Teufel System 5 Cinema (Test)

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Teufel System 5 Cinema – 5.1-Boxenset für 1.100 Euro

Teufel System 5 Cinema - 5.1-Boxenset für 1.100 EuroGünstiger Preis und kompakte Abmessungen – das sieht man gern bei einem Boxenset im Wohnzimmer. Zumal es das System 5 von Teufel richtig krachen lassen kann.    

Ein derart kompaktes Boxenset wie das System 5 Cinema von Teufel hat das Zeug zum Dauerbrenner. Es eignet sich bestens fürs Wohnzimmer, denn es lässt sich unauffällig unterbringen und dominiert nicht gleich den ganzen Raum. Die Frontboxen und der baugleiche Center messen nämlich nur rund 20 Zentimeter in der Höhe und 30 Zentimeter in der Breite; dazu kommen nicht mal halb so breite Surround-Lautsprecher.
Bei näherem Augenschein entpuppen sich einige Mitglieder des Sets als alte Bekannte. Die Front- und Center-Box S 500 FCR nämlich spielt in exakt gleicher Form auch in Teufels System 5 THX Select 2, das uns im Test in audiovision 11-2009 positiv überraschte, weil seine Klangqualität im Verhältnis zum Preis von 1.600 Euro außergewöhnlich hoch ausfiel. Auch der Subwoofer S 5000 SW, der als einziges Mitglied des Ensembles mit rund 50 Zentimeter Breite und Tiefe etwas größer geriet, hat seine Abstammung hier. Er wird beim System 5 Cinema aber nur einzeln eingesetzt und nicht, wie beim größeren Set, in doppelter Ausführung. Weiterer Unterschied: Anders als viele sonstige Boxen-Kombis von Teufel bringt das System 5 Cinema keine THX-Zertifizierung mit.

Teufel System 5 Cinema - 5.1-Boxenset für 1.100 Euro
Alle drei Chassis der Front- und Centerboxen sind sehr nah
beieinander montiert. Dadurch bleibt das
Rundstrahlverhalten kontrolliert und weist auch im
Mittelton keine störenden Einbrüche auf.

Technik

Das 30-Zentimeter-Chassis des Subwoofers findet sich auf der Unterseite des Gehäuses und arbeitet somit in der so genannten Downfire-Konfiguration (siehe Kasten auf der rechten Seite). Für den nötigen Abstand zum Fußboden – andernfalls könnte der Subwoofer anfangen zu wandern – sorgen vier hohe Gummifüße. Sie bestehen aus eher weichem Material, sodass man beim Herumschieben des Subs auf der Suche nach dem richtigen Standort aufpassen muss, dass die Füße sich nicht im Teppich verfangen und sich vom Gehäuse lösen. Wir sprechen aus Erfahrung, denn im Test ist uns genau das prompt passiert. Der Schaden lässt sich aber zum Glück schnell beheben: einfach mit einem Kreuzschlitz-Schraubendreher die Befestigungsschraube entfernen und samt dem Fuß wieder einschrauben. Bleibende Schäden entstehen dadurch nicht.

Teufel System 5 Cinema - 5.1-Boxenset für 1.100 Euro
Fürs Heimkino ausreichend: Auf der Rückseite des Subwoofers platzierten
die Entwickler nur Pegelsteller und Phasenschalter,
die Tiefpass-Filterung übernimmt der Receiver.
Das am Cinch-Eingang ankommende Signal lässt
sich über die Ausgangsbuchse an einen zweiten Sub weiterleiten.

