Sanyo PLV-Z 3000 (Test)

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Sanyo PLV-Z 3000 – LCD-Projektor für 2.300 Euro

PLV-Z 3000 seitlichSanyos neuer LCD-Heimkino-Projektor glänzt mit sattem Schwarz und viel Kontrast zum niedrigen Preis.

Erfreulich: 2.300 Euro verlangt Sanyo für den neuen PLV-Z 3000, mithin 500 Euro weniger als für den Vorgänger PLV-Z 2000, den ersten Full-HD-Heimkinoprojektor des Hauses (Test in audiovision 1-2008). Die Stärken des Neuen liegen in einem leisen Lüfter und einem Kontrast­umfang, der für einen LCD-Projektor nicht von schlechten Eltern ist.

Ausstattung und Bedienung

Ebenfalls erfreulich: Während der Vorgänger in ein auffälliges, weißes Gehäuse verpackt war, steckt der 3000er in einem matten, anthrazitfarbenen Kleid und passt daher besser ins dunkle Heimkino. Beibehalten hat Sanyo die raffinierte, motorgetriebene Abdeckung, die das Objektiv wirkungsvoll und komfortabel vor Staub und Beschädigung schützt. Die Einstellung der Optik erfolgt manuell und gewährt große Freiheiten bei der Aufstellung: Der Zoom-Bereich fällt mit zweifacher Stärke sehr groß aus, der Lens-Shift erlaubt eine Verschiebung um je eine halbe Bildbreite nach links und rechts sowie um eine Bildhöhe nach oben und unten. Falls Sie Ihren Spaß am Tüfteln haben, werden Sie sich über die vielen Regler im Menü freuen, mit denen sich Farbtemperatur, Farbbalance, Gamma und Mischfarben abstimmen lassen.

PLV-Z 3000 hinten

Aufgeräumt: Das übersichtliche Buchsenfeld bietet genügend Videoanschlüsse,
Scart-RGB gelangt mittels Adapterkabel (nicht beiliegend) über den VGA-Port in den Sanyo. 

Die Bedienung macht einen ordentlichen Eindruck. Das Menü gibt sich aufgeräumt, und die Regler am Projektor reichen für eine Steuerung auch ohne Fernbedienung, falls die mal wieder unauffindbar sein sollte. Unpraktisch fanden wir jedoch, dass der Fernbedienungssensor nur an der Vorderseite sitzt – wer das Gerät vor sich aufbaut, muss somit sehr exakt auf die Leinwand zielen, damit das Signal zum Sensor reflektiert wird. Der Speicher wiederum erweist sich als komfortabel, die Voreinstellungen lassen sich editieren und als geänderte Einstellungen in sieben Benutzerspeichern ablegen. So bleibt die ursprüngliche Einstellung geschützt, was einen schnellen Vorher-/Nachher-Vergleich ermöglicht. Ein Logikfehler verbirgt sich im "Zoom"-Bildformat: Bei Standard-TV-Zuspielung entspricht "Zoom" dem "Anamorph"-Bildformat (das sich nur bei HD aktivieren lässt), bei HDTV hingegen dem  klassischen Letterbox-Zoom – welches bei Standard-Signalen mithin fehlt.

PLV-Z 3000 Fernbedienung

Dank guter Bedienelemente am Projektor (Mitte) klappt die Steuerung zur Not auch
ohne die funktionale Fernbedienung, die mit Beleuchtung und vielen Direkttasten alles bietet,
was man im Heimkino braucht.

Licht und Farben

Von der nur 165 Watt starken Lampe, die in diesem LCD-Projektor steckt, erwarteten wir von vornherein keine Wunder. Die Lichtleistung des Sanyo genügt im Lampensparmodus denn auch nur für ein  1,7 Meter breites Bild in Kinohelligkeit. Durch die vergleichsweise niedrige Abwärme – in manchem DLP-Beamer strahlen doppelt so starke Leucht­mittel – fällt andererseits die Lüftung sehr leise aus. Im Sparmodus arbeitet der Sanyo mit 24 Dezibel und daher nahezu unhörbar, und auch bei voller Leistung agiert der Lüfter mit immer noch akzeptablen 30 Dezibel. Das Menü bietet vier Kino-Modi, wobei sich "Natürlich" als beste Ausgangsbasis zur Ideal-Einstellung eignet.

