Quadral Aurum Set (Test)

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Quadral Aurum Set – 5.1-Boxenset für 6.600 Euro

Quadral Aurum Set - 5.1-Boxenset für 6.600 €Quadral verjüngt die Aurum-Serie, die hochwertigste Lautsprecher-Linie des Hauses. Wir probierten das neue Set in einer Konstellation rund um die Frontbox Orkan aus.     

Die Aurum-Linie ist für die Boxenschmie­de Quadral aus Hannover etwas ganz Besonderes. Mit der Titan, dem Top-Lautsprecher dieser Reihe, fing nämlich alles an. Als diese riesige Trans­missionline-Box im Jahr 1981 auf den Markt kam, spielte sie aus dem Stand alle anderen Modelle, die damals Rang und Namen hatten, regelrecht an die Wand. Bald entstand in High-End-Kreisen ein wahrer Mythos um diesen Lautsprecher. Quadral ergänzte die Titan in der Folge um kleinere Modelle und gab der Linie den lateinischen Namen Aurum, zu Deutsch Gold. Seither fahren die Goldstücke in verschiedenen Set-Anordnungen immer wieder tolle Testnoten und Verkaufserfolge ein.
Mittlerweile ist Quadral bei der siebten Generation der Aurum-Reihe angelangt; gerade fand die jüngste Überarbeitung statt. Für den Test des neuen 5.1-Sets wählten wir als Basis aber nicht die riesige Titan-Box, sondern entschieden uns bei den Frontlautsprechern für die Orkan, ein deutlich kleineres und somit wohnzimmerfreundlicheres Modell.

Quadral Aurum Set - 5.1-Boxenset für 6.600 €
Hinter Gittern:  Die Tiefton-Chassis der Frontboxen von Quadral
strahlen in eine zusätzliche, nach vorn offene
Resonanzkammer ab, was den Ton verbessert.

Technik

Wirklich klein fällt aber auch die Orkan nicht aus. Gut ein Meter Höhe garantiert der Box genügend Volumen für einen dynamischen und mitreißenden Klang. Wie die Titan verfügt sie im Bassbereich über eine bemerkenswerte Besonderheit. Ihre beiden Tiefton-Treiber mit je 17 Zentimetern Durchmesser sitzen hinten in einem normalen Bassreflex­ge­häuse, sind auf der Vorderseite aber nicht bündig auf der Schallwand montiert, sondern nach hinten versetzt. Von dort aus strahlen sie in ein kleines, nach vorn offenes Zusatzgehäuse ab, von Quadral Druckkammer genannt. Diese fungiert als zusätzliche Resonanzkammer, was die Basswiedergabe sauberer macht und dafür sorgen soll, dass von vornherein weniger Verzerrungen entstehen. In dieser Druckkammer landen im Wesentlichen die Töne aus dem Oberbass- und Grundtonbereich, während das Bassreflex-Abteil auf der Rückseite für die ganz tiefen Töne zuständig ist. Damit die saubere, glatte Boxenfront nicht durch die Öffnung der Druckkammer unterbrochen wird, verbergen die Quadral-Desig­ner sie hinter Gitterstäben aus flexiblem Kunststoff, die der Orkan-Box einen zusätzlichen optischen Kick verleihen.

Quadral Aurum Set - 5.1-Boxenset für 6.600 €
Die wirklich wichtigen Dinge wie Hochpegel- und Cinchanschlüsse
sowie Pegel- und Trennfrequenz-Regler hat Quadral
auf dem Anschlussfeld des Subwoofers
untergebracht. Dass es für die Phase nur einen
Schalter gibt, lässt sich verschmerzen.

