Philips BDP 9600 (Test)

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Philips BDP 9600 – 3D-Blu-ray-Player für 750 Euro

Philips BDP 9600 - 3D-Blu-ray-Player für 750 EuroEine starke Alternative zu Billiggeräten ist der neue 3D-Blu-ray-Player von Philips für 750 Euro. Der Edel-Player im soliden Vollmetallgehäuse verspricht erlesene Bild- und Tonqualität sowie vielseitige Internet- und Netzwerk-Fähigkeiten.

Bei Media Markt, Saturn & Co. gibt es Blu-ray-Player schon für 99 Euro. Und mit dem BDP 7500 für 290 Euro (audiovision 9-2010) haben die Holländer bereits einen attraktiven 3D-Player ins Rennen geschickt. Doch nun erweitert Philips seine Produktpalette nach oben: Der BDP 9600 für 750 Euro bietet alles, was man sich von einem Player wünscht. Er wartet mit der neuen "Qdeo"-Videoverarbeitung, hochwertigen Wandlern von Burr-Brown für die analogen Tonausgänge (siehe Technik-Kasten unten) und integrierter WiFi-Technik auf.

Ausstattung und Technik

Zum guten ersten Eindruck zählt, dass der Philips ohne Lüfter auskommt und sein Laufwerk besonders leise agiert. Zum USB-Anschluss auf der Front fügten die Entwickler einen SD-Kartenleser auf der Rückseite hinzu. Er speichert bei Online-Videoshops ausgeliehene Filme, wird aber nicht für BD-Live-Downloads gebraucht. Ansonsten leuchten vorn drei Softkeys für Wiedergabe, Pause und Eject, hinten schimmern 15 vergoldete Cinch-Buchsen für Bild- und Tonausgänge, selbst die HDMI-Buchse weist eine goldene Beschichtung auf. Nur ein Netzschalter fehlt; allerdings lässt sich der Standby-Verbrauch von 0,16 Watt fast vernachlässigen. Im Betrieb gönnt sich der BDP 9600 rund 25 Watt und damit gut zehn Watt mehr als Mitbewerber, die wir als Stromsparer ausgezeichnet haben.
Die Ladezeiten liegen für DVDs etwas höher als bei Philips‘ 3D-Erstling BDP 7500, während Blu-rays mit BD-Java-Menü schneller eingelesen werden. Ungewöhnlich ist die mit wenigen Tasten bestückte Fernbedienung, an die man sich schnell gewöhnt. Weniger gelungen wirken die übergroßen Display-Einblendungen der Laufwerks-Funktionen.

Philips BDP 9600 - 3D-Blu-ray-Player für 750 Euro

Klein und rund: Die handliche Fernbedienung kommt mit
ganz wenigen Tasten aus, ist aber
trotzdem gut bedienbar.

Der BDP 9600 gibt 3D-Filme an geeignete Fernseher aus, wenn der Menüpunkt "Blu-ray 3D Video" auf "Auto" steht. Etwas verwirrend finden wir die Bildmodi mit Bezeichnungen wie "Filmbericht" oder "Keine Optimierung". Im Modus "Personalisiert" lassen sich acht Bildregler justieren, wobei falsch übersetzte Punkte wie "Geräuschreduktion" statt "Rauschreduktion" einem 750-Euro-Player nicht gut zu Gesicht stehen.
Dank hochkarätiger Technik liefern alle analogen Tonausgänge eine feine Klangqualität. Digitaler HDMI-Ton lässt sich von "Bitstream" auf "Auto" umschalten; an ältere HDMI-Receiver ohne Bitstream-Decodierung wird so PCM-Ton ausgegeben. Eine zwischen 0 und 200 Millisekunden schaltbare Tonverzögerung rundet die Tonausstattung ab.

