Loewe Reference 52 (Test)

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Loewe Reference 52 – LCD-TV für 12.500 Euro

Test Loewe Reference 52 - LCD-TV für 12.500 €Satte 12.000 Euro Grundpreis verlangt Loewe für seinen 52-Zöller aus der Reference-Serie. Dafür gibt es ein exklusives Gerät mit luxuriöser Ausstattung, gutem Bild und tollem Ton.

Ähnlich wie Metz setzt der zweite verbliebene deutsche Hersteller Loewe auf viel Ausstattung, extravagantes Design und hochwertige Verarbeitung. Der neue Top-Fernseher Reference 52 lässt sich dank der vielfältigen Aufrüstoptionen (siehe Kasten nächste Seite) zu einer kompletten Heimkino-Anlage ausbauen. So viel Exklusivität spiegelt sich im Preis wider – in der Variante mit zusätzlichem Motor-Standfuß kostet der 52-Zoll-LCD-Fernseher satte 12.500 Euro.

Ausstattung

Mit seinem großen Gehäuse und dem massiven Bodensockel braucht der Fernseher viel Platz. Sein Display ist nach oben angewinkelt, was für einen op­timalen Blick und eine dynamische Optik sorgt. Luxuriös: Der motorisierte Fuß lässt sich per Fernbedienung bis +/-40 Grad drehen. Zur 1a-Ausstattung gehören ein Universal-Doppeltuner (dank CI+ Schacht ist man technisch für den Empfang von RTL HD & Co. gerüstet) und eine 500-GB-Festplatte.
Bei Sat-Empfang lassen sich via DiSEqC-Protokoll bis zu vier LNBs integrieren. Dank doppeltem Universaltuner kann man einen Sender anschauen und einen zweiten aufzeichnen oder per Scart (S-Video) an einen DVD-Recorder weiterleiten. Für die Aufzeichnung von Analog-TV über den Tuner oder die Scartbuchse gibt es vier Qualitätsstufen, die bis zu 600 Stunden Aufnahme ermöglichen. Bei digitalem TV-Empfang werden die Signale verlustfrei aufgezeichnet, der Festplattenspeicher reicht in dem Modus für rund 200 Stunden.
Zur Aufnahmeprogrammierung dient ein übersichtlicher Programmführer mit wählbarer Vorlauf- und Nachlaufzeit. Mit Hilfe einer externen Loewe-Festplatte ist laut Hersteller ein Export der Aufnahmen möglich. Alternativ können Sendungen via Scart auf einen DVD-Recorder überspielt werden. Zusätzlich beherrscht der Loewe zeitversetztes Fernsehen (Time-Shift). Dabei schneidet er das TV-Programm eines Senders drei Stunden lang mit. Die Aufnahmen lassen sich sogar aus diesem Pufferspeicher ins dauerhafte TV-Archiv überführen.
Über seinen USB-Eingang akzeptiert der Loewe MP3-Musik und JPEG-Fotos. Per Netzwerkanschluss (LAN oder drahtlos als WLAN) gibt er satte 23 Varianten von Foto-, Video- und Audio-Dateien wieder. Die Bildqualität überzeugt insbesondere bei HD-Clips. Fotos wirken etwas kühl und könnten mehr Feinzeichnung vertragen. Gut gefällt die detaillierte Anzeige von Video- und Audiocodec bei Filmwiedergabe sowie die automatische Darstellung des Album-Covers bei Musik. Ein tolles Extra ist der komfortabel gestaltete Empfang von Internet-Radio. 

Test Loewe Reference 52 - LCD-TV für 12.500 € 

Test Loewe Reference 52 - LCD-TV für 12.500 €

Praktisch ist die stehende Anordnung der Buchsen. Allerdings gibt es
nur zwei HDMI-Eingänge, was die Anschlussvielfalt etwas einschränkt.