Quadral setzt sowohl bei den Basschassis als auch beim ebenfalls 17 Zentimeter großen Mitteltöner bereits seit einigen Jahren auf so genannte Altima-Schwingeinheiten. Sie bestehen aus einem Materialmix aus Aluminium, Titan und Magne­­sium, der besonders viel Steifigkeit und zudem hohe Dämpfung verspricht. Resonanzen treten damit erst weit außerhalb des Arbeitsbereichs der Mem­branen auf. Eine Brücke zur ersten Generation der Aurum-Serie schlägt der Hochtöner. Bei ihm handelt es sich nämlich, genau wie bei der ersten Titan-Box, um einen Magnetostaten (siehe Infos unten). Sowohl bei der Frontbox Orkan als auch beim Center Aurum Base und bei den Surroundboxen vom Typ Altan verwendet Quadral hier eine sehr großflächige Folie. Sie lässt sich sehr tief ankoppeln, nämlich bei 2.400 Hertz. Zudem schafft die große Folie auch höhere Lautstärken als die bislang üblichen, kleineren Magnetostaten-Höchtöner.
Auch die Altan-Surrounds besitzen je einen 17-Zentimeter-Tieftöner mit Altima-Membran. Von den beiden 13 Zentimeter großen Tieftönern des Centers kümmert sich nur einer um den Arbeitsbereich bis zur Trennung zum Hochtöner, den anderen nehmen die Entwickler viel früher aus dem Spiel. Dieser Aufbau des Centers führt zu einem etwas unregelmäßigen Rundstrahlverhalten, das im normalen Hörbetrieb aber nicht negativ auffällt.

 

Technik: Magnetostaten

Schall lässt sich auch mit so genannten Magnetostaten erzeugen. Dabei durchfließt ein vom Tonsignal erzeugter Strom einen Leiter, der sich in einem Magnetfeld befindet. Bei üblichen dynamischen Chassis ist dieser Leiter ein zur Schwingspule aufgewickelter Draht, meist aus Kupfer, der sich in dem eng konzentrierten Feld eines mit einem Luftspalt versehenen Magnetsystems befindet. Beim Magnetostaten dagegen werden auf eine hauchfeine Kunststoff-Folie in engen Abständen dünne Aluminium-Leiterbahnen aufgebracht; mehrere vor und hinter der Folie angebrachte, kräftige Neodym-Stabmagnete erzeugen das Magnetfeld. Werden die Aluminium-Bahnen nun vom Strom des Musiksignals durchflossen, bewegt sich die Folie. Ein wichtiger Vorteil von Mag­netostaten liegt darin, dass sie wenig anfällig für Membranresonanzen sind: Die Folie wird als Ganzes angetrieben und nicht nur an einem Punkt, wie bei dynamischen Chassis. Außerdem ist die Folie leichter als eine Hochton-Kalotte und vermag deshalb feinsten Signalen schneller und genauer zu folgen. Nachteilig war lange Zeit die geringe Belastbarkeit der Folien, bei zu viel Strom brannten die Leiterbahnen schnell durch. Außerdem konnten die ersten Generationen dieses Lautsprecher-Typs nicht sonderlich laut spielen und erzeugten schon bei geringen Hüben Verzerrungen. Seit einigen Jahren aber haben die Hersteller diese Probleme im Griff, die Belastbarkeit stieg ebenso wie die mögliche Maximallautstärke.

Quadral Aurum Set - 5.1-Boxenset für 6.600 €

Hochtöner der Orkan-Box:  Hinter den Lamellen der Abdeckung
verbirgt sich die empfindliche Folie der Magnetostaten.

Tonqualität Surround

Die Frequenzgänge aller drei Boxentypen weisen kaum Wellig­keiten auf und ähneln sich stark, eine wichtige Voraussetzung für ein homogenes räumliches Klangbild. Der Subwoofer Orkus (so heißt in römischen Sagen der Herrscher der Unterwelt) besitzt ein 30-Zentimeter-Chassis, dass in Downfire-Manier nach unten zur Bodenplatte abstrahlt, die mit vier kurzen Säulen befestigt ist. Er wartet mit einer überzeugendenen unteren Grenzfrequenz von 27 Hertz und einem beeindruckenden Maximalpegel von 108 Dezibel auf.

