Marantz SR 7005 (Test)

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Marantz SR 7005 – AV-Receiver für 1.700 €

Marantz SR 7005 - AV-Receiver für 1.700 €Super Surround-Klang, eine tolle Ausstattung und jede Menge Power: Der SR 7005 von Marantz ist der erste Oberklassen-Receiver, der auch 3D-Signale verarbeitet.

Mit dem brandneuen Receiver SR 7005, ab sofort das Flaggschiff im Marantz-Programm, legt der Hersteller seine bisherige Zurückhaltung in Sachen Ausstattung weitgehend ab. Das neue Modell hat nahezu alles an Bord, was für die Wiedergabe von aktuellen Heimkino-Signalen sinnvoll und nötig ist, inklusive 3D und Dolby ProLogic 2z. Einzige – verschmerzbare – Einschränkung: Weil der Receiver nur sieben Endstufen mitbringt, klappt ein gleichzeitiger Betrieb von Surround Back und den Front High /Front Side-Kanälen nicht. Immerhin gibt es aber für alle drei Lautsprecher-Typen eigene Anschlüsse, sodass sie sich zumindest alternativ nutzen lassen, je nach Wunsch und vorhandener Signalquelle. Dann stehen sogar zwei unterschiedliche Verfahren zur Verfügung, nämlich Dolby ProLogic 2z (nur Höhen­kanäle) und Audyssey DSX.

Ausstattung und Technik

Von den sechs HDMI-Eingängen des Marantz sitzen fünf auf seiner Rückseite und einer unter der breiten Klappe auf der Front. Der Receiver schaltet die HDMI-Bildsignale nicht nur um, sondern kann Halb- in Vollbilder wandeln und auf bis zu 1080p skalieren. Das funktioniert auch mit analogem Video von FBAS und Komponenten; S-Video hingegen ist nicht an Bord. Die Skalierung erledigt der integrierte Video-Prozessorchip von Anchor Bay in beachtlicher Qualität. Das De-Interlacing von 576i-Material klappt gut, der Filmmode rastet auch bei kritischen Szenen schnell und zuverlässig ein. Video­material, das auf Halbbildern beruht, erscheint ohne störende Treppenstufen. Selbst mit 1080i kommt die Videoverarbeitung gut zurecht und produziert kaum Bildstörungen.

Wie man Analogverstärker baut, davon hat Marantz seit langem eigene Vorstellungen. So weisen alle Vorstufen-Schaltkreise nicht die verbreitete Spannungs-, sondern eine Stromgegenkopplung auf. Marantz verspricht dadurch einen natürlicheren Klang. Netzteil und Endstufen legt der Hersteller auf hohe Stabilität und große Stromlieferfähigkeit aus.
Das Einmess-System stammt von Audyssey, und zwar in der hochwertigsten Ausführung MultEQ XT. Es misst die Akustik des jeweiligen Hörraums an bis zu acht Punkten und optimiert dann den Klang. Die Boxengröße stellt Audyssey automatisch richtig ein und justiert Pegel und Entfernungen für den optimalen Hörplatz, an dem die erste Messung stattfindet. Auch Dynamic EQ und Dynamic Volume sind bei diesem Audyssey-System an Bord.

Am USB-Anschluss auf der Front lässt sich ein iPod anschließen und per Bildschirmmenü bedienen. Auch USB-Speichermedien kann der Receiver nach Musik- und Fotodateien durchforsten und diese wiedergeben. Prima, dass der Marantz neben den üblichen Musikformaten wie MP3 und WMA auch Flac unterstützt, ein verlustfrei komprimierendes Format, das sich immer stärker durchsetzt. Übers Netzwerk holt sich der SR 7005 Musik und Bilddaten, wiederum einschließlich des Flac-Formats. Auch der Empfang von Internet-Radio ist möglich.

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Auf der Fernbedienung geht es zwar gedrängt zu,
sie bleibt aber übersichtlich.

Tonqualität Surround

Richtig stabil präsentiert sich die Endstufen-Abteilung des Marantz im Messlabor: Selbst im Vier-Ohm-Betrieb geht der Receiver nicht in die Knie, sondern wartet bei Stereo mit satten 194 Watt pro Kanal auf. Im besonders kritischen Siebenkanal-Modus glänzt er immer noch mit üppigen 103 Watt an vier Ohm und 95 Watt an sechs Ohm – dafür gibt es die volle Punktzahl.

