Denon DBP-1611 UD (Test)

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Denon DBP-1611 UD – Blu-ray-Player für430 Euro

Denon DBP-1611 UD - Blu-ray-Player für 430 €Blu-ray-Player von Denon kosteten bisher über 1.000 Euro. Den neuen, netzwerkfähigen Universalplayer mit 3D gibt es dagegen für 430 Euro.

Bislang umwarb Denon mit seinen Blu-ray-Playern die gut betuchte, audiophile Kundschaft und verbaute hochkarätige, teure analoge Audiosektionen. Der neue DBP-1611 UD dagegen spart sich hochkarätige Audio­technik, kostet dafür auch nur 430 Euro. Die Ausstattung kann sich trotzdem se­hen lassen, denn der Universalplayer spielt neben 3D-Scheiben auch SA-CD und DVD-Audio ab und punktet mit komfortabler DLNA-Netzwerk-Technik. Ein Software-Update im Frühjahr soll zusätzlich YouTube-Videos streamen.

Ausstattung und Technik

Das neue Laufwerk verkürzt die bisherigen Lade­zeiten. DVDs liefern schon nach zwölf Sekunden Bilder, auch viele Blu-ray-Discs starten flotter. Für "Men in Black" brauchte der Denon DBP-4010 UD (Test in audiovision 1-10) noch 90 Sekunden, während der Neue die Blu-ray-Scheibe bereits nach 36 Sekunden anspielt. Nicht verbessert hat sich leider die langsame Navigation bei DVD und Blu-ray, auch die Aufwachzeit aus dem Standby könnte schneller sein. Beim Kapitelsprung sind gelegentlich Ruckler des Laufwerks hörbar, die den leisen, aber permanent laufenden Lüfter auf der Rückseite übertönen. Das reichlich leere und daher hohle Gehäuse verstärkt die Geräusche noch. Die HDMI-Auflösung lässt sich am Gerät und per Fernbedienung direkt umschalten. Direkttasten gibt es auch für die 24p-Wiedergabe, die Displayhelligkeit oder den sehr guten Videoequalizer mit zehn Reglern und fünf Bildspeichern. Beim Abspielen von SA-CDs kann man per Taste "Disc Layer" zwischen CD-Ton und hochauflösendem Stereo- oder Mehrkanalton umschalten. Die letzte Abspielstelle von DVDs und Blu-ray-Discs merkt sich aber auch der Neue nicht.

Denon DBP-1611 UD - Blu-ray-Player für 430 €
Gelungen: Nachleuchtende, sauber gruppierte
Tasten mit klarer Beschriftung zeichnen
die Fernbedienung aus.

Das Setup-Menü wirkt übersichtlich, ist aber nicht komplett. So gelang es uns zunächst nicht, in der Stellung "HDMI Bitstream" tatsächlich Bitstream-Ton aus dem Player zu kitzeln, weder an hauseigenen  noch an Sony-Receivern. Schließlich stellte sich heraus, dass diese Einstellung zusätzlich mit der Taste "Mode" in einem separaten OSD-Menü bestätigt werden muss. Erst wenn zudem eine Disc im Player liegt, lässt sich der voreingestellte Modus "Mix-Audio" auf "HD-Ton" umschalten, der Player wechselt jetzt auf den gewünschten Bitstream-Ton. 

Da er nur einen HDMI-Ausgang hat, braucht der Denon einen 3D-kompatiblen AV-Receiver, um 3D-Video mit HD-Mehrkanalton zu hören. Neben zwei analogen Videoausgängen (YUV und FBAS) stehen eine Ethernet-Buchse, die auch für Software-Updates taugt, und eine USB-Schnittstelle parat.

