Yamaha DSP-Z 7 (Test)

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Yamaha DSP-Z 7 – AV-Receiver für 2.500 Euro

Der neue AV-Receiver DSP-Z 7 von Yamaha schafft es mit Spitzenklang und üppiger Ausstattung in die Referenzklasse. audiovision testet ihn als erste Zeitschrift.

Gleich zwei Botschaften übermittelt der Name des brandneuen Yamaha-Receivers DSP-Z 7. Zum einen bezieht sich das Kürzel auf den Oberboliden DSP-Z 11 und hebt den Neuen damit erkennbar von der ‚Massenware‘ ab, deren Bezeichnung mit "RX-V" beginnt. Zum Zweiten verrät der Modellname, wie viele Endstufen ein Receiver dieser Serie mitbringt: Sieben sind es beim Z 7, und logischerweise elf beim Z 11.

Ausstattung und Technik

Damit steht schon mal fest: Ohne zusätzliche Endstufen kann der Z 7 die hervorragenden Klangfeldprogramme von Yamaha nicht voll nutzen. Die benötigen nämlich so genannte Höhenkanäle vorn und hinten. Für vorn ist ein separates Lautsprecher-Anschlusspaar vorhanden, zu dessen Leistungsversorgung die Endstufen der Surround-Back-Kanäle dienen. Auf die hinteren Surrounds muss man bei entsprechendem Quellmaterial dennoch nicht verzichten, denn der Z 7 schaltet, je nach aktivem Soundprogramm, hurtig hin und her. Wer jedoch auch die hinteren Höhen­kanäle nutzen will, braucht weitere Endstufen.
Damit sind die Konfigurationsmöglichkeiten längst nicht am Ende. Wer seinen Frontboxen getrennte Verstärker für Bass und Mittel-/Hochtonbereich gönnen will, kann das dank Bi-Amping tun – allerdings ebenfalls auf Kosten der Surround-Back-Kanäle. Für die Multi­room-Zonen 2 und 3 lassen sich auf Wunsch die beiden Surround-Endstufenpaare verwenden. Sogar eine vierte Zone kann der Yamaha beschallen – die aber nur mit Hilfe eines Zusatzverstärkers, der sich analog und digital mit Tonsignalen versorgen lässt.
Anschlussmöglichkeiten stehen in üppiger Zahl bereit, der Z 7 bietet unter anderem fünf Eingänge und zwei Ausgänge für HDMI, dazu viele herkömmliche Verbindungen, inklusive sechs S-Video-Anschlüssen. Und dass sämtliche moderne Tondecoder begierig auf ihren Einsatz warten, versteht sich bei einem so hochwertigen Receiver ohnehin von selbst.



Die Fernbedienung lässt sich auf Tastendruck beleuchten und präsentiert sich mit ihrer gut lesbaren, kontrastreichen Beschriftung bestens fürs Heimkino gerüstet. Ein zweiter, kleinerer Geber für die Multiroom-Zonen liegt ebenfalls bei.

Einmessung mit Raumkorrektur

Yamaha verfeinert das gut funktionierende Einmess-System YPAO immer weiter. Beim Z 7 verfügt es jetzt über drei Funktionsarten. Im so genannten Schnellmodus bleibt das Bildschirmmenü außen vor und der Receiver misst nur an einer Position des Mikrofons. Für den empfehlenswerten Standard-Modus legt Yamaha eine sternförmige Mikrofon-Positionierungslehre bei. Mit ihrer Hilfe nimmt der Z 7 drei Messungen mit genau festgelegten Abständen vor, die der Kopfhöhe des Zuschauers entsprechen und auch außergewöhnliche Kopfbewegungen erfassen.
Der dritte Einmess-Modus bezieht sich auf bis zu acht unterschiedliche Sitzpositionen – das hat sich Yamaha beim US-Einmessexperten Audyssey abgeschaut. Neben den Lautsprecherabständen und -pegeln sowie den Übergangsfrequenzen errechnet der Z 7 aus den Messwerten eine Raumkorrektur, und zwar in drei Varianten: "Linear" stellt die Frequenzgänge aller Kanäle möglichst gerade ein; "natürlich" fügt eine leichte Absenkung der Höhen hinzu, falls "linear" zu schrill klingt; "Front" belässt die Frequenzgänge der Frontkanäle, wie sie sind, und passt alle anderen daran an – die richtige Wahl für Leute mit besonders hochwertigen Frontboxen. Der Test zeigt erneut, dass das YPAO ausgereift ist und sehr gute Ergebnisse erzielt.