PLV-Z 3000 ideale Einstellungen

 

Bildqualität Standardsignale

Anders als der AF 115 von LG bereitet der Sanyo digital zugespielte PAL-Signale (576i) nicht perfekt auf. Das Bild erscheint zwar ohne Overscan und mit einer zunächst überzeugenden Schärfe auf der Leinwand, bei genauerem Hinsehen stört aber eine leichte und nicht behebbare Überschärfung, die in realen Filmbildern für grobe Konturen sorgt. In schwierigen Filmszenen, wie beim Schwenk über den Strand in "Sechs Tage, sieben Nächte" zu Anfang des fünften Kapitels, kommt es zu leichtem Zeilenflimmern. Originäre Halbbildquellen, also Aufnahmen von Fernsehkameras, meistert der Sanyo dagegen gut: Die von einer Settop-Box mit HDMI-Ausgang zugespielten TV-Bilder erscheinen flimmerfrei und mit feiner Zeichnung. Für Heim­kino-Vergnügen mit DVDs empfiehlt sich daher ein Player, der hochskalierte 1080-Signale in guter Qualität ausgibt, denn gegenüber der 576i-Zuspielung gewinnt das Bild beim Sanyo Z 3000 so an Feinzeichnung.

PLV-Z 3000 
Edel: Mit seinem Hochglanzfinish und dem schnörkellosen Design ist der 2.500 Euro
teure Heimkino-Projektor von LG fast zu schön, um ihn an die Decke zu hängen. 

Bildqualität HDTV

Mit Blu-ray-Discs kommt echtes Kinofeeling auf, wenn der Sanyo zuvor gut justiert wird (siehe Kas­ten "Ideale Einstellungen", Seite 59). Die überzogenen Grundfarben lassen sich durch eine reduzierte Farbsättigung erstaunlich effektiv kaschieren. Im Direkt-Vergleich mit unserer Farbreferenz, dem speziell kalibrierten Samsung-Projektor SP-A 800 B, schlägt sich der Sanyo gut. Gesättigtes Grün und Blau, aber auch Hauttöne in "Casino Roya­le" wirken glaubwürdig. In Schwarz-Weiß-Klassikern wie "Casablanca" gefallen die sauberen und – nach Grün-Reduktion – einfärbungsfreien Grautöne.

PLV-Z 3000 spectral
Spielerei: Per Cursor kann man über das Bild fahren und bis zu acht Farbtöne in Ton,
Helligkeit und Sättigung verändern. Lieber wären uns aber korrekt vordefinierte
Farbumfänge für PAL und HDTV gewesen.

Überzeugt hat uns auch der für LCD hohe Kontrast­umfang, dunkle Szenen bleiben frei von Nebelschleiern. Selbst ohne dynamische Gamma-, Lampen- und Blendensteuerung gelingt ein sattes Bild, sodass Störeffekte wie Pumpen oder Abstufungen erst gar nicht entstehen. Mit den Mitteln zur Kontraststeigerung entsteht in den beiden Modi "Kino hell" und "Brillant Cinema" noch satteres Schwarz, der Kontrast erhöht sich jedoch kaum, da gleichzeitig die Spitzlichter in dunklen Bildern gedämpft werden. Das Restlicht ist farbneutral und nicht, wie oft bei LCD-Beamern, dunkelblau eingefärbt, was der Tiefenwirkung und Glaubwürdigkeit dunkler Szenen zugute kommt.

PLV-Z 3000 spectral
Gute Idee: Wie bei Epson-Projektoren kappt beim Sanyo ein Farbfilter die überschüssigen Grünanteile
der Lampe in den Kino-Modi und erzielt so natürlichere Farben (unten).
PLV-Z 3000 spectral2

Ähnlich wie bei vielen LCD-Kollegen stellt der Z 3000 schnelle Objekte leicht verschmiert dar. Eine Verbesserung bringt die mehrstufige "Smooth-Motion"-Schaltung, die bei langsamen bis mittelschnellen Laufschriften für schärfere Kanten sorgt, ohne dass es flimmert oder die Helligkeit sinkt. An die Bewegungsschärfe eines Sony VW 80 (Test in audiovision 10-2008) oder eines Panasonic PT AE-3000 (Test in audiovision 12-2008) kommt der Sanyo PLV-Z 3000 aber nicht heran. Die Schaltung funktioniert bei allen Signalen, entfaltet aber bei HDTV-Dokumentationen mit 60 Hertz wie "Antarctica Dreaming" die beste Wirkung. Gut finden wir den "5:5-Pulldown"-Modus, der in Automatikstellung für eine saubere, stotterarme 24p-Darstellung sorgt – und zwar auch bei Filmzuspielung mit 60 Hertz Bildrate (1080/60i). Das schaffen nur wenige Projektoren.

Leider zeigte unser Testmuster nicht eliminierbare Farbwolken (Shading), links mit einer leichten Rosa-, rechts mit einer leichten Cyan-Färbung. Dieses Problem ist typisch für Projektoren mit drei Projektions-Chips (LCD, SXRD, D-ILA) und tritt beispielsweise auch im aktuellen Test des LG auf. Ansonsten ist die Abbildungsqualität gut: Feinste Pixelraster landen leicht kontrastreduziert und etwas eingefärbt, aber klar erkennbar auf der Leinwand. Blu-ray-Filme erscheinen stets scharf und detailliert.

