Philips Cinema 21:9 56 PFL 9954 H (Test)

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Philips Cinema 21:9 56 PFL 9954 H – LCD-TV für 4.200 Euro

Test Philips Cinema 21:9 - LCD-TV für 4.200 €16:9 ist Ihnen nicht breit genug? Dann hat Philips mit dem ersten Fernseher im Cinemascope-Format einen Vorschlag für Sie. Ein paar Macken weist der 21:9-TV allerdings noch auf. Cinemascope – das Wort allein verheißt großes Kino. Fast alle großen Hollywood-Produktionen werden bis heute in diesem extrabreiten Format von 2,35:1 gedreht.

Übliche 16:9-Fernseher zeigen solche Filme mit schwarzen Balken am oberen und unteren Bildschirmrand. Weil sich wahre Cineasten daran stören, hat Philips nun einen passenden 21:9-Fernseher entwickelt – den ersten seiner Art und daher einer besonders intensiven Begutachtung durch audiovision würdig.

Ausstattung

Die Bildbreite des neuen Phlips-TV entspricht der eines 16:9-Fernsehers mit 57 Zoll, während die Bildhöhe wie bei einem Modell mit 42 Zoll Diagonale ausfällt. Die Wandhalterung liefert der Hersteller gratis mit, der Standfuß kostet dagegen extra; in unserem angegebenen Preis von 4.200 Euro ist der drehbare Fuß aber bereits einkalkuliert.
Das Tunermodul des extrabreiten Holländers versteht sich auf analoge Programme sowie auf digitales Antennen- (DVB-T) und Kabelfernsehen (DVB-C). Zudem eignet sich der Digitaltuner auch für HDTV-Sender und ist CI+ kompatibel, will heißen: Er ist bereits für die künftig nötige Decodierung im Digitalkabel gerüstet. Der neue Verschlüsselungsstandard dürfte vermutlich ab Herbst für die beiden geplanten HDTV-Kanäle RTL und Vox notwendig sein, genauere technische Infos zur Verschlüsselung fehlen aber noch (siehe Seite 12).
Als typisches Philips-Extra ist die TV-Leuchte "Ambilight Spectra 3" an Bord. Zahlreiche farbige Leuchtdioden auf der Rückseite des Fernsehers illuminieren dabei auf Wunsch die Umgebung mit stimmungsvollem und blendfreiem Licht. Helligkeit und Farbe lassen sich manuell einstellen oder automatisch an den Bildinhalt anpassen. Bei Wandmontage kommt das Ambilight besonders effektvoll zur Geltung, zudem schont die dezente Beleuchtung die Augen, weil vor allem abends der Kontrast zwischen dem hellen Bildschirm und der dunklen Umgebung weicher verläuft.

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Alles dran: Mit insgesamt fünf HDMI-Eingängen ist der Philips selbst für große Geräteparks bestens gerüstet.

Multimedia und Netzwerk

Wie bei vielen Philips-Fernsehern kann man auch beim 21:9-Modell über den Netzwerkanschluss Fotos, Videos und Musik wiedergeben, die auf einem PC oder einem Streamingserver (DLNA-Funktion) gespeichert sind. Drahtlos funktioniert das Ganze ebenfalls, weil der TV über einen Funknetzwerk-Empfänger (WLAN) verfügt. In beiden Fällen muss auf dem Rechner ein Server-Programm wie TwonkyMedia oder Windows Media Connect laufen. Alternativ lassen sich Multimedia-Dateien aber auch per USB einspeisen. Die Qualität der Fotodarstellung liegt an sich auf hohem Niveau, sowohl große als auch kleine Fotos erscheinen mit hervorragender Feinzeichnung. Leider lässt sich aber nicht der gesamte Bildschirm für die Fotos nutzen, die Bilder erscheinen immer nur im 16:9-Ausschnitt des Displays – schade.
Ähnlich wie Samsungs UE 40B 7090 (Test in audiovision 6-09) bringt der Philips etliche Webseiten, darunter auch Videos von YouTube, auf den Schirm. "Net TV" nennt der Hersteller die pfiffige Funktion treffend – mehr dazu im Info-Kasten oben.

