Yamaha YSP-4000 (Test)

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Yamaha YSP-4000 – Soundbar für 1.000 Euro

Yamaha YSP-4000 frontalYamahas erster so genannter Soundprojektor YSP-1 debütierte im Frühjahr 2005; seither bringt der Hersteller immer raffiniertere Produkte, die im Wohnzimmer fünf Lautsprecher samt Surround-Receiver und Verkabelung ersetzen sollen.

Das Besondere am Konzept: Der Schall wird gebündelt und über Wände zum Hörer reflektiert.

Ausstattung und Bedienung

Die aufwändige Technik in Yamahas Soundprojektor steuert mit 40 digitalen Zwei-Watt-Endstufen ebenso viele vier Zentimeter große Lautsprecher an, zwei weitere 20-Watt-Endstufen sind für die beiden außen sitzenden Tieftöner zuständig. Ein Prozessor verzögert einzelne Treiber des Arrays und erreicht so eine Bündelung der Schallwellen, die sich in Stärke und Richtung steuern lässt. Das Ganze funktioniert am besten in rechtwinkligen Räumen mit eher wenig Mobiliar.

Yamaha YSP-4000 anschluss
Inklusive HDMI-Upscaling: Analoges Video wird optional in ein 1080i-Signal am HDMI-Ausgang
gewandelt. An den HDMI-Eingängen dürfen 24p-Signale anliegen, Bitstream-Ton wird aber nicht decodiert.

Mit dem System lassen sich bis zu fünf Kanäle gleichzeitig übertragen und per Einmess-System automatisch auf den Hörplatz ausrichten. Die Zahl der manuellen Feinjustagen im Setup-Menü ist enorm, allerdings erscheint die Bedienung der zahlreichen Soundfeld-Programme samt justierbaren Soundparametern anfangs kompliziert. In den Menüs entdeckt man aber auch tolle Features wie eine Tonverzögerung, komplette Klangregler oder ein komplettes Lautsprecher-Setup für einen zusätzlichen Aktivsubwoofer.

Yamaha YSP-4000 Fernbedienung

Unübersichtlich: Die große Zahl an Soundprogrammen braucht viele Tasten auf der Fernbedienung.
Diverse weiterführende Funktionen sind nur über das OSD-Menü anwählbar.

Wie ein großer AV-Receiver bietet der YSP-4000 einen UKW-Tuner, Upscaling analoger Videoquellen sowie 1080/24p-kompatible HDMI-Schnittstellen. Diese werden selbst im Standby-Modus noch zum Flachbildschirm durchgeschliffen. Allerdings kann  der Yamaha keinen Bitstream-HD-Ton, sondern nur Dolby Digital und DTS-Ton decodieren, verarbeitet aber PCM-5.1-Ton über HDMI. 

Tonqualität Surround

Bei der von Yamaha "IntelliBeam" getauften Einmessung werden über das mitgelieferte Mikrofon die Platzierung der Reflexionspunkte sowie der Pegel und die Klangqualität automatisch optimiert.  Im "5Beam"-Modus erklingen die Frontlautsprecher aus Richtung der Seitenwände mit extrem weiter Stereo-Basis, während Stimmen mit sonorem Grundton glasklar artikuliert aus der Mitte ertönen. Im Unterschied zu den anderen Soundbars im Testfeld gelingt es dem YSP-4000 sogar, auf mehreren Sitzplätzen eine glaubwürdige Raumabbildung mit ortbaren Rear-Effekten zu simulieren. Tiefe Töne lassen sich hinten aber prinzipbedingt nicht orten, und Surroundeffekte klingen dünner und weniger präzise als bei einem echten 5.1-Lautsprecherset.

Bei einer nach hinten zur Rückwand versetzten Sitzposition gelingt die virtuelle Projektion der Schallquellen besonders eindrucksvoll. In "U-571" füllt der Ozean den ganzen Hörraum aus, hinten rauscht das von der Schiffsschraube getriebene Wasser, der metallische U-Boot-Rumpf knackt und knarzt von allen Seiten, und Wasserbomben explodieren weit links und weit rechts. In die eindrucksvolle Surroundkulisse mischen sich laute Schreie sauber und unverzerrt, aber auch das kaum hörbare Flüstern der Crew erklingt verständlich und klar. Dem insgesamt eindrucksvollen Klanggeschehen fehlen allerdings tiefe Bässe, die man mit einem guten externen Subwoofer beisteuern sollte. Bei der Einmessung wird dieser externe Sub dann automatisch mit erfasst.

Yamaha YSP-4000 seitlich

1.300 Euro: Mit 40 digital angesteuerten Treibern kann der Soundprojektor YSP-4000
den Schall zielgerichtet bündeln und über Wände reflektieren.
Außergewöhnlich ist auch die Bestückung mit drei HDMI-Schnittstellen. 

Tonqualität Stereo

Je nach eingestelltem Schallstrahl-Modus und Soundprogramm klingt die YSP-4000 unterschiedlich – die riesige Auswahl dürfte manchen Kunden überfordern. Da im Stereo-Modus nur ein kleiner Teil der 40 Breitbänder angesteuert wird, klingt Musik weniger fest und sonor. Per "My Surround" kommen alle 40 Breitbänder zum Einsatz, was für mehr Bassvolumen, aber auch etwas dumpfe Höhen sorgt. Der "3Beam"-Modus generiert zu den breit abstrahlenden Stereokanälen einen zentralen Center mit sehr sauberer Qualität, der bei TV-Nachrichten hohe Sprachverständlichkeit garantiert. Diverse Klangprogramme laden hier zum Experimentieren ein, trotzdem kann und will selbst Yamahas Soundprojektor keine gute HiFi-Anlage ersetzen.

Fazit

Auf eindrucksvolle Weise zaubert Yamahas Soundprojektor YSP-4000 faszinierenden Raumklang aus nur einer Box. Er klingt nicht nur präzise und dynamisch, sondern lässt seine weit aufgespannte Surroundkulisse auch auf mehreren Plätzen gut zur Geltung kommen. Ein externer Subwoofer sollte aber eingebunden werden, um den fehlenden Tiefbass nachzuliefern.

Yamha YSP-4000 Fazit

 

 

Zusatzinfo: Soundbars und die Messtechnik

Soundbars erzeugen virtuelle Schallquellen, indem sie Phasenverschiebungen auf mehrere Lautsprecher mischen. Jeder Hersteller setzt dabei seine eigene Technik ein. Zusätzlich bieten die Soundbars diverse Klang-Modi an, die sich ebenfalls höchst unterschiedlich auf die Frequenzgänge auswirken. Während Canton sich auf wenige, aber praxisgerechte Modi für Musik und Film beschränkt, strahlt Yamahas Soundprojektor indirekt über Wandreflexionen ab und verfügt über zahlreiche DSP-Programme.

Aus diesen Gründen ist eine exakte messtechnische Erfassung des Frequenzgangs sehr schwierig bzw. wird durch Raumeinflüsse überlagert. Die Messungen geben deshalb nur eine Tendenz wieder und sind nicht exakt. Gemessen wurde mit "Rosa Rauschen", codiert auf 5.1-Ton. 


Technische Ausstattung und Bewertung
 

Yamaha YSP-4000 Wertung

 

 

Der Testbericht Yamaha YSP-4000 (Gesamtwertung: 73, Preis/UVP: 1300 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2009 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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