Multimedia

Multimedia-Inhalte erkennt der Player auch bei direktem Dateiaufruf als Musik-, Foto- oder Video-Format. Wie der BDP 7500 spielt er über USB und Netzwerk viele Videoformate ab. Neben DivX-Filmen in SD und HD zählen dazu AVC-HD, H.264, XviD und WMV. Den DivX-HD-Streifen "Big Buck Bunny" gibt der Player sogar ruckelarm im originalen Kinoformat 1080/24p aus. In Sachen Komfort und Vielseitigkeit beim Abspielen von Multimedia-Dateien zählt er zu den absoluten Könnern – nur wenige Konkurrenten bieten eine so reife Leistung.
Auch die scharf skalierte Fotowiedergabe klappt hervorragend. Sie erkennt Hochformate automatisch und bietet wählbare Hintergrund­musik und elf Überblend-Effekte. Bei Ausflügen ins Internet gelingt sogar der direkte Zugriff aufs offene Netz, nur die Texteingabe gerät dabei etwas umständlich. Per "Net TV" greift der Player derzeit auf über 40 Internet-Portale zu, darunter YouTube, Tagesschau, TV Movie und diverse Wetter-, Musik- und Sportdienste. Zugpferde wie Google Maps fehlen aber. Neu ist die Möglichkeit, Filme von Online-Videoshops kostenpflichtig auf SD-Karte zu speichern. Das Angebot war bei unserem Test in Deutschland aber noch nicht verfügbar.

 

Zusatzinfo: Die Technik des Philips BDP 9600

Während sich viele aktuelle Blu-ray-Player im Wettbewerb um das flachste Gehäuse und das geringste Gewicht gegenseitig überbieten, schlägt Philips den Weg in die entgegengesetzte Richtung. Nach dem Motto "Klasse durch Masse" spendierten die Holländer ihrem 750 Euro teuren Flaggschiff ein gut sieben Zentimeter hohes Gehäuse. Zum Gewicht von 4,2 Kilogramm trägt nicht nur das drei Millimeter starke Aluminiumgehäuse bei, sondern auch die darin untergebrachte Technik. So kommt ein separater Ringkern-Transformator zum Einsatz, der ausschließlich zur Stromversorgung der analogen Audioschaltkreise dient, was Signalstörungen oder Übersprechen anderer Schaltkreise minimiert. Für die analogen 7.1-Tonausgänge und den analogen Stereotonausgang setzt Philips auf Digital/Analog-Wandler von Burr-Brown mit 24 Bit und 192 Kilohertz. Details wie die vergoldeten Cinch-Buchsen und Kupferschrauben für eine optimale Masseverbindung lassen audiophile Herzen höher schlagen und dokumentieren den immensen Aufwand, den die Techniker insgesamt betrieben.
Neu ist die "Qdeo-Videoverarbeitung", die eine verbesserte, bewegungsadaptive Vollbildwandlung sowie Bildregler für Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Schärfe bietet. Hinzu kommen Rauschfilter, eine regelbare Reduktion der Artefakte und eine adaptive Kontrastoptimierung. Die Netzwerktechnik des Philips erfüllt die neuen Standards WiFi-n oder IEEE 802.11 für kabellose Netzwerke und das DLNA-Protokoll. Dazu spielt der BDP 9600 über USB und Netzwerk derzeit mehr Video-Codecs ab als die Konkurrenz.

Philips BDP 9600 - 3D-Blu-ray-Player für 750 €

Viel Aufwand im Detail: Das vergleichsweise große Gehäuse bietet Platz
für eine separate Ringkern-Stromversorgung, die nur die
diskret aufgebauten Audioschaltkreise versorgt und gegen
Störungen der Videosektion abschirmt.  