 

Mit Hilfe der Netzwerk- und USB-Buchsen (rechts oben) sowie des Dock-Anschlusses (links unten) gelingt dem Yamaha die Verbindung mit der großen weiten Multimedia-Welt.

Video- und Multimediaverarbeitung

Die fünf HDMI-Eingänge nach Standard 1.3a, von denen einer für den Direktzugriff hinter einer Klappe auf der Front sitzt, gewähren selbst umfangreichen Heimkinos Anschluss an hochaufgelöste Bild- und Tondaten. Der integrierte Video-Scaler von Anchor Bay rechnet analoge und per HDMI hereinkommende Bilder bis 1080p hoch und leistet dabei saubere Arbeit (siehe Kasten unten). Auf analoger Ebene wandelt der Z 7 zudem zwischen den Signalnormen in jede gewünschte Richtung. Über eine Doppelfunktionstaste der Fernbedienung lassen sich die HDMI-Ausgänge des Z 7 gleichzeitig betreiben.

Das Design des Bildschirmmenüs stammt vom Z  11 und gefiel bereits bei dessen Test (audiovision 3-08) durch eine weitgehend intuitive Bedienung und eine sehr anschauliche und schicke Optik. Auf eine parallele Anzeige im Display verzichteten Yamahas Entwickler.

Ein weiteres Highlight sind die Multimedia-Fähigkeiten des Yamaha (siehe Kasten Seite 35). Für Musikliebhaber, die ihre persönlichen Hits ständig auf USB-Sticks mit sich herumtragen, bietet der Receiver außerdem gleich zwei passende Buchsen, eine auf der Front und eine auf der Rückseite. Natürlich darf auch die Unterstützung des weit verbreiteten iPods nicht fehlen. Dafür steht eine so genannte Dock-Buchse auf der Rückseite parat, für die es aber einen Zusatz-Adapter braucht. Den gibt es auch in einer Bluetooth-Variante, womit sich MP3-Player oder Handys, die das Advanced Audio Distribution Profile beherrschen, drahtlos in die Heimkino-Anlage einbinden lassen.

Tonqualität Surround

Um eines muss man sich beim DSP-Z 7 im Gegensatz zu günstigeren Receivern von Yamaha keine Sorgen machen: um die Verstärkerleistung an vier Ohm. Sie liegt im Heimkinobetrieb bei 110 Watt, wenn man die Impedanzumschaltung auf Sechs-Ohm-Stellung belässt; für die meisten Heimkinos reicht diese Power locker aus. Stellt man den Schalter auf acht Ohm – was der Hersteller zwar eigentlich nicht erlaubt, technisch aber unkritisch ist – sind sogar 147 Watt pro Kanal drin. Diese Stellung wählten wir für unseren Hörtest.
Unsere hohen Erwartungen erfüllt der DSP-Z 7 im praktischen Hörtest voll und ganz. So stellt er in der Attentatsszene von "Iron Man" auf Blu-ray seine enormen Dynamikfähigkeiten unter Beweis (DTS-Kern über S/PDIF). Die Explosionen donnern aus den Boxen direkt in die Magengrube der Zuhörer, Kugeln zischen und jaulen einem so um die Ohren, dass man unweigerlich den Kopf einzieht. So macht Heimkino-Action mordsmäßig Spaß, und zwar bis in Lautstärkebereiche, die sich nur in einem abgelegenen Haus realisieren lassen – und am besten sollte der Rest der Familie gerade Urlaub machen.
Klar, dass bei so viel Dynamik und Pegel die Hardrocker von "3 Doors Down" nicht im Testprogramm fehlen dürfen, denn sie schaffen es, selbst hartgesottene Tester richtig durchzuschütteln. Die charakteristische Stimme von Sänger Brad Arnold entlässt der Z 7 in ihrer ganzen Rauheit und Eindringlichkeit in den Hörraum, ohne dabei ins Aggressive abzugleiten. Die Bassdrum schlägt mit Wucht, bleibt aber klar definiert und ohne Dröhnen. Im direkten Vergleich mit dem Sony STR-DA 5400 ES (Test auf Seite 38) zeigt der Yamaha mehr Temperament und bringt Impulse knackiger. Der Sony zeichnet den Ton dafür luftiger und weniger angestrengt, so dass sich ein Patt ergibt.