Zusatzinfo: Die Kino-Modi des Sanyo

Der Videoprojektor verfügt über sieben Voreinstellungen, wobei drei davon nicht auf den Heimkinobetrieb ausgelegt sind. Dazu gehören die Modi "Lebendig" und "Dynamik", die hohe Helligkeiten erzielen, aber unbrauchbar grünstichige Bilder liefern. Auch der Modus "x.v. Color" scheidet wegen starken Zeilenflimmerns und falsch justierter Helligkeitsverhältnisse für den Heimkinogebrauch aus. Von den in der Tabelle aufgeführten Heimkino-Modi bevorzugen wir "Natürlich", wobei wir für ein optimales Bild noch nachregeln mussten (siehe Kasten "ideale Einstellungen"). 

Bei "Brillant Cinema" und "Kino hell" fällt auf, dass kleine Weißflächen vor schwarzem Hintergrund (Spitzlichter) viel dunkler leuchten als großflächig helle Bilder. Das liegt an der Blendenautomatik und der Lampensteuerung, die in dunklen Szenen die Lichtleistung reduzieren, um ein möglichst tiefes Schwarz zu erzielen. Besser gefällt uns der Modus "Natürlich", der ohne Tricks auskommt und trotzdem ein kräftiges Bild mit sattem Schwarz liefert: Bei optimalen Farben leuchtet ein kleines Weißfenster 2.700 mal heller als das umgebende Schwarz – für einen LCD-Projektor eine reife Leistung.

Alle Messwerte der Voreinstellungen ermittelten wir bei mittlerer Brennweite und ohne den Einsatz von Bildreglern – zum Vergleich führen wir ganz unten auch die Werte auf, die sich in Idealeinstellung ergeben. Weil wir in unserer Bewertungs­tabelle (links) das Verhalten unterschiedlicher Zoom-Einstellungen berücksichtigen und einen Mittelwert aus mehreren Messfeldern bilden, fallen die Messwerte der idealen Einstellung in der Tabelle unten etwas anders aus.

PLV-Z 3000

PLV-Z 3000
*bei Verwendung einer Gain 1,0-Bildwand, **siehe ideale Einstellungen
   

 

Fazit

Der Sanyo PLZ-V 3000 ist eine Art Rohdiamant, denn er braucht einen gewissen Schliff, ehe er ein kontrastreiches und farbechtes Kinobild und damit seine wahren Werte zeigt. Die Werkseinstellungen sind fürs Heimkino nur bedingt zu gebrauchen, gute Farben lassen sich aber mit vertretbarem Aufwand aus dem LCD-Projektor kitzeln. Das Hauptmanko besteht in den mangelnden Lichtreserven, die den Sanyo nur für Heimkinos mit maximal zwei Meter großen Bildwänden empfehlenswert machen.

PLV-Z 3000

Technische Ausstattung und Bewertung

PLV-Z 3000 Tabelle

 

Zusatzinfo: Die Full-HD-Konkurrenz des Sanyo

In der Preisklasse um 2.500 Euro buhlen zahlreiche Heimkino-Projektoren um die Gunst der Kunden. Dominierend sind hier LCD-Modelle, die dank Bildversatz (Lens-Shift) und weitem Zoom-Bereich eine besonders einfache Aufstellung ermöglichen. Ihr Nachteil liegt oft in der mangelnden Lichtleistung, die im leisen Lampensparmodus kaum genügt, um zwei Meter breite Bilder mit der vom Kino gewohnten Helligkeit zu erzeugen. Ein hinreichend sattes Schwarz ist für die besten LCD-Beamer dank verbesserter Projektions-Chips kein Problem mehr. Ein-Chip-DLP-Projektoren punkten hingegen durch ihr homogenes Bild mit hoher Abbildungsschärfe, zudem treten Farbflecken (Shading) wie bei LCD-Projektoren prinzipbedingt nicht auf. Ihr Hauptnachteil liegt neben dem Regenbogeneffekt oft in der unflexiblen Optik mit geringem Zoombereich. Die Tabelle unten liefert einen Überblick über die Konkurrenten des Sanyo. Erfasst haben wir Modelle, die seit 2008 in audiovision getestet wurden, dabei mindestens 75 Punkte erzielten und heute höchstens 2.700 Euro kosten.

PLV-Z 3000

*zum Erreichen der Mindesthelligkeit im Kino, gemessen im besten Modus und bei
Verwendung einer Gain 1,0-Bildwand, Lampenmodus Normal/Eco.

PLV-Z 3000


*zum Erreichen der Mindesthelligkeit im Kino, gemessen im besten Modus und bei
Verwendung einer Gain 1,0-Bildwand, Lampenmodus Normal/Eco.

 

 

Der Testbericht Sanyo PLV-Z 3000 (Gesamtwertung: 76, Preis/UVP: 2300 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2009 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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