Marantz BD 7003 (Test)

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Marantz BD 7003 – Blu-ray-Player für 800 Euro

Test Marantz BD 7003Marantz startete erst Ende 2008 ins Blu-ray-Zeitalter: mit dem 2.000 Euro teuren Flaggschiff BD 8002 und mit dem hier getesteten BD 7003 für 800 Euro. Er verzichtet auf eine Internetanbindung und analogen Mehrkanalton, bietet aber HDMI-Bildregler und einen Kartenleser.

Ausstattung und Bedienung

BD-Live beherrscht der Marantz mangels Netzwerkbuchse nicht, aber immerhin die Wiedergabe von Bild-in-Bild-Inhalten. Über diese Funktion lässt sich auf entsprechenden Scheiben ein zweites Video­fenster mit eigener Tonspur anwählen (siehe auch Seite 27). Alle HD-Tonformate von Dolby und DTS gibt der Player als Bitstream aus, intern wird aber nur Dolby TrueHD in voller Qualität decodiert, bei DTS-HD wird lediglich der DTS-5.1-Kern ausgegeben. Der SD-Kartenleser auf der Front zeigt Fotos bis zu einer Dateigröße von 3,5 MB und spielt MP3-Files ab. Die Multimedia-Wiedergabe lässt sich aber nur umständlich im tief verschachtelten Menü aktivieren.

Für DVD und Blu-ray sind alle hochauflösenden HDMI-Formate und die ruckelarme Kinovariante 1080/24p vorhanden. Dazu kommen sämtliche niedrigeren Auflösungen inklusive HDMI 576i, was eine digitale Überspielung von originalen DVD-Halbbildern an AV-Receiver oder Displays ermöglicht. Sie übernehmen dann die Vollbildwandlung und Skalierung mit ihren Videoprozessoren. Und das ist gut so, denn der Marantz schafft zwar bei Kino-DVDs mit Vollbildmarker ein perfektes De-Interlacing, läuft aber bei DVDs ohne Marker nicht stabil. Ein Mehrwert sind die sechs Bildregler inklusive Gamma und Schärfe, die bei DVD und Blu-ray gleichermaßen wirken.
Per "Display"-Taste der Fernbedienung erscheinen Infos zum eingestellten Bild- und Tonformat. Den Genuss von Musik-CDs fördern das leise Betriebsgeräusch und die "Pure-Direct"-Funktion, die das Display und die Videoschaltkreise abstellt.

Test Marantz BD 7003

Nachleuchtend: Die weißen Tasten speichern Licht und lassen sich so eine Zeitlang noch im Dunkeln ablesen.

Bildqualität Blu-ray

Der Marantz leistet sich eine winzige Dämpfung von rund einem Dezibel im HDTV-Frequenzgang, die man aber kaum bemerkt und die sich zudem über die Bildregler ausgleichen lässt. Das dreistufige Rauschfilter und der Schärferegler sollen helfen, verrauschte oder körnig wirkende Blu-rays wie "Der Fuchs und das Mädchen" nachzuregeln. Während der Rauschfilter in der Praxis nahezu wirkungslos bleibt, unterdrückt die gesenkte Bildschärfe das Grießeln in den Baumwipfeln (Kapitel 4) effektiver. Allerdings werden gleichzeitig Hautporen im Gesicht des kleinen Mädchens gesoftet.
Kinofilme gleiten bei der 24p-Wiedergabe ruckelfrei und in perfekter Vollbildqualität über den Bildschirm, auch HD-Dokumentationen lassen sich fast durchgängig ohne störendes Flimmern erleben; schnell bewegte Objekte produzieren aber leichte Ausfransungen und Doppelbilder.

Test Marantz BD 7003 rückseite

Wie sich die Bilder gleichen: Die Mehrzahl der Player im Testfeld werden in
China produziert, Ähnlichkeiten sind daher nicht zufällig.
So gleicht der Marantz dem auf Seite 26 getesteten Denon DVD-1800 BD.

 

 

Bildqualität DVD

Nur bei Kinofilmen, die ohne Vollbild-Marker gemastert wurden, lösen horizontale Schwenks gelegentlich Zeilenflimmern aus. Alle anderen DVDs spielt der Marantz durchgängig fehlerfrei ab und lässt dank seines Bildtunings sogar betagte DVDs wie "Das große Krabbeln" ein ganzes Stück knackiger erscheinen. Da der Schärferegler nur höchste Frequenzen anspitzt, entstehen keine hässlichen Säume. Auch in der Anfangsszene im Auenwald bei "Herr der Ringe" überzeugt der kleine Zugewinn an Plastizität und Tiefenwirkung. Wer perfekte DVD-Wiedergabe will, stellt die Ausgabe auf 576i und überlässt das De-Interlacing dem Display.

Test Marantz BD 7003 menü
Vorsicht, Falle: Im Modus "Film" liefert der BD 35 fantastische Bilder
von Kino-DVDs. Beim Einlegen einer neuen Scheibe stellt er sich aber auf "Auto" zurück. 

Tonqualität

Über den analogen Tonausgang klingen CDs absolut ausgewogen, Stimmen wirken geschmeidig und natürlich. Bei der digitalen Ausgabe bietet der Bitstream Vorteile gegenüber PCM-Ton, denn den überträgt der Marantz nur in 5.1 und bei DTS-HD nur den DTS-Kern. Den HD-Bitstream kann nur ein aktueller HDMI-Receiver vollständig entschlüsseln.

Test Marantz BD 7003 seitlich

350 Euro: Der flache BD 35 braucht wenig Platz und frisst im Betrieb nur rund 15 Watt Strom.
Trotzdem leistet er sich tolle Features wie BD-Live und einen
SD-Kartenleser, auch für AVCHD-Video.

Fazit

Der Marantz BD 7003 ist ein guter Blu-ray-Player mit praktischen Bildreglern. Wer Internet-Anwendungen nicht braucht und einen aktuellen HDMI-Receiver besitzt, sieht mit ihm großes Kino. Der Preis von 800 Euro ist jedoch etwas happig.

 

 

Technische Ausstattung und Bewertung

tabelle

 

 

Der Testbericht Marantz BD 7003 (Gesamtwertung: 80, Preis/UVP: 800 Euro) ist in audiovision Ausgabe 3-2009 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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