Yamaha RX-V 1900 (Test)

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Yamaha RX-V 1900 – AV-Receiver für 1.050 Euro

AV-Receiver Yamaha RX-V 1900 kleines BildPreis, Leistung, Messwerte: Yamahas neuer Receiver RX-V 1900 setzt auf ausgeglichene Verhältnisse und überzeugt durch seinen ausgewogenen Klang.

1.050 Euro kostet der Yamaha RX-V 1900. Während er sich in Sachen Ausstattung kaum von Geräten im nächstniedrigeren Preissegment abhebt und zudem ein paar kleinere Mankos aufweist, schafft er einen überaus harmonischen Klang und steigt damit in unsere Referenzklasse auf.

Ausstattung und Technik

Die Ausstattung wartet zwar mit keinen herausragenden Besonderheiten auf, ist aber umfangreich und der Preisklasse angemessen. Vier HDMI-Eingänge nach der neuesten Norm 1.3a finden sich im Buchsenfeld, dazu ein entsprechender Ausgang. Dass Decoder für sämtliche  HD-Tonformate zur Verfügung stehen, versteht sich bei einem 1.050-Euro-Gerät heutzutage von selbst.
Die Möglichkeit, zumindest analoge Videosignale in Vollbilder zu wandeln und bis auf 1080p hochzuskalieren, besitzt der Yamaha ebenfalls. Allerdings könnte er hier besser arbeiten, denn Bilder in 576i verlieren auf der Digitalisierungs- und Skalierungsstrecke an Schärfe. Auch die Filmmode-Erkennung des Receivers funktioniert nicht zuverlässig, in vielen kritischen Szenen unserer erprobten DVD-Stolpersteine flimmert die Wiedergabe. Besser kommt der Yamaha mit Videobildern zurecht, denn schräge Kanten lässt er ohne Treppenstufen und Schrifteinblendungen ohne Flimmern erscheinen. Zwischen den analogen Video-Eingangstypen kann er die Signale in jede gewünschte Richtung konvertieren. Video von HDMI-Quellen lässt er unangetas­tet und reicht es nur an seinen Ausgang durch.

Yamaha RX-V 1900 Rückseite

Anschlussvielfalt: Am "Dock" genannten Eingang links unten findet entweder eine Docking
Station für den iPod oder aber ein Bluetooth-Empfänger Anschluss.
Beide müssen separat erworben werden.

Die Beschallung mehrerer Räume ist ein wichtiges Thema für den RX-V 1900: Zusätzlich zum Hauptraum kann er zwei Nebenzonen versorgen, und das sogar über seine eingebauten Endstufen. Dann muss der Anwender allerdings auf die Surround-Back-Kanäle im Hauptraum verzichten – falls er beide Nebenräume beschallen will, zudem auf die Surround-Kanäle. Keinen Verzicht bringt dagegen die Verwendung der Surround-Back-Endstufen für die Yamaha-typischen "Presence"-Lautsprecher mit sich. Dabei handelt es sich um zwei zusätzliche Boxen, die versetzt über den Frontlautsprechern hängen sollen. Weil sie nur bei einigen DSP-Programmen von Yamaha zum Einsatz kommen, teilen sie sich die Endstufen mit den Surround Backs, die ja lediglich bei 7.1 gefragt sind. Eine weitere Endstufennutzung betrifft Bi-Amping für die Frontboxen mit getrennten Terminals für Tief- und Mittel-/Hochtonbereich.
Das hauseigene YPAO-Einmess-System hat von Audyssey gelernt: Es kann jetzt ebenfalls den Klang nicht nur für einen einzigen Hörplatz, sondern für einen größeren Bereich mit bis zu acht Messpositionen optimieren. Im Test funktionierte das ordentlich, genau wie die Justage von Pegeln und Abständen für sämtliche Kanäle.

RX-V 1900 Fernbedienung

Auf der Fernbedienung fiel die Beschriftung zum Teil zwar etwas klein aus.
Das Display zeigt an, in welchem Modus sich der Geber gerade befindet.

