Blu-ray-Test: Crazy Heart

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Test Das Gesetz der EhreDann und wann finden Schauspieler in ihrer Laufbahn die eine Rolle, für die sie wie geschaffen scheinen. Bei Jeff Bridges ist es die des abgewrackten Ex-Country-Stars und Alkoholikers Bad Blake, der im Herbst seiner Karriere durch kleine Bars und Bowlingbahnen in den Südstaaten tingelt. Erst die Liebe zu einer jungen Frau (Maggie Gyllenhaal) und ihrem Sohn sowie die Chance auf ein Comeback wecken in Blake die Motivation, seinem selbstzerstörerischen Treiben ein Ende zu setzen.

Bridges spielt diesen Antihelden mit Herzblut, aber ohne Pathos oder Übertreibung und vermeidet, dass die Rolle ins Rührseelige oder Klischeehafte abdriftet. Zurecht erhielt er für diese Leistung den Oscar. Ebenfalls mit der Trophäe prämiert: der Song "The Weary Kind", den Bridges im Film selbst singt. Er stammt aus der Feder von T-Bone Burnett, der schon für die Musik zum Johnny-Cash-Biopic "Walk the Line" verantwortlich zeichnete. Und Jeff Bridges hat recht, wenn er in einem dreiminütigen Interview in den Boni die Theorie aufstellt, dass der Erfolg des Films maßgeblich von der Qualität der Country-Songs abhing. Denn diese sind zweifelsohne so mitreißend und melancholisch, dass sie wunderbar die Läuterung der Hauptfigur widerspiegeln.

Leider spiegeln die mageren Extras nicht den Erfolg der 7-Millionen-Dollar-Produktion wider. In dem erwähnten Interview kommen neben Bridges die Nebendarsteller Maggie Gyllenhaal und Robert Duval, der auch als Produzent tätig war, zu Wort und erzählen, was sie dazu bewog, bei dem Projekt mitzumachen. Dazu gesellen sich lediglich der Kinotrailer sowie zehn entfallene Szenen und alternative Musiknummern mit einer Laufzeit von 28 Minuten. Leider liegen die erweiterten Country-Darbietungen nicht in einer Mehrkanalabmischung vor, sondern nur in Stereo vor.

Bildqualität

Für ein Low-Budget-Drama überzeugt der Cinemascope-Transfer mit guter bis sehr guter Schärfe (vor allem in sonnendurchfluteten Außenaufnahmen) und einer über weiten Strecken feinen Durchzeichnung. Selbst bei Auftritten in dunklen Bars (1a-Schwarzwert) zeichnen sich viele Details wie Jeff Bridges verschwitzte Haarsträhnen gut ab. Dass das Bild einer Farbkorrektur in Richtung warmer Goldtöne unterzogen wurde, zeigen die kühler ausgefallenen Alternativszenen in den Boni.

Tonqualität
Von den hinteren Lautsprechern macht der 5.1-Mix nur selten Gebrauch (kaum hörbare Umgebungsgeräusche wie Vögel bei 79:20). Auch die zahlreichen Country-Songs verteilen sich mit Ausnahme von etwas Hall nur auf die Frontkanäle, punkten dafür aber insbesondere bei Live-Auftritten mit hoher Dynamik und sattem Bass.

Extras
Zehn entfallene Szenen und alternative Musikszenen (28:28), "Eine Unterhaltung mit Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal & Robert Duvall" (3:03), Kinotrailer.

Die Wertung   
Film 6 von 6 Punkten
Bildqualität 5 von 6 Punkten
Tonqualität 3 von 6 Punkten
Bonusmaterial 2 von 6 Punkten
   
Die technischen Daten  
Anbieter Fox
Originaltitel Crazy Heart
Laufzeit 112 Minuten
FSK ab 6 Jahren
Bildformat 2,35:1 (1080p/24Hz)
Ton Deutsch DTS 5.1
Ton Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
BD-Live nein

 

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