Panasonic DMR-BS 785 (Test)

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Panasonic DMR-BS 785 – Blu-ray-Recorder für 850 Euro

Panasonic DMR-BS 785 - Blu-ray Recorder für 850 €Der neue Blu-ray-Recorder von Panasonic DMR-BS 785 kann viel: Er ist ein HDTV-Sat-Receiver der Extraklasse und speichert Sendungen in Originalqualität auf seiner Festplatte oder brennt Kopien auf Blu-ray und DVD. Zudem gibt er im vernetzten Haus den Homeserver.

Purzelnde Preise wecken immer freudige Gefühle. Diesmal sorgt Panasonic dafür: Die neuen Blu-ray-Recorder des japanischen Herstellers kosten weniger als die erste Generation (audiovision 4-2009). So gibt es den hier getesteten DMR-BS 785 mit seiner 250 Gigabyte großen Festplatte für 850 Euro (Vorgänger: 1.000 Euro); das größere Modell BS 885 mit 500 GB ist für 1.050 Euro zu haben (Vorgänger: 1.300 Euro). Beide Recorder beherrschen neben der Festplattenaufnahme das Kopieren auf beschreibbare Blu-ray-Discs, die auf den meisten Playern laufen. Außerdem fungieren die Recorder als Homeserver und verteilen Videos und Fotos von ihrer Festplatte in andere Räume.

Ausstattung und Bedienung

Der DMR-BS 785 hat einen Twin-Sat-Tuner. Zum Empfang muss der Re­corder die Erstinstallation namens "Easy Set­up" durchlaufen. Achtung: Falls der Recorder dabei für den Ein-Kabel-Sat-Empfang konfiguriert wird, lässt er sich im Menü nicht mehr auf Twin-Tuner umstellen. Dann hilft nur der unter "Einstellungen/Sonstige" versteckte Punkt "Initialisierung" weiter, der alle Einstellungen löscht. Vom Ein-Kabel-Betrieb ist abzuraten, da der Panasonic dann während einer TV-Aufzeichnung keinen Wechsel auf ein anderes Programm zulässt. Mit zwei Antennenkabeln kann man dagegen neben der laufenden Aufnahme andere Programme sehen, parallel eine zweite Sendung aufzeichnen oder auf Festplatte gespeicherte Videos abspielen.

Bild-im-Bild und eine Programmtauschtaste fehlen. Moderne Satellitenreceiver bieten hier mehr und zeigen außerdem den Sender im Display an, was der Panasonic nicht beherrscht. Die Senderliste, die aufgrund der Schriftgröße nur sieben Kanäle gleichzeitig anzeigt, lässt sich leider nicht mit den Pfeiltasten des Navigationskreuzes, sondern nur mit der weit entfernten Kanalwippe umblättern. Immerhin: Hält man die Wippe gedrückt, eilt der Tuner in Hunderter-Schritten durch die Liste, was den Weg zu hohen Sendernummern verkürzt.
Auf der Rückseite stehen zwei CI+ Schächte bereit, die das HD+ Modul für die privaten HDTV-Programme akzeptieren – mit begrenzten Aufnahmeoptionen: Aufzeichnungen dürfen nur mit einem Zeitversatz von maximal 90 Minuten wiedergegeben werden. Danach erlischt leider das Abspielrecht.

Nach dem automatischen Sendersuchlauf, der bis zu 40 Minuten dauern kann, sortiert der Recorder freie und verschlüsselte Sender automatisch. HDTV-Sender muss man manuell in eine der vier Favoritenlisten eingeben. Wie beim Vorgänger fehlen Tuner für Kabel- und digitales Antennenfernsehen (DVB-T). Die Bilder externer TV-Tuner lassen sich aber an zwei Scartbuchsen oder dem AV-Fronteingang analog einspeisen, wobei die Aufnahmen technisch bedingt einen Qualitätsverlust aufweisen. Camcorder-Aufzeichnungen kann man über den Mini-DV-Anschluss auf der Front verlustfrei digital einspeisen und auf Festplatte überspielen.