 

Technik pur: Die Rippen des Kühlkörpers (unten) sind unterschiedlich lang, damit nicht alle auf der gleichen Frequenz resonieren und den Klang stören. Zudem sind die Rippen an ihrer Vorderseite mit einem speziellen, Schwingungen dämpfenden Klebeband verbunden. 

Erst der Direktvergleich mit dem Z 11 zeigt die  Überlegenheit des mehr als doppelt so teuren Boliden, der in Sachen Dynamik, Maximalpegel und Detailgenauigkeit nochmal eine Schippe drauflegt. Mit "Givin’it Up" von Al Jarreau und George Benson kommt der Bass beim Z 7 etwas weniger anspringend, Jarreaus Stimme wirkt nicht völlig von den Boxen gelöst. Bei normalem Dolby Digital und DTS klang die S/PDIF-Zuspielung etwas besser als bei HDMI. Die beste Performance lieferte der Z 7 erwartungsgemäß mit den verlustfrei komprimierten HD-Tonformaten Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio. Sowohl Omar Hakims "Listen Up!" als auch Dave Matthews und Tim Reynolds mit "Crash Into Me" klingen ungemein locker, fein aufgelöst und natürlich. Von diesem audiophilen Klang konnte man in DVD-Zeiten nur träumen.
 

Tonqualität Stereo

Eine Domäne von Yamahas Heimkino-Komponenten ist von jeher die Stereo-Wiedergabe. Hier macht der DSP-Z 7 keine Ausnahme, vor allem im "Pure Direct"-Modus, der übrigens auch bei HD-Audio funktioniert. "Jazz at the Pawnshop" verleiht der Modus eine feine, glaubhafte Live-Atmosphäre und versetzt die Zuhörer quasi in den Stampen-Club in Stockholm, wo die Aufnahme 1975 entstand. Das Gemurmel der Gäste, das Gläserklirren, die präzise zwischen den Frontboxen festgenagelten Instrumente – all das trägt zu einem sehr unterhaltsamen, authentisch wirkenden Klanggenuss bei.



Übersichtlich: Das Menüdesign ist ansprechend. Dank des übersichtlichen Aufbaus lassen sich auch aufwändige Setups wie die Anschlusszuweisung schnell erledigen.

Der Yamaha DSP-Z7 im Netzwerk

Die Talente des DSP-Z 7 gehen weit über die Beschallung und Versorgung eines Heimkinos mit Bildern hinaus. Auf Wunsch  greift er über ein normales Heimnetzwerk auch auf Musik zu, die auf PCs gespeichert ist. Bis zu 15 unterschiedliche Computer kann der Receiver im Netzwerk orten und sich von ihnen Dateien holen. Auf jedem dieser PCs muss allerdings eine Server-Software von Microsoft laufen, wahlweise Windows Media Connect 2.0 oder der Windows Media-Player 11 – dieser ist auf dem Vista-Betriebssystem bereits vorinstalliert. Schließlich muss der Nutzer noch die entsprechenden Ordner mit den Musikdateien freigeben, damit der Zugriff des DSP-Z 7 auch wirklich klappt.

Internet-Radiostationen bringt der Yamaha ebenfalls zu Gehör. Dazu nutzt er den Datenbank-Dienst vTuner, der mehr als 2.000 unterschiedliche Radiosender aus der ganzen Welt anbietet. Die Navigation durch die verschiedenen Stations- und Genre-Menüs ist – nicht zuletzt dank ihrer gelungenen grafischen Gestaltung – problemlos und geht schnell von der Hand. Last but not least lassen sich über den Internet-Zugang Firmware-Updates herunterladen.



Für jeden Geschmack: Tausende  Webradios lassen sich mit dem Yamaha DSP-Z7 einfach per Knopfdruck ins Heimkino holen.

