Panasonic TX-P 50 VT 20 E (Test)

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Panasonic TX-P 50 VT 20 E – Plasma-TV für 2.600 Euro

Panasonic TX-P 50 VT 20 E - Plasma-TV für 2.600 €Panasonics 3D-Plasma macht Heimkino drei­dimensional und schafft zudem eine so perfekte Bewegungsschärfe wie kein
anderer Flachbild-Fernseher zuvor.

Eindrucksvoll beweist Panasonic mit dem TX-P 50 VT 20 E, dass es die Plasma-Technik nach wie vor mit LCD aufnehmen kann. Zum fairen Preis von 2.500 Euro bietet der 50-Zöller die allerneueste Technik, inklusive 3D. Wie er sich in dreidimensionaler Hinsicht schlägt, erfahren Sie ab Seite 32 in unserem ausführlichen 3D-Sehtest, ergänzt durch Fakten aus dem Messlabor. Der folgende Test hingegen beschreibt, wie der neue Panasonic im herkömmlichen 2D-Heimkino abschneidet.

Ausstattung und Bedienung

Die Ausstattung des VT 20 ähnelt der des 50-Zöllers Panasonic GW 20 aus unserem aktuellen 2D-Vergleichstest. Sie reicht vom Universal­tuner mit Unterstützung von DiSEqC und CI+ über ein vollständiges Farbmanagement und Internet-Extras bis zur pfiffigen Aufnahmemöglichkeit des digitalen TV-Programms über einen USB-Stick oder eine externe USB-Festplatte. Die Unterschiede zum fast 1.000 Euro günstigeren GW 20 liegen in einer aufwändigeren Frontscheibe, besseren Lautsprechern und natürlich der 3D-Wiedergabe (zwei Brillen liegen bei). Im Gegensatz zu den 3D-Fernsehern von Samsung und Sony kann der Panasonic 2D-Material aber nicht dreidimensional aufbereiten.

Panasonic TX-P 50 VT 20 E - Plasma-TV für 2.600 €
Pfiffig: Schließt man eine USB-Festplatte an, avanciert der TV zum Festplattenrecorder mit Time-Shift-Funktion.

Ein Pluspunkt ist der hohe Bedienkomfort mit durchdachter Sendernavigation und übersichtlichem Bildschirmmenü, das hier – anders als beim GW 20 – flott reagiert. Für jede Art des TV-Empfangs gibt es vernünftig vorsortierte Senderlisten, die sich bestens handhaben lassen. So kann man sich nur frei empfangbare HDTV-Stationen anzeigen lassen und Lieblingssender in einer Favoritenliste speichern. Der VT 20 schneidet das laufende Programm eines Senders permanent auf einen externen USB-Speicher mit und erlaubt die zeitversetzte Wiedergabe; so kann man beispielsweise nach einem Telefonanruf weiter fernsehen, ohne etwas zu verpassen. Die Programmierung klappt mit Hilfe eines übersichtlichen Programmführers und Timers einschließlich Serienaufnahme. Einschränkung: Die Aufzeichnungen lassen sich nur mit dem VT 20 wiedergeben, nicht etwa über den Zweitfernseher im Schlafzimmer. Für Kurzweil während Werbepausen sorgt Panasoncis Internet-Plattform "Viera Cast", die Zugriff auf Web-Portale wie YouTube, Tagesschau oder Eurosport erlaubt. Die Steuerung gelingt bequem mit der Fernbedienung oder einer angeschlossenen USB-Tastatur.

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Übersichtlich: Sämtliche Anschlüsse sind gut erreichbar angebracht sowie klar und deutlich beschriftet.

Bildqualität TV und Standardsignale

Wie beim GW 20 kitzelt der Universaltuner aus TV-Signalen ein optimales Bild. Analoge Fernsehsignale bereitet der VT 20 detailreich und rauscharm auf. Weil sich der Bildbeschnitt (Overscan) abschalten lässt, geht bei Digitalempfang keinerlei Bildinformation verloren. Fernsehen über Satellit sieht sehr gut aus, Schärfe und Feinzeichnung gelingen bei SDTV- wie HDTV-Sendern hervorragend.
Ganz entscheidend ist aber die Voreinstellung des VT 20: Im Modus "Normal" aktiviert sich der Umgebungslichtsensor, der TV regelt dann Stromverbrauch und Spitzenhelligkeit automatisch, sodass bei Tageslicht immer ein gut sichtbares, wenn auch leicht bläuliches Bild erscheint. Für die abendliche Filmwiedergabe mit originalgetreuer Bildqualität sind der "Kino"- oder der "THX"-Modus vorgesehen. Leider zeigt sich bei beiden ein lästiger Gelb-Grün-Stich, weshalb wir ein eigenes Bildtuning empfehlen (siehe "Ideale Einstellungen"). Perfekt wird die Grautreppe dadurch zwar nicht, gegenüber der Werkseinstellung verbessern sich die Farben aber erheblich. Selbst im Vergleich zu unserer Bildreferenz, dem Pioneer-Plasma KRP-500, erscheinen sie dann ausgewogen.
Ein kleiner Fehler offenbart sich in Schwarzweiß-Passagen. Hier schleichen sich durch Granular-Rauschen leichte Einfärbungen ein, die sich nicht entfernen lassen. Wie beim GW 20 wirkt das Bild mit HDMI-576i-Signalen etwas weich. Bei Filmen wie "Sechs Tage, sieben Nächte" flimmern feine Kanten häufig, DVDs spielt man daher am besten mit einem 1080-Signal zu. Im Gegensatz zum GW 20 benötigt der VT 20 mehrere Lüfter zum Abtransport der Abwärme. Deren Geräusch ist zusammen mit einem Elektronik-Sirren bei hellen Bildern in stillen Passagen hörbar. Die Lautsprecher geben Musik bei Zimmerlautstärke mit vernünftigem Grundton wieder. HiFi-Ansprüche erfüllen sie aber nicht, denn bei hohen Lautstärken zerrt der Bass und es kommt zu Verfärbungen im Mitteltonbereich.