In technischer Hinsicht bringt der Subwoofer S 5000 SW einen mit 200 Watt recht potenten Leis­tungsverstärker mit. Eine Frequenzweiche sparten sich die Teufel-Entwickler, was fürs Heimkino Sinn macht, denn dort übernimmt immer der angeschlossene Receiver oder Prozessor die Tiefpass-Filterung. Konsequenterweise gibt es auch nur einen Cinch-Eingang, aber immerhin einen entsprechenden Ausgang, an dem bei Bedarf ein weiterer Tief­bass-Spezialist Anschluss findet. An Bedien­elementen trägt die Rückseite des Subwoofers nur einen Phasenschalter und den Pegelsteller.
Schon im eingangs erwähnten Test von Teufels größerem Boxenset System 5 THX Select 2 überzeugten uns die Front- und Centerboxen vom Typ S 500 FCR mit ihrer ungewöhnlichen, aber sehr durchdachten Chassis-Anordnung. Die beiden Tieftöner mit ihrer Flachmembran von jeweils 13 Zentimetern Durchmesser sitzen sehr dicht beieinander, den Hochtöner mit Gewebekalotte platzierten die Entwickler exakt in der Mitte, knapp über den beiden. Durch die große Nähe der Tiefton-Chassis zueinander fällt die Richtwirkung der Box bei mittleren Frequenzen geringer aus als bei üblichen Center-Lautsprechern. Bei denen sitzt der Hoch­töner nämlich zwischen den Tief-/Mitteltönern und trennt sie räumlich weiter voneinander, wodurch Unregelmäßigkeiten im Rundstrahlverhalten entstehen.
Als einer von nur wenigen Herstellern bietet Teufel für die Surroundkanäle eine umfangreiche Palette an Dipol-Lautsprechern an. Für das vorliegende Set wählten die Berliner die Box S 50 D. Wie alle Dipol-Konstruktionen sollte sie an den Seitenwänden neben dem Hörplatz und etwas oberhalb der Ohrhöhe aufgehängt werden. Teufel liefert dabei eine eigene Version für die linke und eine für die rechte Seite. Auf der Vorderseite der Box sitzt der zehn Zentimeter große Tieftöner unter der Hochton-Kalotte, die einen Durchmesser von 25 Millimetern aufweist, auf der Rückseite ist der Tieftöner über der Kalotte platziert. Damit will Teufel ein besonders diffuses Klangfeld schaffen. Einen zusätzlichen Tieftöner zur Bassunterstützung bietet die kleine S 50 D-Box nicht.

Teufel System 5 Cinema - 5.1-Boxenset für 1.100 Euro

Der Center von Teufel strahlt auch bei mittleren Frequenzen recht
gleichmäßig in den Raum ab. Selbst weit seitlich sitzende Zuhörer
kommen mit ihm in den Genuss guter Sprachverständlichkeit.

 

Technik: Downfire-Subwoofer

Immer mehr Hersteller bieten Subwoofer an, deren Mem­bran zum Boden, also nach unten, weist. Sie werden auch "Downfire"-Subwoofer genannt, was allerdings etwas in die Irre führt: Natürlich "feuert" die Membran tiefe Töne nicht nur nach unten, sondern in alle Richtungen, da bei niedrigen Frequenzen und mit Membranen handelsüblicher Größen keinerlei Richtwirkung auftritt.
Downfire-Subwoofer weisen zwei Besonderheiten auf. Posi­tiv ist, dass das Luftvolumen zwischen der Unterseite des Subwoofers und dem Fußboden – manchmal auch zwischen Unterseite und einer zusätzlichen Bodenplatte – eine so genannte Druckkammer bildet und so die Ankopplung der Membran an die Umgebung verbessert; je nach Größe fällt der Effekt mehr oder weniger stark aus. Negativ kann sich auswirken, dass die Membran sehr nah an einer Begrenzungsfläche des Raums sitzt, was Raumresonanzen besonders stark anregt. Downfire-Subs müssen also noch sorgfältiger platziert werden als herkömmliche Subwoofer, damit sie durch saubere, ausgeglichene Spielweise glänzen und nicht mit unangenehmem Dröhnen den Sound ruinieren.

