Samsung UE 46 C 7700 (Test)

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Samsung UE 46 C7700 – 3D-LED-TV für 2.500 Euro

Test Samsung UE 46 C7700 - 3D-LED-TV für 2.500 €Der erste 3D-Fernseher von Samsung begeistert nicht nur mit räumlichen, sondern auch mit besonders scharfen Bildern.

Egal ob 200 Hz oder LED-Backlight – bei neuen Technologien übernahm Samsung stets eine Vorreiterrolle – in Sachen 3D ist der koreanische Hersteller nun der erste, der mit einem Gerät auf den Markt kommt. Wir haben es getestet und den Schwerpunkt natürlich auf 3D gelegt.

Ausstattung und Bedienung

Wer 3D schauen will, muss nochmal in die Tasche greifen, denn die rund 100 Euro teure Shutter­brille ist im Lieferumfang nicht enthalten. Neben 3D bietet der 46-Zöller eine Top-Ausstattung. Sein Universaltuner für Satelliten-, Kabel- und terrestrische Programme empfängt HD-Sender und verfügt über einen CI+ Schacht und DiSEq-Steuerung. Aufnahmen samt Time-Shift sollen sich laut Hersteller auf einen USB-Stick oder eine USB-Festplatte speichern lassen. Die von der Vorgängerserie bekannten Inter­net-Funktionen werden in nächster Zeit um weitere Dienste ergänzt. Ferner kann man HD-Video­dateien über den USB-Eingang und per Netzwerk-Streaming abspielen, inklusive TS-Dateien wie sie Settop-Boxen mit Festplatte erzeugen.
Die Bildeinstellmöglichkeiten sind mannigfaltig. Das Menü wirkt zwar verschachtelt, erfreut aber durch flotte Reaktion und viele Rückmeldungen. Es informiert über Bildformat und Auflösung der TV-Sender und die Bildwiederholfrequenz am HDMI-Eingang. Der Bedienkomfort ließe sich aber verbessern, vor allem bei Sat-Empfang. Es fehlen Funktionen, um die Sender alphabetisch zu sortieren oder Lieblingssender in Favoritenlisten abzulegen.

Test Samsung UE 46 C7700 - 3D-LED-TV für 2.500 € 
Platzmangel: Wegen des ultraflachen Gehäuses braucht man für
die meisten Buchsen – bis auf HDMI und CI – Adapter.

Bildqualität TV und Standardsignale

In unseren optimierten Einstellungen zeigt der Samsung ein natürliches TV-Bild. Sein Tuner kitzelt aus allen Empfangswegen die nahezu optimale Bildqualität. Bei Zuspielung von Standard-HDMI-Signalen (576i) zeigen sowohl Film- als auch Fernsehbilder eine gute Schärfe und Vollbildverwebung. Farben erscheinen glaubwürdig, weisen aber im Vergleich zu unserem Referenzmonitor, dem KRP-500 von Pioneer, einen leichten Gelb-Grünstich auf. Mit Geduld lässt er sich dank der tiefreichenden Einstellregler entfernen. In Schwarz-Weiß-Filmen wie "Casa­blanca" wirkt sich die leicht unregelmäßige Grautreppe aus. Dunkles Grau erscheint bläulich (Farbtemperatur 9.100 Kelvin), während mittleres und helles Grau eine konstante, aber etwas zu niedrige Farbtemperatur (6.300 Kelvin) aufweisen.

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Die Fernbedienung des UE 46 C7700.

Bildqualität HDTV

HDTV-Signale gelingen sowohl über den Tuner als auch von Blu-ray mit guter Detaildarstellung. Dunk­le Bilder wie die Nachtaufnahme der Yacht in "Casino Royale" (Kapitel 5) wirken in heller Umgebung kontrastreich und brillant. Im abgedunkelten Heimkino dagegen fallen der nur durchschnittliche Im-Bild-Kontrast und fleckiges Restlicht auf. Mit seiner starken Lampenabdunklung in düsteren Szenen schafft der Samsung einen enormen On/Off-Kontrast, in heller Umgebung lassen sich aber dunkle Details nicht mehr perfekt erkennen.
Für eine Bewegungsdarstellung wie im Kino empfehlen wir, die 200-Hertz-Schaltung des TVs so einzustellen, wie im Kasten "Optimale Einstellungen" beschrieben. Wer sich am Kino-Ruckeln stört, kann die Schaltung auf perfekt fließende Bewegungen einstellen, wobei gelegentlich Halo-Artefakte entstehen, oder auf ein gemildertes Ruckeln.
Ein Highlight ist die erstklassige Schärfe von TV-Kameramaterial bei schnellen Schwenks. Sie erreicht man, indem man "LED-Motion Plus" aktiviert und die so genannte Unschärfe-Minderung auf Maximum stellt. So justiert, übertrumpft der Samsung aktuelle 200-Hertz-Fernseher von Sony und sogar den Pioneer-Plasma. Tipp: Wer "LED-Motion Plus" abschaltet, muss zwar mit einer geringfügig schlechteren Bewegungsschärfe leben, dafür wird das Bild um 25 Prozent heller, was bei entsprechend reduzierter Grundhelligkeit Energie spart.