Quadral Aurum Set - 5.1-Boxenset für 6.600 €

Das Rundstrahlverhalten des Quadral-Centers gerät unsymmetrisch:
Eine Einschnürung im Mitteltonbereich ergibt sich auf einer Seite.

Im Hörtest untermauert der Subwoofer diese Laborwerte durch seine straffe, unauffällige Spielweise. So fügt er sich beispielsweise bei "Away From the Sun" von 3 Doors Down (DTS) nahtlos in das Gesamtklangbild ein. Dass er aber auch so richtig die Post abgehen lassen kann, stellt er mit der Szene im Abschleppwagen aus "Terminator – Die Erlösung" (DTS-HD Master Audio) unter Beweis. Die Motorrad-Roboter donnern mit mordsmäßigem Getöse und Geschepper in die Schrottautos am Straßenrand. Als dann der dicke Harvester-Roboter versucht, die drei Flüchtigen auf der Brücke zu stoppen und sich zu einem überaus bedrohlichen Dröhnen steigert, geht den Zuhörern das durch Mark und Bein: Die Hosenbeine flattern, und das ganze Sofa bebt. Das Quadral-Set liefert wirklich Heimkino-Spaß vom Feinsten, zumal die Dialoge bei all dem Krach stets bestens verständlich bleiben.
Bass ist aber nicht die einzige Stärke der flott aufspielenden Goldstücke. Auch Musik machen sie mit ihrer natürlichen Lockerheit und der tollen Dynamik zum faszinierenden Erlebnis, etwa "They Can’t Take that Away From Me" (Dolby TrueHD), dargeboten von John Pizzarelli und Jane Monheit. Zudem kann das Set richtig laut spielen, ohne angestrengt zu wirken. Das ist wegen der doch recht tief angekoppelten Magnetostaten erstaunlich und eine freudige Überraschung für die Tester.

Quadral Aurum Set - 5.1-Boxenset für 6.600 €
Mit der makellosen Hochglanz-
Lackierung und der sorgfältigen
Detail­verarbeitung sieht das Quadral-Set
elegant aus und fasst sich gut an. Alternativ gibt es die
Oberflächen etwas günstiger aus Holz oder – dann wiederum gegen
Aufpreis – in vielen Farben lackiert.

Tonqualität Stereo

Mit "Tiden Bara Gar" von Thérèse Juel wird schnell klar, dass sich die Orkan-Frontboxen bei Stereo-Musik keineswegs auf ein laues Lüftchen beschränken, sondern ihrem Namen auch hier alle Ehre machen. Stimmen und Instrumente stehen präzise und fest umrissen im Raum, der Klang ertönt mitreißend und ohne Verfärbungen. Auch Details arbeiten die Orkan-Boxen erfreulich klar heraus, ohne aber dabei die Musik zu stark zu analysieren und in ihre Einzelbestandteile zu zerlegen. Gerade die überaus homogene Wiedergabe gehört zu den großen Stärken dieser Box.

Quadral Aurum Set - 5.1-Boxenset für 6.600 €

Bi-Amping auf Wunsch: Löst man die Kabelbrücken,
kann man den Boxen Bass und Höhen getrennt zuspielen.
Voraussetzung dafür sind entsprechende Endstufen.

 

 

Fazit

Die überarbeitete Kombi der Aurum-Serie von Quadral erweist sich als ehrlicher und immer angenehmer Spielpartner. Sowohl Filmton als auch Musik werden mit diesem 5.1-Boxenset jederzeit zum echten Genuss. Zugegebenermaßen sind die 6.600 Euro nicht wenig, für die gebotene Leistung aber ein fairer Kurs.

Quadral Aurum Set - 5.1-Boxenset für 6.600 €
Quadral Aurum Set - 5.1-Boxenset für 6.600 €

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Quadral Aurum Set - 5.1-Boxenset für 6.600 €

 

 

Der Testbericht Quadral Aurum Set (Gesamtwertung: 88, Preis/UVP: 6600 Euro) ist in audiovision Ausgabe 10-2010 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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