Als Blu-ray-Player beherrscht der Panasonic natürlich die 24p-Wiedergabe und gibt HD-Ton als Bitstream oder als intern decodierten PCM-Ton über HDMI aus. Die Ausgabe im HDMI-Format 576i oder eine manuelle Wahl des HDMI-Farbformats ist hingegen nicht möglich. Über die Display-Taste der Fernbedienung lassen sich vier Bildmodi, ein Schärferegler und ein Rauschfilter sowie der Vollbildmodus regeln. 3D-Filme spielt der DMR-BS 785 nicht ab.

Panasonic DMR-BS 785 - Blu-ray Recorder für 850 €

Zum Zappen nicht optimal: Die Kanalwippe zum Umblättern
der Senderliste sitzt zu weit vom Cursorkreuz entfernt, und die
Favoritenliste schaltet zu langsam um. Eine Programmtausch-Taste fehlt.

Bildqualität Sat-Receiver/Aufnahme

Der Panasonic skaliert HDTV-Sendungen im Format 720p oder 1080i in guter Qualität auf 1080p hoch. Bildflimmern tritt weder bei Kinofilmen noch bei scharfen Grafiken auf. Nur in einem kurzen Ausschnitt des "Pilots Eye TV"-Trailers fielen uns an den rotierenden Propellern eines Flugzeugs leichte Kämme auf. Ansonsten bestimmt vor allem der TV-Sender, in welcher Qualität die HDTV-Bilder auf den Schirm kommen. Ein Filter soll "Mosquito Noise"-Artefakten zwar entgegenwirken, eine großartige Wirkung konnten wir aber nicht erkennen. Das Up-scaling von SDTV-Sendern gelingt meist einwandfrei, nur äußerst selten treten in schnell durchlaufenden Schriften leichte Kämme in den Buchstaben auf. Insgesamt verdient der Panasonic ein dickes Lob für seine Bildqualität und die saubere Skalierung von SDTV.

Das gilt auch für im DR-Modus erstellte Festplattenaufnahmen. Sie unterscheiden sich qualitativ nicht vom gesendeten SDTV- oder HDTV-Programm und enthalten alle Tonspuren inklusive 5.1 sowie Teletext und Untertitel. Die im DR-Modus vorhandenen Videos lassen sich eins zu eins auf Blu-ray brennen, allerdings können fast  ausschließlich Panasonic-Player diese Aufnahmen abspielen. Besser klappt die Abspielfähigkeit mit neu encodierten Kopien. Je nach Modus ergeben sich hier aber Qualitätsverluste. Alternativ zur Aufnahmeprogrammierung über Timer und EPG-Menü erlaubt die Timeshift-Funktion des Panasonic bis zu acht Stunden zeitversetztes Fernsehen.

Panasonic DMR-BS 785 - Blu-ray Recorder für 850 €

HDTV-Twin-Tuner mit CI+ Slots: Der Recorder speichert alle Programme zunächst auf Festplatte,
die HD-Programme der Privaten aber aus Kopierschutzgründen nur maximal 90 Minuten lang.
Tuner für analoges oder digitales Kabelfernsehen und für DVB-T fehlen.
Dafür stehen Scart-Eingänge und ein analoger AV-Fronteingang für externe TV-Tuner bereit.

Bildqualität DVD und Blu-ray-Disc

Keine Überraschungen liefern unsere Tests mit kritischen Kinosequenzen auf DVD, die der BS 785 wie sein Vorgänger allesamt besteht. Da er Vollbildmarker auswertet, zeigt er entsprechende DVDs wie "Space Cowboys" durchgängig flimmerfrei. Fehlt der Marker, wie bei unserer beliebten Test-DVD "Sechs Tage, sieben Nächte", kommt es in der kritischen Strandszene mehrmals zu Flimmern. Aktiviert man den Progressive-Modus "Film", so wird das Problem beseitigt – bis man die Scheibe wechselt. Wie alle aktuellen Panasonic-Player stellt sich das Gerät dann nämlich selbsttätig in den Auto-Modus zurück. Das hält Panasonic wohl deshalb so, weil 50-Hertz-TV-Bilder auf DVD im Modus "Film" mit 25 Hertz ruckeln und bewegte Motivkanten ausfransen würden. Weiß man erst einmal Bescheid, kommt man mit der Umstellung des Vollbildmodus aber gut klar.

