Sony STR-DA 5400 ES (Test)

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Sony STR-DA 5400 ES – AV-Receiver für 1.900 Euro

Sony STR-DA 5400 ES kleinMit dem STR-DA 5400 ES will Sony wieder in die Spitzenklasse der Heimkino-Receiver aufschließen. Und schafft das mit Bravour.

So richtig auf der Rechnung hatten Heimkino-Fans die AV-Receiver des japanischen Branchenriesen Sony bisher nicht. Vor allem in Sachen Mehrkanal-Leistung war bei ihnen nicht viel zu holen. Beim STR-DA 5400 ES ist das jetzt erfreulich anders. Den trimmten seine Entwickler nämlich konsequent auf Dampf in allen Lebenslagen.

Ausstattung und Technik

In Sachen Optik bleibt im Vergleich zum Vorgänger alles beim Alten. Das wuchtige Gehäuse mit der für Sony typischen gestuften Frontplatte wird nicht jedem gefallen, macht den Receiver aber auf den ers­ten Blick als Sony-Produkt erkennbar. Ebenfalls zur Erbmasse gehört die üppige Ausstattung mit sechs HDMI-Eingängen und zwei -Ausgängen.
Bei der Grundeinstellung des Receivers hilft die flotte Einmess-Automatik. Sie holt sich ihre Daten nicht wie üblich über ein Mikrofon, sondern über zwei. Sie sitzen auf einem Kunststoffträger und zwar in etwa so weit voneinander entfernt wie ein Ohr vom anderen. So soll die Einmessung ein Ergebnis erzielen, das der menschlichen Wahrnehmung besser entspricht als die Lösung mit einem einzigen Mikro. In der Praxis stellt der Receiver damit die Größe, Entfernung und den Pegel der Lautsprecher inklusive Subwoofer genau und zuverlässig ein.

Sony STR-DA 5400 ES fernbedienung
Gut gefällt uns die ergonomische Fernbedienung mit den deutlich beschrifteten Tasten.
Für die Multiroom-Nutzung legt Sony einen zweiten, identischen Geber bei.

Üppig fallen die Setup-Möglichkeiten aus. Die Trennfrequenz des Subwoofers lässt sich zwischen 40 und 160 Hertz in Zehner-Schritten justieren, die Pegel kann man mit einer Schrittweite von einem halben Dezibel einstellen. Gewöhnungsbedürftig ist die HDMI-Grundeinstellung. Ordnet man etwa das Signal im Menü dem DVD-Eingang zu, so erscheint nur das Bild; der Ton muss analog oder über die herkömmlichen Digitaleingänge zugespielt werden. Wer Bild und Ton per HDMI will, kann ausschließlich die Eingänge mit Namen HDMI nutzen.
HDMI-Videosignale reicht der Sony ohne Bearbeitung weiter. Analoge Bilder wandelt er auf Wunsch um und skaliert sie auf bis zu 1080p, inklusive De-Interlacing per DCDi von Faroudja, mit dem die Umrechnung von Halb- auf Vollbilder nahezu perfekt klappt. Nur mit speziellen Testbildern lässt sich der Receiver ein leichtes Bildzittern abringen; Prüfsequenzen aus Filmen stellt er fehlerfrei dar, sowohl mit 576i- als auch mit 1080i-Material.
Multimedial gesehen, macht der Sony auf den ersten Blick nicht viel her. Über seine DMPorts und passende Adapter lässt er sich aber funktional aufrüsten (siehe Kasten Zusatzinfo).

Sony STR-DA 5400 ES rückseite
Mehr als genug: Sechs HDMI-Eingänge reichen selbst für große Geräteparks.
Über die DMPorts und gesondert erhältliche Adapter findet der
Sony Anschluss an die Multimedia-Welt, beispielsweise an den iPod.

Tonqualität Surround und Stereo

Unsere Messtechniker mochten zunächst kaum glauben, welch enorme Verstärkerleistung der STR-DA 5400 ES da in die Messwiderstände wuchtete; vor allem im Mehrkanalbetrieb, bislang die Schwachstelle der Sony-Receiver. Mit 111 Watt an acht und 138 Watt an vier Ohm braucht der Neue aber keine Gegner mehr zu fürchten. Das gilt auch für den Hörtest, den wir zuerst über klassische Digitalverbindungen (Koax/Optisch) durchführten. Selbst bei weit aufgedrehtem Pegel bringt der Receiver den Blitzschlag zu Beginn von "Ratatouille" mit Wucht und Nachdruck, lediglich im direkten Vergleich liefert der Yamaha DSP-Z7 (Test auf Seite 35) Impulse wie etwa die Schrotflintenschüsse etwas knackiger. Noch nicht mal die gelegentlich harschen Töne der US-Rockband "3 Doors Down" bringen den Sony aus dem Tritt. Er geht praktisch jede Lautstärke mit, setzt den Bass präzise und wirkungsvoll und vermittelt die Live-Atmosphäre der DVD "Away From the Sun" glaubwürdig. Sogar die prägnante, leicht rauchige und daher schwierige Stimme von Leadsänger Brad Arnold gibt der Receiver sauber und mit voller Dynamik wieder.