Tonqualität Surround

Genau das fiel im Messlabor gleich auf, denn der Frequenzgang der Dipol-Boxen bewegt sich bereits ab 250 Hertz nach unten. In der Praxis spielt das aber keine große Rolle. Zum einen hebt die Wand, an der die Box aufgehängt ist, den Bass wieder um sechs Dezibel an, zum anderen enthalten die Surroundkanäle üblicherweise kaum tiefe Frequenzen. Der viel wichtigere Mittel-/Hochtonbreich verläuft bei den beiden Dipolen sehr schön linear.

Teufel System 5 Cinema - 5.1-Boxenset für 1.100 €

Die Dipole für die Surroundkanäle schaffen eine besonders einhüllende
Räumlichkeit. Teufel liefert spezielle Versionen für rechts und links.

Für den Gesamtklang wesentlich entscheidender als die Surround-Lautsprecher sind die Frontboxen. Und da trübt bei der S 500 FCR ein etwas unruhiger Mitteltonbereich mit einer Resonanz bei drei Kilohertz das Bild beziehungsweise den Ton ein wenig. Diese Resonanz war bei unserem Test des großen System 5 THX Select 2 noch nicht vorhanden, was Serienschwankungen befürchten lässt. Die Messungen und den Hörtest führten wir übrigens ohne die Frontbespannung durch, denn sie verursacht einen Verlust an Höhen.
Bei Filmton hingegen fällt dieses Manko allerdings kaum ins Gewicht. Hier überwiegt die sehr gute Sprachverständlichkeit der Dialoge selbst dann, wenn beispielsweise in "Terminator – die Erlösung" (DTS-HD Master Audio) die Sound­effekte rundherum richtig loslegen. Dann ist das Teufel-Set richtig in seinem Element. Der Subwoofer gefällt mit trockener, sauberer und auf Wunsch auch richtig lauter Wiedergabe, der Rest der Kombi zaubert einen impulsiven, temperamentvollen Klang wie aus einem Guss. Wie immer bei gut gemachten Dipol-Surroundboxen fasziniert zudem die einhüllende und weiträumige Raumatmosphäre. Für gerade mal 1.100 Euro wird man kaum ein besseres Set für 5.1-Filmsound finden. 
Mit Mehrkanal-Musik schlägt sich die kompakte Teufel-Kombi hingegen nicht ganz so gut. So klingt die US-Truppe "3 Doors Down" (DTS) zwar auch sehr dynamisch, allerdings auch etwas kernig, die Stimme von Sänger Brad Arnold ertönt mit einem leicht metallischen Beigeschmack.

Teufel System 5 Cinema - 5.1-Boxenset für 1.100 €
Das 1.100 Euro teure Boxenset von Teufel gibt es außer
in Schwarz auch mit Wenge-Folienoberfläche in Dunkelbraun.

Tonqualität Stereo

Im Stereobetrieb überzeugt die Räumlichkeit der Berliner Boxen ebenfalls. Das Teufel-Set stellt die Band bei "Jazz at the Pawnshop" nicht nur präzise zwischen die Lautsprecher, sondern verleiht ihr auch räumliche Tiefe. Bei Stimmen, beispielsweise der von Therèse Juel mit ihrem "Tiden Bara Gar", mischt das Set aber leichte Verfärbungen bei, wodurch die Wiedergabe etwas überpräsent wirkt. Partylautstärken hält die Kombi dafür auch in Stereo problemlos aus.

 

Fazit

Das äußerst günstige und sehr kompakte Boxenset System 5 Cinema von Teufel überzeugt vor allem bei Filmton mit dynamischer Spielweise und faszinierender Räumlichkeit, zudem spielt es auf Wunsch richtig laut auf. Die Musikwiedergabe kann aufgrund leichter Verfärbungen nicht ganz mit der Movie-Performance mithalten.

Teufel System 5 Cinema - 5.1-Boxenset für 1.100 €

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Teufel System 5 Cinema - 5.1-Boxenset für 1.100 €

 

 

Der Testbericht Teufel System 5 Cinema (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 1100 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2010 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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