Teufel System 9 THX Ultra 2 (Test)

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Teufel System 9 THX Ultra 2 – Boxenset um 4.000 Euro

Teufel System 9 THX Ultra 2 - Boxenset um 4.000 EuroDas neue Teufel System 9 kombiniert viel Kraft nach THX Ultra 2-Spezifikation mit der Schönheit eines hoch glänzenden Aluminium-Designs.

Vor allem die großen Kinosysteme haben den guten Ruf des Berliner Direktversenders Teufel begründet. Boxensets wie Theater 8 oder Theater 10 erfüllten schon vor Jahren die weltweit härteste Qualitätsnorm THX Ultra 2. Einziger Kritikpunkt an den Sets war ihre eher klobige Form. Damit ist jetzt Schluss: Das neue System 9 THX Ultra 2 kombiniert kompromisslose Leistung aus insgesamt 33 Lautsprecher-Chassis mit einem modernen Design.


Technik

Für die Front-Satelliten M 950 FCR wurden Flachmembran-Chassis entwickelt, um die Bautiefe auf 20 Zentimeter zu reduzieren. Somit eignen sich die Boxen für die Wandmontage oder den Einsatz hinter einer akustisch transparenten Leinwand. Ihre Tief-/Mitteltöner bekamen eine inverse Sicke und Flachmembranen, weshalb sie bündig hinter den Abdeckungen verschwinden. Gut sichtbar sitzt in der Mitte der Frontboxen und des baugleichen Centers die in D’Appolito-Anordnung gruppierte Mittel-/Hochtoneinheit aus Gewebekalotte und flachen 80-Millimeter-Mitteltönern. Die Abdeckungen sollten übrigens stets an ihrem Platz bleiben, denn sie verhindern Kantenreflexionen und dienen der klanglichen Abstimmung.

Dank abgeflachter Schallwände schmiegen sich auch die beiden als Dipolstrahler ausgeführten Surroundboxen M 950 D unauffällig an die Seitenwände. Hinter ihrer Abdeckung werkeln pro Seite nicht weniger als vier Hoch- und Tief-/Mitteltöner. Es handelt sich um Vollbereichs-Dipole, die in Schalterstellung "Dipol THX" den gesamten Übertragungsbereich ab 80 Hertz gegenphasig abdecken. Dabei wird nur wenig Direktschall erzeugt, ein großer Teil der akustischen Energie erreicht den Hörer indirekt über Wandreflexionen. In Schalterstellung "Bipol" sind alle Treiber gleichphasig zusammengeschaltet, in Position "Monopol" arbeitet nur die nach vorn zeigende Schallwand.

Streifen machen schlank – nach diesem Motto gestaltete Teufel das Design des nur noch 45 Zentimeter breiten Aktiv-Subwoofers M 9500 SW. Bei rund einem Meter Höhe und 62 Zentimeter Tiefe verbleibt den mächtigen 30er-Basstreibern genug Hubraum, um in DPU-Reflextechnik fast geräuschlos Luft durch die rückseitige Öffnung zu pressen. Das Kürzel steht für die "Differential-Phasen-Umkehrtechnik" des langen Bassreflexkanals, der selbst unterhalb von 20 Hertz den Schalldruck verstärkt. Gleichzeitig bleibt der Membranhub relativ unkritisch, weshalb die 1.200 Watt der in Deutschland entwickelten Endstufe für bis zu 111 Dezibel Schalldruck gut sind. Phase und Pegel lassen sich per Fernbedienung justieren, allerdings fehlt eine Rückmeldung der eingestellten Lautstärke. 

Teufel System 9 THX Ultra 2 - Boxenset um 4.000 Euro

Die 700 Watt (Sinusleistung RMS) starke Endstufe des Subwoofers wird per  Fernbedienung
aktiviert und ausgesteuert.  Bei Bedarf lässt sich die Grenzfrequenz des Hochpassfilters
manuell einstellen.

Teufel System 9 THX Ultra 2 - Boxenset um 4.000 Euro
Geschmackssache: Die Surroundbox arbeitet wahlweise phaseninvertiert
ab 80 Hertz als Vollbereichs-Dipol oder phasenrichtig als Bipol oder Monopol. 

Teufel System 9 THX Ultra 2 - Boxenset um 4.000 Euro
Das Diagramm belegt: Für eine Box dieser Größe fällt das Abstrahlverhalten des
Centers dank der schmalen Mittel-/Hochtoneinheit außergewöhnlich gut aus.
Einbrüche im Mitteltonbereich gibt es gar nicht, der Hochtonabfall ist unkritisch.

Tonqualität Stereo

Mit montierten Standfüßen (M 950 P) gibt es bei der Aufstellung der Front-Satelliten kaum etwas zu beachten. Ob nun gerade oder leicht angewinkelt – die schmale Mittel-/Hochtoneinheit behält ihre mustergültig neutrale Frequenzgang-Charakteris­tik über weite horizontale Winkel bei, während sie vertikal gebündelt auf den Hörer strahlt. Auch der Subwoofer bereitet kein Kopfzerbrechen in Sachen Aufstellung – selbst wenn er fast in der Ecke steht, neigt er nicht zum Dröhnen. Geradezu lebenswichtig ist aber die korrekte Phaseneinstellung des Subwoofers im Übernahmebereich zu den Satelliten. Sie lässt sich mittels 80-Hertz-Ton überprüfen, dank der Fernbedienung bequem vom Hörplatz aus.

