

T+A K8 - Blu-ray-Receiver für 5.900 €

Die gediegene Fernbedienung des K8 von T+A gefällt durch ihre gut
gekennzeichneten Tasten und deren sinnvolle Anordnung.

Modernstes HDMI

Zwar kann der eingebaute Blu-ray-Spieler 3D-Scheiben nicht wiedergeben, aber immerhin leitet die HDMI-Abteilung des Receivers 3D-Signale von anderen Quellen problemlos durch, und zwar inklusive des Audio-Rückkanals ARC. Als eines der ersten Geräte bietet der K8 sogar HEC (HDMI Ethernet Channel), die neue Netzwerk-Verbindung per HDMI. Damit soll sich der Verkabelungsaufwand weiter reduzieren, weil separate LAN-Kabel zu Fernseher oder Zuspieler entfallen.

Für die Wiedergabe analoger Audio- und Video-Signale ist das Kombi-Gerät dank seiner entsprechenden Eingänge ebenfalls bestens gerüstet. Sowohl analoge als auch digitale Bildsignale setzt es mit Hilfe seines Genesis-Videoprozessors auf bis zu 1080p hoch, was im Test mit guter Qualität und nahezu perfektem De-Interlacing gelang.

Der Blu-ray-Player bietet ein übersichtliches Bildschirmmenü, das fix reagiert und sich intuitiv bedienen lässt. Für den Receiver gilt das (noch) nicht, dessen Setup muss man momentan über das Gerätedisplay erledigen, das aber recht fein auflöst und sich stufenweise dimmen lässt. Eigentlich darf man in dieser Preisklasse jedoch mehr erwarten, weshalb T+A gerade ein Firmware-Update vorbereitet, das ein Bildschirm-Menü für den Receiver enthält. Auch die automatische Einmessung – für die das Mikrofon schon jetzt mitgeliefert wird – soll dann funktionieren. Das Update ist für Juli angekündigt und wird per USB-Schnittstelle in das Gerät eingespielt.

Über die altmodische RS232-Schnittstelle kommuniziert der K8 mit ausgewählten Fernsehern der beiden deutschen Hersteller Loewe und Metz. Die TV-Geräte lassen sich komplett über die Fernbedienung des Receivers steuern, schalten automatisch auf den richtigen Eingang um und liefern umfangreichere Statusmeldungen. Durch die Verbindung ist der K8 dann beispielsweise in der Lage, den Namen eines am TV eingestellten Senders in seinem Display anzuzeigen. Das HDMI-CEC-Protokoll allein reicht dafür nicht aus, deshalb der zusätzliche Einsatz der seriellen Schnittstelle.

Bildqualität

Der K8 skaliert sauber und wandelt DVDs ohne Qualitätsverlust in Vollbilder. Selbst unsere bekanntermaßen schwierigen Testsequenzen bringen den Videoprozessor so gut wie nie aus dem Tritt. Die Strandszene in "Sechs Tage, sieben Nächte" klappt flimmerfrei, nur bei "Space Cowboys" hat der Player für ein bis zwei Sekunden Schwierigkeiten mit dem Lattenzaun. Farben allerdings gelingen nicht korrekt, denn Rot wird zu stark und Grün zu schwach betont. Mangels Videoregler lässt sich das am Blu-ray-Receiver selbst leider nicht ausgleichen. Zu besseren Farben kommt man daher nur, indem man einen Fernseher oder Projektor mit integriertem Farbmanagment anschließt.

Blu-rays zeigen diesen Farbfehler zwar ebenfalls, sehen ansonsten aber gut aus, und zwar sowohl bei Kinofilmen in 24p als auch bei Dokumentationen in 1080i mit 50 oder 60 Herz. Testbilder offenbaren jedoch, dass der K8 Ultraweiß und Ultraschwarz kappt – das kostet wertvolle Punkte. Damit die 24p-Wiedergabe klappt, muss man im Video-Setup des Players den "Filmmodus" – eine Bezeichnung, die in diesem Fall nichts mit der Progressivwandlung zu tun hat – einschalten, ansonsten gibt das Gerät Blu-rays mit 60 Hertz aus.

Mit Fotos, die über USB oder Netzwerk zugespielt werden, gelingt dem K8 wie bei der DVD-Wiedergabe eine perfekte Skalierung – nur leider erneut mit fehlerhaften Farben.

T+A K8 - Blu-ray-Receiver für 5.900 €

Nicht nur der K8 selbst nimmt per Ethernet-Buchse mit dem Heimnetzwerk und Internet
Kontakt auf – per Ethernet-Switch (oben Mitte) reicht er den Netzzugang auch noch
an zwei zusätzliche Geräte weiter.

 

   

Tonqualität Surround

T+A schafft es, in das nicht gerade üppige Gehäuse des K8 sieben leistungsfähige Digital-Endstufen zu integrieren, die der Hersteller komplett selbst entwickelt hat. Sie glänzen im Siebenkanal-Betrieb mit 102 Watt an vier Ohm und 80 Watt an sechs Ohm, machen also in puncto Verstärkerleitung so manchem Receiver ohne integriertem Player etwas vor. Ebenfalls mehr als überzeugend fällt die Leistungsausbeute im Fünfkanal-Betrieb aus, denn hier kommt der K8 auf 122 Watt an vier und 93 Watt an sechs Ohm, und bei Stereo reichen 162 Watt beziehungsweise 130 Watt ebenfalls für eine volle Dröhnung.

