Panasonic PT-AE 3000 (Test)

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Panasonic PT-AE 3000 – LCD-Projektor für 2.700 Euro

Ein neuer Stern am Projektor-Himmel: Panasonics LCD begeistert mit satterem Schwarz und deutlich verbesserter Bewegungsschärfe.

2.700 Euro verlangt Panasonic für seinen neuen LCD-Projektor, fast doppelt so viel wie Mitsubishi für den HC 5500 (1.500 Euro, audiovision 11-08). Selbst den hoch gelobten Vorgänger PT-AE 2000 (Test in audiovision 12-2007)  gibt es inzwischen für 2.200 Euro, und selbst er verfügt über LCD-Panels der D7-Generation, einen Waveform-Monitor und ein tolles Farbmanagement. Kann der PT-AE 3000 wirklich so viel mehr?
Er kann. Panasonics dritter Full-HD-Projektor schließt mit seinem hervorragenden Kontrast zu den besten DLP-Beamern auf. Innovativ ist auch seine neue "Frame Creation"-Funktion (siehe Kas­ten), denn sie verbessert die Bewegungsschärfe – bislang ein Schwachpunkt von LCD-Projektoren.
 

Ausstattung und Bedienung

Für hohen Komfort sorgen ein motorisch verstellbares Zweifach-Zoom und ein manuell regelbarer Bildversatz, was DLP-Projektoren in dieser Preisklasse nicht bieten. Damit verschiebt der PT-AE 3000 das Bild um bis zu 100 Prozent vertikal und bis zu 40 Prozent horizontal, was eine passgenaue Projektion auf die Leinwand ermöglicht.

In der Voreinstellung "Farbe 1" liefert der Panasonic eine ausgezeichnete Abstimmung, die nur kleinerer Anpassungen bei Kontrast und Helligkeit bedarf. Die Farben überzeugen, die Schwarz-Weiß-Darstellung mit 6000 Kelvin Farbtemperatur wirkt natürlich. Die Testbild-Grautreppe zeigte zwar links unten einen minimalen Rot- und rechts oben einen kleinen Grünstich, doch dieser so genannte Shading-Effekt fällt in der Praxis kaum auf.



Griffgünstig: Die beleuchtete Fernbedienung liegt gut in der Hand und bietet praktische Direktfunktionen.

Bei "Farbe 1" sind die zahlreichen Regler des Farbmanagements außer Betrieb, werden wegen der guten Abstimmung aber auch nicht gebraucht. Im Modus "Kino 1" kommt man an sie heran und kann die Bildwirkung per Splitscreen vergleichen. Standbilder optimiert der Panasonic auf Wunsch vollautomatisch, wobei er Detaildarstellung, Übersteuerung, Unterbelichtung und falsche Farbsättigung berichtigt – ideal, um JPEG-Fotos flott aufzupolieren. Auch der Waveform-Monitor mit Histogramm-Darstellung liefert Tüftlern wertvolle Informationen zur Bildqualität. Trotz der vielen Funktionen bleibt die Handhabung dank der gut strukturierten Menüs und der übersichtlichen Fernbedienung erstaunlich intuitiv.
Ein Goodie der besonderen Art bringt der PT-AE 3000 für Besitzer von 21:9-Cinemascope-Leinwänden mit. Zoom, Fokus und Bildlage (digitaler Bildversatz) lassen sich auf drei Speicherplätzen ablegen und werden dann jeweils motorisch angepasst. Das spart viele Mühen beim Bildformatwechsel.

Kontrast-Rekord

Der Kontrastumfang zwischen einem schwarzen und einem weißen Testbild erreicht sagenhafte 7.300:1. Noch besser belegt der Im-Bild-Kontrast, bei dem ein kleines Weißfeld vor schwarzem Hintergrund die Blendensteuerung außer Kraft setzt, das Leistungsvermögen des Panasonic. 3.200:1 erreichen selbst DLP-Projektoren nur selten, LCDs bewegen sich normalerweise bei Werten weit unter 1.000:1. Auch im ANSI-Kontrast übertrifft der Panasonic mit 440:1 die meisten Mitbewerber, ob nun aus dem DLP-, dem DILA- oder dem SXRD-Lager. Hut ab vor den Panasonic-Entwicklern!

Die enorme Verbesserung erreichten sie mit mehreren Mitteln. Neue Mikrolinsen vor den LCD-Panels verbessern die Fillrate, indem sie die Stege zwischen den Bildpunkten optisch verkleinern. Dazu kommt ein erweitertes Kontrast-Management, das Iris und Gamma dynamisch steuert. Die Blende senkt die Helligkeit nur in dunklen Szenen dezent ab; sichtbares Pumpen tritt dank der Schnelligkeit der Regelung nicht auf. Gleichzeitig werden videotechnisch nicht voll ausgesteuerte Bildinhalte mit Hilfe der dynamischen Gammakorrektur sinnvoll im Kontrast gespreizt.

Der Panasonic lässt sich auch ohne Fernbedienung steuern.
Die Tasten verschwinden hinter der seitlichen Klappe.