Unsere hohen Erwartungen übertrifft der Marantz im Hörtest sogar. Er lässt es nicht nur im Bass richtig krachen, beispielsweise bei der Abschleppwagen-Szene aus "Terminator 3" (Dolby TrueHD), sondern gefällt auch mit einer luftigen, angenehmen und dennoch präzisen Mittel-Hochtonwiedergabe. Ein besonders beeindruckendes Beispiel dafür liefert er bei der Konzert-Blu-Ray "Falling in Between" von Toto (DTS-HD Master Audio), wo er den druckvollen, aber sehr sauberen Sound der Rockvirtuosen aus Kalifornien ungemein überzeugend zum Besten gibt. Mit seiner höchst detaillierten, aber trotzdem selbstverständlichen und immer emotio­nalen Spielweise zieht der Marantz den Zuhörer sofort mitten in das Konzert und verbreitet echtes Live-Feeling. Allerdings: Wenn die Toningenieure dem Tiefbass (LFE) und den Frontkanälen das gleiche Basssignal zumischen, was fast nur bei Musik-Scheiben vorkommt, etwa "Away From the Sun" von 3 Doors Down (DTS), erklingen die Bässe merklich dünner. Das liegt an den Phasenauslöschungen, die dabei im Bassmanagement auftreten – ein Fehler, der bei vielen AV-Receivern und auch bei richtig teuren Heimkino-Prozessoren vorkommt.

Über den optischen Audio-Ausgang des Marantz ertönen 3 Doors Down noch etwas sauberer und unmittelbarer als über HDMI; feinere Töne wie die von Peter Cincotti auf "Live in New York" erklingen einen Tick luftiger und weniger aggressiv.

Marantz SR 7005 - AV-Receiver für 1.700 €

Viele Möglichkeiten: Der SR 7005 bringt zwar nur sieben Endstufen mit, wartet aber
mit getrennten Anschlüssen für Surround Back, Front High und Front Wide auf.
So kann man zwischen den Kanälen umschalten.

 

 

Tonqualität Stereo

Auch der Hörtest mit Stereo-Material überzeugt auf ganzer Linie: "Children of Sanchez" von Chuck Mangione tönt sehr schön dynamisch und knackig im Bass. Zudem sortiert der SR 7005 die Töne mit lässiger Präzision im Raum und vernachlässigt dabei auch die tiefe Dimension nicht. Im "Pure Direct"-Modus spielt der Marantz nochmals etwas schlackenfreier mit mehr Live-Feeling.

 

Marantz SR 7005 - AV-Receiver für 1.700 €
Mit knapp 19 Zentimetern Höhe macht Marantz‘ neues Flaggschiff im AV-Rack ganz schön
was her. Das kleine runde Display auf der Front informiert nur über die gerade aktive Quelle
und die Lautstärke, die Hauptanzeige sitzt unter der Klappe, ebenso wie die Frontbuchsen

Marantz SR 7005 - AV-Receiver für 1.700 €

Heißes Teil: Zwar sorgt der saubere Aufbau für gute Luftzirkulation,
dennoch erwärmt sich der Marantz SR 7005 gehörig.


Zusatzinfo: Verlustfrei komprimieren mit Flac

Flac (Free Lossless Audio Codec) ist ein Datenkompressionsverfahren für Tondaten, ähnlich wie MP3. Im Unterschied dazu arbeitet Flac aber verlustfrei. Es stellt die Ausgangsdaten nach der Decodierung vollständig wieder her, wie es beispielsweise auch das weit verbreitete Zip-Verfahren für Computerdateien erledigt. Flac verarbeitet hochauflösenden Ton bis zu 32 Bit Auflösung und unglaublichen 655 Kilohertz (kHz) und versteht sich auch auf Mehrkanalsignale. Erfreulicherweise entstammt das Verfahren einem so genannten Open Source-Projekt (Internetseite: flac.sourceforge.net), will heißen: Jeder darf Flac – auch in eigenen Programmen oder Geräten – kostenlos und ohne Lizenz-Gebühren nutzen. Wie im wirklichen Leben gibt’s aber auch in der Technik nichts umsonst: Der Preis für die bessere Klangqualität besteht im erhöhten Bedarf an Speicherplatz. Flac kann die Musikdaten nur um etwa die Hälfte reduzieren, während MP3 in annehmbarer Qualität die Datenmenge auf etwa ein Zehntel schrumpfen lässt.

 

 

Fazit:

Ob Video-Verarbeitung, Ausstattung, Messwerte oder Klang: Der Marantz SR 7005 legt in jeder Hinsicht eine tolle Vorstellung hin. Somit verdient sich der SR 7005 voll und ganz unseren "Highlight"-Award.

Technische Ausstattung und Bewertung

Marantz SR 7005 - AV-Receiver für 1.700 €
Marantz SR 7005 - AV-Receiver für 1.700 €

Marantz SR 7005 - AV-Receiver für 1.700 €

 

 

Der Testbericht Marantz SR 7005 (Gesamtwertung: 91, Preis/UVP: 1700 Euro) ist in audiovision Ausgabe 9-2010 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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