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Übersichtlich: Das Layout stimmt weitgehend, nur die Tasten für Bildformat
und Menü sitzen zum Verwechseln nah am Power-Knopf.

Zusatzinfo: Voreinstellungen am Panasonic – Tuning lohnt

Die Werkseinstellungen sind zwar vernünftig, kitzeln aber nicht das Maximum aus dem Panasonic. Das haben dafür wir getan, indem wir unsere idealen Einstellungen (Kasten oben links) ausnahmsweise sogar um eine Farbbalance ergänzten. Im Folgenden die Merkmale der wichtigsten AV-Modi am Panasonic:

NORMAL: Grundhelligkeit und Stromverbrauch passen sich automatisch den Lichtverhältnissen im Raum an. Spitzlichter leuchten in dunkler Umgebung nur mit 44 cd/m², der Verbrauch liegt bei 170 Watt. In heller Umgebung erstrahlen kleine Weißflächen mit Leuchtdichten von bis zu 280 cd/m², der Verbrauch steigt auf knapp 440 Watt. Die Farbtemperatur liegt mit 7.500 Kelvin (K) höher als die Studiostandards es vorschreiben (6.500 K), wodurch das Bild kühl wirkt.

THX: Der Farbumfang entspricht den EBU-Vorgaben, Farb­ort und Farbtemperatur liegen bei 6.100 K, was zu einem Gelb-Grün-Stich führt. Dunkle Szenen wirken in dunkler Umgebung wegen des etwas niedrigen Gammas von 2,2 aufgehellt; ändern kann man das Gamma in diesem Modus nicht. Mit erhöhtem Kontrast (45) lässt sich das volle Lichtpotenzial (170 cd/m²) ausloten, der Verbrauch steigt auf rund 430 Watt.

KINO: Der Farbumfang ist erweitert, wodurch gesättigtes Rot und Grün farbreiner als im Original dargestellt wird. Die Kontrasteinstellung ab Werk (36) begrenzt den Stromverbrauch auf rund 310 Watt, reizt mit Spitzlichtern von knapp 110 cd/m² aber nicht das volle Potenzial aus. Vorteil im Vergleich zur THX-Einstellung: Das Gamma ist frei wählbar. Farbtemperatur und Farbbalance entsprechen dem THX-Modus.

 

 

Bildqualität HDTV-Signale

Die HD-Bildqualität ist fantastisch. Dank der perfekten Bewegungssschärfe erscheinen selbst schnellste Sportaufnahmen wie Fußball oder Eishockey glasklar, auch das typische Kinoruckeln (Judder) von Spielfilmen lässt sich deutlich wahrnehmen, wovon wir uns anhand der Blu-ray-Veröffentlichung von "Der Herr der Ringe" überzeugen konnten. Egal ob man HD-Signale in Progressive- oder Interlaced-Form zuspielt, der  VT 20 verliert kaum ein Detail und produziert in Schwenks weni­ger Farbsäume als unsere Bildreferenz – besser geht’s kaum. Daran ändert auch eine winzige Schwäche nichts: Er färbt feinste, besonders kontrastreiche Pixelmuster bläulich ein, was aber nur mit Testdiscs störend auffällt. 

Panasonic TX-P 50 VT 20 E - Plasma-TV für 2.600 €

3D von Panasonic:
Zwei Shutter-Brillen werden mitgeliefert.

In dunklen Bildern wie zu Beginn von "Sieben Jahre in Tibet" begeistern der enorme Kontrast, das satte Schwarz und die feine Differenzierung. Plasma-typisch bleibt das Bild auch aus seitlicher Perspektive gleich, was zum guten Tiefeneindruck beiträgt. Nur bei Tageslicht sind die LCD-Konkurrenten überlegen, weil der VT 20 hier kein sattes Schwarz zustande bringt und das Bild matter wirkt.

Test Panasonic TX-P 50 VT 20 E - Plasma-TV für 2.600 €

 

Panasonic TX-P 50 VT 20 E - Plasma-TV für 2.600 €

Fazit

Zwar verschenkt die Werkseinstellung einen Teil der Faszination, doch mit Tuning (siehe Kasten vorherige Seite) ergibt sich im Heimkino ein schier perfektes Bild. Im Vergleich zu den 3D-LCDs liegen die Schwächen im hohen Stromverbrauch und der begrenzten Helligkeit.

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Technische Ausstattung und Bewertung 

Panasonic TX-P 50 VT 20 E - Plasma-TV für 2.600 € - Seite 2

 

 

Der Testbericht Panasonic TX-P 50 VT 20 E (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 2600 Euro) ist in audiovision Ausgabe 5-2010 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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