Multimedia

Für BD-Live gibt es einen internen 1-GB-Speicher. Zu weiteren Multimedia-Funktionen führt die Taste "Home", die zwischen Laufwerk, USB-Speicher und Netzwerk wechselt. Der Denon spielt viele Dateiformate in guter Qualität ab. So lädt er Fotos über USB und via DLNA-Streaming (leider ohne WLAN)  flott, skaliert sie perfekt und erkennt Hochformate automatisch. Die Bilder lassen sich drehen und mit Musik (mp3, WMA, WAV und AAC) hinterlegen. Einziger Minuspunkt: Die Bildauswahl dauert, da sich das letzte Bild eines Ordners nicht direkt anwählen lässt. Die Bildregler wirken aber nur bei Videos, von denen der Denon per USB und Netzwerk viele Standard- und HD-Formate (MPEG-1,2,4 sowie WMV, H.264 und AVCHD) akzeptiert. Auch DivX-Videos laufen sehr glatt, der HD-Streifen "Big Buck Bunny" erscheint sogar im originalen Kinoformat 1080/24p ohne Ruckler. Die Taste für YouTube wartet noch auf das Firmware-Update. 

Zusatzinfo: Die Technik des Denon DBP-1611 UD

Den Trend zu superflachen Blu-ray-Playern macht Denon nicht mit: Der neue Player wiegt 4,2 Kilogramm und setzt auf eine Konstruktion mit versteiftem Unterboden, auf dem das neu entwickelte Laufwerk fest verankert ist. Kleine schwarze Gummiplatten werden zur Bedämpfung auf das gekapselte Laufwerk geklebt. Im Gegensatz zu den bisherigen High-End-Boliden von Denon setzt der erste 3D-Player der Japaner auf hochintegrierte Technik, weshalb viel Luft im Gehäuseinnern bleibt. Eine diskret aufgebaute analoge Audiosektion oder 7.1-Tonausgänge gibt es nicht mehr. Die audiophile Tradition wird dennoch hochgehalten, da sich der Player auch auf die SA-CD und DVD-Audio versteht. Für beste Musikwiedergabe an den zwei analogen Cinchausgängen sind außerdem zwei "Pure Direct"-Modi vorhanden. Dabei wird im Modus 1 die digitale Audio- und Videoausgabe ausgeschaltet und im Modus 2 auch noch das Display, was Störungen der analogen Tonausgabe weiter minimieren soll.

Denon DBP-1611 UD - Blu-ray-Player für 430 €
Viel Platz: Die hochintegrierte Technik lässt im Gehäuse viel Luft – zu viel,
denn das Laufwerk agiert zwar deutlich schneller, übertönt aber
trotz Kapselung gelegentlich den leisen Lüfter.

In Bezug aufs Bild gibt es einen umschaltbaren HDMI-Farb­raum, eine native Bildausgabe von DVD und Blu-ray im Modus "Source Direct" sowie zehn Videoregler. Neben drei Rauschfiltern (3DNR, BNR, MNR) und den üblichen Bildeinstellungen für Kontrast, Helligkeit, Farbton und Farbsättigung steht eine neunstufige Gammakorrektur zur Verfügung. Sie kann sehr nützlich sein, da viele Fernseher und Projektoren falsch eingestellt sind. Auch der Schärfe­regler des Denon funktioniert gut, da er vertikale und horizontale Details dezent, aber ohne störende Saumbildung anhebt. Beim Abspielen von 3D-Filmen ist der Videoequalizer samt den fünf Speichern aber leider noch nicht einsetzbar.

Denon DBP-1611 UD - Blu-ray-Player für 430 €

Jetzt auch 3D: Als erster Player von Denon spielt der DBP-1611
auch 3D-Blu-rays ab. Die HDMI-Farbmatrix oder die Bilddiagonale
des 3D-TVs lassen sich einstellen.