Bedienung

Endlich: Das in die Jahre gekommene Philips-Menü wurde von den Entwicklern überarbeitet. Feine Schriften, dreidimensionale Symbole und ein schwarz-blaues Design verschaffen ihm nun eine frische, moderne Optik. Geblieben ist jedoch die teils umständliche Navigation. Wer beispielsweise die Schärfe justieren will, muss 13 Bedienschritte  hinter sich bringen. Kritik verdient auch die unbequeme Programmnavigation. Statt – wie sich das gehört – analoge und digitale TV-Sender sowie Radiosender in separaten Listen abzulegen, listet sie der Philips alle hintereinander auf. Analoge Programme finden sich ab Sendeplatz 301, digitale Radiosender ab Nummer 1.001. Die Digitalsender sind weder sinnvoll vorsortiert noch lassen sie sich manuell nach Kriterien wie "frei empfangbar" und "Pay-TV" aufdröseln.  Da tröstet auch die nette Optik mit den Sendersymbolen wenig.

Bildqualität Fernsehen

Das natürlichste Fernsehbild holt der extrabreite Philips aus der Voreinstellung "Kino". Allerdings wirkt das analoge TV-Bild selbst hier zunächst noch überschärft, bei Bewegungen verschmieren feine Details wie Hautporen. Erst mit reduzierter Schärfeeinstellung und deaktiviertem Rauschfilter zeigt sich ein sauberes Fernsehbild. Das digitale TV-Bild bietet erwartungsgemäß eine bessere Feinzeichnung. Mit dem erstklassigen Tunerbild des Panasonic TX-P42 GW 10 (Test in audiovision 6-09) kann der Philips aber nicht konkurrieren.
4:3-Bilder zoomt der Holländer ab Werk auf 16:9-Breite, was die Augen nicht wirklich erfreut. Die richtige Darstellung klappt, wenn man im Bild-Menü den "Auto Format Modus" von "sichtbaren Bereich vergrößern" auf "Auto Zoom" umstellt. Dann füllt sich der Bildschirm mit ordnungsgemäßen 4:3-Bildern, allerdings nur etwa zur Hälfte – auch 16:9-Bilder wie "Die Tagesschau" werden bei diesem Modus mit seitlichen Balken dargestellt  (siehe Kasten nächste Seite).
Erfreulich ist der kräftige wie transparente Klang der eingebauten Lautsprecher bei Musik und Sprache. Zwar ertönen die Mitten etwas verfärbt, dennoch klingt der Philips deutlich besser als andere Flachbild-Fernseher. Hier wirkt sich aus, dass ihm mehr Platz für die Boxen zur Verfügung steht.

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Die Philips-Fernbedienung
gefällt mit ihrer eleganten Optik und überzeugt durch tadellose Funktionalität.

 

Zusatzinfo: Untertitel – eine problematische Sache

Projektor-Fans mit Cinemascope-Leinwänden kennen das Problem: So beeindruckend es auch ist, wenn der Breitwandfilm ohne Balken und in voller Größe erscheint, so sehr nervt es, wenn Teile der Untertitel fehlen. Das liegt daran, dass die Untertitel bei Scope-Filmen oft unterhalb der aktiven und damit in der unsichtbaren Bildfläche des Films landen.
Genauso verhält es sich beim 21:9-TV von Philips. Nun könnte man die Untertitel am Player zwar ganz abschalten, doch bei Filmen wie "Man on Fire" mit ausgedehnten spanischen Dialogsequenzen stehen die meisten Zuschauer dann vor Sprachbarrieren, da nur die obere Untertitelzeile sichtbar ist (siehe Bild unten). Das Verschieben der Untertitel in den sichtbaren Bereich wäre die optimale Lösung – doch das kann derzeit nur ein einziger Blu-ray-Player, und der kommt von Philips. Der BDP 9100 ist seit Juni zum Listenpreis von rund 450 Euro erhältlich.

Abgeschnittene Untertitel beim Philips Cinema 21:9.