 

 

Tonqualität Surround und Stereo

Knapp fällt die Mehrkanal-Leistung des Yamaha an vier Ohm aus: Nur 51 Watt stellen in dieser Klasse definitiv nicht zufrieden. Wird der entsprechende Regler auf acht Ohm eingestellt, schafft der Receiver 146 Watt, also fast das Dreifache. Da Yamaha diesen kleinen Trick für Boxen mit vier Ohm Nennimpedanz aber nicht gelten lässt und im Fall des Falles sogar ein Verlust der Garantie droht, können wir diesen Wert in der Tabelle leider nicht berücksichtigen. Hinter der Vorgabe steckt die Furcht des Herstellers vor einer Überhitzung; dumm nur, dass in Deutschland vornehmlich Vier-Ohm-Boxen ver­kauft werden und sich viele Yamaha-Kunden demnach mit arg wenig Lesitung bescheiden müssten. Wir setzten uns allerdings kurzerhand über die Yamaha-Vorschrift hinweg und stellten auf acht Ohm. Im Test traten dabei keine Probleme auf.

RX-V 1900 Frontklappe

Ordentlich: Unter der Frontklappe des Yamaha, wo die seltener gebrauchten Regler und die Schnellanschlüsse sitzen, geht es ebenfalls aufgeräumt zu. 

Vielmehr belohnt der Receiver die Zuhörer mit einem kraftvollen, dynamischen und bassgewaltigen Auftritt. Die US-Rocker Three Doors Down klingen auf ihrer DVD "Away From the Sun" (DTS via S/P-DIF) selbst bei hohen Pegeln immer luftig und angenehm. Im Vergleich zu den weiteren in diesem Heft getes­teten Receivern überzeugte der Yamaha mit dem ausgeglichensten Verhältnis zwischen Bassdruck und Präzision. Der 800-Euro-Receiver von Denon (Seite 59) bleibt im Bass zwar noch exakter, pumpt die tiefen Töne aber nicht so nachdrücklich in die Boxen wie der Yamaha – da stecken offenbar die 400 Euro Aufpreis. Gut zeigt sich das zum Beispiel in "Ratatouille" (Dolby Digital via S/P-DIF) beim Blitzeinschlag in die Antenne und bei den Schüssen, mit denen die alte Dame ihre Wohnzimmerdecke einstürzen lässt. Sehr glaubhaft paddelt im gleichen Film die Ratte Remy auf ihrem Kochbuch durch die Abwasserkanäle von Paris; auch die Wiedergabe von Atmosphäre mit leiseren Tönen ist eine Domäne des Receivers.

RX-V 1900 Bildscirmmenü

Übersichtlich: Im Bildschirmmenü lässt sich die Lautsprecherkonfiguration
tadellos einstellen – auf Wunsch macht der Yamaha das automatisch.

Wenn man normales DTS oder Dolby über HDMI zuspielt, verliert der Yamaha ein wenig an Luftigkeit und klingt etwas rauer als via S/P-DIF. Die Spitzenqualität der HD-Formate setzt er hingegen in eine höchst transparente und mitreißende Wiedergabe um. Egal ob bei Musik wie Peter Gabriels "Solsbury Hill" (DTS-HD Master Audio) oder Film wie "Spider-Man 3" (Dolby TrueHD). Auch Stereo-Musik wie Michael Ruffs "Speaking in Melodies" gelingt ausgezeichnet, wobei der "Pure Direct"-Modus, der alle unnötigen elektronischen Schaltungen deaktiviert, noch einen kleinen, aber wahrnehmbaren Extrakick bringt.

Bildschirmmenü

Einfach, aber praktisch: Die Bildschirmmenüs sind schnörkellos und sinnvoll unterteilt.
Damit sind Setup und Bedienung schnell und einfach erledigt.

  

 

Fazit

Ein paar Ungereimtheiten weist der Yamaha auf. So funktioniert seine Filmmode-Erkennung nicht fehlerfrei und bei hochskalierten analogen 576i-Bildern verliert er an Schärfe. Auch die schwache Mehrkanal-Leistung an vier Ohm enttäuscht. Doch beim Receiver-Hauptkriterium, dem Ton, punktet der RX-V1900: Er klingt luftig, präzise und höchst ausgewogen – so setzt er sich von der 800-Euro-Konkurrenz ab und schafft gar den Aufstieg in die Referenzklasse von audiovision. 

RX-V 1900 pro contra


Technische Ausstattung und Bewertung

 
 
 
RX-V 1900 Tabelle

 

Der Testbericht Yamaha RX-V 1900 (Gesamtwertung: 91, Preis/UVP: 1050 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2008 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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