Im Hörtest stand gleich ein Stolperstein an: "Rock Show" von Run DMC, eine derbe Nummer mit hart verzerrten Gitarren und fettem Bass, die eigentlich nur in Diskotheken funktioniert – und mit dem Teufel-Set. Es ließ die Gitarren und den Synthesizer-Bass riesengroß auf der akustischen Bühne in unserem Hörraum erscheinen und ging im Tiefbass derart zur Sache, dass sich die Tester der Musik nicht entziehen konnten. Die kompressionsfreie Dynamik und die stabile Raumabbildung des Sets erinnerte mehr an eine PA-Abhöre oder große Studiomonitore. Das Hörvergnügen setzte sich bei "Can I get that funk" von Bluezeum fort. Das Stück ertönt per Teufel-Set derart satt, groovig und fest, dass echtes Party-Feeling aufkommt. Die eigentliche Überraschung liegt jedoch in den Qualitäten des Sets bei klassischer Musik: Wie Keith Jarrett in "The Köln Concert" seinem Klavierflügel mal kraftvolle Emotionen, mal zarte Gefühle entlockt, jagt dem Hörer einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Auch Haydns Symphonie Nummer 6 klingt in Denons One-Point-Aufnahme "Le Matin" höchst authentisch – nur wirklich großartige Boxen können Fortissimo-Passagen ebenso überzeugend zelebrieren wie zarte Geigen- oder Flötentöne.

Teufel System 9 THX Ultra 2 - Boxenset um 4.000 Euro
Nicht nur die Optik, sondern auch der Klang der Front-Satelliten
profitiert von den aufgesteckten Abdeckungen.

 

Tonqualität Surround

Noch mehr Live- und Bühnenpräsenz liefert die HD-DVD "Zwölf" von Herbert Grönemeyer in DTS-HD High-Resolution-Ton. Hier ertönt die Musik zur Einstimmung auf das Livekonzert zunächst von hinten, eingebettet in eine Publikumskulisse. Der rund drei Dezibel lautere Dipolmodus "Bipol" klingt dabei etwas direkter und voller, während der Modus "Dipol THX" eine eher diffuse und unaufdringliche Surroundkulisse bietet – was man wählt, ist reine Geschmackssache. In beiden Modi überzeugt das Teufel-Set mit Auflösung, Dynamik und Raumdarstellung der Spitzenklasse. Die prickelnde Atmo­-s­phäre und die Weite des Rhein-Energie-Stadions in Köln wirken greifbar. Beim Titel "Ein Stück vom Himmel" lassen sich trotz der Präsenz von Grönemeyers Stimme alle Musikinstrumente einzeln heraushören, Dynamik und Artikulation von Schlagzeug und Bass beeindrucken.

Noch mehr zur Sache geht der Subwoofer beim Actionstreifen "Underworld" mit DTS-HD Master-Audio-Ton (Blu-ray). Seine Pegelreserven und die brettsteifen Pappmembranen sorgen für souveräne Gelassenheit bei peitschenden Pistolenschüssen und machen Explosionen körperlich spürbar. Teufels Set stellt die Qualitäten von Kino- und Musikaufnahmen neutral und ungeschminkt dar und scheint mit jeder neuen Anforderung zu wachsen.

Teufel System 9 THX Ultra 2 - Boxenset um 4.000 Euro

Aufgeräumte Optik: Das opulente THX Ultra 2-Set überzeugt mit hoher
Verarbeitungsqualität der spiegelblank polierten Oberflächen.
Die je 89 Euro teuren Standfüße passen gut zum Monitor-Design, könnten aber
mechanisch stabiler sein.

 

 

Fazit

Einfach grandios und eines "Highlights" würdig, was das neutrale und hochdynamische Teufel-Set System 9 da abliefert. Ausgelegt auf Räume bis 100 Quadratmeter, begeistert es dank seines unkritischen Abstrahlverhaltens auch in mittelgroßen Heimkinos. In Relation zur Leistung erscheinen Größe und Preis des Sets fast schon wieder klein.

Teufel System 9 THX Ultra 2 - Boxenset um 4.000 Euro

Teufel System 9 THX Ultra 2 - Boxenset um 4.000 Euro

 

Technische Ausstattung und Bewertung 

Teufel System 9 THX Ultra 2 - Boxenset um 4.000 Euro

 

 

Der Testbericht Teufel System 9 THX Ultra 2 (Gesamtwertung: 89, Preis/UVP: 4000 Euro) ist in audiovision Ausgabe 2-2008 erschienen.

Der entsprechende Testbericht ist in unserem Shop als PDF-Dokument zum Download erhältlich.

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