 

3D bei Filmen

Der Fernseher kann neben echten 3D-Bildquellen beliebige Medien (Videos/Fotos über USB, TV, DVD, Blu-ray) zu räumlichen Bildern verarbeiten. Um ­diese zu sehen, benötigt man natürlich Shutterbrillen die zwischen 89 Euro (batteriebetrieben) und 119 Euro (Akku-Version) kosten. Das künstlich erzeugte 3D-Bild überrascht mit hoher Tiefenwirkung, obgleich es häufig zu Bildfehlern wie Doppelkonturen und einer fehlerhaften perspektivischen Anordnung von Bildinhalten kommt. In einer Doku über die Autobahnpolizei auf N-TV wirkten vorausfahrende Fahrzeuge in Relation zu ihrer Entfernung flächig. Die Autobahnschilder sahen infolge leichter Doppelkonturen unscharf aus.
Echte 3D-Programme wiesen diese Probleme nicht auf und waren in Sachen Dreidimensionalität erheblich imposanter. So zeigt die 3D-Version des Animationsstreifens "Monster und Aliens" (Blu-ray, abgespielt mit Samsungs erstem 3D-Player BD-C6900) eine realistische und nicht zu aufdringliche Raumwirkung. Besonders imposant wirkte dabei die Aufnahme einer Hängebrücke, bei der Tiefe wie Höhe der fluch-tenden Tragseile intuitiv zu erkennen waren.   
Wie sehr Objekte aus dem Fernseher heraustauchen, hängt allerdings maßgeblich vom Film ab. So bietet "Avatar" im Kino mehr Tiefenwirkung und spektakulärere 3D-Effekte als "Alice im Wunderland" – ein Phänomen, das sich auch in den eigenen vier Wänden wiederspiegeln wird. Ferner ist das Anschauen von echtem 3D-Material mit weniger Sehstress verbunden als bei konvertiertem Material. Jedoch stört bei 3D neben einem insgesamt dunkleren Bildeindruck (siehe Kasten) gelegentlich leichtes Flackern. Trotz dieser Mängel lässt sich die Faszination dreidimensionaler Filmbilder im Heimkino nicht leugnen. 

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Für eine ansprechende Optik sorgen der tiefschwarze Hochglanzschirm
und ein nur 2,7 Zentimeter tiefes Gehäuse. Die 3D-Brille kostet rund 100 Euro extra.

3D bei Spielen

Getestet wurde mit "Avatar", einem Actionspiel basierend auf dem Kinofilm. Vor dem Start gilt es, TV und Spiel auf einen 3D-Modus zu synchronisieren. Nach dem mühsamen Menügeklicke folgt die Belohnung mit raumfüllenden Bildern: Die Rotorblätter eines Hubschraubers ragen greifbar ins Zimmer, Schüsse auf Grasbüschel lassen grüne Halme im Testkino regnen – toll! Allerdings: Wie bei Filmen stören ab und an Doppelkonturen; da 3D-Games zudem mehr Rechenpower benötigen, ist die Bildwiedergabe mitunter ruckelig.

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Fazit

Die 3D-Fähigkeit des Samsung-TVs beeindruckt. Zudem glänzt der 46-Zöller mit hoher Bewegungsschärfe, guter Videoverarbeitung und Top-Ausstattung. Schwächen liegen im eingeschränkten Blickwinkel und der mäßigen Bildausleuchtung.

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Samsung UE 46 C7700 - 3D-LED-TV für 2.500 €

 

Zusatzinfo: Bildqualität im 3D-Betrieb

So faszinierend 3D-Bilder sind, sie fordern auch ihren Tribut. Wie unser Testlabor belegen kann, verschlechtern sich vor allem Helligkeit und Farben der Bilder. Kontrast und Bewegungsschärfe ändern sich bei 3D nicht nennenswert.

Während bei optimaler Einstellung Leuchtdichten von rund 300 Candela pro Quadratmeter erreicht werden, bleiben im 3D-Betrieb nur 45 cd/m² übrig. In sehr dunkler Umgebung reicht das erstaunlicherweise trotzdem für eine ausreichend brillante Bildwahrnehmung. Woher der massive Lichtverlust kommt? Zum einen durch die Brille selbst, vor allem aber durch die Ansteuerung des Panels. Neben der reinen Lichtstrommessung durch die Brille hindurch hat unser Labor mit Hilfe eines Licht/Spannungswandlers und Oszilloskops auch die Zeitspanne untersucht, in der Weiß auf dem einen Auge ausgesendet wird, während das andere im Testsignal auf Schwarz geschaltet ist. Das Diagramm belegt: Während einer Zeitspanne von 50 ms kamen drei Weißpulse durch eine Seite der Brille, das entspricht 60Hz. Die Zeitspanne für einen Weiß-Impuls wäre damit theoretisch bei 8,33 ms je Auge. In der Praxis wurden davon aber nur etwa 3,7 ms genutzt. In Verbindung mit der in dieser kurzen Zeit relativ langen Reaktionszeit zur Darstellung von Weiß erklärt das den massiven Lichtverlust. Immerhin: Das Ergebnis ist insgesamt besser als bei gängigen PC-Bildschirmen mit Nvidia-Shutterbrille. Dort verkürzt die Shutterbrille die Länge des Weißimpulses nämlich zusätzlich und sorgt dabei für Lichtausbeuten von weniger als 10 Prozent.

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Mehr als 80 Prozent Lichtverlust: Das hellste Weiß des
Fernsehers erscheint nur für einen sehr kurzen Moment. 

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

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Der Testbericht Samsung UE 46 C 7700 (Gesamtwertung: 82, Preis/UVP: 2500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2010 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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