Info: Frame Creation

Ein Meilenstein ist neben dem Kontrast die "Frame Creation", denn mit ihr lassen sich LCD-typische Schwächen überwinden. Die Schaltung sorgt für eine bessere Bewegungsauflösung, indem sie bei Kinofilmen und Sportsendungen zusätzliche Bewegungsphasen errechnet. Hierbei werden 96 Einzelbilder (bei 24p-Material), 100 Einzelbilder (bei 50Hz-Material) bzw. 120 Einzelbilder (bei 60 Hz-Material) berechnet. Im Gegensatz zu einer klassischen 100Hz-Schaltung (Bildwiederholung) ist das Ergebnis nicht so vorhersehbar, weil nicht klar ist, wann welches Bild wiederholt wird. Dennoch arbeitet die Schaltung sehr effektiv und benötigt im Unterschied zur Bewegungsverbesserung "Dark Frame Insertion" von Sony keine Dunkelstufen. Anders als beim Sony-Ansatz entsteht daher kein Lichtverlust  – im ambitionierten Heimkino ein enormer Vorteil.
 

Im erweiterten Bildmenü versteckt der Panasonic die zweistufige "Frame Creation"- Schaltung.

Bildqualität Standardsignale

Standardvideo im Format 576i verarbeitet der Panasonic nicht sonderlich gut. Kinofilme flimmern bei Bewegung oder wirken vertikal leicht unscharf. Skalierung und Farbauflösung erreichen via Composite und S-Video nicht das technisch Machbare, und auch die beiden YUV-Eingänge sind weit entfernt vom Können des Mitsubishi HC 5500 mit seinem HQV-Prozessor von Silicon Optix.
Ohne Frame Creation (siehe Kasten) zeigt der PT-AE 3000 leicht verschmierte Bildkanten, helle Laufschriften haben einen kleinen roten Saum, der sich mit der Geschwindigkeit der Bewegung vergrößert. Mit aktivierter Schaltung werden die Bildkanten schärfer, der Saum reduziert sich. Nur mit 100-Hertz-Testbildern schwankt die Lesbarkeit der weißen Laufschriften im Sekundentakt.  Mit PAL-Kino-DVDs läuft die Schaltung ohne solche Artefakte und liefert im Modus 1 eine dezent gesteigerte Bewegungsschärfe, ohne den Film-Look zu verlieren.

Die analogen Eingänge überzeugen in puncto Bildqualität nur bedingt. Da trifft es sich gut, dass der Beamer drei HDMI-Eingänge bietet.


 

Bildqualität HDTV

Auch HDTV-Material und Kinofilme im Format 1080/24p profitieren von der Bildverbesserung. Bereits ohne Frame Creation zeigt der Projektor Kinofilme in 24p ruckelfrei,  dank des enormen Kontrasts mit fantastischer Tiefenwirkung und intensiven Farben in dunklen Szenen. Im Vergleich zum Vorgänger PT-AE 2000 erscheinen dunkle Letterboxstreifen mit nahezu halbiertem Restlicht – eine reife Leistung.

Waveform-Monitor: Mit Hilfe dieses professionellen Tools werden Pegel und Auflösung im Bild analysiert,
auf Wunsch für jede Grundfarbe einzeln.
 

Mit Frame Creation in Stufe 2 erzeugt der Panasonic viele Zwischenbilder, weshalb Kinofilme noch flüssiger erscheinen, das Film-Feeling geht hier verloren; das Ganze sieht bei Schwenks wie eine TV-Serienproduktion aus. Frame Creation 1 dagegen überzeugt. Die Schaltung steigert die Bildschärfe bei Bewegung dezent, die Kino-Anmutung bleibt erhalten. In der Praxis zu sehen in Kapitel 9 von "Iron Man", wo sich Super­held Tony Stark im Hangar mit Militärs trifft. Mit Frame Creation erscheint der Aufnäher an der Uniform von Kapitän Rhodes schärfer, wenn dieser sich hin- und herwiegt. Auch Starks Mienenspiel, das kurze Stirnrunzeln und der fordernde Augenaufschlag wirken mit Frame Creation 1 überzeugender.

Professionelles Farbmanagement: Die Möglichkeiten zur Bildanalyse mit Splitscreen-Darstellung sowie zur
Einstellung einzelner Farben sind enorm.
 

Mit 50 oder 60 Hertz zugespielte Kinofilme versieht die Stufe 1 ebenfalls mit einem leichten Glättungseffekt, ähnlich wie bei 24p-Signalen. Stufe 2 steigert die Glättung, doch auch hier dürfte der TV-Look Cineasten nicht gefallen. Keine Diskussion gibt es bei HD-Dokumentationen oder mit 60 Hertz: Sie liefern schon in Stufe 1 eine bessere Bewegungsschärfe, die sich in Stufe 2 weiter steigert, störende Artefakte treten kaum auf. Eine so klare und bewegungsscharfe Auflösung schaffte noch kein LCD-Projektor. Auch seine HDTV-Vollbildwandlung von 1080i-Material überzeugt.

Gelungen: Die Optik blieb wie beim Vorgänger, ebenso die Projektionshelligkeit.
Doch Panasonics neuer PT-AE 3000 schafft wesentlich besseres Schwarz.

 

Fazit

Der PT-AE 3000 von Panasonic sprengt alte Grenzen der LCD-Projektion: Die gesteigerte Bewegungsauflösung und ein nie da gewesener Kontrast machen ihn zum LCD-Superstar. Dafür gibt es gleich zwei Awards von audiovision.



Technische Ausstattung und Bewertung

 

 

Der Testbericht Panasonic PT-AE 3000 (Gesamtwertung: 84, Preis/UVP: 2700 Euro) ist in audiovision Ausgabe 12-2008 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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