Trick 17: Den Rippen des Kühlkörpers verpassten die Entwickler Verdickungen,
um so die unvermeidlichen Resonanzen auf verschiedene Frequenzen
zu verteilen und dadurch den Klang so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Genauso gut wie großes Getöse beherrscht das neue Sony-Flaggschiff leisere Töne. Wenn die "Ratatouille"-Ratte Remy durchs Abwasserrohr gen Paris rauscht, klingt das Gluckern und Brausen im Kanal so echt, dass man als Zuhörer froh und dankbar ist, dass die Blu-ray keine Gerüche enthält. "Givin’it up" von George Benson und Al Jarreau ertönt so locker und präzise wie von den Musikern gewünscht. Instrumente und Sänger stehen exakt  positioniert im Raum.
Via HDMI klingt Dolby Digital und DTS so gut wie über klassische Digitalverbindungen. Den bes­ten Sound liefert der Sony erwartungsgemäß mit HD-Ton von Blu-ray. Da klingt die Geysirszene in "Ice Age 2" (englische Tonspur in DTS-HD Master Audio) noch dynamischer, "Listen Up!" von Omar Hakim (DTS-HD Master Audio) wunderbar fein aufgelöst und live-haftig. Bei Stereo – per HDMI so empfeh­­lenswert wie per Koax/Optisch – bleibt der Sony seinem Charakter treu: Michael Ruffs "Speaking in Melodies" tönt mit sattem, präzisen Bass und hervorragender Auflösung. Für Genießer eignet sich auch "Jazz at the Pawnshop". Die Live-Atmosphäre eines Stockholmer Jazzclubs aus dem Jahr 1975 erklingt luftig und detailreich. 



Das Design des neuen Sony mag Geschmackssache sein, die Bedienelemente sind es nicht:
Regler und Tasten bieten eine sinnvolle Anordnung und lassen sich angenehm betätigen.

Zusatzinfo: Multimedia am Sony STR-DA 5400 ES

"Digital Media Port" oder kurz DMPort heißt das Zauberwort für all jene, die ein Multimedia-Gerät an den neuen STR-DA 5400 ES anschließen wollen. Für diese Schnittstelle, von der sich am Receiver zwei finden, bietet Sony eine erkleckliche Anzahl von Adaptern mit unterschiedlichen Funktionen.
Die Adapter TDM-IP10 (59 Euro) und TDM-IP1 (100 Euro) sorgen für die Kontaktaufnahme mit Apples iPod. Der güns­tigere erfreut sich der Kompatibilität mit den ganz neuen iPods, während der teurere auch Videosignale und Bilder aus älteren Apple-Playern holt. Mit Hilfe des TDM-BT1 (80 Euro) lässt sich der 5400 ES um eine Bluetooth-Schnittstelle erweitern. Damit können Geräte, die über die Bluetooth-Spezifikation Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) verfügen, ihre Audiodaten drahtlos über den Sony hörbar machen.  Neben weiteren Adaptern für Handys und Walkmen von Sony ist besonders der TDM-NC1 (200 Euro) interessant: Er fügt dem Receiver eine Netzwerk-Schnittstelle hinzu. Damit bekommt der STR-DA 5400 ES über Kabel oder drahtlos per WLAN Zugriff auf Musikserver im Heimnetz und kann zudem Radiostationen aus dem Internet ins Heimkino holen. Beides klappt allerdings nicht mit beliebigen Servern oder Sendern; vielmehr muss auf einem Rechner im Netzwerk zunächst eine spezielle Software von Sony installiert werden, der so genannte M-crew Server. Nur auf die Dateien und Internet-Radiostationen, die der Benutzer hier selbst registriert hat, kann der Receiver dann auch zugreifen.

 

 

Fazit

Sonys 5400 ES überzeugt von A biz Z: Tolle Ausstattung, saubere Videoverarbeitung und ein mitreißender, dabei präziser Klang bringen ihn in seiner Preisklasse mit 94 Punkten ganz nach vorn.             

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

 

 

Der Testbericht Sony STR-DA 5400 ES (Gesamtwertung: 94, Preis/UVP: 1900 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2009 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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