Bedienung

Bei der Installation hilft ein eingebauter Assistent. Bei gleichzeitigem Empfang von Sat-, Kabel- und terrestrischem Fernsehen landen sämtliche Sender in einer gemeinsamen Liste, die dennoch übersichtlich ist, da der Loewe nachfragt, welche Empfangsart man bevorzugt. Die entsprechenden Sender stellt er an den Anfang. Die Liste überzeugt mit alphabetischer Sortiermöglichkeit, der Ausblendfunktion von Pay-TV-Sendern und Favoritenlisten. Schneller könnte das Umschalten klappen (drei Sekunden); eine Programmtauschtaste fehlt leider.
Das Loewe-typische Rollregister zur Einstellung von Bild und Ton wirkt im Vergleich zu klassischen Tafelmenüs etwas unübersichtlich, verdeckt dafür aber wenig vom TV-Bild. Hat man sich daran gewöhnt, geht die Bedienung bequem von der Hand. Alle wichtigen Funktionen erreicht man über klar beschriftete Direkttasten auf der Fernbedienung und über das Hilfsmenü. Der Kopfhöreranschluss sitzt allerdings auf der Rückseite und ist daher schlecht zugänglich.

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Nützlich: Die kleine Anzeige auf der Front liefert Statusinformationen.
Abschalten lässt sie sich nicht, was in dunkler
Umgebung stören kann.

Bildqualität TV und Standardsignale

In der Werkseinstellung wirkt das TV-Bild überzogen: Die Farben sind zu kühl, die überhöhte Schärfe erzeugt unschöne Säume, der gespreizte Kontrast betont Licht und Schatten zu stark. Mit Hilfe unserer idealen Einstellungen (siehe Kasten nächste Seite) kommt jedoch schnell ein ausgewogenes und kräftiges TV-Bild mit natürlichen Farben und sauberer Durchzeichnung zustande.
Aus dem qualitativ schlechten analogen TV-Signal holt der Universal-Tuner gute Schärfe. Das digitale TV-Bild via Kabel und Sat sieht deutlich besser aus, könnte aber im Vergleich zu unserer Bildreferenz, dem Pioneer-Plasma KRP-500, noch an Feinzeichnung zulegen. Scart-RGB-Signale erscheinen mit ordentlicher Schärfe und passabler Vollbildkonvertierung, während das digital zugespielte SDTV-Signal (HDMI-576i) bei bestimmten Filmen wie "Sechs Tage, sieben Nächte" oft Zeilenflimmern zeigt.
Wenig Freude kommt mit den spartanischen Bildreglern auf; so gibt es für die Schärfeeinstellung nur sechs Stufen. Der kombinierte Kontrastregler steuert bis zu einem Schwellenwert die Hellig­keit der Hintergrundbeleuchtung, darüber hebt er den Videokontrast an – üblicherweise kann man beides getrennt einstellen. Beim Ton erreicht der Loewe dank seiner beiden Boxen mit Passivmembran Referenzniveau, genau wie der Metz-TV (Test auf Seite 65). Der trockene und konturierte Bass des Loe­we klingt sogar noch besser als beim Metz, der dafür aber mehr Maximallautstärke und einen neutraleren Klang im Mittel-/Hochton-Bereich schafft.

Test Loewe Reference 52 - LCD-TV für 12.500 €  
Hochwertig: beleuchtete Fernbedienung mit OLED-Farbdisplay und Ladestation.

 

Bildqualität HDTV

HDTV-Signale gelingen bis auf eine kleine Anschärfung und eine leicht reduzierte Auflösung feiner Farbdetails sauber. Im Test mit verschiedenen Filmen auf Blu-ray gefallen die natürlichen Farben, die sogar den Direktvergleich mit unserer Referenz von Pioneer nicht zu scheuen brauchen. Bei Schwarz-Weiß-Streifen wie "Casablanca" zeigen bestimmte Graunuancen bei HDMI-YCbCr-Zuspielung einen leichten Lila-Stich, während die RGB-Variante mit einer Farbtemperatur von 6.800 Kelvin nahezu perfekt gelingt.

Loewe Reference 52 - LCD-TV für 12.500 €
Aufregende Optik: Große Gehäuseflächen aus gebürstetem Aluminium,
eine Kontrastfilterscheibe und das angewinkelt montierte Display
kennzeichnen den Loewe.