Der dreifach einstellbare Schärferegler wirkt bei DVD nur minimal und verstärkt lediglich feinste Muster in horizontaler Richtung. Störende Säume treten nicht auf, nur "Mosquito Noise" wird etwas stärker sichtbar. Blu-ray-Discs zeigt der Panasonic ebenso wie DVDs über HDMI mit korrekten digitalen Pegeln, unbeschnittenen Kontrasten und sauber ausbalancierten Farben. Die klassischen Anwendungen inklusive ruckelarmem 24p-Kinobild nd flimmerarmer Vollbildqualität von 1080i-Dokumentationen gelingen in Perfektion. Nur eine exotische Testsequenz im Format 1080/30p flimmert, während die aktuellen 3D-Player von Panasonic diese Szene bereits meistern.

 

Zusatzinfo: Panasonic DMR-BS 785 als Home Server

Im vernetzten Haus kann Panasonics Blu-ray-Recorder im Wohnzimmer stehen, während im Arbeits- oder Schlafzimmer netzwerkfähige Clients auf seine Festplatte zugreifen. Da der Recorder den DLNA-Standard (Digital Living Network Alliance) unterstützt, wird er im Netzwerk automatisch erkannt. Es ist möglich, den Zugang zu bestimmten Servern für verschiedene Zimmer unterschiedlich einzustellen oder in mehreren Räumen gleichzeitig verschiedene HDTV-Aufzeichnungen anzuschauen. Das funktioniert auch im Standby-Modus, wobei der Panasonic beim Abspielen von HDTV-Aufzeichnungen rund 29 Watt verbraucht. Festplatte und Lüfter geben dann leise Laufgeräusche von sich. Zugriff ist aber nur auf die Ordner Video und Bild möglich, nicht auf Musik.

 
Panasonic DMR-BS 785 - Blu-ray Recorder für 850 €
Das vernetzte Haus: Viele netzwerkfähige Blu-ray-Player können auf die Festplatte des Panasonic DMR-BS 785
zugreifen, beispielsweise die Playstation 3 von Sony. 

 

 

Panasonic DMR-BS 785 - Blu-ray Recorder für 850 €

Blu-ray-Recorder mit einer 250 Gigabyte großen Festplatte: Der vielseitige Panasonic DMR-BS 785 ist ein
wahrer Alleskönner – lediglich mit 3D hat er noch nichts am Hut.

 

Multimedia

Auf der Front steht ein SD-XC-kompatibles Kartenlaufwerk bereit, das auf Speichergrößen bis 64 GB ausgelegt ist und Fotos oder AVCHD-Videos abspielt. Über den USB-Eingang nimmt der Recorder MP3-Musik entgegen, ebenso DivX-Videos in SD- und HD-Qualität. Fotos zeigt der Panasonic in bester Bildqualität und erkennt Hochformat-Fotos dabei automatisch. Bilder, Videos und MP3-Musik kopiert der Recorder auch vom USB- und vom SD-Laufwerk auf seine Festplatte.

 

Panasonic DMR-BS 785 - Blu-ray Recorder für 850 €
Unterhaltung aus dem Internet: Mit der Taste "Viera Cast" führt der Panasonic
direkt zu YouTube & Co oder zu Börsen- und Wetter-Portalen.

Besonders komfortabel gelingt das Kopieren von Musik-CDs auf die Festplatte. Dabei holt sich der Panasonic mit Hilfe der Gracenote-Datenbank die Informationen zu Titel und Interpret automatisch aus dem Internet und erledigt das Überspielen eines kompletten CD-Albums teilweise in nur sieben Minuten. Die Aufnahme erfolgt wiederum als Direktkopie in originaler PCM-Tonqualität. Allerdings spielt der Panasonic Scheiben mit besonders starkem Kopierschutz wie "Wolfsheim Casting Shadows" nicht ab. Schade nur, dass der Recorder die übersichtlich verwalteten Musiktitel in seiner Funktion als Homeserver anderen Geräten nicht zugänglich macht. Die LAN-Verbindung – die sich auch zu kabellosem WLAN aufrüsten lässt – verschickt nur die auf Festplatte gespeicherten TV-Aufzeichnungen, AVCHD-Videos oder JPEG-Fotos. Das klappt sogar im Standby-Modus.

Panasonic DMR-BS 785 - Blu-ray Recorder für 850 €

EPG-Komfort: Die aktuellen und die folgenden Sendungen lassen sich
einfach sichten und per Optionstaste in die Aufnahmeliste verschieben.