Diese Kraft setzt der Blu-ray-Receiver im Hörraum in satten Klang um. So krachen in "Terminator 4" (DTS-HD Master Audio) die Motorrad-Roboter realistisch in die stehenden Autos. Der Überflug des Roboters ertönt selbst bei hohen Pegeln ohne Verzerrung oder Kompression. Überhaupt bereiten dem kompakten System aus Herford große Lautstärken selbst über längere Zeit keine Probleme. Das Klangbild bleibt stets präzise im Bass und angenehm luftig im Hochton­bereich. Der Lüfter muss bei hohen Pegeln zwar mehr kühlende Luft durch die Elektronik bewegen, was stärkere Geräusche verursacht. Sie gehen aber dank ausgeklügelter Steuer­elektronik gekonnt im Heimkino-Ton unter, sodass der Klanggenuss nicht beeinträchtigt wird.

Auf Feinsinniges versteht sich der K8 ebenfalls, wie Jane Monheit und John Pizzarelli mit "They Can’t Take that Away from Me" (Dolby TrueHD) unter Beweis stellen: Den Spaß, den die beiden bei diesem Stück hatten, bringt der T+A unmittelbar rüber, ebenso wie die technischen Finessen bei Stimme und Gitarre. Dabei blieb die Tonlage angenehm frisch und sauber, ohne jegliche Spur von Höhenbetonung oder Aggressivität.

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Zum Testzeitpunkt verfügte nur der integrierte Blu-ray-Player des K8 über ein Bildschirmmenü;
für den Receiver wird es demnächst durch ein kostenloses Firmware-Update nachgereicht.

Tonqualität Stereo

Besondere Beachtung schenkte T+A der Stereo-Wiedergabe des K8. Er bekam für die beiden Frontkanäle jeweils zwei hochwertige D/A-Wandler von Burr Brown eingepflanzt, die im Differenzbetrieb arbeiten. Im Vergleich zu einem einzelnen Wandler lösen sie feiner auf und verursachen weniger Störungen. Der Aufwand machte sich im Klang bemerkbar, bei "Tiden Bara Gar" von Thérèse Juel sortieren sich Stimmen und Instrumente sauber im Raum und lösen sich glaubwürdig von den Lautsprechern. "Jazz at the Pawnshop" erklingt ungemein räumlich, als Zuhörer fühlt man sich mitunter ins Publikum versetzt.

 

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Trotz der Funktionsvielfalt präsentiert sich die Front des K8 aufgeräumt und übersichtlich.

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Verwirrend: Um die Laufwerksschublade zu öffnen, muss man länger auf die Taste drücken,
kurzes Antippen wie gewohnt reicht nicht. Zudem öffnet sich die Lade nur im Disc-Modus.

Zusatzinfo: Die Technik im Inneren des T+A K8

Um die umfangreiche und vielfältige Technik des K8 in einem derart kompakten Gehäuse unterzubringen, bedarf es einiger Tricks und Kniffe sowie einer gehörigen Packungsdichte. Tricks und Kniffe deshalb, weil die Entwickler dafür sorgen müssen, dass sich die einzelnen Schaltungsteile nicht gegenseitig stören, beispielsweise durch Einstrahlungen. Zu diesem Zweck haben die Entwickler ins Gehäuse einen Zwischenboden aus Stahlblech eingezogen, der die empfindlichsten Bausteine voneinander trennt.

Beim Blick von oben sind das Blu-ray-Laufwerk links unten sowie seine Decoder-Steuerplatine rechts daneben zu erkennen. An deren rechter Seite wiederum sieht man bei genauem Hinschauen (halb von einem Kabelstrang verdeckt), dass sogar Analogausgänge vorhanden sind, die T+A im K8 aber nicht nutzt. Sämtliche Tonsignale wandern nämlich auf digitalem Wege in die Platine, die sich hinten anschließt. Sie sorgt für die digitale Signalverarbeitung einschließlich der Decodierung der Heimkino-Tonformate. Per Steckkontakten ist sie mit dem darunterliegenden Mainboard verbunden, das wiederum den analogen Vorverstärker, die A/D-Wandler für die analogen Eingänge, einen DSP, die D/A-Wandler und die Eingangsumschaltung enthält. Das Board mit der Netzwerk-Technik für Internet-Radio, Musikstreaming und USB sitzt nochmals dahinter. Links hinten ordneten die Herforder Entwickler die Videoprozessor-Platine an, auf welcher der Genesis-DSP für das De-Interlacing und Hochskalieren bis 1080p sorgt.

Die stromintensiven Bauteile, nämlich das Netzteil und die sieben Endstufen, stecken unter dem Zwischenboden und sind somit durch eine dicke, abschirmende Lage Blech von den empfindlichen Digital- und Analogsignalen getrennt.

 

T+A K8 – Blu-ray-Receiver für 5.900 € - Seite 2
Geballte Technik:  Im Inneren des Blu-ray-Receivers K8 geht es eng zu.
Hier investierte T-A ganz offensichtlich viel Handarbeit.

 

   

Fazit:

Der K8 von T+A ist ein hochwertiges und optisch gelungenes System aus AV-Receiver, Blu-ray-Player und Netzwerk-Streamer. Er erledigt seine vielfältigen Aufgaben gut und bietet manches zukunftsträchtige Extra, weshalb der stolze Preis von 5.900 Euro in Ordnung geht.

Technische Ausstattung und Bewertung

T+A K8 – Blu-ray-Receiver für 5.900 €

T+A K8 – Blu-ray-Receiver für 5.900 €

T+A K8 – Blu-ray-Receiver für 5.900 €

 

   

Der Testbericht T+A K8 (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 5900 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2011 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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