Der Bewegungsverbesserer DMM unterscheidet anders als beim Metz leider nicht zwischen Video und Film und lässt sich nicht regeln. Filme glättet er sehr stark, das Kino­ruckeln verschwindet völlig. Immerhin halten sich Nebenwirkungen wie Halobildung um Objekte in Grenzen. Schaltet man DMM ab, stellt der Loewe Filme bei 24 und 60 Hertz Zuspielung original­getreu wie im Kino dar, mit dem Unterschied, dass er das typische Filmruckeln (Judder) durch eine leichte Bewegungsunschärfe verschleift. Videomaterial wie Sportaufnahmen wiederum profitiert von DMM enorm, die Bewegungsschärfe liegt auf hohem Niveau. An Grenzen stößt der Loewe in dunklen Szenen: Zwar reicht sein Kontrastwert von über 2.000:1 grundsätzlich für einen guten Tiefeneindruck, doch in dunkler Umgebung fällt ein fleckiges Restlicht auf. In Nachtszenen wie zu Beginn von "Sieben Jahre in Tibet" lenkt es störend vom Geschehen ab.

Loewe Reference 52 - LCD-TV für 12.500 €

Fazit

Der Loewe Reference 52 weckt mit seinem hohen Basispreis von 12.000 Euro große Erwartungen. Die kann er insgesamt erfüllen, obgleich er bei Kontrast, Homogenität und Bildjustage keine Spitzenleistungen erbringt. Dennoch wartet er in allen Betriebsarten mit gutem Bild und Ton auf. Das tolle Design, die hochwertige Verarbeitung und die hervorragende Ausstattung unterstreichen seine Rolle als Luxus-Fernseher. 

Loewe Reference 52 - LCD-TV für 12.500 €
 
Loewe Reference 52 - LCD-TV für 12.500 €

Zusatzinfo: Reference Sound von Loewe – TV-Klang der Extraklasse

Schon die eingebauten Boxen des Loewe verwöhnen mit sehr gutem TV-Klang; HiFi-Ansprüche wie eine ausgewachsene 5.1-Anlage können sie aber natürlich nicht erfüllen. Deshalb offeriert Loewe als Zubehör ein Lautsprecher-System, das technisch und optisch perfekt auf den Fernseher abgestimmt ist.

Dieses Stereosystem besteht aus zwei Standlautsprechern in flacher Elektro­staten-Technik sowie einem Subwoofer mit 800 Watt Verstärkerleistung, Zehn-Zoll-Langhubchassis und Passivmembrantechnik. Billig ist das Vergnügen nicht: Die Standlautsprecher kosten 2.900, der Subwoofer 2.500 Euro. Durch weitere Lautsprecher lässt sich das Sys­tem auf eine 5.1-Konfiguration erweitern. Zusätzlich kann man ein passendes Media-Center (4.500 Euro, siehe auch Kasten Seite 63) einbinden. Anders als übliche Boxen bringen Loewes Standlautsprecher ein eigenes Netzteil mit, das die notwendige Versorgungsspannung bereitstellt.

Bedingt durch die große Abstrahlfläche und die bipolare, nach vorne und hinten gerichtete Abstrahlung gelingt der Klang in halligen Räumen besonders gut. In horizontaler Richtung bleibt er praktisch über die gesamte Raumbreite identisch. In der vertikalen Ebene hingegen richten die Lautsprecher stark, sodass ein optimaler Klang nur in typischer Sitzhöhe zustandekommt. Steht der Zuhörer, so gehen für ihn die Höhen verloren.

Bei Orchesteraufnahmen machen die Lautsprecher mit ihrem luftigen und stressfreien Charakter die Größe des Konzertsaals bestens hörbar. Filmton, Sprache und Jazz-Aufnahmen ertönen mit Leichtigkeit und Präzision, was auch für impulsartige Geräusche wie das Schlagen eines Beckens gilt. Die Maximallautstärke des Stereosystems genügt für Partybeschallung, auch wenn der Subwoofer bei hohen Pegeln leichte Eigengeräusche produziert. Den Grundton gibt die 2.1-Kombi sauber, wenn auch etwas dünn wieder, wodurch Stimmen ein wenig schwach auf der Brust klingen.

Loewe Reference 52 - LCD-TV für 12.500 €

Aus einem Guss: Das komplette Reference-Paket besteht aus Fernseher,
 Standlautsprechern, Subwoofer und zusätzlich dem Media-Center.

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Test Loewe Reference 52 - LCD-TV für 12.500 €

 

 

Der Testbericht Loewe Reference 52 (Gesamtwertung: 76, Preis/UVP: 12500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 4-2010 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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