Wer Unterhaltung aus dem Internet wünscht, den führt die Taste "Viera Cast" zu YouTube, Tages­schau.de oder zu Börsen- und Wetter-Infos. Aus dem Internet lassen sich BD-Live-Extras entsprechender Blu-ray-Discs laden, sofern man einen SD-Chip mit mindestens einem Gigabyte freien Speicher und etwas Geduld mitbringt: Zum Anspielen der Blu-ray "Men in Black" gönnt sich der Panasonic nämlich eine volle Minute, während einfache Scheiben ohne BD-Live und Java-Menü wie "Königreich der Himmel" schon nach 30 Sekunden loslegen.

 

Zusatzinfo: Aufnehmen und Brennen mit dem Panasonic DMR-BS 785

Die 250 Gigabyte große Festplatte des Panasonic-Players speichert alle über Satellit empfangenen TV-Sendungen zunächst im unkomprimierten DR-Modus (Direct Recording), und zwar inklusive 5.1-Ton und Videotext. Der Platz auf der Platte reicht für bis zu 102 Stunden SDTV oder gut 36 Stunden HDTV.  Die gespeicherten Sendungen kann man dann im voreingestellten "High-Speed"-Modus auf Blu-ray (BD-R oder BD-RE) brennen. Die Überspielung erfolgt in originaler Bildqualität und dauert bei einem zweistündigen HDTV-Spielfilm gerade mal 30 Minuten. Allerdings können nur Blu-ray-Player von Panasonic diese Scheiben abspielen.

 

Alternativ kann man die Videos von der Festplatte in fünf weiteren Qualitätsstufen auf BD-R oder BD-RE brennen. Dabei wird eine Neu-Encodierung nötig, weshalb der Kopiervorgang in Echtzeit stattfindet und nicht beschleunigt werden kann. Dafür lassen sich die so gebrannten Discs auf den meisten Blu-ray-Playern problemlos abspielen und benötigen je nach Qualitätsmodus zudem deutlich weniger Speicherplatz. In den ersten vier Qualitätsmodi bleiben dabei Auflösung und Bildwirkung von HDTV-Sendungen weitgehend erhalten, trotz zunehmender Codierungsverluste mit stärker sichtbarem Block Noise. Zu sehen ist das im Grunde aber nur in feinen Farbmustern vor bewegtem Hintergrund, etwa im roten Senderlogo von Servus TV, wo ein Flackern auftritt. Der neu hinzugekommene, stärker komprimierende "HM"-Modus allerdings reduziert die Bildqualität zu stark und verursacht Block-Artefakte. Die Auflösung wirkt hier vor allem bei Bewegung geringer und erreicht dann nur noch SDTV-Niveau. Kopien im qualitativ besten Modus "HG" lassen sich dagegen praktisch nicht von den originalen HDTV-Sendungen unterscheiden.

 

Kopiert man die gebrannten Videos wieder zurück auf die Festplatte, reicht deren Speicher im HG-Modus nun für 39 Stunden und im HM-Modus für bis zu 169 Stunden HDTV-Material. Diese zurückgespielten Aufnahmen lassen sich übrigens rasend schnell im High-Speed-Modus auf Blu-ray brennen, da sie ja bereits in encodierter Form vorliegen und je nach Komprimierung deutlich weniger Daten enthalten.

Panasonic DMR-BS 785 - Blu-ray Recorder für 850 €

 

 

 

 

 

Fazit

Panasonics zweite Generation von Blu-ray-Recordern ist günstiger geworden, knüpft technisch aber nahtlos an die tolle Vorstellung der Vorgänger an. Der DMR-BS 785 holt mit seinem Twin-Tuner für Satellit die Programme in bester Qualität ins Haus und bietet hervorragende Kopierfunktionen. Nur der Komfort beim Zappen könnte besser sein, und 3D-Filme bleiben außen vor. 


Technische Ausstattung und Bewertung

Panasonic DMR-BS 785 - Blu-ray Recorder für 850 €

Panasonic DMR-BS 785 - Blu-ray Recorder für 850 €

Panasonic DMR-BS 785 - Blu-ray Recorder für 850 €

 

 

Der Testbericht Panasonic DMR-BS 785 (Gesamtwertung: 89, Preis/UVP: 850 Euro) ist in audiovision Ausgabe 11-2010 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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