Bildqualität Standard-Signale

Die Signalverarbeitung bei PAL überzeugt im Großen und Ganzen. Aus Scart-RGB kitzelt der 21:9-Fernseher zwar nicht die maximal mögliche Auflösung heraus, dank ordentlicher Vollbildverarbeitung und abschaltbarem Bildbeschnitt ("PC Mode" einschalten) sieht das Bild aber sauber aus. Generell funktioniert auch die automatische Umschaltung des Bildformats gut, Probleme ergeben sich aber bei HDMI-Zuspielung von PAL-Signalen; hier ist der TV auf Settop-Boxen und DVD-Player mit umschaltbarer Auflösung angewiesen (siehe Kasten zur 21:9-Technik auf der nächsten Seite).
Im ersten Teil der Trilogie "Der Herr der Ringe" überzeugen glaubwürdige Hautfarben sowie – dank korrektem Farbumfang – die natürlichen Grün- und Gelbtöne des Auenlandes. In Schwarz-Weiß-Filmen offenbaren sich Schwächen: Dunkle Grautöne versieht der Philips mit einem Blaustich, die Farbtemperatur schwankt zwischen 8.400 und 6.700 Kelvin, während das Ideal bei 6.500 Kelvin liegt.

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Sonderformat: Philips baut mit dem Cinema 21:9 den
ersten Fernseher im Cinemascope-Bildformat.

Bildqualität HDTV-Signale

Versorgt man den Philips mit HDTV-Testbildern von Blu-ray, so löst er im Bildformat "Nicht skaliert" selbst feinste Pixelmuster präzise auf. Der Haken an der Sache: Es liegen im Wesentlichen nur Dokus wie etwa "Planet Erde" im Format 1,78:1 vor. Spielfilme dagegen haben in der Regel ein breiteres Bildseitenverhältnis. In diesen Fällen muss man das Bild vergrößern (und damit skalieren), wenn man die volle Bildhöhe des 21:9-Displays nutzen möchte. Erfreulicherweise gelingt die Skalierung verlustarm. Auch wenn sich ein gewisser Schärfeverlust nicht vermeiden lässt, überzeugt die Feinzeichnung im Praxistest mit "The Day After Tomorrow".
Mit Cinema­scope-Filmen vermittelt der Philips ob seines großen Bildes ohne Balken einen filmischeren Eindruck als 16:9-Fernseher. Allerdings arbeitet das Zoom-Format "Cinema 21:9" nicht ganz exakt. Das Bild wird nämlich in vertikaler Richtung leicht gequetscht, oben und unten treten doch schmale Balken auf. "Spider Man 3" (2,40:1) erscheint in 2,48:1, "The Day After Tomorrow" (2,35:1) in 2,42:1. Störender als diese kleine Ungenauigkeit wirkt sich jedoch der maue Kontrast des Fernsehers aus. Nacht- oder Weltraumszenen entfalten nur eine mäßige Dreidimensionalität. Innerhalb eines Bildes erreicht der Philips einen Kontrastumfang von nur 1.200:1, maximal sind 3.000:1 drin, wenn man Weiß und Schwarz hintereinander misst. Die Bewegungsschärfe überzeugt trotz "200 Hz Clear LCD"-Schaltung nur bedingt: Helle Motive erscheinen zwar fast so klar wie auf Sony-TVs mit 200 Hertz-Schaltung, dunkle Objekte verschmieren aber. In "Casino Royale" etwa zeigen sich an den schwarzen Herzen im computeranimierten Titel starke Nachzieher, egal ob die Schaltung nun an oder aus ist. Positiv fällt auf, dass der 21:9-Fernseher als erster Philips-TV die originalgetreue 24p-Darstellung bei deaktivierter "HD Natural Motion" beherrscht; bislang kam es bei 24p-Signalen mit Philips-Flachbild-Fernsehern immer zu Pulldown-Stottern oder Artefakten.

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Die 21:9-Technik des Philips

Eigentlich ist die Kombination eines 16:9-Full-HD-Fernsehers mit Blu-ray ideal. Bildschirm und Bildquelle bedienen sich derselben Anzahl von 1.920 horizontalen und 1.080 vertikalen Bildpunkten. Daher kann der TV das angelieferte Filmmaterial genau so darstellen, wie er es bekommt. Weder muss sich das Bild an die Bildschirmgröße anpassen (Skalierung) noch geometrisch verändern (Formatumschaltung) – die pixel­exakte Darstellung klappt von ganz allein.