Bildqualität Blu-ray

Bildtechnisch ist der Player perfekt – bis auf eine Kleinigkeit. Denn erstmals kappt ein Blu-ray-Player von Denon ultraschwarze Bereiche komplett und ultraweiße Bereiche leicht. Deshalb kann man bei entsprechenden Testdiscs wie der "DVE HD Basics" die dunkelsten Balken im Graustufentestbild nicht sehen, was die Justage der Helligkeit erschwert. Da die digitalen Pegel für Normschwarz und Normweiß sowie die Farbwerte und Bildschärfe stimmen, zeigt der Denon Blu-ray-Filme trotzdem in originalgetreuer Qualität. Perfekt klappt die Vollbildwiedergabe von Kinofimen sowohl mit 60 als auch mit 24 Bildern pro Sekunde. Auch bei TV-Produktionen, die in den Formaten 1080/50i oder 1080/60i produziert wurden, leistet der Videoprozessor ganze Arbeit und eliminiert Kantenflimmern oder Kämme. Im "Progressive Modus Film" konvertiert der Player sogar HD-Videos im exotischen Format 1080/30p scharf und flimmerfrei in 1080/60p. Hinzu kommen wirkungsvolle Regler zur Feinanpassung der Bildqualität (siehe Kasten), die aber bei 3D-Filmen nicht zur Verfügung stehen. Im 3D-Setup wird nur die Bildschirmgröße des angeschlossenen 3D-Fernsehers abgefragt und der 3D-Effekt entsprechend angepasst. Eine 2D/3D-Konvertierung bietet Denons erster 3D-Player aber noch nicht.

Denon DBP-1611 UD - Blu-ray-Player für 430 €

Schnörkellos: Das Setup-Menü ist übersichtlich
gestaltet, in Sachen Bitstream-Ton aber kompliziert.

Bildqualität DVD

Auf unsere bewährten Testszenen reagiert der Denon unterschiedlich: Die Strandszene aus "Sechs Tage, sieben Nächte" läuft perfekt, während in "Space Cowboys" nach dem Schnitt auf dem Rummelplatz die Holzlatten lange flimmern. Auch hier hilft die Umstellung auf den "Progressive Modus Film" weiter: Er beseitigt alle Flimmerstörungen in Kinofilmen restlos. Beim Abspielen von TV-Material sollte man aber wieder auf "Auto" zurückstellen, sonst treten bei Schwenks Kämme auf. Dank der feinen Schärferegelung lassen sich viele DVDs dezent anschärfen und die optimierten Einstellungen in einem der fünf Bildspeicher ablegen.

Denon DBP-1611 UD - Blu-ray-Player für 430 €

Preiswert: Der DBP-1611 UD ist der bislang günstigste Blu-ray-Player von Denon. Er bietet moderne
3D-Technik, verpackt in ein hochwertiges Gehäuse.

Tonqualität

Über die analogen Stereoausgänge ergibt sich vor allem im Modus "Pure Direct" ein Top-Klang. Zwar bleiben Dynamik und Auflösung des DBP-4010 überlegen, doch der kostet auch 2.000 Euro. Bei Bitstream-Ton bestimmt der AV-Receiver die Klangqualität. Da hier weniger Jitter entsteht als bei einer PCM-Übertragung von CD, klingen Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio auch an AV-Receivern, die über keine Jitter-Reduktionstechnik wie Denon Link verfügen, hervorragend.

Denon DBP-1611 UD - Blu-ray-Player für 430 €

Alles da, was man im Heimkino braucht: Lediglich einen analogen
Mehrkanal-Ausgang bietet der Denon nicht, doch die aktuelle HDMI 1.4a-Technik
für 3D-Filme ist an Bord. Per Ethernet und USB spielt der moderne Player
zahlreiche Media-Formate ab; demnächst kommen auch noch YouTube-Videos dazu.

 

 

Fazit

Denons erster 3D-Player ist rundum gelungen und seinen Preis voll und ganz wert: Tolles Bild, toller Ton und ein modernes Multimedia-Paket sichern ihm Platz zwei in unserem Testpiegel. Jedoch kostet das langsame Laufwerk viele Punkte.         

Denon DBP-1611 UD - Blu-ray-Player für 430 €


Technische Ausstattung und Bewertung 

Denon DBP-1611 UD - Blu-ray-Player für 430 €

 

 

Der Testbericht Denon DBP-1611 UD (Gesamtwertung: 85, Preis/UVP: 430 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2011 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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