Bildqualität Yamaha DSP-Z 7

Auch die Videotechnik des Yamaha DSP-Z 7 bietet sinnvolle Funktionen wie das Upscaling analoger Videosignale bis auf HDMI 1080p oder siebenfache Videoregler. Anders als beim Debüt des DSP-Z 11 (audiovision 3-2008) überzeugt die Vollbildwandlung analoger SDTV-Bilder auf Anhieb. Der Z 7 glänzt mit einer sehr schnell und stabil einrastenden Filmmode-Erkennung für Kinofilme, weshalb auch kritische DVD-Szenen in "Sechs Tage, sieben Nächte" in durchgängig flimmerfreier Qualität erscheinen. TV-Material konvertiert der Receiver mit guter Kantenglättung und sauber skaliert ins Vollbildformat. Nur die leichte Dämpfung der Bildschärfe und Farbauflösung über YUV lassen sich als kleine Mankos aufzählen.

Auch die fünf anschließbaren HDMI-Quellen konvertiert der Z 7 bei Zuspielung im Format 1080i professionell in flimmerfreie Vollbilder, wobei er Stolpersteine erfolgreich meistert. So zeigen sich in "Casino Royale" im vierten Kapitel weder an den Zierstreifen der Boote noch an der Dachlinie des Rovers Flimmerstörungen. Ebenso perfekt gelingt die Vollbildwandlung von TV-Dokumentationen, die auf 60 Bildern pro Sekunde basieren. Duch mehrmaliges Drücken der Status-Taste auf der Fernbedienung liefert der Z 7 auch Angaben über die  ein- und ausgehenden Videoformate. Zudem zeigt der Receiver die kompatiblen Auflösungen des angeschlossenen Displays unter dem HDMI-Menüpunkt "Bildschirm-Info" an. Da das Menü jeweils nur zwei Menüblätter und nicht alle Einträge anzeigt, muss man beim Durchsehen aller Funktionen etwas Geduld aufbringen.

Im Bild-Menü finden sich sechs Bildspeicher für feinstufig justierbare Bildeinstellungen. Hier lassen sich Filter gegen Mosquito Noise und Block Noise aktivieren und Regler für Detail- und Randschärfe sowie für Helligkeit, Kontrast und Farbsättigung justieren. Die eingestellten Parameter wirken bei einer Zuspielung von 24p-Bildern allerdings nicht.

Der Z 7 signalisiert dem angeschlossenen Blu-ray-Player Kompatibilität für 24p und schaltet ruckelfreies HD-Kino auch dann weiter, wenn die interne HDMI-Videoverarbeitung aktiviert ist. Man kann also ohne Umschalten HDMI-Upscaling für 1080i auf 1080p und die 24p-Wiedergabe nutzen.

Feines Bildtuning: Auf sechs Bildspeichern lassen sich insgesamt sieben Videoeinstellungen inklusive Rauschfilter und Schärferegler abspeichern.

Auf Wunsch lässt sich im HDMI-Menü eine Durchschleif-Funktion für den Standby-Betrieb aktivieren. Hier kann ein fester oder wahlweise der zuletzt benutzte HDMI-Eingang auf beide HDMI-Ausgänge durchgeschaltet werden. Leider zieht der Yamaha in diesem Standby-Modus satte 54 Watt aus der Steckdose. Der ebenfalls in diesem Heft getestete Soundprojektor Yamaha YSP-4000 braucht im gleichen Modus nur rund zwei Watt.

Weitere Besonderheiten des DSP-Z 7 sind die HDMI-Unterstützung für Deep Color bis 36 Bit, die Auto-Lip-Sync-Funktion und der analoge Videoausgang für Zone 2 mit OSD.

 

Kraftpaket: Wegen der aufgeräumten Front wirkt der ohnehin schon massige DSP-Z 7 noch beeindruckender.

 

 

 

Fazit

Yamaha zeigt mit dem DSP-Z 7 , wie Technologie-Transfer in seiner besten Form funktioniert. Der neue Receiver erbt nicht nur die wichtigsten Ausstattungselemente, sondern auch den tollen Klang vom Superboliden DSP-Z 11. Angesichts der hohen Qualitäten wirkt der Preis von 2.500 Euro fast wie ein Sonderangebot – zumal der Z 11 satte 3.000 Euro mehr kostet.             

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

 

 

Der Testbericht Yamaha DSP-Z 7 (Gesamtwertung: 94, Preis/UVP: 2500 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2009 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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