Beim 21:9-TV von Philips sieht die Sache anders aus. Sein Bildschirm im Format 2,36:1 setzt sich aus 2.560 horizontalen und 1.080 vertikalen Bildpunkten zusammen. Spielt man nun einen 2,35:1-Film wie "Casino Royale" zu, müssen die rund 800 vertikalen Bildpunkte mit Bildinformationen auf die 1.080 Pixel des Displays skaliert werden, um den Bildschirm zu füllen. Gleiches gilt für die waagrechten Pixel. Durch die Umrechnung entsteht prinzipbedingt eine leichte Unschärfe, weil zur Skalierung nicht unendlich viele Pixel zur Verfügung stehen und Rundungsfehler entstehen.

Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass der Nutzer mit zusätzlichen Bildformaten hantieren muss. Zwar kann man sich der Formatautomatik bedienen, die in den meisten Fällen ein korrektes Bild liefert – aber eben nicht immer: So wechselt im Film "The Dark Knight" das Bildformat, und die Automatik des Philips verzerrt die per IMAX-Kamera gedrehten 1,78:1-Passagen auf die volle Bildbreite und zwackt die Bild­ränder ab (Overscan). Schaltet man den Overscan ab (PC-Mode wählen), muss man das Format manuell wählen.

In manchen Fällen fehlt dem Philips das richtige Bildformat, nämlich bei der Zuspielung von 4:3-Letterbox-DVDs wie "Tage des Donners" (2,35:1) per HDMI-1080i/p und bei 16:9-DVDs von 2,35:1-Filmen per HDMI-576i/p. Das Problem lässt sich lösen, indem man die Ausgabeauflösung umstellt: Wie alle modernen Fernseher hält auch der Philips Formate bereit, die das Bild nichtlinear verzerren, ähnlich wie beim Blick in einen Zerrspiegel. Sie heißen bei ihm "Super Zoom", "Super Zoom 16:9" und "Cinema 21:9 Subtitle".

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Bei altem TV-Material im 4:3-Format wie "Die Otto-Show"
bleiben 44 Prozent der Fläche schwarz.

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Bei aktuellem TV-Material im 16:9-Format wie der
"Tagesschau" bleiben 25 Prozent der Fläche schwarz.

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Nur mit Filmen im Cinemascope-Format wie "Ein Quantum Trost"
verschwinden beim Philips alle Balken.

 

Fazit

Der 21:9-Fernseher von Philips ist eine Bereicherung für die TV-Landschaft, weil er Cinemascope-Filme ohne störende Balken anzeigt. Allerdings haften dem Konzept technikbedingte Nachteile an, wie ein prinzipbedingter Schärfeverlust und eine komplizierte Handhabung der Bildformate.    

 

Zusatzinfo: "NetTV" – Internet über den Fernseher

Fernseher wie der Samsung UE 40B 7090 (Test in audiovision 06-09) machten es vor: Sie holen Internet-Medien wie YouTube-Videos auf den Bildschirm. Der LCD-TV von Philips bietet nun die gleiche Funktion und ermöglicht zudem den Zugriff auf 14 weitere informative Webportale, die für eine optimale Darstellung auf dem Philips aufbereitet wurden. Hier die fünf interessantesten Seiten:

• YouTube: Bekanntes Internet-Portal mit tausenden Videos zu vielen Themengebieten. Darstellung der Videos in teilweise überzeugender Qualität, wahlweise auch als Vollbild.

• Bild.de: Nachrichten und Videos vom Internetportal der größten deutschen Boulevardzeitung.

• Tagesschau: Aktuelle Beiträge der meistgesehenen deutschsprachigen Nachrichtensendung in voller Länge – leider keine großformatige Darstellung der Videos.

• Tunin.fm: Gut sortiertes Webradio-Portal mit 24 Musikstilrichtungen und ordentlicher Klangqualität.  

• Funspot: 12 unterhaltsame Telespiele sorgen für Abwechslung während der Werbepausen. Das Unterhaltungsangebot reicht von Black Jack bis Solitaire.

• Wettervorhersage: Drei Portale informieren mit Satellitenbildern, Regenwahrscheinlichkeit, Ozon-, Pollen- und UV-Belastung detailliert über das Wettergeschehen in Deutschland und Europa.

Infos satt: Die Web-Extras des Cinema 21:9 von Philips.

 

 

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Test Philips Cinema 21:9 - LCD-TV für 4.200 €

 

 

Der Testbericht Philips Cinema 21:9 56 PFL 9954 H (Gesamtwertung: 77, Preis/UVP: 4200 Euro) ist in audiovision Ausgabe 8-2009 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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