Bildqualität Blu-ray

Dank der neuen "Qdeo"-Videoverarbeitung übertrifft die Vollbildwandlung die des 3D-Erstlings BDP 7500 nochmals. Zu sehen ist das bei Kinofilmen aber nicht, sondern nur mit HDTV-Dokumentationen. Hier erscheinen sehr schnell bewegte Motive wie durchs Bild fahrende Autos noch etwas klarer, die Nummernschilder weisen keinerlei Kämme mehr auf. Selbst HDTV-Videos im seltenen Format 1080/30p flimmern nicht, was aber bereits dem BDP 7500 gelang. Die Ausgabe flimmerfreier Kinofilme in den Formaten 1080/60p und 1080/24p ist für den Philips angesichts seiner sonstigen Leistungen eine lässige Übung.
Im Labortest liefert der Philips unbeschnittene Kontraste und korrekte digitale HDMI-Pegel. Leichte Verwirrung stiftete der Praxistest am LCD-Fernseher KDL-52V 5800 von Sony, denn hier kam es zu einer leichten Schärfeanhebung. Beim Anschluss an einen Toshiba 40XV 733 und bei der Labormessung trat die Schärfeanhebung dagegen nicht mehr auf – weshalb wir das Ergebnis am Sony als Ausnahme sehen und nicht negativ bewerten. Kinofilme gelingen ebenso wie Testbilder auf der Mehrzahl der Displays neutral scharf und ohne jegliche Artefakte. 

Philips BDP 9600 - 3D-Blu-ray-Player

Komplett: Für den analogen 7.1-Tonausgang stellt der Philips BDP 9600
alle nötigen Justagen von Boxengröße, Pegel und Abstand bereit.

Bildqualität DVD

Kinofilme meistert der Philips mit seiner "Qdeo"-Videoverarbeitung bravourös. Anders als der BDP 7500 zeigt er die kritische Rummelplatzszene aus "Space Cowboys" jetzt flimmerfrei. Auch die legendäre Strandsequenz aus "Sechs Tage, sieben Nächte" klappt perfekt. Bei vielen DVDs lässt sich mittels einer kleinen Schärfeanhebung um einen Punkt die Detaildarstellung verbessern. Dabei treten keinerlei Säume auf und die Skalierung wirkt immer noch fein. Ebenso überzeugend verarbeitet der Philips TV-Material, das er mit glatten Kanten und wenig Bildflimmern zeigt.

Philips BDP 9600 - 3D-Blu-ray-Player

Elegant und solide: Das Aluminium-Gehäuse des BDP 9600 ist drei
Millimeter stark und gefällt mit seiner interessant geschwungenen Linie.
Technisch setzt Philips bei seinem aktuellen 3D-Player-Flaggschiff
auf hochkarätige Komponenten für die analogen Audioschaltkreise
und die neue "Qdeo"-Videoverarbeitung.

Tonqualität

Dank des vollständig einstellbaren Lautsprecher-Managements für Boxengröße, Pegel und Laufzeiten klingt analog übertragener 7.1-Ton ebenso homogen wie der digital übertragene Bitstream-HD-Ton. Der analoge Ton ertönt voll und dynamisch und übertrifft den Bitstream-Ton im Einzelfall sogar, da bei ihm kein kabelbedingter Jitter entstehen kann. Auch als CD-Player gibt sich der Philips audiophil und überzeugt mit grandioser Dynamik, neutralen Klangfarben und klarer räumlicher Staffelung. Die herausragenden Messwerte aus unserem Labor bestätigen die wirklich ausgezeichnete Klangqualität der analogen Tonausgänge.

Philips BDP 9600 - 3D-Blu-ray-Player

Hier ist alles Gold, was glänzt: Neben den zehn Cinch-Buchsen für die
analogen Tonausgänge vergoldete Philips auch die HDMI-Buchse
und die Cinchbuchsen für analoges Video. Neu ist ein
SD-Kartenlaufwerk, das bei Online-Videoshops ausgeliehene
Filme zwischenspeichert.

 

 

Fazit

Der neue Philips BDP 9600 kostet mit 750 Euro ein Vielfaches anderer 3D-Player – doch er ist sein Geld voll und ganz wert. Eine grundsolide Verarbeitung, die herausragende Bildqualität, die klangstarken analogen Tonausgänge und die moderne Netzwerk-Technik machen ihn zum Wunschpartner anspruchsvoller Heimcineasten. Zu Recht ist er mit 94 Punkten derzeit unsere Blu-ray-Referenz.        

Philips BDP 9600 - 3D-Blu-ray-Player

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Philips BDP 9600 - 3D-Blu-ray-Player

 

 

Der Testbericht Philips BDP 9600 (Gesamtwertung: 94, Preis/UVP: 750 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2010 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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